Monatliches Archiv: September 2023

Saskia Louis — Nachtschwarz

29.September 2023

Nacht­schwarz” ist der ers­te Teil der zwei­bän­di­gen Urban-Fan­ta­sy-Rei­he der deut­schen Autorin Saskia Lou­is. Im Mit­tel­punkt steht die Toch­ter eines Astro­phy­si­kers, die in ein ver­schla­fe­nes, klei­nes Städt­chen umzie­hen muss und auf dem Weg zur Schu­le einen Zusam­men­stoß mit einem selt­sa­men Licht­blitz hat. Bil­lies Auto hat dar­auf­hin eine Del­le und am Schei­ben­wi­scher hängt ein Stück Stoff. Mys­te­riö­ser­wei­se hat ihr attrak­ti­ver, unnah­ba­rer Mit­schü­ler Ash am sel­ben Tag eine fri­sche Wun­de am Knie und sein zer­ris­se­ner Man­tel­stoff stimmt genau mit dem Fet­zen über­ein. Bil­lie ver­sucht hin­ter sein Geheim­nis zu kom­men und stößt auf etwas völ­lig Uner­war­te­tes… Unter­halt­sam und mit teils schön fet­zi­gen Dia­lo­gen. Erin­nert zu Beginn fast ein wenig an “Twi­light”;-) Kommt aber erst all­mäh­lich in Fahrt. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und für inter­es­sier­te Erwachsene.

Die 17-jäh­ri­ge Bil­lie muss schon wie­der umzie­hen. In sie­ben Bun­des­staa­ten hat sie bereits gewohnt. Nun wur­de ihr Vater, der als Astro­phy­si­ker arbei­tet, von Texas nach Kali­for­ni­en ver­setzt. In ein ver­schla­fe­nes Nest namens Amber Lake. “Er such­te sich schließ­lich nicht aus, wohin er ver­setzt wur­de. Aber aus­ge­rech­net hier­hin? In ein 11000-See­len Städt­chen mit dem furch­bar nied­li­chen Namen Amber Lakedas auf hal­ber Stre­cke zwi­schen dem Yose­mi­te und Kings Can­yon Park lag und somit womög­lich den schlech­tes­ten Inter­net­emp­fang in ganz Kali­for­ni­en besaß?” (Zitat aus “Nacht­schwarz” S.9) Bil­lie möch­te ihre Kis­ten am liebs­ten gar nicht aus­pa­cken. Sie hasst esWeiterlesen!

Alexander Kielland Krag — Nur ein bisschen Angst

17.September 2023

Nur ein wenig Angst” ist der ers­te Roman des nor­we­gi­schen Autoren Alex­an­der Kiel­land Krag, der ins Deut­sche über­setzt wur­de, tat­säch­lich aber schon sein zwei­tes Buch. Das ers­te namens “Det­te blir mel­lom oss” gilt als ers­ter Insta­gram-Roman. Für das aktu­el­le wur­de er — der übri­gens der Uren­kel des in Nor­we­gen bekann­ten Schrift­stel­lers Alex­an­der Kiel­land ist — mit dem “Upri­sen”-Preis aus­ge­zeich­net und war für einen wei­te­ren Jugend­buch­preis nomi­niert. Er erzählt die Geschich­te eines Jun­gen, der uner­war­tet eine Panik­at­ta­cke hat und zuerst gar nicht ver­steht, was mit ihm los ist. Wäh­rend er ver­sucht, sei­ne Situa­ti­on vor sei­nem Umfeld zu ver­ber­gen, eska­liert die Situa­ti­on mehr und mehr. Es ist eben nicht “Nur ein wenig Angst”. Ein unglaub­lich ein­dring­li­ches, sprach­lich meis­ter­haft erzähl­tes Buch, das in kur­zen Abschnit­ten geschrie­ben ist und mit einer Bild­ge­wal­tig­keit daher­kommt, die immer wie­der von Neu­em über­rascht. Ein bemer­kens­wer­tes Por­trät eines Jugend­li­chen, des­sen Leben aus den Fugen gerät und zugleich ein Plä­doy­er dafür, zu sich selbst zu ste­hen und über schwie­ri­ge The­men offen zu spre­chen und sich für Schwä­chen nicht zu schä­men. Ide­al auch als Klas­sen­lek­tü­re oder für eine Buch­vor­stel­lung — nicht nur um sich mit men­ta­ler Gesund­heit inten­siv aus­ein­an­der­zu­set­zen, son­dern auch weil es mit 216 Sei­ten rei­nem Erzähl­text ein rela­tiv kurz­wei­li­ger Roman ist, der sich sehr mit­rei­ßend und flüs­sig lesen lässt. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und für inter­es­sier­te Erwachsene.

