Gewalt

Sally J. Pla — Der Gesang der Wellen: Meine Familie, ich und mein neues Leben

29.Juni 2025

Der Gesang der Wel­len: Mei­ne Fami­lie, ich und mein neu­es Leben” ist ein Roman der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Sal­ly J.Pla, die sich sehr für die Akzep­tanz von Neu­ro­di­ver­si­tät ein­setzt. Sie — bei der selbst Autis­mus dia­gnos­ti­ziert wur­de (aller­dings erst im Erwach­se­nen­al­ter) und die zwei neu­ro­di­ver­gen­te Söh­ne hat — setzt ein Mäd­chen in den Mit­tel­punkt, die eben­falls Autis­tin ist. Mau­die wird von ihrer Mut­ter und dem neu­en Stief­va­ter regel­mä­ßig her­un­ter- und klein­ge­macht. Sie soll nor­mal sein. Dabei ist sie anders und beson­ders. Doch das erken­nen die bei­den nicht. In den Som­mer­fe­ri­en darf Mau­die zu ihrem Vater und blüht dort rich­tig auf. Ein Wald­brand, der die Hüt­te des Vaters zer­stört, lässt sie an die kali­for­ni­sche Küs­te flüch­ten. Dort leben sie in einem Wohn­wa­gen am Meer und Mau­die ent­deckt das Sur­fen für sich. Ein Som­mer vol­ler Selbst­be­stim­mung, Spaß und neu­en Freun­den. Doch dann wol­len ihre Mut­ter und ihr Stief­va­ter sie wie­der nach Hau­se zurück­ho­len… Eine sehr behut­sam und sen­si­bel erzähl­te Geschich­te mit einer außer­ge­wöhn­li­chen Haupt­fi­gur, die man rasch ins Herz schließt. Über das Anders­sein, über Mut und die Suche nach der eige­nen Iden­ti­tät. Viel­leicht nicht immer so tem­po­reich, aber dafür sehr gefühl­voll. Eine Wohl­fühl­ge­schich­te, die mit erns­ten The­men auf­war­tet, aber ver­söhn­lich und hei­lend ist. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Die 13-jäh­ri­ge Mau­die ist Autis­tin. Sie erlebt die Welt anders, als ihre Mit­men­schen. “Als Sint­flut sen­so­ri­scher Rei­ze. Alles ist zu laut, zu hell, zu krat­zig, ein­fach zu viel. […] ich füh­le mich stän­dig, als wür­de ich in Lärm, Gerü­chen und Licht­blit­zen ertrin­ken — in einem Stru­del aus Zuviel.” (Zitat aus “Der Gesang der Wel­len” S.10) Manch­mal flat­tert sie mit den Fin­gern, um sich zu beru­hi­gen. Sie hat Aus­set­zer, kann Gesprä­chen nicht so schnell fol­gen oderWeiterlesen!

