Dass die österreichische Bestsellerautorin Ursula Poznanski tatsächlich noch eine weitere Fortsetzung von “Erebos” schreibt, war eine große Überraschung dieses Jahr. Und nun ist er da, der dritte Teil: “Erebos 3”. Nick Dunmore ist wieder zurück und das hochintelligente Spiel Erebos ebenfalls. Taucht eines Tages einfach auf seinem Computer auf. Er soll wieder spielen. Als ob Nick den selben Fehler noch einmal machen würde. Doch Erebos ist erpresserisch und gemein wie eh und je und bald ist Nick in den Fängen des Spiels erneut gefangen. Er soll ein Rätsel lösen. Etwas suchen, von dem er nicht weiß, was es ist. Die Zeichen seien überall. Aber Nick kommt einfach nicht darauf, was Erebos von ihm und den anderen Spielern will… Souverän erzählt, aber nicht ganz so stark wie die ersten beiden Teile. Man tappt lange im Dunkeln — ebenso wie die Hauptfigur — was etwas frustriert. Temporeich und unterhaltsam ja, aber einfach nicht so mitreißend wie die Vorgängertitel. Für Nostalgie-Fans der Reihe — Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene.
Nick Dunmore schlägt sich mehr recht als schlecht durch. Als Fotograf erhält er nicht ganz so viele Aufträge, wie er gerne hätte und sein Kontostand ist alles andere als prickelnd. Wenn es nicht bald besser läuft, muss er sich einen Nebenjob in einem Supermarkt oder als Kellner suchen, was ihn nicht wirklich begeistert. Doch plötzlich wird
nicht nur sein Rucksack geklaut, sondern auch Erebos erweckt auf seinem Computerbildschirm zum Leben. “Willkommen zurück, Sarius.” Ein Scherz, das musste ein Scherz sein. Es kam keinesfalls infrage, dass das Spiel ein drittes Mal sein Leben auf den Kopf stellte.” (Zitat aus “Erebos 3” S.15) Der Bote erscheint ihm im Spiel und fordert ihn dazu auf, erneut zu teilzunehmen. “Es ist nicht mein Leben, um das es geht. Der Satz ploppte in den folgenden Stunden immer wieder in Nicks Gedanken auf, ließ sich aber schnell vertreiben. Diese mysteriöse Andeutung war einfach der letzte Versuch des Boten gewesen, Nick wieder zurück ins Spiel zu manipulieren. Doch diesmal hatte er sich geschnitten.” (Zitat S.23) Nick lehnt ab. Natürlich. Auf keinen Fall wird er sich mehr von Erebos beeinflussen lassen. Aber dann erscheinen auf einmal zahlreiche negative Bewertungen über seine Qualitäten als Fotograf auf Google und Nick erhält immer mehr Absagen. Sogar seine Homepage scheint Erebos gehackt zu haben und verkündet dort, dass er keine Aufträge mehr annimmt, weil er angeblich ausgebucht sei. Kurz bevor in seinem Namen eine äußerst unvorteilhafte E‑Mail abgeschickt wird, gibt er klein bei. “Wenn Carol Hardy diese Nachricht
je zu Gesicht bekam, war Nick erledigt. So viel Arroganz würde sich herumsprechen; niemand würde mehr mit ihm zu tun haben wollen. “Okay”, keuchte er. “Nicht abschicken. Ich spiele mit. Lösche das wieder, bitte.” (Zitat S.27) Und auf einmal verschwinden die negativen Bewertungen wieder, Nick erhält unerwartet sogar neue Aufträge und eine Anzahlung eines Auftraggebers von 1000 Pfund, was seine größten Geldsorgen erst einmal löst. Doch dafür muss er wieder spielen. In der Welt von Erebos neue Mitglieder einer Horde rekrutieren. Sie alle sollen sich auf die Suche nach etwas machen. Zahlreiche Zeichen soll es geben. Aber Nick weiß nicht so recht, was das Spiel von ihm will. Es soll um Leben und Tod gehen? Erst zum Schluss begreift er die Zusammenhänge. Als es schon fast zu spät ist…
Das unheilvolle Schwarz des Covers und der knallig pinke Farbschnitt der Erstauflage (dazu eine eingeprägte Signatur der Autorin auf dem schwarzen Vorsatzblatt) — optisch macht der Band wieder ordentlich was her. Wiedererkennungwert der Reihe auf jeden Fal
