Gewalt

Jana Schäfer — Rosebery Avenue: Breaking free

4.Dezember 2023

Brea­king free” ist der letz­te Teil der zwei­tei­li­gen “Rose­be­ry Ave­nue”-Rei­he der deut­schen Autorin Jana Schä­fer. Eine cozy New Adult Romance, die in eine herbst­li­che Idyl­le in eine Klein­stadt ent­führt. Dort tref­fen ein jun­ger Vater, der eine eige­ne Bar zu eröff­nen plant, auf eine jun­ge Frau, die nach tur­bu­len­ten Erfah­run­gen in der eige­nen Fami­lie auf einen Neu­an­fang hofft. Doch ist der Zeit­punkt für ihre begin­nen­de Lie­be der rich­ti­ge? Eine Lie­bes­ge­schich­te, die äußerst gefühl­voll und sen­sibl erzählt wird, in der sich Zeit für die Ent­wick­lung der Cha­rak­te­re genom­men wird und die tief­grün­di­ge The­men beinhal­tet. Schö­ne, gemüt­li­che Unter­hal­tung für ent­spann­te Lese­aben­de. Für Jugend­li­che ab 16 Jah­ren und Erwachsene.

Die jun­ge Pey­ton hat kei­ne leich­te Zeit hin­ter sich. In den letz­ten Jah­ren hat sie sich viel um ihre zwei Brü­der und ihre Mut­ter geküm­mert. “Wäh­rend ich immer­hin schon drei­zehn gewe­sen war, waren sie gera­de mal drei und fünf Jah­re alt gewe­sen, als Dad uns für eine Stel­le in den USA ver­las­sen hat­te. Von einem Tag auf den ande­ren hat­te ich die Ver­ant­wor­tung für sie über­nom­men, wäh­rend Mum immer mehr ein Schat­ten ihrer selbst gewor­den war und sich von einer toxi­schen Bezie­hung in die nächs­te gestürzt hat­te.” (Zitat aus “Rose­be­ry Ave­nue: Brea­king Free” S.16) Der letz­te Freund ihrer Mut­ter, der zudem gewalt­tä­tig war, ist mitt­ler­wei­le im Gefäng­nis gelan­det. Pey­tons Mut­ter und ihre Brü­der sind bei ihrer Tan­te unter­kom­men. Jetzt ist end­lich die Zeit gekom­men, in der sich Pey­ton auf… Weiterlesen!

Ava Reed — Nur ein Wort mit sieben Buchstaben

8.November 2023

End­lich mal wie­der ein rea­lis­ti­sches Jugend­buch von der deut­schen Autorin Ava Reed! Wäh­rend sie frü­her jähr­lich neu­en Lese­stoff für ihre jün­ge­ren Leser*innen her­aus­brach­te, hat sie ihre Fans nun tat­säch­lich gan­ze drei Jah­re (!) war­ten las­sen. Wir ver­zei­hen ihr dies aus­nahms­wei­se;-) — sie hat in der Zwi­schen­zeit jede Men­ge New Adult Roman­ces ver­öf­fent­licht — und freu­en uns auf das aktu­el­le Werk, in dem sie auf ihre ganz eige­ne fein­füh­li­ge, authen­ti­sche Art und Wei­se die Geschich­te eines Jun­gen erzählt, der nach trau­ma­ti­schen Erfah­run­gen in sei­ner Fami­lie, einem All­tag vol­ler Dro­gen und kör­per­li­cher Gewalt, vom Jugend­amt in eine Pfle­ge­fa­mi­lie auf einen Bau­ern­hof gesteckt wird. Dort trifft Mika auf die gleich­alt­ri­ge Joan­na, die eben­falls als Pfle­ge­kind dort in heim­li­ger Atmo­sphä­re lebt und die sich ihm vor­sich­tig anzu­nä­hern ver­sucht. Die Mau­ern, die er um sich her­um errich­tet hat, um sich zu schüt­zen, wer­den lang­sam brü­chig… Eine Geschich­te über das Zer­bre­chen und über das Hei­len. Über Zusam­men­halt, Lie­be und Fami­lie, die so viel mehr als “nur ein Wort mit sie­ben Buch­sta­ben” sein kann. Ein herz­er­wär­men­der, wun­der­schön geschrie­be­ner Roman, der Hoff­nung macht und so behut­sam und lie­be­voll erzählt wird, dass man ihn so schnell nicht mehr ver­ges­sen wird! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Mit Mühe und Not hat der 17-jäh­ri­ge Mika sei­nen Real­schul­ab­schluss geschafft. Wei­ter­ma­chen will er nicht mehr. Den Traum vom Archi­tek­tur­stu­di­um hat er ohne­hin auf­ge­ge­ben. Zu teu­er. Aber auch eine Aus­bil­dung zu machen wird schwie­rig. Denn er kann sei­ne Mut­ter unmög­lich allein las­sen. “Die­ses Mal ist es kein Plan, es ist ein Traum, denn ich weiß noch nicht, wie alles wei­ter­ge­hen soll. Kann ich mei­ne Mut­ter im Stich las­sen, sobald ich acht­zehn bin? Kann ich eine Aus­bil­dung machen und neu anfan­gen, ohne mich von mei­nem Zuhau­se zulö­sen?” (Zitat S.10 aus “Nur ein Wort mit sie­ben Buch­sta­ben”). Nach­dem sein Vater sei­nen Beruf als Poli­zist auf­ge­ben muss­te, ver­sank er zuneh­mend inWeiterlesen!