Der 17-jäh­ri­ge Cor­ne­li­us, der von sei­nen Freun­den nur C genannt wird, hängt bei sei­nen Kum­pels ab. Sie trin­ken, fei­ern. Als es auf ein­mal pas­siert: “Es kommt plötz­lich, wie ein Wet­ter­um­schwung. Zuerst ist alles wie nor­mal. Es ist ein Sams­tag­abend Mit­te Febru­ar. Ich sit­ze zwi­schen Aksel und Oli­ver auf einem Sofa […]  Und doch scheint es, als ob sich in die­ser kur­zen Pau­se der Wind in mei­nem Kör­per dreht. Mich über­kommt eine aku­te, hef­ti­ge Übel­keit.” (Zitat S.5 aus “Nur ein wenig Angst”). Sei­ne Hand zit­tert, er fängt an zu schwit­zen. Cor­ne­li­us flüch­tet nach drau­ßen, obwohl esWeiterlesen!

Kyrie McCauley — Ihr sollt (nicht) schweigen

12.September 2023

Ihr sollt (nicht) schwei­gen” ist der zwei­te Roman der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Kyrie McCau­ley, die für ihr Debüt “Your are (not) safe here” sogar für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis nomi­niert wur­de. Hand­lungs­ort ist eine Klein­stadt, in der ein Mäd­chen namens Cas­sie erschos­sen wur­de, und zwar von ihrem Exfreund Nicho­las, der sich anschlie­ßend selbst getö­tet hat. Wäh­rend das Ereig­nis zuneh­mend roman­ti­siert wird und kei­ne groß­ar­ti­gen Fol­gen hat, obwohl Nicho­las der Sohn des orts­an­säs­si­gen Waf­fen­fa­bri­kan­ten war, beschlie­ßen Cas­sies bes­te Freun­din­nen stell­ver­tre­tend Rache zu neh­men und spray­en ille­gal und heim­lich immer wie­der Wand­bil­der an den unter­schied­li­chen Stel­len in der Klein­stadt. Um auf Cas­sie Geschich­te auf­merk­sam zu machen. Doch die Waf­fen­lob­by, allen vor­an Nicho­las Vater, will die Sache am liebs­ten unter den Tisch keh­ren… Ein auf beson­de­re Art und Wei­se erzähl­ter Roman, nicht nur über Waf­fen­ge­walt, son­dern auch über Gewalt an Frau­en. Über Freund­schaft, Zusam­men­halt und die Suche nach der Wahr­heit. Eine Geschich­te, mit der man sich aus­ein­an­der set­zen muss. Ein wich­ti­ges, auf­rüt­teln­des, lite­ra­ri­sches und gut erzähl­tes Buch, das für mich zwar nicht ganz an den Vor­gän­ger­ti­tel her­an­reicht, aber trotz­dem sehr lesens­wert ist. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und vor allem Erwachsene.

Die 17-jäh­ri­ge Cas­san­dra Queen wur­de erschos­sen. Von ihrem Exfreund Nicho­las. Er kam mit einer Waf­fe in die Schu­le, “schoss auf Cas­sie, eine Mit­schü­le­rin und sich selbst. Die Mit­schü­le­rin über­leb­te. Nico und Cas­sie star­ben noch vor Ort. Man könn­te argu­men­tie­ren, dass der klei­ne Ort Bell eine Hoch­burg der Waf­fen­be­für­wor­ter im Land ist, weil dort seit 1824 die Fir­ma Bell Fire­arms ihren Stamm­sitz hat und die Stadt förm­lich um die Fir­ma her­um ent­stand. Vier­zig Pro­zent aller Jobs hän­gen bis heu­te noch an der Fir­ma Bell. Und Nico Bell soll­te das Gan­ze von sei­nem Vater, Ste­ven Bell, irgend­wann über­neh­men.” (Zitat aus “Du sollst (nicht) schwei­gen” S.36) Der Tod von Cas­sie wird ver­harm­lost, sogar… Weiterlesen!

