Tobias Rafael Junge — Darkworld: Der geheime Code

Tobias Rafael Junge - Dark World: Der geheime Code28.Juni 2018

Der deut­sche Spie­le­ent­wick­ler und Autor Tobi­as Rafa­el Jun­ge hat sein zwei­tes Jugend­buch ver­öf­fent­licht: “Dark World: Der gehei­me Code”. Ein (in sich abge­schlos­se­ner) Thril­ler über Cyber­kri­mi­na­li­tät, künst­li­che Intel­li­genz und die span­nen­de Suche nach der Wahr­heit. Tem­po­reich, aktu­ell und mit vie­len Rand­no­ti­zen, die unter­halt­sa­me Ergän­zun­gen zur Geschich­te bie­ten. Illus­triert von Nils Ander­sen. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren, vor allem für Jungs.

Der 15-jäh­ri­ge Anton liebt das Bas­ket­ball­spie­len. Und dar­in ist er rich­tig gut. Nur am Ende des letz­ten Spiels ist er ein wenig aus­ge­tickt und hat sich mit der geg­ne­ri­schen Mann­schaft geprü­gelt“Das Geräusch einer bre­chen­den Nase ver­setz­te sei­nen gan­zen Kör­per in Schwin­gung. Als hät­te sei­ne Wut nur auf die­sen klei­nen Riss in ihrem Gefäng­nis gewar­tet, brach sie aus ihm her­aus und hin­ter­ließ nichts als einen schwe­ren, roten Schlei­er, hin­ter dem Antons Welt ver­schwand.” (Zitat aus “Dark World: Der gehei­me Code” S.16) Manch­mal steht Anton ein biss­chen neben sich, wird wütend und weiß nicht, wie­so. Sein Trai­ner schimpft mit ihm. Und daheim hat er auch etwas Ärger mit sei­nen Eltern, weil er abends unbe­dingt auf die Par­ty sei­ner Freun­din möch­te, aber an einer Fami­li­en­tra­di­ti­on teil­neh­men soll, die sie Tobias Rafael Junge - Dark World: Der geheime Codeein­mal jähr­lich auf eine Ster­nen­war­te führt. Als Erin­ne­rung an die ver­stor­be­nen Eltern von Antons Mut­ter, die als Pro­gram­mie­re­rin in einem gro­ßen Kon­zern arbei­tet, betrach­ten sie dort die Ster­ne. Doch Anton will nicht mit und schleicht sich heim­lich raus, um Nele zu besu­chen. Als er dann doch schließ­lich nach Hau­se kommt, der gro­ße Schock: sein Eltern­haus, ein gro­ßer Hoch­si­cher­heits­bun­ker mit Kame­ras und allem ande­ren Schnick­schnack, ist in die Luft geflo­gen! Sei­ne klei­ne Schwes­ter ist schwer­ver­letzt und sei­ne Eltern lie­gen sogar im Koma. “Ich hät­te dablei­ben müs­sen”, stöhn­te er, “dann wäre ich jetzt wenigs­tens bei ihnen.” “Sag so etwas nicht”, ver­such­te der Frem­de, ihn zu beru­hi­gen. “Dei­ne Fami­lie lebt. Einer der Poli­zis­ten mein­te, der Hei­zungs­kes­sel sei hoch­ge­gan­gen. Du wärst wahr­schein­lich tot. Dein Zim­mer liegt genau dar­über.” (Zitat S.44) Anton kommt vor­über­ge­hend bei sei­nem Onkel, einem Poli­zist, unter. Doch jetzt hat er immer wie­der das Gefühl, ver­folgt zu wer­den. Wer ist da hin­ter ihm her? Und war die Explo­si­on sei­nes Eltern­hau­ses tat­säch­lich ein Anschlag der ter­ro­ris­ti­schen Cyber­or­ga­ni­sa­ti­on Black­bytes? Dann erfährt er, dass sei­ne Mut­ter, die für die Fir­ma Data­land arbei­tet, selbst ein­mal Mit­glied in die­ser Orga­ni­sa­ti­on gewe­sen sein soll… Wie hängt das alles nur zusam­men? Gemein­sam mit sei­nen Freun­den ver­sucht Anton das Rät­sel zu lösen und fin­det Unfass­ba­res her­aus…

