Teri Terry — Red Sky Burning

Kasimira29.Januar 2022

Red Sky Bur­ning” ist der zwei­te Teil der drei­tei­li­gen Kli­ma-Thril­ler-Rei­he mit einem Schuss Phan­tas­tik von der fran­zö­si­schen Erfolgs­au­torin Teri Ter­ry und die Fort­set­zung von “Dark Blue Rising”. Über ein jun­ges Mäd­chen, das eine beson­de­re Anzie­hung zum Meer ver­spürt und nach ihrer Flucht aus dem Camp noch immer gejagt wird. In einer Welt, in der Umwelt­ka­ta­stro­phen von unbe­kann­ten Ter­ro­ris­ten aus­ge­löst wer­den, um die Men­schen zur Ret­tung der Erde zu brin­gen, gerät sie mit ihren Freun­den mit­ten in ein Kom­plott. Bewe­gend und brand­ak­tu­ell, aber manch­mal etwas im Krei­se dre­hend. Ein Mit­tel­teil, der lei­der noch zu weni­ge Ant­wor­ten lie­fert. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Den­zi wird in der Nacht geweckt, weil sei­ne Mut­ter, die die Fami­lie ver­las­sen hat und die in Ame­ri­ka lebt, einen Unfall hat­te. “Ein Auto hat sie vom Fahr­rad geholt. Sie hat sich am Kopf ver­letzt, obwohl sie einen Helm auf­hat­te, aller­dings laut den Ärz­ten nicht schwer — sie wis­sen nicht, war­um sie noch bewusst­los ist.” (Zitat aus “Red Sky Bur­ning” S.17) Er fliegt nach Ame­ri­ka und erfährt von dem Lebens­ge­fähr­ten sei­ner Mut­ter, der für eine Zei­tung arbei­tet, zudem Fol­gen­des: “Ein paar Spin­ner haben Brie­fe ver­schickt, in denen sie damit dro­hen, die gan­ze Welt zu zer­stö­ren, wenn wir nicht schnells­tens jede Art von Koh­len­stoff­för­de­rung und ‑emis­si­on been­den. […] Sie schei­nen es ins­be­son­de­re auf die USA und Groß­bri­tan­ni­en abge­se­hen zu haben. In bei­den Län­dern wol­len sie Natur­ka­ta­stro­phen aus­lö­sen, schrei­ben sie.” (Zitat S.25) Sei­ner Mut­ter geht es bald dar­auf wie­der bes­ser, aber die Umwelt­ter­ro­ris­ten schei­nen ihre Dro­hun­gen wahr gemacht Kasimirazu haben. Ein Hur­ri­kan hat in Süd­eng­land gewü­tet. “Dei­ne Schu­le ist betrof­fen, der gan­ze Küs­ten­ab­schnitt. Eine Sturm­flut hat alles kom­plett über­rollt.” (Zitat S.29) Und in New York pas­siert kurz danach das­sel­be. Den­zi hat gro­ßes Glück gehabt. Wäre er noch in der Schu­le gewe­sen, hät­te der Hur­ri­kan auch ihn getrof­fen. Doch was ist mit sei­nen Mit­schü­lern? Mit Tab­by? Mit dem Mäd­chen, mit dem er über noch so vie­le Din­ge spre­chen woll­te? Mit einem Seuf­zer erin­ne­re ich mich, wie ich mit Tab­by am Schul­zaun gestan­den und über das end­lo­se Blau unter uns geblickt. Bei­de sehn­ten wir uns nach dem Meer, aber das war nicht alles. Jeden­falls nicht für mich. Ich woll­te schwim­men, aber nicht allein. Ich woll­te es zusam­men mit Tab­by tun.” (Zitat S.27) Tab­by hat den Hur­ri­kan, der ihre gesam­te Schu­le zer­stört hat, über­lebt. Ihre bio­lo­gi­sche Mut­ter lei­der nicht. Jetzt ist sie aus dem Kran­ken­haus geflüch­tet und macht sich auf den KasimiraWeg zurück nach Corn­well. Bit­tet ihren Freund Jago um Hil­fe. Auch sie weiß nicht, was mit Den­zi ist, weiß nur, dass er die Schu­le zuvor ver­las­sen hat. Doch wo ist er und war­um hat er ihr nichts gesagt? Unab­hän­gig von­ein­an­der fin­den sie immer mehr her­aus. Denn auch Den­zi wur­de durch künst­li­che Befruch­tung in der Pen­ro­se Kli­nik gezeugt, wie ihm sei­ne Mut­ter gesteht. Das kann doch alles kein Zufall sein?