Julia Dessalles — Herzklangstille

8.September 2023

Herz­klangstil­le” ist ein Roman der deut­schen Autorin Julia Dess­al­les. Eine Geschich­te über ein Mäd­chen, das nach dem Tod ihrer Mut­ter von ihrem Vater eine Tele­fon­zel­le im Gar­ten auf­ge­baut bekommt, die es dazu nutzt, um sich mit ihrer Mut­ter zu unter­hal­ten. Natür­lich ant­wor­tet ihre Mut­ter nie. Aber June kann ihr alles erzäh­len, was sie bedrückt. Doch als sie Jah­re spä­ter ihren Lie­bes­kum­mer in der Tele­fon­zel­le teilt, ant­wor­tet ihr plötz­lich die Stim­me eines Jun­gen, der sich Lucas nennt. Dabei kann das tech­nisch doch eigent­lich gar nicht mög­lich sein? Und war­um ver­hält sich die­se ande­re Jun­ge in der Schu­le, dem June nichts getan hat, so feind­se­lig ihr gegen­über? Bald fin­det June mehr über die bei­den her­aus… Ein fas­zi­nie­rend erzähl­tes Buch mit beson­de­ren Cha­rak­te­ren, jeder Men­ge Roman­tik und tief­grün­di­gen The­men wie Trau­er­ver­ar­bei­tung und einem traum­haf­ten Cover samt Farb­schnitt (in der Erst­auf­la­ge). Für die Leser*innen von “Bleib bei mir, Sam”. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

June ist eine Außen­sei­te­rin. Die Leh­rer inter­es­sie­ren sich zu sehr für sie und wol­len wis­sen, wie es ihr geht. Die Mitschüler*innen zu wenig. Sie lebt außer­halb auf dem Land in einem Cot­ta­ge­ähn­li­chen Haus mit ihrem Vater. Ihre Mut­ter ist seit lan­ger Zeit ver­stor­ben. Um ihre eine Mög­lich­keit zu bie­ten, den­noch wei­ter­hin mit ihr zu spre­chen, hat Junes Vater eine Tele­fon­zel­le im ver­wil­der­ten Gar­ten errich­tet. Wäh­rend June frü­her fast täglichWeiterlesen!

Karen M. McManus — One of us is back

3.September 2023

Die ame­ri­ka­ni­sche Best­sel­ler­au­torin Karen M. McMa­nus hat ihre Erfolgs­rei­he nun been­det: “One of us is back” ist der letz­te Teil der “One of us is lying”-Rei­he. Der krö­nen­de Abschluss ent­führt erneut in die (fik­ti­ve) Klein­stadt Bay­view und lässt eini­ge der Cha­rak­te­re aus den ers­ten bei­den Bän­den agie­ren. Eine mys­te­riö­se Wer­be­ta­fel, die ein neu­es Spiel ver­spricht; ein ver­meint­lich hin­ter Git­tern Ver­ur­teil­ter, der auf­grund eines Ver­fah­ren­feh­lers frei­ge­las­sen wird und Jugend­li­che, die plötz­lich ver­schwin­den, sind die Zuta­ten die­ses Thril­lers. Unter­halt­sam geschrie­ben, aber lei­der nicht so mit­rei­ßend und span­nend wie die bei­den Vor­gän­ger. Scha­de, für den Abschluss hät­te ich mir etwas mehr gewünscht! Trotz­dem natür­lich ein Must-Read für alle Fans der Rei­he (mit so eini­gen neu­en Infos). Aber unbe­dingt die bei­den Vor­gän­ger­bän­de vor­her lesen. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Bay­view. Es sind Som­mer­fe­ri­en. Bro­nywn und Coo­per keh­ren zurück. Nate und Addy sind noch immer vor Ort. Letz­te­re hat neue Freun­de gefun­den und will in Kür­ze mit ihrer Schwes­ter Mae­ve nach Peru rei­sen, um an einer Grund­schu­le Eng­lisch zu unter­rich­ten, ehe sie sich an ihre Col­lege-Bewer­bun­gen set­zen möch­te. Die Bay­view Four scheint wie­der ver­eint zu sein und die Grup­pe hat sich mittlerweileWeiterlesen!

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