Tanya Stewner — Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb

Tanya Stewner Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb2.Juli 2018

Die deut­sche Auto­rin Tanya Stew­ner erzählt in „Der Som­mer, in dem die Zeit ste­hen­blieb“ eine Lie­bes­ge­schich­te wie das schö­ne, roman­tisch gestal­te­te Cover ver­spricht, aber eine, die defi­ni­tiv anders ist! Eine Lie­be zu einem jun­gen Mann, der nicht aus die­ser Zeit zu sein scheint. Flott und pfif­fig erzählt. Mit viel uner­war­te­ter Tie­fe. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren.

Juli ist ein Kopf­mensch durch und durch. In der Schu­le schreibt sie nur Best­no­ten. Am liebs­ten ana­ly­siert sie alles genaus­tens. Ihren kom­pli­zier­ten Gedan­ken­gän­gen kann lei­der nicht immer jeder fol­gen und so ist sie trotz bes­ter Freun­din Who­o­pie eher eine Außen­sei­te­rin. Auf eine Par­ty wur­de sie noch nie ein­ge­la­den. Dabei hofft sie doch ver­geb­lich auf solch einer ein­mal ihrem Traum­prin­zen zu begeg­nen. Dass sie die­sen tat­säch­lich auf ihrer Lich­tung, auf der sie sich immer zurück­zieht, wenn sie allei­ne sein will, trifft, hät­te Juli nie gedacht. Anja­no heißt er. Er trägt selt­sa­me Klei­dung, spricht einen noch viel selt­sa­me­ren Dia­lekt und kann mit man­chen Wör­tern, die sie sagt, gar nichts anfan­gen. Cola kennt er nicht, einen Schraub­ver­schluss, noch nie gese­hen. Ver­wirrt wirkt er. Und doch bezau­bernd schön. Ein Traum­typ eben. Juli ist hin und weg. Doch, nach­dem auch Anja­no wie­der gegan­gen ist, macht sie eine äußerst merk­wür­di­ge Ent­de­ckung. Egal wie oft sie es auch ver­sucht ihrer bes­ten Freun­din von die­sem unglaub­li­chen Jun­gen zu erzäh­len, jedes Mal kommt ihr etwas dazwi­schen. Da kann doch etwas nicht mit rech­ten Din­gen zuge­hen! Juli beschließt hin­ter Anja­nos Geheim­nis zu kom­men und kommt ihm unfrei­wil­lig immer näher…

Tanya Stewner Der Sommer, in dem die Zeit stehenbliebRoman­tisch, fast ein wenig kit­schig zuwei­len, kommt „Der Som­mer, in dem die Zeit ste­hen­blieb“ her­über. Locker flo­ckig erzählt, eine anmu­ti­ge, feder­leich­te Unter­hal­tung. Meint man, denn die Geschich­te hat durch­aus Tief­gang. Gefal­len hat mir der inter­es­san­te Wesens­zug der Prot­ago­nis­tin, die unlieb­sa­me Gedan­ken ein­fach mal mit einem ima­gi­nä­ren Golf­schlä­ger in die Flucht schlägt und unlieb­sa­me Gefüh­le unter einen geis­ti­gen Tep­pich kehrt. Doch nicht alles lässt sich ver­drän­gen. So muss sie sich dank Anja­no zum Bei­spiel mit der sich anbah­nen­den Schei­dung ihrer Eltern aus­ein­an­der­set­zen und sich Fra­gen, über das Leben stel­len, die sie sich bis­her nicht zu stel­len gewagt hat. Beson­ders das Ende rückt die Geschich­te in ein völ­lig ande­res Licht und sorgt für eine Tie­fe, mit der ich so nicht gerech­net hät­te! Und es hin­ter­lässt die Hoff­nung auf eine bes­se­re Welt.

Fazit: Lesens­wert!Lesealternativen

Wenn dir „Der Som­mer, in dem die Zeit ste­hen­blieb“ gefal­len hat, könn­test du auch „Das Lied der Träu­me­rin“, eben­falls von Tanya Stew­ner lesen. Die­ses wür­de ich jedoch erst ab 1516 Jah­ren emp­feh­len. Oder lies ihre belieb­te “Alea Aqua­ri­us”-Rei­he (10−12 Jah­re). Einen ähn­lich flot­ten, humor­vol­len Ton hat auch Jut­ta Wil­ke in „Herz­schlag­zei­len“. Inhalt­li­che Alter­na­ti­ven, die sich vor allem auf das Ende des Buches bezie­hen, sind „Der Tag wird kom­men“ von Nina Vogt-Øst­li  und 2084 — Noras Welt“ von Jostein Gaar­der. Oder aber auch die Rubin­rot“-Rei­he von Kers­tin Gier

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-81007-9
Erscheinungsdatum: 27.Juni 2018
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 9,00€
Seitenzahl: 320
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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