“Ihr sollt (nicht) schweigen” ist der zweite Roman der amerikanischen Autorin Kyrie McCauley, die für ihr Debüt “Your are (not) safe here” sogar für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Handlungsort ist eine Kleinstadt, in der ein Mädchen namens Cassie erschossen wurde, und zwar von ihrem Exfreund Nicholas, der sich anschließend selbst getötet hat. Während das Ereignis zunehmend romantisiert wird und keine großartigen Folgen hat, obwohl Nicholas der Sohn des ortsansässigen Waffenfabrikanten war, beschließen Cassies beste Freundinnen stellvertretend Rache zu nehmen und sprayen illegal und heimlich immer wieder Wandbilder an den unterschiedlichen Stellen in der Kleinstadt. Um auf Cassie Geschichte aufmerksam zu machen. Doch die Waffenlobby, allen voran Nicholas Vater, will die Sache am liebsten unter den Tisch kehren… Ein auf besondere Art und Weise erzählter Roman, nicht nur über Waffengewalt, sondern auch über Gewalt an Frauen. Über Freundschaft, Zusammenhalt und die Suche nach der Wahrheit. Eine Geschichte, mit der man sich auseinander setzen muss. Ein wichtiges, aufrüttelndes, literarisches und gut erzähltes Buch, das für mich zwar nicht ganz an den Vorgängertitel heranreicht, aber trotzdem sehr lesenswert ist. Für Jugendliche ab 14 Jahren und vor allem Erwachsene.
Die 17-jährige Cassandra Queen wurde erschossen. Von ihrem Exfreund Nicholas. Er kam mit einer Waffe in die Schule, “schoss auf Cassie, eine Mitschülerin und sich selbst. Die Mitschülerin überlebte. Nico und Cassie starben noch vor Ort. Man könnte argumentieren, dass der kleine Ort Bell eine Hochburg der Waffenbefürworter im Land ist, weil dort seit 1824 die Firma Bell Firearms ihren Stammsitz hat und die Stadt förmlich um die Firma herum entstand. Vierzig Prozent aller Jobs hängen bis heute noch an der Firma Bell. Und Nico Bell sollte das Ganze von seinem Vater, Steven Bell, irgendwann übernehmen.” (Zitat aus “Du sollst (nicht) schweigen” S.36) Der Tod von Cassie wird verharmlost, sogar