Antje Leser — Lost in the Wild

15.Juni 2025

Lost in the Wild” von der deut­schen Autorin Ant­je Leser ist ein Sur­vi­val-Thril­ler, der in die Ber­ge ent­führt. Dort möch­te eine Grup­pe Jugend­li­cher, die gera­de das Abitur geschafft haben, ein paar Tage wild­cam­pen. Das Aben­teu­er ruft. Doch es ruft zu laut. Das Wet­ter ist mise­ra­bel und dann erwischt sie auch noch ein Berg­rutsch. Einer von ihnen ver­letzt sich dabei schwer. Weit ab von der mensch­li­chen Zivi­li­sa­ti­on und ohne Han­dy­emp­fang kämp­fen sie ums Über­le­ben. Bis sie in der Wild­nis auf ein paar Prep­per tref­fen, die sich in den Ber­gen auf die ver­meint­li­che Apo­ka­lyp­se vor­be­rei­ten. Die ver­meint­li­che Ret­tung scheint nahe. Aber das ist sie nicht. Denn die Grup­pe spielt nach ihren ganz eige­nen Regeln. Und der Kampf ums Über­le­ben hat für die Jugend­li­chen gera­de erst wie­der begon­nen… Ein Thril­ler, der sich sehr flott und unter­halt­sam liest. Der aber an man­chen Stel­len auch hef­tig und nichts für Zart­be­sai­te­te ist. Aber auf­grund sei­ner beson­de­ren The­ma­tik ide­al auch für eine Klas­sen­lek­tü­re ist und für eini­gen Dis­kus­si­ons­stoff sor­gen wird. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Sie haben frisch das Abitur geschafft. Fünf bes­te Freun­de. Nun hat der Out­door-begeis­ter­te Timo eine Tour für sie alle geplant. Mit­ten in die Ein­sam­keit der Ber­ge. Über die Schwarz­bach­klamm stei­gen sie ein. Sein Freund Jas­per hät­te lie­ber eine Städ­te­tour gewollt und ist von dem Trip nicht gera­de über­zeugt. “Die­se gigan­ti­sche Berg­land­schaft, noch dazu die­se unheim­li­che Stil­le. Das alles las­te­te auf ihm. Er fühl­te sich der Natur förm­lich aus­ge­lie­fert. Noch dazu die Unsi­cher­heit über mög­li­che Gefah­ren.” (Zitat aus “Lost in the Wild” S.19) Was, wenn das Wet­ter umschwingt? Wenn plötzlichWeiterlesen!

Tova Friedman — Wir Kinder von Auschwitz: Wie ich das Todeslager überlebte

28.April 2025

Wir Kin­der von Ausch­witz: Wie ich das Todes­la­ger über­leb­te” von der pol­ni­schen Autorin und Holo­caust-Über­le­ben­den Tova Fried­man erzählt deren Geschich­te. 1938 in Polen gebo­ren, kam sie bereits mit 4 Jah­ren in ein Arbeits­la­ger und mit 5 Jah­ren dann zusam­men mit ihrer Mut­ter in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger nach Ausch­witz. Unter schlimms­ten Bedin­gun­gen lebend, unter Hun­ger und Angst lei­dend, soll­te Tola (sie nann­te sich erst spä­ter um) schließ­lich in den Gas­kam­mern ster­ben. Doch sie über­leb­te. Und sie spricht auch heu­te noch von ihren Erleb­nis­sen wäh­rend des Holo­causts. Hört nicht damit auf, ihre Stim­me zu erhe­ben und gegen das Ver­ges­sen anzu­kämp­fen. Ein äußerst bewe­gen­der, berüh­ren­der, aber auch erschüt­tern­der Roman, der zwar jugend­ge­recht erzählt wird (dies ist die Jugend­buch­ver­si­on ihres Buchs “Ich war das Mäd­chen aus Ausch­witz”), aber den­noch nichts aus­spart. Ein wich­ti­ges Buch, das sehr gut in Schu­len gele­sen wer­den kann und soll­te. Für Jugend­li­che ab 12 Jahren.

Ein Jahr bevor der Zwei­te Welt­krieg aus­brach, wur­de Tola in Polen gebo­ren. Ihre Fami­lie ist jüdisch und hat bald sehr unter den sich ver­än­dern­den Bedin­gun­gen zu lei­den. Ihr Vater, ihre Mut­ter und sie wer­den in ein Ghet­to gebracht, in dem sie auf engs­tem Raum zusam­men mit ande­ren leben müs­sen. Kin­der gibt es kaum dort, vie­le werden… Weiterlesen!

