Monatliches Archiv: Oktober 2020

Carolin Wahl — Zwei Leben in einer Nacht

Kasimira16.Oktober 2020

Zwei Leben in einer Nacht” ist bereits das drit­te Jugend­buch der deut­schen Autorin Caro­lin Wahl. Eine Geschich­te über zwei jun­ge Men­schen, die sich bei­de das Leben neh­men wol­len und über ein Inter­net­fo­rum an einer Chal­len­ge teil­neh­men, die nach fünf zu erle­di­gen­den Auf­ga­ben mit dem Tod enden soll. Ein Roman über Ver­zweif­lung und Todes­sehn­sucht, über eine zar­te Annä­he­rung, über Schick­sals­schlä­ge und Hoff­nung, dass das Leben wei­ter­geht. Ein sprach­lich sehr schön erzähl­tes Buch. Unglaub­lich bewe­gend und berüh­rend geschrie­ben. Auf­grund von immer wie­der auf­tau­chen­den “Blue Wha­le Chal­len­ges” im Inter­net und auf sozia­len Netz­wer­ken — lei­der höchst aktu­ell. Aber ACHTUNG: kei­ne leich­te Kost! Für rei­fe Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Sie tref­fen sich an den Bahn­glei­sen. Cas­par und Sam. Cas­par dach­te, dass Sam der Name eines Jun­gen sei und ist über­rascht, dass Sam ein Mäd­chen ist. Sam, das Mäd­chen mit den blau­en Haa­ren, kennt sei­nen rich­ti­gen Namen nicht, Cas­par hat sich online nur Cyber genannt. “Mein ech­ter Name. Glaubst du wirk­lich, es spielt eine Rol­le, dass du ihn nicht kennst? Am Ende der Nacht sind wir bei­de sowie­so tot.” (Zitat aus “Zwei Leben in einer Nacht” S.15) Denn nur des­we­gen sind sie hier. Um am Ende zu ster­ben. Sie haben sich bei­de in einem Inter­net­fo­rumWeiterlesen!

Allan Stratton — Zoe, Grace und der Weg zurück nach Hause

Kasimira8.Oktober 2020

Zoe, Grace und der Weg zurück nach Hau­se” ist der neu­es­te Roman des kana­di­schen Autoren All­an Strat­ton. Eine Geschich­te, die eine Groß­mutter in den Mit­tel­punkt stellt, deren Enke­lin sich nicht damit abfin­den will, dass ihre gelieb­te Bezugs­per­son wegen Demenz in ein Alters­heim abge­scho­ben wird und kur­zer­hand mit ihr die Flucht ergreift. Ein Road­mo­vie, eine Fami­li­en­ge­schich­te mit außer­ge­wöhn­li­chen Cha­rak­te­ren — berüh­rend und unter­halt­sam erzählt. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Ihre Groß­mutter ist alles für die jun­ge Zoe. Jeden Tag besucht sie sie zu Hau­se. Und sonn­tags kommt Gran­ny immer zum Essen zu ihnen. Doch die­ses Mal erwar­ten ihre Eltern, die in ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen woh­nen, Besuch von Tan­te Jess und Onkel Chad, die in der bes­se­ren Wohn­ge­gend leben und deren Toch­ter Madi, die Zoes Cou­si­ne ist, schon mal eine Mar­ken­jeans tra­gen kann. Zoes Eltern wol­len sie um einen Kre­dit bit­ten, um den Fri­seur­sa­lon, der sich momen­tan aus Platz­grün­den im Wohn­zim­mer der Fami­lie befin­det, an einen ande­ren Ort zu ver­le­gen. “Der Abend heu­te wird grau­sam. Wenn Gran­ny hier wäre, wür­deWeiterlesen!

Eileen Merriman — Missing Sophie

Kasimira3.Oktober 2020

Mis­sing Sophie” ist ein Thril­ler der neu­see­län­di­schen Autorin Eile­en Merri­man. Eine Geschich­te über Freund­schaft, Geheim­nis­se und ein ver­schwun­de­nes Mäd­chen. Auf eine beson­de­re Art und Wei­se erzählt: näm­lich rück­wärts! Unter­halt­sam und span­nend und mit einem raf­fi­nier­ten Ende. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Als sie neun Jah­re alt waren und die Grund­schu­le besuch­ten, lern­ten sie ein­an­der ken­nen. Und beschlos­sen, da sie alle drei den glei­chen Namen tru­gen, fort­an mit­ein­an­der befreun­det zu sein: Sophie Aber­crom­bie — die Schö­ne, Sophie Twiggs — die Sport­li­che (genannt Twig­gy) und Sophie McKen­zie — die Unschein­ba­re (genannt Mac). Doch nun ist Sophie seit 64 Tagen spur­los ver­schwun­den. Das letz­te Mal, als Sophie M. sie gese­hen hat, saß sie bei ihrem Eng­lisch­leh­rer Mr Bacon im Auto und sie küss­ten sich. Das hat sie auch der Poli­zei gesagt. “Aber wer weiß, ob Sophies Ver­schwin­den etwas mit Mr BaconWeiterlesen!

Dirk Pope — Still!

Kasimira2.Oktober 2020

Still!” ist der neue Roman des deut­schen Autoren Dirk Pope, der aktu­ell für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis in der Kate­go­rie “Son­der­preis — Neue Talen­te” nomi­niert wur­de. Sein Vor­gän­ger­werk “Abge­fah­ren” muss­te in die­ser Hin­sicht letz­tes Jahr eben­falls dar­an glau­ben;-) War­um die­se Nomi­nie­run­gen gerecht­fer­tigt sind, das kann ich defi­ni­tiv nach­voll­zie­hen: “Still!” ist ein lite­ra­ri­sches Klein­od, eine Geschich­te her­aus­ra­gen­der erzäh­le­ri­scher Qua­li­tät. Ein Roman über das Anders­sein, über das Schwei­gen und über Freund­schaft. Ein Buch abseits des Main­streams — anders, schräg und vor Klug­heit und Raf­fi­nes­se strah­lend. Lese­tipp! Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Mari­el­la spricht nicht mehr. Seit sich ihre Eltern getrennt haben. Schon frü­her hat sie nie viel gespro­chen, war mehr so der ein­sil­bi­ge Typ. “Mitt­ler­wei­le ist mir selbst eine Sil­be zu viel. Das hat auch mit mei­nen Eltern zu tun. Oder mit dem, was davon übrig geblie­ben ist. Ein letz­ter Rest, mit dem es nichts zu reden gibt. Und längst bin ich der Kno­ten in der Zun­ge, der ers­te und letz­te Buch­sta­be jedes Schwei­ge­ge­lüb­des, die Meis­te­rin des Still­seins, stil­ler als die schwär­zes­te Nacht, als der tiefs­te Oze­an.” (Zitat aus “Still!” S.10) Doch je lau­ter es zu Hau­se auf­grund der Strei­te­rei­en ihrer Eltern wur­de, des­to lei­ser wur­de Mari­el­la, bis sie irgend­wann gar nicht mehr sprach. Nicht zu Hau­se, nicht in der Schu­le. Nir­gend­wo mehr. Jetzt wohnt sie … Weiterlesen!