Ursula Poznanski — Aquila

Ursula Poznanski - Aquila17.August 2017

Die öster­rei­chi­sche Best­sel­ler­au­to­rin Ursu­la Pozn­an­ski legt mit “Aqui­la” end­lich wie­der neu­en Lese­stoff vor! Ihr Thril­ler ent­führt in eine der schöns­ten Städ­te Ita­li­ens — nach Sie­na. Eine Geschich­te über ein merk­wür­di­ges Black­out, die Suche nach der Wahr­heit und einen mys­te­riö­sen Todes­fall. Tem­po­reich und span­nend erzählt. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Die 19-jäh­ri­ge Nika stu­diert schon seit eini­gen Mona­ten in Sie­na. Ein Aus­lands­se­mes­ter in Kunst­ge­schich­te. Auch wenn sie das Stu­di­um nicht mit der größ­ten Begeis­te­rung führt, weil sie noch nicht wirk­lich weiß, was sie mit ihrem Leben anfan­gen will. Dafür geht sie mit ihrer Mit­be­woh­ne­rin Jen­ny — eben­falls einer Deut­schen — des Öfte­ren auf Par­tys. Doch als sie an einem Mor­gen nach einer ver­gan­ge­nen Fei­er erwacht, muss sie fest­stel­len, dass dies­mal irgend­et­was anders ist. Sie hat einen lan­gen Krat­zer im Gesicht, der bereits blut­ver­krus­tet ist. Und sie kann sich nicht erin­nern, wie sie zu die­sem gekom­men ist. Über­haupt kann sie sich an das Ende der Par­ty gar nicht mehr erin­nern. Was hat­ten sie nach dem Pub-Besuch gemacht? “Hat­ten sie sich für ein Lokal ent­schie­den? Waren sie dort gewe­sen? Nika hat­te kei­ne Ahnung mehr, das wUrsula Poznanski - Aquilaar ein­fach nicht zu fas­sen. So viel konn­te sie unmög­lich getrun­ken haben, sie war ohne­hin immer vor­sich­tig, sie wuss­te schließ­lich genau, was Alko­hol anrich­ten konn­te.” (Zitat aus “Aqui­la” S.7). Doch noch viel schlim­mer ist, dass nicht Sonn­tag ist, wie Nika erwar­tet, son­dern bereits Diens­tag. Sie hat zwei gan­ze Tage ihres Lebens ver­lo­ren, an die sie kei­ner­lei Erin­ne­rung mehr hat! Und wo ist eigent­lich ihr Han­dy? War­um ist die Woh­nungs­tü­re abge­schlos­sen? Wo sind ihr Schlüs­sel­bund und ihr Rei­se­pass? Wo steckt Jen­ny über­haupt? Und war­um steht auf ihrem Spie­gel in Zahn­pas­ta geschrie­ben: “Letz­te Chan­ce”? Ein Wett­lauf gegen die Zeit beginnt, denn bald wird Nika des Mor­des ver­däch­tigt…

Das Cover von “Aqui­la” ist wirk­lich ein Hin­gu­cker gewor­den! Glän­zend und gleich­zei­tig düs­ter und bedroh­lich wir­kend. Der Roman ist wie­der recht umfang­reich gewor­den — ganz typisch für Ursu­la Pozn­an­ski und bie­tet mit 432 Sei­ten jede Men­ge Lese­fut­ter für die Fans. Erzählt wird die Geschich­te Ursula Poznanski - Aquilain der per­so­na­len Erzähl­per­spek­ti­ve aus Nikas Sicht. Das Buch liest sich wie eine Spu­ren­su­che, denn das Mäd­chen fin­det einen Zet­tel mit wir­ren, schein­bar ver­schlüs­sel­ten Infor­ma­tio­nen in ihrer Hosen­ta­sche. In ihrer Hand­schrift. Und sie ver­sucht die­se ein­zel­nen Sät­ze nach und nach zu ent­wir­ren. Das liest sich sehr ereig­nis­reich, denn eigent­lich pas­siert in “Aqui­la” STÄNDIG irgend­et­was. Den­noch muss ich geste­hen, dass mich — trotz flüs­si­gem Erzähl­stil und locke­rer Spra­che — das Buch (inhalt­lich gese­hen) erst so ab der Mit­te rich­tig packen konn­te. Auch das Ende war mir lei­der in man­chen Din­gen etwas zu abstrus und kon­stru­iert. Für Ita­li­en­fans ist der Roman sehr gut geeig­net, man fin­det jene Men­ge Lokal­ko­lo­rit und zum Teil auch wört­li­che Rede in ita­lie­ni­scher Spra­che dar­in.