Danae Lake — Ganz aus Splittern

31.März 2025

Ganz aus Split­tern” ist der Roman einer sehr jun­gen, deut­schen Autorin. Danae Lake, Jahr­gang 2006, begann ihn mit 15 Jah­ren zu schrei­ben. Sie erzählt die Geschich­te der 16-jäh­ri­gen Chris­sy, die aus einem Armuts­vier­tel stammt, aber trotz tablet­ten­süch­ti­ger Mut­ter und gewalt­tä­ti­gen Stief­va­ter und unzäh­li­gen Nar­ben an ihrem Kör­per, von einem bes­se­ren Leben träumt. Dafür leis­tet sie in der Schu­le ihr Bes­tes und will unbe­dingt das Abitur machen. Eines Tages erhält sie die Chan­ce auf ein renom­mier­tes Gym­na­si­um zu wech­seln. Ein sozia­les Expe­ri­ment, ein Aus­tausch. Chris­sy lässt sich schließ­lich dar­auf ein. Und trifft auf den rei­chen Alex, der sie selt­sam fas­zi­niert. Doch wie nah kann sie ihn an sich her­an­las­sen? Und war­um weiß nicht ein­mal die Schul­spre­che­rin von dem sozia­len Expe­ri­ment? Bald fin­det Chris­sy Ver­stö­ren­des her­aus… Ein sehr bewe­gen­des, mit­rei­ßen­des Buch, das mit­un­ter sehr erns­ten The­men auf­war­tet und nah an der Ziel­grup­pe ist. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Die 16-jäh­ri­ge Chris­sy hat es nicht gera­de leicht. Ihren Vater kennt sie nicht, ihre Mut­ter behaup­tet, er sei ein Arsch­loch und habe sie kaputt gemacht. Des­halb ist sie auch in die­sem “Pro­blem­kiez” gelan­det, in dem sieWeiterlesen!

John Schu — Louder Than Hunger

17.Februar 2025

Lou­der than Hun­ger” ist ein Roman des ame­ri­ka­ni­schen Autoren John Schu, wel­cher von sei­nen eige­nen Erfah­run­gen als Teen­ager beein­flusst wur­de. Er erzählt die Geschich­te des 13-jäh­ri­gen Jakes, der unter Mager­sucht lei­det, sich dies aber nicht ein­ge­ste­hen will. Er, der in der Schu­le gemobbt wird und am liebs­ten wenig Raum ein­neh­men möch­te, hat eine äußerst lau­te Stim­me in sei­nem Kopf. Eine, die lau­ter als der Hun­ger ist und die ihm sagt, dass er absto­ßend sei und kein Essen ver­die­ne. Schließ­lich lan­det Jake in einer Kli­nik, die er lan­ge Zeit nicht ver­las­sen darf. Bis er all­mäh­lich anfängt, zu hei­len und der Stim­me in sei­nem Kopf etwas ent­ge­gen­zu­set­zen… Ein Vers­ro­man, der mit viel Gestal­tungs­frei­heit und weni­gen Wor­ten pro Sei­te daher­kommt, der unheim­lich ergrei­fend und ein­schla­gend ist. Inten­siv, sprach­ge­wal­tig und ein­dring­lich geschrie­ben. Eine Geschich­te, die wirk­lich unter die Haut geht! Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Der 13-jäh­ri­ge Jake ist ein Außen­sei­ter. In der Schu­le wird er gemobbt. Freun­de hat er kei­ne. Sei­ne Mut­ter ist stän­dig trau­rig und sein Vater nie da. Dafür ist aber sei­ne Groß­mutter wie eine bes­te Freun­din für ihn. Jedes Wochen­en­de darf Jake bei ihr ver­brin­gen — das High­light sei­ner Woche. Vor allem die Lie­be zu… Weiterlesen!

Sloan Harlow — Everything We Never Said: Liebe lässt uns böse Dinge tun

5.Dezember 2024

Ever­y­thing We Never Said: Lie­be lässt uns böse Din­ge tun” ist das Debüt der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Slo­an Har­low. Nach dem Unfall­tod ihrer bes­ten Freun­din, ist Ellas Leben nicht mehr wie es war. Sie gibt sich die Schuld an Hay­leys Tod. Trost fin­det sie uner­war­tet bei Sawy­er, Hay­leys ehe­ma­li­gem Boy­fri­end. Bald kommt sie ihm näher. Eine ver­bo­te­ne Lie­be. Der Rausch des Auf­re­gen­den. Doch Sawy­er scheint eine dunk­le Sei­te an sich zu haben. Ella liest heim­lich Hay­leys Tage­buch und fin­det Erschre­cken­des her­aus… Ein roman­ti­scher Thril­ler über Schuld, Ver­lust und eine toxi­sche Bezie­hung. Düs­ter, mit­rei­ßend, geheim­nis­voll. Mit über­ra­schen­den Twists, die vor allem das Ende äußerst dra­ma­tisch machen. Für Jugend­li­che ab 14 Jahren.