Kyrie McCauley — Ihr sollt (nicht) schweigen

12.September 2023

Ihr sollt (nicht) schwei­gen” ist der zwei­te Roman der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Kyrie McCau­ley, die für ihr Debüt “Your are (not) safe here” sogar für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis nomi­niert wur­de. Hand­lungs­ort ist eine Klein­stadt, in der ein Mäd­chen namens Cas­sie erschos­sen wur­de, und zwar von ihrem Exfreund Nicho­las, der sich anschlie­ßend selbst getö­tet hat. Wäh­rend das Ereig­nis zuneh­mend roman­ti­siert wird und kei­ne groß­ar­ti­gen Fol­gen hat, obwohl Nicho­las der Sohn des orts­an­säs­si­gen Waf­fen­fa­bri­kan­ten war, beschlie­ßen Cas­sies bes­te Freun­din­nen stell­ver­tre­tend Rache zu neh­men und spray­en ille­gal und heim­lich immer wie­der Wand­bil­der an den unter­schied­li­chen Stel­len in der Klein­stadt. Um auf Cas­sie Geschich­te auf­merk­sam zu machen. Doch die Waf­fen­lob­by, allen vor­an Nicho­las Vater, will die Sache am liebs­ten unter den Tisch keh­ren… Ein auf beson­de­re Art und Wei­se erzähl­ter Roman, nicht nur über Waf­fen­ge­walt, son­dern auch über Gewalt an Frau­en. Über Freund­schaft, Zusam­men­halt und die Suche nach der Wahr­heit. Eine Geschich­te, mit der man sich aus­ein­an­der set­zen muss. Ein wich­ti­ges, auf­rüt­teln­des, lite­ra­ri­sches und gut erzähl­tes Buch, das für mich zwar nicht ganz an den Vor­gän­ger­ti­tel her­an­reicht, aber trotz­dem sehr lesens­wert ist. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und vor allem Erwachsene.

Die 17-jäh­ri­ge Cas­san­dra Queen wur­de erschos­sen. Von ihrem Exfreund Nicho­las. Er kam mit einer Waf­fe in die Schu­le, “schoss auf Cas­sie, eine Mit­schü­le­rin und sich selbst. Die Mit­schü­le­rin über­leb­te. Nico und Cas­sie star­ben noch vor Ort. Man könn­te argu­men­tie­ren, dass der klei­ne Ort Bell eine Hoch­burg der Waf­fen­be­für­wor­ter im Land ist, weil dort seit 1824 die Fir­ma Bell Fire­arms ihren Stamm­sitz hat und die Stadt förm­lich um die Fir­ma her­um ent­stand. Vier­zig Pro­zent aller Jobs hän­gen bis heu­te noch an der Fir­ma Bell. Und Nico Bell soll­te das Gan­ze von sei­nem Vater, Ste­ven Bell, irgend­wann über­neh­men.” (Zitat aus “Du sollst (nicht) schwei­gen” S.36) Der Tod von Cas­sie wird ver­harm­lost, sogar… Weiterlesen!