Das Cover ist erneut wun­der­schön gestal­tet, passt farb­lich her­vor­ra­gend zum Titel des Buchs. Die Geschich­te fängt zeit­lich ein wenig vor den Ereig­nis­sen des Endes von “Dark Blue Rising”. Schil­dert Den­zis Sicht, ehe sich der Hur­ri­kan ereig­net. Vie­le anein­an­der gereih­te Kapi­tel lang erlebt man nur sei­ne Ich-Per­spek­ti­ve der Din­ge. Ehe Tab­by wie­der eini­ge Kapi­tel lang berich­tet. Auch wenn die Lek­tü­re des ers­ten Teils schon eine Wei­le her ist, kommt man in die Geschich­te gut wie­der her­ein. In kur­zen Rück­blen­den wer­den alte Ereig­nis­se noch ein­mal neu auf­ge­rollt: “Ich habe das feh­len­de Puz­zle­teil gefun­den — war­um Cate mich mei­nen Eltern weg­ge­nom­men hat -, als ich das vier­blätt­ri­ge Klee­blatt der Pen­ro­se Cli­nic auf Elo­dies Schul­ter sah. Elo­die, Simo­nes Mut­ter, ist mei­ne Groß­mutter — ich dach­te, ich sei ihr wich­tig und könn­te ihr ver­trau­en, aber ich habe Kasimiramich geirrt. Sie hat mir sogar im Kran­ken­haus Medi­ka­men­te gege­ben, damit ich mich nicht erin­ne­re, was pas­siert ist und nie­mand davon erzäh­le. Aber ich habe mich gewehrt, konn­te ent­kom­men.” (Zitat S.61) Der Span­nungs­bo­gen ist erneut etwas fla­cher gezeich­net, wie auch schon im ers­ten Teil, was aller­dings zunächst nicht wei­ter stö­rend ist. “Red Sky Bur­ning” ist unter­halt­sam geschrie­ben und stellt die Geheim­nis­se, die Tab­by und Den­zi umge­ben, erneut in den Mit­tel­punkt. “…dass so vie­le Schwimm­eltern auf die eine oder ande­re Art mit der Öl- und Gas­in­dus­trie zu tun hat­ten oder dass min­des­tens drei von uns aus hei­te­rem Him­mel für das Trai­nings­la­ger aus­ge­wählt wur­den, ohne je zuvor trai­niert zu haben -, dann kann ich nicht mehr glau­ben, dass das alles zufäl­lig pas­siert ist. Es ent­steht gera­de­zu der Ein­druck, als hät­te uns jemand gezielt zusam­men­ge­bracht.” (Zitat S.53) Dass auch Den­zi durch künst­li­che Befruch­tung in Kasimirader Pen­ro­se Kli­nik ent­stan­den ist, wirft noch ein­mal ein ganz ande­res Licht auf die Din­ge. Und was ist das für eine beson­de­re Ver­bin­dung zum Was­ser, die die bei­den haben? War­um kann Tab­by zwan­zig Minu­ten oder län­ger die Luft anhal­ten? Beson­de­re Kapi­te­len­den las­sen eine noch höchst unge­wöhn­li­che Per­spek­ti­ve Ein­zug in den Thril­ler hal­ten, die man immer noch nicht rich­tig zuord­nen kann. Die Wahr­heit ent­fal­tet sich lang­sam in “Red Sky Bur­ning”, auch wenn man denkt, man hat sie schon grob umris­sen, gibt es immer wie­der neue inter­es­san­te Details, die ans Tages­licht kom­men, auch wenn ins­ge­samt lei­der nicht all­zu vie­le neue Ant­wor­ten gelie­fert wer­den. Sehr dra­ma­tisch schil­dert Teri Ter­ry zudem die Aktio­nen der Umwelt­ter­ro­ris­ten: “Der Hur­ri­kan drück­te eine Sturm­flut in den New Yor­ker Hafen, und der Hafen ließ das Was­ser wie ein Trich­ter noch höher stei­gen, sodass fast ein Tsu­na­mi dar­aus wur­de. […] Stra­ßen, U-KasimiraBah­nen und Eisen­bahn­tun­nel sind mit Was­ser voll­ge­lau­fen, Brü­cken und Tun­nel nicht pas­sier­bar. Die Mil­lio­nen von Ein­woh­nern sind abge­schnit­ten, sit­zen in der Fal­le, wäh­rend es immer wei­ter­reg­net und das Was­ser ste­tig steigt.” (Zitat S.34) Gegen Ende muss ich jedoch zuge­ben, dass sich manch­mal die Hand­lungs­strän­ge buch­stäb­lich etwas “im Krei­se” dre­hen und fast wie­der­ho­len, was der Span­nung doch ein wenig einen Abbruch tut. Hier hät­te vie­les etwas gestrafft wer­den kön­nen. Der Aus­gang der Geschich­te lässt erneut vie­le Fra­gen offen und macht neu­gie­rig auf den Abschluss­band “Black Night Fal­ling”, der auf Eng­lisch im Juli 2022 erschei­nen wird. Im Deut­schen ist noch kein Erschei­nungs­da­tum bekannt.

Du magst Teri Ter­rys Erzähl­stil? Dann greif noch zu ihren ande­ren Büchern: Der bekann­ten “Gelöscht”-Tri­lo­gieLesealternativen: “Exit Now” (Vor­ge­schich­te), “Gelöscht” (Band 1), Zer­split­tert” (Band 2) und “Bezwun­gen” (Band 3). Ein­zel­ti­tel sind “Mind Games” und “Book of lies”. Außer­dem schrieb sie noch die “Dark Mat­ter”-Rei­he: “Infi­ziert” (Band 1), “Mani­pu­liert” (Band 2) und “Eli­mi­niert” (Band 3). Dir gefal­len Umwelt-Thril­ler, in denen das Meer eine Rol­le spielt? Dann greif zu “Deep: Gefahr aus der Tie­fe” von Jens Schu­ma­cher, “Crea­tu­re: Gefahr aus der Tie­fe” von Best­sel­ler­au­tor Mor­ton Rhue, dem span­nen­den “Ruf der Tie­fe” von Kat­ja Bran­dis oder der “Code Gene­sis”-Rei­he von Andre­as Gru­ber. Inter­es­san­te Par­al­le­len hat auch “Abgrün­di­ge Geheim­nis­se” von Lind­say Galvin.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-63871-1
Erscheinungsdatum: 25.November 2021
Einbandart: Hardcover
Preis: 20,00€
Seitenzahl: 432
Übersetzer: Wolfram Ströle
Originaltitel: "Red Sky Burning"
Originalverlag: Hodder Children's Books

Britisches Originalcover:
Kasimira











Hörprobe:

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Kasimiras Bewertung:

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(3,5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Teri Terry

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