Ella hat ihre bes­te Freun­din Hay­ley ver­lo­ren. Ella hat­te nur ein Bier getrun­ken, saß am Steu­er des Wagens, über den sie die Kon­trol­le ver­lor und Hay­ley, die nicht ange­schnallt war, stürz­te durch die Wind­schutz­schei­be. Im rei­ßen­den Fluss ist sie ertrun­ken. Ihre Lei­che hat man nie gefun­den. Ella gibt sich die Schuld an ihrem Tod, auch wenn sie… Weiterlesen!

Steven B.B. Burner — Game of Fear and Promise: Die Wand von Memento City

16.November 2024

Game of Fear and Pro­mi­se: Die Wand von Memen­to City” ist ein dys­to­pi­scher Span­nungs­ro­man des deut­schen Autoren Ste­ven B.B. Bur­ner. Er ent­führt in eine Welt in der nahen Zukunft, in der soge­nann­te “Blut­s­port­ar­ten” gespielt wer­den. Das belieb­tes­te Spek­ta­kel mit einer Ein­schalt­quo­te von 96% ist die WAND. Eine Klet­ter­wand der Super­la­ti­ve, die mit tech­ni­schen Fal­len und aller­lei Über­ra­schun­gen ver­se­hen und zwei Kilo­me­ter hoch ist. Fast drei Tage Zeit sind nötig, um sie zu erklim­men. Meh­re­re Teams tre­ten gegen­ein­an­der an, dar­un­ter auch die 16-jäh­ri­ge Lis­sa. Wer gewinnt, der erhält ein hohes Preis­geld. Weil ihr Vater schwer krank ist, muss Lis­sa teil­neh­men. Auch wenn sie dabei ihr Leben aufs Spiel setzt. Eben­so der 18-jäh­ri­ge Deni­el kämpft an ihrer Sei­te. All­mäh­lich kommt Lis­sa ihm näher, doch er ist im geg­ne­ri­schen Team. Und gewin­nen kann nur einer… Die “ver­ti­ka­le” Ver­si­on von Tri­bu­te von Panem. Unfass­bar fes­selnd und mit­rei­ßend geschrie­ben. Atem­lo­se Span­nung, ein Rausch vol­ler Adre­na­lin und jede Men­ge Action. Auch für die Fans von Squid Game. Für taf­fe Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Eine Welt in der nahen Zukunft. Im Zen­trum von Memen­to City, da steht sie. Die WAND. Mit­tel­punkt der erfolg­reichs­ten Blut­s­port­art der Welt, die ein­mal jähr­lich ver­an­stal­tet wird. “Die WAND ist gewal­tig, von bibli­schem Aus­maß, ein gigan­ti­scher Pfei­ler im Zen­trum von Memen­to City, wie der Turm zu Babel ragt sie dort in den Him­mel. Sie ist so hoch, dass ihr letzt­jäh­ri­ger Bezwin­ger zwei Tage, elf Stun­den und 33 Minu­ten gebraucht hat, um ihr obe­res Ende zu errei­chen. Nur 18 wei­te­re been­de­ten den Wett­be­werb eben­falls. Zit­ternd. Aus­ge­laugt. Am Ende ihrer Kräf­te. Die ande­ren 81, die mit ihnen gestar­tet waren, sind tot. Alle fast noch Kin­der.” (Zitat aus “Game of Fear and Pro­mi­se: Die Wand von Memen­to City” S.7) Die Zuschau­er­plät­ze rund um die WAND sind bereits Mona­te vor­her aus­ge­bucht. Eine drei­vier­tel Mil­li­ar­de Men­schen verfolgenWeiterlesen!