l gelungen! Der Thriller startet mit einem geheimnisvollen Prolog, in welchem ein unbekannter Dunkelelf auf den Boten trifft, diesen um etwas bittet und eine nicht gerade beruhigende Antwort erhält. Dann startet der Hauptteil, der durchgehend in personaler Sichtweise aus Nicks Perspektive erzählt wird (beziehungsweise in Erebos mit seinem Spielernamen Sarius). “Was, ganz gegen Nicks Willen, ebenfalls neu erwachte, war ein leichtes Prickeln in seinem Rücken, fast wie Vorfreude. Obwohl er genau wusste, wie rücksichtslos das Spiel mit denen umsprang, die es in seinen Klauen hielt. Wie kaltblütig es Menschenleben riskierte. Aber das Erlebnis, die Welt, in die man eintauchte, das unvergleichliche Gefühl, ein Rätsel gelöst oder einen Kampf gewonnen zu haben — in keinem anderen Spiel hatte Nick das so empfunden wie in diesem.” (Zitat S.17) Erneut wechselt das Buch zwischen Realität und Spiel hin und her. Alte Bekannte tauchen wieder auf, die man aus den Vorgängerbänden vielleicht noch im Kopf hat (es lohnt sich wahrscheinlich die ersten beiden Bände noch einmal vorher zu lesen für ein ungetrübtes Leseerlebnis). Dennoch stellt Ursula Pozsnanski ihre Leser:in
nen sehr auf die Probe. Man braucht wirklich viel Geduld für den Fortlauf der Geschichte. Alles ist sehr rätselhaft und undurchschaubar. Hinweise werden gestreut, von denen man nicht weiß, ob sie Hinweise sind. Man tappt völlig im Dunkeln, ebenso wie die Hauptfigur. Sie soll etwas suchen, weiß aber nicht mal was. Das senkt den Spannungsbogen auch etwas und verläuft teilweise etwas zähflüssig, auch wenn die Handlung an sich schon temporeich erzählt wird. Auch die Rekrutierung der Mitglieder wird sehr ausführlich beschrieben. Im letzten Teil des Buches löst sich dann alles zunehmend auf und endet gut durchdacht.
Dir hat “Erebos 3” gefallen und du kennst auch “Erebos” und “Erebos 2” schon? Dann lies noch Ursula Poznanskis andere Jugendbücher: “Saeculum” (Rollenspiel im Wald, spannend!), “Layers” (Obd
achlosigkeit, virtuelle Realität), “Elanus” (selbstgebaute Drohne, Überwachung, hochbrisant & fesselnd!), “Aquila” (Blackout, nicht ganz so stark) und “Thalamus” (abgelegene Klinik, herausragend!). Außerdem hat sie die dystopische “Eleria”-Trilogie geschrieben: “Die Verraten” (Band 1, gelungen), “Die Verschworenen” (Band 2) und “Die Vernichteten” (Band 3). Dann gibt es von ihr noch “Cryptos” (faszinierend und äußerst spannend!), “Shelter” (temporeich!), “Oracle” (beste Unterhaltung! Highlight!) und “Scandor” (unterhaltsam). Die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt verschwimmen auch bei “Der letzte Player” von Chris Bradford und der “Cronos Cube”-Reihe von Thekla Kraußeneck. Äußerst spannend fand ich zudem “God Game” von Søren Jessen und “Nerve: Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen” von Jeanne Ryan. Gut könnte ich mir außerdem “Run” von Mara Lang, “Dead.end.com” von Alice Gabathuler und “Darkword: Der geheime Code” von Tobias Rafael Junge vorstellen.
Bibliografische Angaben:Verlag: Loewe ISBN: 978-3-7432-1660-0 Erscheinungsdatum: 14.August 2025 Einbandart: Hardcover Ausstattung: Erstauflage mit Farbschnitt Preis: 22,00€ Seitenzahl: 448
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(4 von 5 möglichen Punkten)

Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7432-1660-0
Erscheinungsdatum: 14.August 2025
Einbandart: Hardcover
Ausstattung: Erstauflage mit Farbschnitt
Preis: 22,00€
Seitenzahl: 448