Tobias Rafael Junge - Dark World: Der geheime CodeDark World: Der gehei­me Code” star­tet mit einer Sitemap — dem Inhalts­ver­zeich­nis einer Web­site — wel­ches sich in die Über­sicht der Kapi­tel­über­schrif­ten auf­teilt und lau­ter Sta­tus Codes anzeigt, wie zum Bei­spiel “520 Unknown Error” oder “307 Tem­pora­ry Redi­rect” — sehr inter­es­sant gemacht! Jeder Kapi­tel­an­fang beginnt außer­dem mit der Abbil­dung Antons super­mo­der­nen Smart­watch, einem Pro­to­typ, den er aus der Fir­ma sei­ner Mut­ter bekom­men hat, und der neben Stand­ort, Wet­ter, Uhr­zeit und Datum sei­ne gan­zen Vital­funk­tio­nen anzeigt. Dazu ver­schie­de­ne mys­te­riö­se Hin­weis wie: “Der Ser­ver kann die Anfra­ge des Cli­ents nicht bear­bei­ten. Da ein Feh­ler unbe­kann­ter Her­kunft auf­ge­tre­ten ist.” (Zitat S.13). Eben­falls die Ein­lei­tung klingt geheim­nis­voll und gera­de­zu unheil­voll: “Dies ist die ers­te und letz­te War­nung. Ganz gleich wel­cher gute Rat oder böse Zufall, wel­ches Licht oder wel­che Dun­kel­heit dich hier­her­ge­führt hat, wenn du wei­ter­liest, soll­test du es schnell tun. […] Wenn du Angst hast — und das soll­test du -, keh­re um und ver­wi­sche dei­ne digi­ta­len Fuß­ab­drü­cke, so gut es geht. Lau­fe weg, ver­ste­cke dich und bete zu allem, was dir hei­lig ist.” (Zitat S.10) Von wem die­ser kur­siv gedruck­te Erzähl­strang kommt, das weiß der Leser zu Beginn noch nicht wirk­lich. Aber er wird ein­dring­lich gewarnt, ehe der Haupt­teil beginnt: “Nicht die Augen sind die Fens­ter zur See­le, son­dern unse­re Smart­pho­nes, Tablets und PCs, unse­re Autos, Fern­se­her und Kaf­fee­ma­schi­nen. […] Ob wir wol­len oder nicht, durch sie gebeTobias Rafael Junge - Dark World: Der geheime Coden wir all unse­re Geheim­nis­se preis und brül­len unser Inne­r­ers­tes in die Welt hin­aus.” (Zitat S.11) Dann fängt die Sicht in per­so­na­ler Erzähl­wei­se aus Antons Per­spek­ti­ve an. Sehr fas­zi­nie­rend fand ich immer die Rand­be­mer­kun­gen an den brei­ten Sei­ten­rän­dern. Das kön­nen Abbil­dun­gen sein, Wort­er­klä­run­gen, die pas­send zum Erzähl­text dane­ben­ge­scho­ben wer­den oder Kom­men­ta­re ver­schie­dens­ter User. Die Geschich­te ist span­nend, mit­rei­ßend, wenn auch manch­mal inhalt­lich etwas ver­wor­ren (und es wird lei­der nicht jede Fra­ge beant­wor­tet). Aber sie bie­tet so manch über­ra­schen­de Wen­dung an, mit der ich so nicht gerech­net hät­te! Gleich­zei­tig macht das Buch nach­denk­lich und lässt dem Leser über die Macht von Daten (auch den eige­nen), künst­li­che Intel­li­genz und die damit ver­bun­de­nen Gefah­ren sin­nie­ren. Ein Thril­ler, der mor­gen schon Wirk­lich­keit wer­den könn­te…

Fazit: Tol­les Lese­fut­ter für Jungs, die auf Action, Com­pu­ter & Aben­teu­er ste­hen und trotz­dem ein wenig Tief­gang mögen!

Wenn dir “Dark­world: Der gehei­me Code” gefal­len hat, kannst du auch noch das ers­te Buch von Tobi­as RafLesealternativenael Jun­ge lesen, wel­ches völ­lig unab­hän­gig hier­von ist und eine eigen­stän­di­ge Geschich­te erzählt: “Dead­wa­ter. Das Log­buch” — eben­falls sehr span­nend. Du magst Thril­ler, die mit Com­pu­tern und digi­ta­len Wel­ten zu tun haben? Dann greif zum Bei­spiel zu “Ere­bos” oder “Ela­nus” von Ursu­la Pozn­an­ski oder zu Dark Noi­se” von Mar­git Rui­le. Das The­ma Über­wa­chung fin­dest du eben­so in “Litt­le Bro­ther” und “Litt­le Bro­ther: Home­land” von Cory Doc­to­row, der all­ge­mein sehr viel über Gamer, Hacken und Inter­net­kri­mi­na­li­tät schreibt. Oder freue dich über die bal­di­gen Neu­erschei­nun­gen “White Maze: Du bist längst mit­ten­drin” von June Per­ry oder “Script­kid: Erpresst im Dar­knet” von Chris­ti­an Lin­ker (Kurz­ge­schich­te). Nach­denk­lich macht auch “God Game” von Søren Jes­sen, wel­ches schon etwas älter ist, aber sehr gelun­gen.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Dressler
ISBN: 978-3-7915-0075-1
Erscheinungsdatum: 23.April 2018
Einbandart: Hardcover
Preis: 12,00€ 
Seitenzahl: 240 
Übersetzer: -
Originaltitel: - 
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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