Antje Babendererde — Isegrim

Antje Babendererde Isegrim18.September 2013

Die deut­sche Auto­rin Ant­je Baben­der­er­de lie­fert für all ihre Fans nun end­lich wie­der neu­en Lese­stoff: “Ise­grim”. Ein Thril­ler über Natur, Mord und eine dörf­li­che Idyl­le, in der nichts so ist, wie es scheint. Die Auto­rin schreibt das ers­te Mal nun nicht über India­ner, — eine The­ma­tik, die ihre ver­gan­ge­nen Roma­ne aus­zeich­ne­te — son­dern kehrt zurück zu ihren deut­schen Wur­zeln, in den Thü­rin­ger Wald. Ein sehr gelun­ge­nes Lese­er­leb­nis! Für Erwach­se­ne und Jugend­li­che ab 14.

Die 16-jäh­ri­ge Jola lebt mit ihren Eltern am Ran­de des Thü­rin­ger Wal­des. In einem win­zi­gen Kaff namens Alten­win­kel, einem Dorf, in dem jeder jeden kennt und nicht gera­de der Bär steppt. Jolas Vater ist Förs­ter und ihre Mut­ter Schrift­stel­le­rin und Angst­pa­ti­en­tin — es gibt Tage, an denen sie das Haus nicht mehr ver­lässt oder alle mit ihren übe­trie­be­ne Sor­gen und Ängs­ten in Bedrän­gis bringt. Des­halb flüch­tet Jola auch ger­ne in “ihren” Wald, den sie kennt wie ihre Wes­ten­ta­sche. Aber in letz­ter Zeit hat sie wie­der­holt das Gefühl, beob­ach­tet zu wer­den. Bis sie auf einen geheim­nis­vol­len Jun­gen mit­ten im Wald trifft, in Beglei­tung eines rie­si­gen Schä­fer­hun­des. Doch — und das rea­li­siert Jola vol­ler Fas­zi­na­ti­on — ist die­ses Tier kein Hund, son­dern ein ech­ter Wolf! Das wird im Dorf für Unmut sor­gen, des­sen ist sich Jola sicher. Und erneut die Ängs­te ihrer Mut­ter schü­ren, die beson­ders her­vor­tra­ten, als vor fünf Jah­ren Jolas bes­te Freun­din Ali­na ver­schwand. Bei einem Dorf­be­woh­ner, der sich dar­auf­hin das Leben nahm, fand man ihr Kleid — blu­tig. Ihre Lei­che wur­de jedoch nie­mals gefun­den. Aber das ist nicht das Ein­zi­ge, das zu den Gescheh­nis­sen ihres Dorfs gehört. Für ein geschicht­li­ches Schul­pro­jekt stößt Jola mit ihrer Freun­din Sas­kia auf den unge­klär­ten Mord eines ame­ri­ka­ni­schen Sol­da­ten zur Zeit des Zwei­ten Welt­krie­ges. Und ihre Nach­for­schun­gen schei­nen man­chen Dorf­be­woh­nern so gar nicht zu gefal­len…

Antje Babendererde IsegrimIse­grim” beein­druckt sogleich durch sein wun­der­schön gestal­te­tes Cover — ein echt Hin­gu­cker! Die Geschich­te selbst wird aus Jolas Per­spek­ti­ve erzählt, bis auf eine inter­es­san­te Aus­nah­me: denn es fügen sich kur­ze Abschnit­te in das Buch ein, die aus der Sicht einer anony­men Per­son, die nichts Gutes im Schil­de zu füh­ren scheint, erzählt wer­den. Deren selt­sa­men Andeu­tun­gen sor­gen für rela­tiv viel Span­nung. Ansons­ten wird “Ise­grim” zunächst in gemäch­li­cher Art erzählt, die Cha­rak­te­re (davon gibt es sehr, sehr vie­le!) wer­den vor­ge­stellt und Jolas All­tag beschrie­ben. Dann nimmt der Thril­ler rich­tig an Fahrt auf und zieht sei­ne Leser gna­den­los in sei­nen Sog: ein fes­seln­des Kalei­do­skop dörf­li­cher Idyl­le und einer Ver­gan­gen­heit, die man­che am liebs­ten unter den Tisch keh­ren möch­ten. Beson­ders die Rück­füh­rung zu geschicht­li­chen Hin­ter­grün­den (Zwei­ter Welt­krieg) macht einen sehr inter­es­sant Aspekt des Buches aus. Ant­je Baben­der­er­de beschreibt auch auf sehr über­zeu­gen­de Wei­se Jolas Aus­flü­ge in die Natur. Die beein­dru­cken­de Schil­de­rung des Wal­des und sei­ner Bewoh­ner lässt die­sen Teil der Geschich­te äußerst rea­lis­tisch und lebens­nah wir­ken. Auch die Lie­be kommt in “Ise­grim” nicht zu kurz. Seit eini­ger Zeit ist Jola mit ihrem bes­ten Freund aus Kind­heits­ta­gen zusam­men und merkt, dass die­se Bezie­hung irgend­wie nicht so ist, wie sie es sein soll­te. Vor allem als sie Olek, den Jun­gen im Wald, begeg­net, muss sie sich ihrer auf­kei­men­den Gefüh­le für die­sen unnah­ba­ren Jun­gen stel­len. Und erken­nen, dass auch er eine Ver­gan­gen­heit hat…Lesealternativen

Dir gefällt die­ses Buch? Dann kannst du natür­lich noch ande­re Bücher von Ant­je Baben­der­er­de lesen. Oder fol­gen­den Thril­ler, der eben­falls in einer dörf­li­chen Idyl­le spielt und in wel­chem auch ein Mäd­chen ver­schwun­den ist: “Schat­ten­grund” von Eli­sa­beth Herr­mann. Rich­tig schön span­nend! Dich fas­zi­niert der Wald? Dann lies doch die sprach­lich her­aus­ra­gen­den Bücher Solan­ge die Nach­ti­gall singt” oder Die Wor­te der wei­ßen Köni­gin” von Anto­nia Michae­lis — in bei­den spielt der Wald eine beson­de­re Rol­le. Sehr fes­selnd und mit dem Hand­lungs­ort Wald ist auch Kiss me, kill me” von Lucy Chris­to­pher.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Arena
ISBN: 978-3-401-06753-7
Erscheinungsdatum: 1.August 2013
Einbandart: Hardcover
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 416
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: - 
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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