Tracy Wolff — Crave

20.September 2021

Cra­ve” von der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Tra­cy Wolff ist der ers­te Band einer geplan­ten, fünf­tei­li­gen Vam­pir­sa­ga. Der Hype um die­ses Buch hat sei­nen Ursprung zwei­fels­oh­ne in der nun schon vor 15 Jah­ren erschie­nen ers­ten Teil der “Bis(s)”-Rei­he von Ste­phe­nie Mey­er, die die­ses Gen­re der Vam­pir-Roman­ta­sy wie kei­ne ande­re geprägt hat. “Cra­ve” ist der per­fek­te Lese­stoff für die nächs­te Genera­ti­on. Ein weit abge­le­ge­nes Inter­nat in den Tie­fen Alas­kas, eine unheil­vol­le Gefahr, die dort lau­ert und ein Mäd­chen, das ihr altes Leben hin­ter sich las­sen muss­te, um dort neu anzu­fan­gen und auf einen Jun­gen trifft, von dem eine gefähr­li­che, aber ganz beson­de­re Anzie­hung aus­geht. Das sind die Zuta­ten die­ses gewal­ti­gen 688-star­ken Schmö­kers. Roman­tisch, mit­rei­ßend und mit einer schö­nen Iro­nie erzählt. Uni­ver­sal Stu­di­os hat sich bereits die Rech­te zur Ver­fil­mung gesi­chert. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Nach dem Unfall­tod ihrer Eltern muss die 17-jäh­ri­ge Grace ihr kom­plet­tes Leben hin­ter sich las­sen und von San Die­go ins kal­te Alas­ka zie­hen. Dort darf sie nun auf das Inter­nat ihres Onkels gehen, der mit sei­ner Toch­ter Macy zu Grace’ ein­zi­gen, ver­blie­be­nen Ver­wand­ten zählt. Die Aka­de­mie gleicht einem Schloss, umge­ben von einer hohen Stein­mau­er und befin­det sich weit abge­le­gen im KasimiraHin­ter­land. “In den ver­gan­ge­nen Wochen habe ich im Netz immer mal wie­der nach der Kat­me­re Aca­de­my gesucht, weil ich mir ein Bild mei­ner zukünf­ti­gen Schu­le machen woll­te, konn­te aber nir­gends auch nur den kleins­ten Hin­weis dar­auf ent­de­cken. Anschei­nend ist die Schu­le so eli­tär, dass noch nicht mal Goog­le sie kennt.” (Zitat aus “Cra­ve” S.20) Schon bei ihrem Ein­treffen bemerkt Grace, dass sie jemand vom Fens­ter aus beob­ach­tet und trifft bald dar­auf auf den attrak­ti­ven Jaxon: “Er hat etwas Abgrün­di­ges und Unge­zähm­tes an sich und strahlt mit jeder Pore Gefahr aus.” (Zitat S.31) Er macht kei­nen Hehl dar­aus, dass sie in die­sem Inter­nat nicht will­kom­men ist und glaubt, dass sie es hier kei­ne paar Stun­den aus­hal­ten wird. “Zum Aus­gang geht es da ent­lang.” Damit hat er mich kalt erwischt. “Ach? Und was soll mir das sagen? Dass ich die Tür schnell­mög­lich von außen schlie­ßen soll, oder was?” “Das kannst du machen, wie du willst”, ant­wor­tet er ach­sel­zu­ckend. “Haupt­sa­che, du bleibst nicKasimiraht hier. Ich habe dei­nen Onkel gewarnt, dass du an unse­rer Schu­le nicht sicher bist, aber wie es scheint, liegt ihm nicht beson­ders viel an dir.(Zitat S.34) Doch Grace hat kei­ne ande­re Wahl. Ihre Eltern sind tot. Das gemein­sa­me Haus wur­de ver­kauft. Ihr neu­es Zuhau­se ist nun das Inter­nat. Und das Zim­mer wird sie sich mit ihrer Cou­si­ne tei­len. “Kommt jetzt etwa der Teil der Geschich­te, wo du mir von den wil­den Bes­ti­en erzählst, die mir in der Wild­nis Alas­kas auf­lau­ern?” “Nein, das ist der Teil der Geschich­te, in der ich dir die wil­den Bes­ti­en zei­ge, die hier im Schloss auf dich lau­ern.” (Zitat S.36) Als sie nachts nicht schla­fen kann und im Inter­nat auf Ent­de­ckungs­tour geht, begeg­net sie zwei Schü­lern, die Grace doch tat­säch­lich ohne Jacke in der eis­kal­ten Nacht vor den Türen des Gebäu­des aus­set­zen wol­len. Aus­ge­rech­net Jaxon kommt ihr hier­bei zur Hil­fe. “Mach dich so unsicht­bar wieKasimira mög­lich. Schau hier nichts und nie­man­den län­ger als nötig an.” Er beugt sich zu mir vor und senkt die Stim­me zu einem bedroh­li­chen Rau­nen: “Und vor allem: Bleib immer und zu jeder Zeit wach­sam.” (Zitat S.42) Was geht in dem Inter­nat wirk­lich vor sich und vor was warnt er sie? Bald stößt Grace auf ein unglaub­li­ches Geheimnis…

