“Red Sky Burning” ist der zweite Teil der dreiteiligen Klima-Thriller-Reihe mit einem Schuss Phantastik von der französischen Erfolgsautorin Teri Terry und die Fortsetzung von “Dark Blue Rising”. Über ein junges Mädchen, das eine besondere Anziehung zum Meer verspürt und nach ihrer Flucht aus dem Camp noch immer gejagt wird. In einer Welt, in der Umweltkatastrophen von unbekannten Terroristen ausgelöst werden, um die Menschen zur Rettung der Erde zu bringen, gerät sie mit ihren Freunden mitten in ein Komplott. Bewegend und brandaktuell, aber manchmal etwas im Kreise drehend. Ein Mittelteil, der leider noch zu wenige Antworten liefert. Für Jugendliche ab 13 Jahren und interessierte Erwachsene.
Denzi wird in der Nacht geweckt, weil seine Mutter, die die Familie verlassen hat und die in Amerika lebt, einen Unfall hatte. “Ein Auto hat sie vom Fahrrad geholt. Sie hat sich am Kopf verletzt, obwohl sie einen Helm aufhatte, allerdings laut den Ärzten nicht schwer — sie wissen nicht, warum sie noch bewusstlos ist.” (Zitat aus “Red Sky Burning” S.17) Er fliegt nach Amerika und erfährt von dem Lebensgefährten seiner Mutter, der für eine Zeitung arbeitet, zudem Folgendes: “Ein paar Spinner haben Briefe verschickt, in denen sie damit drohen, die ganze Welt zu zerstören, wenn wir nicht schnellstens jede Art von Kohlenstoffförderung und ‑emission beenden. […] Sie scheinen es insbesondere auf die USA und Großbritannien abgesehen zu haben. In beiden Ländern wollen sie Naturkatastrophen auslösen, schreiben sie.” (Zitat S.25) Seiner Mutter geht es bald darauf wieder besser, aber die Umweltterroristen scheinen ihre Drohungen wahr gemacht
zu haben. Ein Hurrikan hat in Südengland gewütet. “Deine Schule ist betroffen, der ganze Küstenabschnitt. Eine Sturmflut hat alles komplett überrollt.” (Zitat S.29) Und in New York passiert kurz danach dasselbe. Denzi hat großes Glück gehabt. Wäre er noch in der Schule gewesen, hätte der Hurrikan auch ihn getroffen. Doch was ist mit seinen Mitschülern? Mit Tabby? Mit dem Mädchen, mit dem er über noch so viele Dinge sprechen wollte? “Mit einem Seufzer erinnere ich mich, wie ich mit Tabby am Schulzaun gestanden und über das endlose Blau unter uns geblickt. Beide sehnten wir uns nach dem Meer, aber das war nicht alles. Jedenfalls nicht für mich. Ich wollte schwimmen, aber nicht allein. Ich wollte es zusammen mit Tabby tun.” (Zitat S.27) Tabby hat den Hurrikan, der ihre gesamte Schule zerstört hat, überlebt. Ihre biologische Mutter leider nicht. Jetzt ist sie aus dem Krankenhaus geflüchtet und macht sich auf den
Weg zurück nach Cornwell. Bittet ihren Freund Jago um Hilfe. Auch sie weiß nicht, was mit Denzi ist, weiß nur, dass er die Schule zuvor verlassen hat. Doch wo ist er und warum hat er ihr nichts gesagt? Unabhängig voneinander finden sie immer mehr heraus. Denn auch Denzi wurde durch künstliche Befruchtung in der Penrose Klinik gezeugt, wie ihm seine Mutter gesteht. Das kann doch alles kein Zufall sein?