Jean-Christophe Tixier — Guilty: #Du wirst nicht entkommen

28. Juli 2023

Guil­ty: #Du wirst nicht ent­kom­men” ist der ers­te Teil der drei­bän­di­gen “Guil­ty”-Rei­he des fran­zö­si­schen Autoren Jean-Chris­to­phe Tixier, wel­cher aber auch ein­zeln und unab­hän­gig von­ein­an­der gele­sen wer­den kann. Eine nicht benann­te Welt in der Zukunft, in der ver­ur­teil­te Häft­lin­ge bereits nach drei Jah­ren frei­kom­men kön­nen, wenn das Volk über die “Guil­ty-App” dafür abstimmt. Ab drei Mil­lio­nen Likes wer­den die Häft­lin­ge frei­ge­las­sen und zur Jagd frei­ge­ge­ben und dür­fen — ohne straf­recht­li­che Kon­se­quen­zen — von jedem getö­tet wer­den. Auch der jun­ge Die­go, der wegen fahr­läs­si­ger Tötung ver­ur­teilt wur­de, kommt auf die­se Wei­se auf frei­en Fuß. Doch auf­grund einer elek­tro­ni­schen Fuß­fes­sel, die er tra­gen muss, wird sein Stand­ort jeden Tag um 19Uhr öffent­lich gepos­tet. Eine bei­spiel­lo­se Hetz­jagd beginnt. Aber Die­go ist nicht auf den Kopf gefal­len und macht es sei­nen Ver­fol­gern äußerst schwie­rig… Ein atem­lo­ser und sehr tem­po­reich erzähl­ter Thril­ler über den Kampf ums Über­le­ben, über Hate­speech und eine beson­de­re Form der Lynch­jus­tiz, die defi­ni­tiv zu Dis­kus­sio­nen anre­gen wird. Für taf­fe Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Der 22-jäh­ri­ge Häf­ling Die­go lebt in einer Welt, in der das Rechts­sys­tem ein völ­lig ande­res gewor­den ist: “Men­schen­le­ben haben in der Gesell­schaft, in der er lebt, nicht alle den­sel­ben Wert. Ver­bre­chen zie­hen nicht alle eine gerech­te Stra­fe nach sich. Ja, er selbst, Die­go, ist schul­dig. Aber die Kam­pa­gne für die soge­nann­ten Volks­ge­rech­tig­keit ist für ihn ein rie­sen­gro­ßer Schwin­del. Es geht dabei nur dar­um, durch vor­zei­ti­ge Haft­ent­las­sun­gen die über­füll­ten Gefäng­nis­se zu lee­ren.” (Zitat S.65) Denn nach drei Jah­ren kann jeder Häft­ling bereits ent­las­sen wer­den. Über die App “Guil­ty” darf das Volk selbst abstim­men undWeiterlesen!

Frank Schwieger — Kinder unterm Hakenkreuz: Wie wir den Nationalsozialismus erlebten

7. Febru­ar 2023

Der deut­sche Autor und Leh­rer Frank Schwie­ger, der Latein und Geschich­te stu­dier­te, hat mit “Kin­der unterm Haken­kreuz: Wie wir den Natio­nal­so­zia­lis­mus erleb­ten” ein bio­gra­fi­sches Sach­buch geschrie­ben, das Kin­dern die Zeit des Drit­ten Reichs und des Zwei­ten Welt­kriegs ver­ständ­lich erläu­tert. Neben eini­gen beglei­ten­den Sach­in­for­ma­tio­nen, zahl­rei­chen Abbil­dun­gen und Steck­brie­fen wer­den zehn Kin­der in den Mit­tel­punkt gestellt, die ihre eige­nen Geschich­ten erzäh­len. Wie sie die Zeit damals erlebt, wel­che Fra­gen sie sich gestellt und wel­ches Leid sie erfah­ren haben, aber auch wel­che Hilfs­be­reit­schaft und Mensch­lich­keit sie erle­ben durf­ten, um all das zu über­ste­hen. Ein sehr lehr­rei­ches, schön illus­trier­tes und bewe­gen­des Buch, das auch einer jün­ge­ren Ziel­grup­pe die­se Zeit näher­bringt. Auch per­fekt für den Schul­un­ter­richt geeig­net. Für Jugend­li­che ab 10 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Zehn Kin­der. Zehn Schick­sa­le. Zehn Geschich­ten. (1) Die 11-jäh­ri­ge Erna, die 1933 in Nord­deutsch­land lebt, liebt den Schuh­la­den von Esther Blum, genannt “Blüm­chen”, und die Besit­ze­rin ganz beson­ders: “Blüm­chen war eine älte­re Dame, bestimmt schon über fünf­zig Jah­re alt. Und sie war im gan­zen Vier­tel beliebt, beson­ders bei uns Kin­dern.” (Zitat S.14) Für Erna ist sie wie eine Oma, bei der sie sich auch mal aus­heu­len kann und die ihr immer ein Him­beer­bon­bon zusteckt. Doch jetzt wird von der neu­en Regie­rung dazu auf­ge­ru­fen am Sonnabend… Weiterlesen!