Der knal­lig rote Buch­schnitt (ACHTUNG: nur bei der ers­ten, limi­tier­ten Auf­la­ge) und das tief­schwar­ze, blu­ti­ge Cover machen ordent­lich was her, pas­sen her­vor­ra­gend und spie­len natür­lich auf das Design der “Bis(s)” Rei­he an, die zwi­schen­zeit­lich ein ähn­li­ches Cover hat­ten (Aus­ga­ben bei Piper oder bei “Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne”). Selbst das Schrift­bild ist gleich gehal­ten. Die Geschich­te, die durch­ge­hend aus der Ich-Per­spek­ti­ve der weib­li­chen Prot­ago­nis­tin erzählt wird, nimmt einen gleich geKasimirafan­gen. Äußerst fas­zi­nie­rend sind vor allem die Über­schrif­ten, die sehr erfri­schend daher­kom­men, wie zum Bei­spiel: “Lan­den ist auch nur abstür­zen und hof­fen, dass man irgend­wie über­lebt” (S.9) oder “Nur weil du in einem Turm lebst, bist du noch lan­ge kein Prinz” (S.19) oder “Nein ich möch­te jetzt kei­nen Schnee­mann bau­en. Echt nicht” (Zitat S.61) Und auch wenn es gleich zu Beginn etwas zum Schmach­ten gibt und die Roman­tik nicht zu kurz kommt - Mich ärgert, dass er es schafft, mir Angst ein­zu­ja­gen und gleich­zei­tig durch sei­ne Nähe Gefüh­le in mir aus­zu­lö­sen, die ich einem sol­chen Arsch gegen­über auf kei­nen Fall emp­fin­den soll­te. Aber am aller­meis­ten ärgert mich sein Blick, mit dem er mir zu ver­ste­hen gibt, dass er ganz genau weiß, was in mir vor­geht.” (Zitat S.37) — so schafft es die Autorin inter­es­san­ter­wei­se mit eini­gen Kli­schees zu spie­len: “Wann habe ich mich bit­te in die Prot­ago­nis­tin eKasimiraines däm­li­chen Young-Adult-Romans ver­wan­delt? In das Kli­schee des Mäd­chens, das neu an eine Schu­le kommt und sich von der ers­ten Sekun­de an in den hei­ßes­ten, uner­reich­bars­ten Bad Boy ver­liebt? Kotz, würg und nein. Die Rol­le wer­de ich in die­ser Geschich­te hier garan­tiert nicht über­neh­men.” (Zitat S.32) Sogar Anspie­lun­gen auf Vam­pir­se­ri­en “Lega­ci­es” und “Twi­light” wer­den gemacht. Was mir aber vor allem sehr gut gefal­len hat, ist die herr­li­che Iro­nie, mit der Tra­cy Wolff schreibt: “Wird schon schief­ge­hen!”, ruft Phil­ip. Defi­ni­tiv einer der Top-Five-Sprü­che, die man wäh­rend des Lan­de­an­flugs nicht von sei­nem Pilo­ten hören möch­te. […] Die Zäh­ne schmerz­haft in die Unter­lip­pe ver­gra­ben, knei­fe ich wei­ter fest die Augen zu. Wenn das jetzt mein Ende ist, muss ich es nicht auch noch kom­men sehen.” (Zitat S.10) und “Per­fekt. Die reins­te Bil­der­buch­lan­dung.” Klar. Aus einem Bil­der­buch mit Hor­ror­ge­schich­ten viel­leicht. Kopf­über von hin­ten nach vorn gele­sen.” (Zitat S.11) Ein biss­chen kit­schig ist es maKasimiranch­mal dann doch, aber das darf bei die­sem Buch auch irgend­wie sein. Gegen Ende wird es stel­len­wei­se über­ra­schend bru­tal, daher die Alters­emp­feh­lung wirk­lich erst ab 14 Jah­ren. Man­che Din­ge wer­den mir am Schluss noch etwas unzu­rei­chend auf­ge­klärt, obwohl eini­ges an Zeit bereits ver­gan­gen ist. Auf wirk­li­che Ant­wor­ten wird man dann wohl erst in den Fort­set­zun­gen sto­ßen. “Cra­ve” endet mit ein paar Kapi­teln, die eini­ge ein­schnei­den­de Erleb­nis­se aus dem Roman aus Jaxons Sicht noch ein­mal nacherzählen.

