Gavriel Savit — Anna und der Schwalbenmann

13.März 2018

Der ame­ri­ka­ni­sche Autor und Schau­spie­ler Gavri­el Savit hat sein ers­tes Buch geschrie­ben: “Anna und der Schwal­ben­mann”. Ein Roman über den Ver­lust des Vaters, das Über­le­ben eines klei­nen Mäd­chens in Zei­ten des Krie­ges und einen geheim­nis­vol­len Mann an deren Sei­te. Ein Buch, das die Spra­che und deren Kom­ple­xi­tät sehr klug in Wor­te fasst und in eben einer sol­chen sehr sehr schön erzählt ist. Die­ses Buch hat das Zeug zum moder­nen Klas­si­ker! Für alle Fans von “Der Jun­ge im gestreif­ten Pyja­ma” und “Die Bücher­die­bin”. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und vor allem Erwachsene.

Kra­kau. Es ist der 6. Novem­ber 1939. Anna ist erst 7 Jah­re alt. Und sie ahnt noch nicht, dass heu­te der Tag ist, an dem sie ihren Vater ver­lie­ren und nie wie­der sehen wird. Polen ist von den Deut­schen besetzt wor­den. Jene haben die “Son­der­ak­ti­on Kra­kau” ins Leben geru­fen, um Intel­lek­tu­el­le und Aka­de­mi­ker zu besei­ti­gen und ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger zu ver­frach­ten. Annas Vater ist Aka­de­mi­ker. Er ist Spra­chen-Pro­fes­sor und spricht neun Spra­chen. Eben­so wie Anna, die viel von ihm ler­nen durf­te. “Alle Men­schen waren an eine Spra­che gefes­selt, im bes­ten Fall an zwei oder drei, nur Annas Vater schien voll­kom­men frei zu sein von die­sen Gren­zen, die jeden sonst in der wei­ten, bun­ten Land­schaft von Kra­kau ein­ge­schlos­sen. Er war auf kei­ne Art zu spre­chen beschränkt. Er konn­te sein, was er woll­te. […] Statt eine Spra­che an sei­ne Toch­ter wei­ter­zu­ge­ben, die sie bestimm­te, schenk­te Annas Vater ihr die gan­ze Viel­falt der Spra­chen, die er kann­te…” (Zitat S.14) An jedem Tag der Woche sprach er mit ihr

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Nicole Boyle Rødtnes — Wie das Licht von einem erloschenen Stern

Nicole Boyle Rodtnes Wie das Licht von einem erloschenen Stern19.Juli 2017

“Wie das Licht von einem erlo­sche­nen Stern” von der däni­schen Autorin Nico­le Boyle Rødt­nes ist ein Roman über ein The­ma, das es so im Jugend­buch noch nie gab: Apha­sie. Der Ver­lust von Spra­che. Die Haupt­fi­gur kann nach einem Unfall weder lesen, schrei­ben, noch spre­chen. Ein authen­ti­sches, sehr ein­dring­lich erzähl­tes Buch über ein Mäd­chen, das unge­wollt zur Außen­sei­te­rin wird. Jetzt neu als Taschen­buch. Für Jugend­li­che ab 14 Jahren.

Die 17-jäh­ri­ge Vega ist auf einer Par­ty gestürzt. Sie ist in ein Schwimm­be­cken gefal­len und hat sich den Kopf ange­schla­gen. Ertrun­ken. Man muss­te sie wie­der­be­le­ben. “Ich kam in einem Kran­ken­haus­bett zu mir. Gehirn­blu­tung. Sprach­zen­trum beschä­digt. Apha­sie. Die Ärz­te haben immer wie­der ver­sucht, mir das zu erklä­ren. Mei­ne Spra­che ist zer­bro­chen. Wenn ich den Mund öff­ne, kommt nur ein Wör­ter­wirr­war her­aus.” (Zitat aus “Wie das Licht von einem erlo­sche­nen Stern” S.8) Mitt­ler­wei­le ver­steht Vega wie­der, was die ande­ren um sie her­um sagen, doch sie selbst kann — bis auf ein­zel­ne Wör­ter — kaum mehr spre­chen. Lesen geht etwas, schrei­ben über­haupt nicht. Wenn ihr Freund Johan ihr eine Nach­richt schreibt, kann sie 

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Hayley Long — Sophie Soundso

Hayley Long Sophie Soundso9.September 2015

Die bri­ti­sche Autorin Hay­ley Long hat mit “Sophie Soundso” einen Roman geschrie­ben, der sich mit der Suche nach der eige­nen Iden­ti­tät aus­ein­an­der­setzt. Ein außer­ge­wöhn­li­ches Buch, das mit einer ganz eige­nen Spra­che erzählt wird. Ein Stil­mit­tel, das stol­pern, inne­hal­ten, stau­nen und amü­sie­ren lässt! Für Leser beson­de­rer Bücher. Ab 12 Jah­ren bereits geeig­net und für Erwachsene.

Sophie ist 14 Jah­re alt und wohnt zusam­men mit ihren Eltern in einer Miets­woh­nung in Brüs­sel. Das Mäd­chen pla­gen selt­sa­me, plötz­lich wie­der auf­tau­chen­de Erin­ne­run­gen an ihre Kind­heit. Sie war sie­ben Jah­re alt, als sie lern­te ihren schwie­ri­gen, lan­gen, flä­mi­schen Nach­na­men zu schrei­ben: Nieu­wen­le­ven. Er bedeu­tet “Neu­es Leben”. “Ist es gut, ein neu­es Leben zu haben?” […] Natür­lich ist das gut”, sag­te er. “Und ich ver­spre­che dir, Sophie Nieu­wen­le­ven, der Anfang war viel­leicht nicht ein­fach für uns, aber von jetzt an wird alles gut gehen. Alles wird gut.” (Zitat aus Sophie Soundso” S.17) Das ver­sprach ihr Vater ihr damals. Doch ihr Vater, der Sophie erzähl­te, dass sie bel­gi­sche Vor­fah­ren hät­ten, hat sie ange­lo­gen. Und das ahnt das Mäd­chen mitt­ler­wei­le. Denn sie erin­nert sich an eine Rei­se als sie fünf war, 

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