Martin Muser — WEIL.

29.Januar 2023

Der deut­sche Autor Mar­tin Muser, der durch sei­ne Kin­der­buch­rei­he “Kan­na­wo­ni­wa­sein” bekannt wur­de, legt sei­nen ers­ten Jugend­thril­ler vor. Ein Debüt, das sich gewa­schen hat. Eine Geschich­te über eine Cli­que, die ein Wochen­en­de zum Ler­nen in einem Feri­en­haus auf dem Land ver­bringt und auf dem Weg dort­hin einen Anhal­ter mit­nimmt. Weil er etwas selt­sam ist, las­sen sie ihn an der nächs­ten Tank­stel­le zurück. Doch am nächs­ten Mor­gen steht der Anhal­ter mit zwei ande­ren Män­nern vor ihrer Tür und beginnt ein per­fi­des Spiel mit ihnen. Ein Spiel um Macht, Unter­drü­ckung, Gewalt und Ohn­macht, das zu eska­lie­ren droht. Ein Kam­mer­spiel der Emo­tio­nen — erschre­ckend, beklem­mend und ver­stö­rend. Eine Geschich­te wie ein Schlag ins Gesicht. Nichts für schwa­che Ner­ven! Aber ein kurz­wei­li­ger (gera­de mal 128 Sei­ten dün­ner) Thril­ler, der für jede Men­ge (ethi­schen) Gesprächs­stoff sor­gen wird und auch für höhe­re Klas­sen als Schul­lek­tü­re gut geeig­net ist. Für Jugend­li­che ab 15 Jah­ren und Erwachsene.

Ein Wochen­de auf dem Land. Fünf Jugend­li­che: Knut, das Aka­de­mi­ker­kind, das behü­tet auf­ge­wach­sen ist. Esther, die mit Knut zusam­men ist und sehr umwelt­be­wusst lebt. Phil­ipp, der Schwarz ist und noch kei­ne Plä­ne für die Zukunft hat. Sei­ne Freun­din Selin, die ein star­kes Gerech­tig­keits­emp­fin­den hat und die Gesell­schaft ver­än­dern will. Manu­el, in sozi­al schwa­chen Ver­hält­nis­sen lebend, der Lie­bes­kum­mer hat, weil sei­ne Freun­din per SMS mit ihm Schluss gemacht hat. Im Feri­en­haus von Esthers Eltern wol­len die Jugend­li­chen für die anste­hen­den Prü­fun­gen ler­nen. Auf dem Weg dort­hin neh­men sie in ihrem Bus spontan … Weiterlesen!