Dir gefällt die “Kat­me­re Aca­de­my”-Rei­he? Dann lies unbe­dingt die Fort­set­zun­gen: Im Früh­jahr 2022 geht es mit “Crush” wei­ter und im Herbst 2022 mit “Covet”. Danach fol­gen noch “Court” und “Charm”. Ande­re, älte­re, auf Deutsch über­setz­te Roma­ne (für Erwach­se­ne) der Autorin sind (chro­no­lo­gisch nach ErschLesealternativeneinungs­da­tum): “Kei­ne Ent­schul­di­gun­gen (2012), “Rui­ned: Vor­bo­te­nes Ver­lan­gen” und “Addic­ted: Bren­nen­de Sehn­sucht” (bei­de 2017) und “Dark Roy­al: Unwi­der­steh­lich” und “Dark Roy­al: Unbe­rühr­bar” (bei­de 2018). Du liebst Vam­pir­bü­cher? Auf jeden Fall lesen soll­tet du natür­lich die “Twi­light”-Bücher von Ste­phe­nie Mey­er: Biss zum Mor­gen­grau­en” (Band 1), “Biss zur Mit­tags­stun­de” (Band 2), “Biss zum Abend­rot” (Band 3) und “Biss zum Ende der Nacht” (Band 4). Eine Zusatz­ge­schich­te ist “Biss zum ers­ten Son­nen­strahl”, das die Lebens­ge­schich­te der Vam­pi­rin Bree Tan­ner erzählt. Und letz­tes Jahr erschien “Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne”, das den ers­ten Teil aus Edwards Sicht beschreibt. Außer­dem gab es zum zehn­jäh­ri­gen Jubi­lä­um noch ein Wen­de­buch: “Biss zum Morgengrauen/“Biss in alle Ewig­keit” In letz­te­rem wur­den die Cha­rak­te­re ver­tauscht: Ein Jun­ge namens Beau­fort Swan trifft auf eine Vam­pi­rin namens Edy­the Cul­len. Zusätz­lich gibt es ein Hand­buch “Die Welt von Bel­la und Edward — Das Biss-Hand­buch”. Oder greif zur “Vam­pi­re Dia­ries”-Rei­he von Lisa Jane Smith. Eine Neu­erschei­nung, die zwar nichts mit Vam­pi­ren zu tun hat, aber eben­falls in einem Inter­nat spielt und ein Mäd­chen in den Mit­tel­punkt setzt, die getö­tet wer­den soll, ist die zwei­bän­di­ge, super span­nen­de Rei­he von Adria­na Mather: “Kil­ling Novem­ber” (Band 1) und “Hun­ting Novem­ber” (Band 2).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: dtv
ISBN: 978-3-423-76335-6
Erscheinungsdatum: 20.August 2021
Einbandart: Hardcover
Preis: 20,00€
Seitenzahl: 688
Übersetzer: Katarina Ganslandt
Originaltitel: "Crave"
Originalverlag: Entangled Publishing

Amerikanisches Originalcover:
Kasimira











Trailer zum Buch:
 

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Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Entangled Publishing

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