Silke Heimes — Who’s to blame

18.Oktober 2024

Who’s to bla­me” ist der neu­es­te Thril­ler der deut­schen Autorin Sil­ke Hei­mes. Sie ent­führt ihre Leser:innen zu einer letz­ten Unter­richts­stun­de vor den Som­mer­fe­ri­en. Deutsch-Leis­tungs­kurs. 15 Schü­ler. Doch anstatt mit dem Unter­richt zu begin­nen, ver­schließt der Leh­rer die Tür und holt eine Pis­to­le aus sei­ner Tasche. Er droht zu schie­ßen. Fängt an ein per­fi­des Fra­ge­spiel mit den Schüler:innen zu spie­len. Wer die rich­ti­ge Ant­wort gibt, darf den Raum ver­las­sen. Bald droht die Situa­ti­on immer wei­ter zu eska­lie­ren und die Klas­se begreift, dass sie nur über­le­ben kann, wenn sie zusam­men­hal­ten… Eine rasan­te, span­nungs­ge­la­de­ne Geschich­te, die schnell in ihren Bann zieht und die man kaum aus den Hän­den legen möch­te! Ein Kam­mer­spiel der Emo­tio­nen — über Schuld, Angst, aber auch über Stär­ke und Zusam­men­halt im abso­lu­ten Aus­nah­me­zu­stand. Hef­tig. Ein­dring­lich. Aktu­ell. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Herr Brandl ist zu spät. “Brandl bestellt uns an einem Frei­tag­nach­mit­tag kurz vor den Som­mer­fe­ri­en für vier Unter­richts­stun­den in die Schu­le und ist dann selbst nicht da?” (Zitat aus “Who’s to bla­me” S.9) Das wun­dert auch die fünf­zehn Schüler:innen des Deutsch-Leis­tungs­kur­ses, die für eine Vor­be­rei­tung zu einer Podi­ums­dis­kus­si­on antre­ten sol­len. Aber dann taucht Herr Brandl schließ­lich auf. Und macht etwas völ­lig Uner­war­te­tes. “Brandl schließt die Tür, zieht einen Stuhl her­an und klemmt die Leh­ne unter die Klin­ke. “War­um blo­ckie­ren Sie die Tür?”, fragt Esther. “Was, wenn ich pin­keln muss?”, fragt Ben. Brandl setzt sich ans Pult, öff­net die Leder­map­pe und zieht eine Pis­to­le her­aus.” (Zitat S.11) Die Schüler:innen begrei­fen zuerst gar nicht, wie ihnen geschieht. Plötz­lich sol­len sie auch noch alle ihre… Weiterlesen!

Katya Balen — Wünsche an die Wellen

17.September 2024

Wer von der bri­ti­schen Autorin Katya Balen noch nie­mals etwas gele­sen hat, soll­te dies defi­ni­tiv nach­ho­len! „Wün­sche an die Wel­len“ ist ihr neu­es­tes Jugend­buch und erzählt die Geschich­te von Zofia und Tom, deren jewei­li­ge Eltern­tei­le sich inein­an­der ver­lie­ben und die – obwohl sie an ihrem jet­zi­gen Leben am liebs­ten nichts ändern wür­den – nun zusam­men unter einem Dach leben müs­sen. Tom ist lei­se und hat vor vie­len Din­gen Angst. Zofia ist laut und oft vol­ler Wut. Die bei­den kön­nen sich nicht aus­ste­hen. Als dann auch noch ein Baby unter­wegs ist, geht alles drun­ter und drü­ber… Ein klei­ner lite­ra­ri­scher Juwel! Mit einer äußerst kraft­vol­len und bild­rei­chen Spra­che. Vor allem die Gefüh­le ihrer Prot­ago­nis­ten und deren Ent­wick­lung beschreibt die Autorin so unfass­bar behut­sam und authen­tisch — hier ist das Lesen eine wah­re Freu­de! Ein sehr erns­tes und manch­mal auch trau­ri­ges Buch, aber den­noch ver­söh­nend und hoff­nungs­voll und mut­ma­chend. Äußerst lesens­wert! Für Jugend­li­che ab 10 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Eng­land. Hier lebt die 11-jäh­ri­ge Zofia, deren Vater ursprüng­lich aus Polen kommt. Ihre Mut­ter ist bei der Geburt gestor­ben und seit­dem gibt es Zofia und ihren Vater nur im Dop­pel­pack. Sie leben in einem klei­nen Cot­ta­ge direkt am Meer und haben auch einen sehr ähn­li­chen Geschmack. Zofia ist mit ihrem Leben rund­her­um zufrie­den. „So wie unser Leben im Moment ist, kann es blei­ben, ich wür­de nichts dar­an ändern wol­len.“ (Zitat aus “Wün­sche an die Wel­len” S.9) Nur manch­mal ist das Mäd­chen, das wäh­rend eines Unwet­ters auf die Welt gekom­men ist, ein wenig sehr… Weiterlesen!