Colleen Hoover — Nur noch einmal und für immer

Kasimira6.November 2022

Nie­mand hat damit gerech­net, die Autorin selbst zunächst auch nicht und doch hat sie es getan — die ame­ri­ka­ni­sche Best­sel­ler­au­torin und “Queen of Romance” Col­leen Hoo­ver hat mit “Nur noch ein­mal und für immer” eine Fort­set­zung geschrie­ben zu ihrem Erfolgs­ti­tel “Nur noch ein ein­zi­ges Mal”. Sie wur­de von so vie­len Fans dar­auf ange­spro­chen und hat die Geschich­te um Lily, Atlas und Ryan wei­ter­ge­spon­nen. Ein Roman über zwei­te Chan­cen, gro­ße Gefüh­le und die dunk­len Schat­ten der Ver­gan­gen­heit, die eine neue Lie­be ein­zu­ho­len dro­hen. Toll erzählt, wenn auch in einem etwas ruhi­ge­ren Erzähl­tem­po, aber ein­fach wie­der schö­nes Lese­fut­ter für alle Col­leen Hoo­ver-Fans! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Lily ist allein­er­zie­hend, hat eine klei­ne Toch­ter, ist über­ar­bei­tet und ziem­lich müde. Doch sie bemüht sich für Emer­son alles rich­tig zu machen. Dazu gehört auch der Kon­takt zu deren Vater. “Mir liegt viel dar­an, dass Emer­son eine unbe­las­te­te Bezie­hung zu ihrem Vater hat, wes­halb ich ihm, so gut ich kann, ent­ge­gen­kom­me, auch wenn das wegen sei­ner stän­dig wech­seln­den Diens­te oft nicht ein­fach ist.” (Zitat S.30) Von Ryle hat sie sich am sel­ben Tag schei­den las­sen, als sie auch Emer­sons Geburts­ur­kun­de bean­tragt hat. Lily hat sich befreit aus der Weiterlesen!

C.G. Drews — The boy who steals houses, the girl who steals his heart

Kasimira16.Oktober 2022

Wenn du die­ses Jahr nur noch ein Buch lesen willst, dann lies das hier: “The boy who ste­als hou­ses, the girl who ste­als his heart” von der aus­tra­li­schen Autorin C.G.Drews. Eine Geschich­te über einen Jun­gen, der obdach­los ist und in Häu­ser ein­bricht, um dort zu schla­fen und für sei­nen autis­ti­schen Bru­der zu sor­gen. Bis er eines Tages von einer Groß­fa­mi­le erwischt wird und durch ein Miss­ver­ständ­nis einen gan­zen Tag mit ihnen ver­bringt. Doch sei­ne Ver­gan­gen­heit holt ihn rasch ein, dabei sehnt er sich nur nach einem — einem rich­ti­gen Zuhau­se. Ein groß­ar­ti­ger Roman — tra­gisch, trau­rig und zugleich vol­ler Hoff­nung und Her­zens­wär­me. Unglaub­lich berüh­rend und emo­tio­nal erzählt. Die­se Geschich­te hat das Zeug zum moder­nen Klas­si­ker! Ganz kla­re Lese­emp­feh­lung!! Auch als Schul­lek­tü­re bes­tens geeig­net. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und Erwachsene.

Der obdach­lo­se 15-jäh­ri­ge Sam hat Talent dafür, sich unsicht­bar zu machen. Und das muss er auch. Denn er bricht regel­mä­ßig in Häu­ser ein. “Es war nicht immer so, dass er Sachen aus Häu­sern gestoh­len hat. Als er vier­zehn war und sich ver­zwei­felt nach einem Dach überm Kopf — nach einem Zuhau­se — sehn­te, ist er bloß ein­ge­bro­chen, um in den Bet­ten zu schla­fen. Sich am Essen zu bedie­nen. So zu tun, als könn­te er für immer blei­ben.” (Zitat aus “The boy who ste­als hou­ses, the girl who ste­als his heart” S.17) Spä­ter hat er dann auch Wert­ge­gen­stän­de und Geld mit­ge­hen las­sen. Die ver­tickt dann sein zwei Jah­re älte­re Bru­der Avery, der ein paar fal­sche Freun­de hat. Avery ist ein Autist und hat öfters Ticks und klei­ne Ner­ven­zu­sam­men­brü­che. Schon immer hat sich SamWeiterlesen!

Lou Allori — Rotes Licht, grünes Licht: Wie weit würdest du gehen?