Das Cover ist erneut wunderschön gestaltet, passt farblich hervorragend zum Titel des Buchs. Die Geschichte fängt zeitlich ein wenig vor den Ereignissen des Endes von “Dark Blue Rising”. Schildert Denzis Sicht, ehe sich der Hurrikan ereignet. Viele aneinander gereihte Kapitel lang erlebt man nur seine Ich-Perspektive der Dinge. Ehe Tabby wieder einige Kapitel lang berichtet. Auch wenn die Lektüre des ersten Teils schon eine Weile her ist, kommt man in die Geschichte gut wieder herein. In kurzen Rückblenden werden alte Ereignisse noch einmal neu aufgerollt: “Ich habe das fehlende Puzzleteil gefunden — warum Cate mich meinen Eltern weggenommen hat -, als ich das vierblättrige Kleeblatt der Penrose Clinic auf Elodies Schulter sah. Elodie, Simones Mutter, ist meine Großmutter — ich dachte, ich sei ihr wichtig und könnte ihr vertrauen, aber ich habe
mich geirrt. Sie hat mir sogar im Krankenhaus Medikamente gegeben, damit ich mich nicht erinnere, was passiert ist und niemand davon erzähle. Aber ich habe mich gewehrt, konnte entkommen.” (Zitat S.61) Der Spannungsbogen ist erneut etwas flacher gezeichnet, wie auch schon im ersten Teil, was allerdings zunächst nicht weiter störend ist. “Red Sky Burning” ist unterhaltsam geschrieben und stellt die Geheimnisse, die Tabby und Denzi umgeben, erneut in den Mittelpunkt. “…dass so viele Schwimmeltern auf die eine oder andere Art mit der Öl- und Gasindustrie zu tun hatten oder dass mindestens drei von uns aus heiterem Himmel für das Trainingslager ausgewählt wurden, ohne je zuvor trainiert zu haben -, dann kann ich nicht mehr glauben, dass das alles zufällig passiert ist. Es entsteht geradezu der Eindruck, als hätte uns jemand gezielt zusammengebracht.” (Zitat S.53) Dass auch Denzi durch künstliche Befruchtung in
der Penrose Klinik entstanden ist, wirft noch einmal ein ganz anderes Licht auf die Dinge. Und was ist das für eine besondere Verbindung zum Wasser, die die beiden haben? Warum kann Tabby zwanzig Minuten oder länger die Luft anhalten? Besondere Kapitelenden lassen eine noch höchst ungewöhnliche Perspektive Einzug in den Thriller halten, die man immer noch nicht richtig zuordnen kann. Die Wahrheit entfaltet sich langsam in “Red Sky Burning”, auch wenn man denkt, man hat sie schon grob umrissen, gibt es immer wieder neue interessante Details, die ans Tageslicht kommen, auch wenn insgesamt leider nicht allzu viele neue Antworten geliefert werden. Sehr dramatisch schildert Teri Terry zudem die Aktionen der Umweltterroristen: “Der Hurrikan drückte eine Sturmflut in den New Yorker Hafen, und der Hafen ließ das Wasser wie ein Trichter noch höher steigen, sodass fast ein Tsunami daraus wurde. […] Straßen, U-
Bahnen und Eisenbahntunnel sind mit Wasser vollgelaufen, Brücken und Tunnel nicht passierbar. Die Millionen von Einwohnern sind abgeschnitten, sitzen in der Falle, während es immer weiterregnet und das Wasser stetig steigt.” (Zitat S.34) Gegen Ende muss ich jedoch zugeben, dass sich manchmal die Handlungsstränge buchstäblich etwas “im Kreise” drehen und fast wiederholen, was der Spannung doch ein wenig einen Abbruch tut. Hier hätte vieles etwas gestrafft werden können. Der Ausgang der Geschichte lässt erneut viele Fragen offen und macht neugierig auf den Abschlussband “Black Night Falling”, der auf Englisch im Juli 2022 erscheinen wird. Im Deutschen erscheint er im Herbst 2022.
Du magst Teri Terrys Erzählstil? Dann greif noch zu ihren anderen Büchern: Der bekannten “Gelöscht”-Trilogie
: “Exit Now” (Vorgeschichte), “Gelöscht” (Band 1), “Zersplittert” (Band 2) und “Bezwungen” (Band 3). Einzeltitel sind “Mind Games” und “Book of lies”. Außerdem schrieb sie noch die “Dark Matter”-Reihe: “Infiziert” (Band 1), “Manipuliert” (Band 2) und “Eliminiert” (Band 3). Dir gefallen Umwelt-Thriller, in denen das Meer eine Rolle spielt? Dann greif zu “Deep: Gefahr aus der Tiefe” von Jens Schumacher, “Creature: Gefahr aus der Tiefe” von Bestsellerautor Morton Rhue, dem spannenden “Ruf der Tiefe” von Katja Brandis oder der “Code Genesis”-Reihe von Andreas Gruber. Interessante Parallelen hat auch “Abgründige Geheimnisse” von Lindsay Galvin.
Bibliografische Angaben:Verlag: Coppenrath ISBN: 978-3-649-63871-1 Erscheinungsdatum: 25.November 2021 Einbandart: Hardcover Preis: 20,00€ Seitenzahl: 432 Übersetzer: Wolfram Ströle Originaltitel: "Red Sky Burning" Originalverlag: Hodder Children's Books Britisches Originalcover:
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(3,5 von 5 möglichen Punkten)
------------------------------------------ Amerikanisches Cover: Homepage von Teri Terry

Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-63871-1
Erscheinungsdatum: 25.November 2021
Einbandart: Hardcover
Preis: 20,00€
Seitenzahl: 432
Übersetzer: Wolfram Ströle
Originaltitel: "Red Sky Burning"
Originalverlag: Hodder Children's Books
Britisches Originalcover:
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