Inter­es­sant fand ich, dass “Aqui­la” zwar der Name eines der Stadt­be­zir­ke Sienas ist, aber gleich­zei­tig auch eine Greif­vo­gel­art. Eben­so wie bei ihrem Vor­gän­ger­ti­tel “Ela­nus”. Der Wie­der­ken­nungs­wert der kur­zen Titel bleibt auf jeden Fall bestehen. Nur beim Preis wur­de noch mal ordent­lich ange­zo­gen. Wäh­rend die letz­ten Bro­schur­aus­ga­ben noch bei 14,95€ lagen, kos­tet das aktu­el­le Buch nun bereits 16,95€.

Wenn dir “Aqui­la” gefal­len hat, dann kannst du auch noch die ande­ren Thril­ler von Ursu­la Pozn­an­ski lesen, hier chro­no­lo­gisch nach Erschei­nungs­da­tum: “Ere­bos” (aus­ge­zeich­net mit dem Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis 2011), “Sae­cu­lum” (Rol­leLesealternativennspiel im Wald) und “Lay­ers” (Obdach­lo­sig­keit, vir­tu­el­le Rea­li­tät) und “Ela­nus” (selbst­ge­bau­te Droh­ne, Über­wa­chung). Außer­dem hat sie die dys­to­pi­sche “Ele­ria”-Tri­lo­gie geschrie­ben: “Die Ver­ra­ten” (Band 1), Die Ver­schwo­re­nen” (Band 2) und “Die Ver­nich­te­ten” (Band 3). Eine sehr gute inhalt­li­che Lese­al­ter­na­ti­ve zu “Aqui­la” ist “Die längs­te Nacht” von Isa­bel Abe­didas eben­falls in einer klei­nen ita­lie­ni­schen Stadt spielt und ein Mäd­chen in die längst ver­ges­se­nen Erin­ne­run­gen ihrer Ver­gan­gen­heit abtau­chen lässt. Sehr pas­send ist auch “Dreh dich nicht um” von Jen­ni­fer Arment­rout. Hier hat die Prot­ago­nis­tin gan­ze 4 Tage ihrer Erin­ne­rung ver­lo­ren und ihre Freun­din ist eben­falls ver­schwun­den. Gedächt­nis­ver­lust im Jugend­buch, das gibt es sehr häu­fig. Zwei Neu­erschei­nun­gen hier­zu sind Die Wahr­heit kennst nur du” von Eile­en Cook (toll!) und “Solan­ge wir lügen” von E.Lockhart (abso­lu­ter Lese­tipp!). Älte­re Emp­feh­lun­gen fin­dest du in dem Blog­bei­trag “Das The­ma “Gedächt­nis­ver­lust” in der Jugend­li­te­ra­tur”Eine gute Lese­al­ter­na­ti­ve zu Ursu­la Pozn­an­ski ist auch die nie­der­län­di­sche Auto­rin Mir­jam Mous, die über sehr vie­le bri­san­te, span­nen­de The­men schreibt. Ihr neus­tes Buch ist zum Bei­spiel “Last Exit: Das Spiel fängt gera­de erst an”.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-8613-6
Erscheinungsdatum: 14.August 2017
Einbandart: Broschur
Preis: 16,95€ 
Seitenzahl: 432 
Übersetzer: -
Originaltitel: - 
Originalverlag: -
Originalcover: -

Die Anlieferung im Loewe Verlag:

Kasimiras Bewertung:

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(3,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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