Kasimira3.Oktober 2022

Die fran­zö­si­sche Autorin Lou All­ori hat den Roman “Rotes Licht, grü­nes Licht: Wie weit wür­dest du gehen?” geschrie­ben, in Anleh­nung an die Erfolgs­se­rie Squid Game”eine Art Fan­fic­tion. Ein Jun­ge, der aus Geld­pro­ble­men her­aus an einem Spiel teil­nimmt, das mit einer gro­ßen Sum­me Geld lockt. Alle Teil­neh­mer tre­ten in ein­fa­chen Kin­der­spie­len gegen­ein­an­der an. Was sie jedoch nicht wis­sen, wer ver­liert, schei­det nicht nur aus dem Spiel aus, son­dern bezahlt auch mit dem Leben. Hef­tig und bru­tal. Soli­de erzählt — die Jugend­buch­ver­si­on mit ande­ren Spie­len als in der Serie, bleibt frü­hes­tens ab 16 Jah­ren emp­foh­len und für Erwach­se­ne, die nicht gera­de zart besai­tet sind.

Frank­reich. Will geht auf eine her­vor­ra­gen­de Uni­ver­si­tät. “Die Uni ist renom­miert. Sie ist die bes­te des Lan­des, und Stu­die­ren­de aus der gan­zen Welt rei­ßen sich dar­um, hier ihren Abschluss zu machen” (Zitat aus “Rotes Licht, grü­nes Licht: Wie weit wür­dest du gehen?” S.9) Er stu­diert dort BWL. Ist im zwei­ten Jahr. Doch er gehört nicht wirk­lich dazu. Wird von den ande­ren, meist rei­chen Stu­den­ten nicht akzep­tiert: “Wir­re brau­ne Locken, Akne­nar­ben im Gesicht, […] blas­se Haut. Ein Spar­gel­tar­zan[…]. Mei­ne Kom­mi­li­to­nen ver­glei­chen sich mit mir und füh­len sich plötz­lich stark, gut aus­se­hend und wahr­schein­lich noch rei­cher, als sie es ohne­hin schon sind. Ihnen genügt ein Blick, um zu wis­sen, dass wir nicht in der­sel­ben Liga spie­len. Dass sie mich zer­drü­cken kön­nen wie ein läs­ti­ges Insekt.” (Zitat S.10) Will jobbt in einem Café und führt am Wochen­en­de Hun­de aus. Auch sei­ne Mut­ter hat meh­re­re Jobs. Sie ist allein­er­zie­hend und Will hat außer ihr keine… Weiterlesen!

Anja Kömmerling & Thomas Brinx — Die Welt zum Zittern bringen, nur weil man da ist

Kasimira22.September 2022

Die Welt zum Zit­tern brin­gen, nur weil man da ist” von den deut­schen Autoren Anja Köm­mer­ling & Tho­mas Brinx ist ein Roman, der ein Mäd­chen in den Mit­tel­punkt stellt, das sich nach trau­ma­ti­schen Fami­li­en­er­leb­nis­sen jeg­li­cher Obhut ent­zieht und fort­an nur noch auf einem Baum leben will. Als ein Jun­ge mit sei­ner Fami­lie in ihr ehe­ma­li­ges Eltern­haus zie­hen will, kommt sie die­sem uner­war­tet näher und beginnt all­mäh­lich sich mit ihrer Ver­gan­gen­heit aus­ein­an­der­zu­set­zen. Behut­sam und vol­ler sprach­li­cher Schön­heit erzählt — eine klei­ne, lite­ra­ri­sche Per­le. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Die 15-jäh­ri­ge Marie lebt auf einem Baum. Sie hat ihn sich selbst aus­ge­sucht. Den größ­ten der Stadt. Ein Ahorn­baum. “Sie bat ihn um Erlaub­nis, auf ihm woh­nen zu dür­fen, als letz­ter und opti­ma­ler Lebens­ort für sie, und er erteil­te ihr die­se in sei­ner gan­zen, alten Baum­gü­te. Es war nicht ein­fach, Hei­mat­baum, der er wer­den soll­te, zu erklim­men, die ers­ten Äste began­nen viel zu weit oben. Doch Marie war eine der bes­ten Tur­ne­rin­nen­in ihrer Alters­grup­pe gewe­sen.” (Zitat aus “Die Welt zum Zit­tern brin­gen, nur weil man da ist” S.12 ff) Zuvor leb­te Marie bei eini­gen Pfle­ge­fa­mi­li­en, war sogar im Heim. Hat es aber nie lange… Weiterlesen!

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