Erin Doom — The Tearsmith

10.September 2024

The Tears­mith” von der ita­lie­ni­schen Best­sel­ler­au­torin Erin Doom wur­de nun end­lich ins Deut­sche über­setzt. Der Erfolgs­ti­tel aus Ita­li­en, der außer­dem ver­filmt wur­de, lös­te einen Hype auf Tik­Tok aus und erreicht nun auch Deutsch­land. Für die 17-jäh­ri­ge Nica, deren Eltern gestor­ben sind, als sie fünf Jah­re alt war, geht ein Traum in Erfül­lung, als die Fami­lie Mil­ligan sie aus dem Wai­sen­haus holt und adop­tie­ren möch­te. Doch die­se neh­men auch den gleich­alt­ri­gen Rigel aus dem Heim mit, um ihm eben­falls ein neu­es Zuhau­se zu geben. Rigel, den Nica schon kennt seit sie ins Wai­sen­haus kam und der alles kaputt­macht, um sich schlägt und des­sen zugleich char­man­te Art die meis­ten Leu­te blen­det. Nica weiß um sei­ne dunk­le Sei­te und hat Angst, dass er ihr Glück zer­stö­ren wird. Aber zugleich zieht er sie selt­sam an, auch wenn er grau­sam ist und sie deut­lich auf­for­dert, sich von ihm fern­zu­hal­ten… Eine Lie­bes­ge­schich­te von schmerz­li­cher Inten­si­tät, vol­ler Ver­zweif­lung, aber auch Hoff­nung und Sehn­sucht. Mit einer Sprach­ge­walt und einer fast mär­chen­haf­ten Poe­sie, die ver­zau­bert. Ver­ein­nah­mend, atmo­sphä­risch und betö­rend. Ein Roman, der unter die Haut geht und defi­ni­tiv gele­sen wer­den soll­te! Eines der bes­ten Bücher, das ich die­ses Jahr gele­sen habe!! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Ala­ba­ma. Die 17-jäh­ri­ge Nica hat ihre Eltern früh ver­lo­ren. Seit­dem lebt sie im Wai­sen­haus “Gra­ve”. “An mei­ne Mut­ter und mei­nen Vater konn­te ich mich kaum noch erin­nern. Nur ganz ver­schwom­men, als wür­de ich sie durch ein hef­tig beschla­ge­nes Fens­ter betrach­ten. Wenn ich die Augen schloss und mich kon­zen­trier­te, konn­te ich ihre unschar­fen Gesich­ter sehen, wie sie von oben auf mich her­ab­schau­ten. Ich war erst fünf gewe­sen, als sie star­ben.” (Zitat aus “The Tears­mith” S.11) Nicas größ­ter Wunsch ist es, aus dem Heim raus­zu­kom­men. Eine Fami­lie zu fin­den, die sie auf­nimmt. Doch je älter sie wird, des­to gerin­ger ist dieWeiterlesen!

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