Anna Woltz — Nächte im Tunnel

Kasimira8.September 2022

Näch­te im Tun­nel” ist ein Roman der nie­der­län­di­schen Autorin Anna Woltz (mit bri­ti­schen Wur­zeln). Eine Geschich­te, die wäh­rend des zwei­ten Welt­kriegs in Lon­don spielt und ein Mäd­chen in den Vor­der­grund stellt, die mit ihrem klei­nen Bru­der und dem Rest ihrer Fami­lie regel­mä­ßig nachts Unter­schlupf in einer U‑Bahnstation sucht und die Bekannt­schaft mit zwei ande­ren Jugend­li­chen macht. Vor dem Hin­ter­grund des Krie­ges tei­len sie ihre Sehn­süch­te, Sor­gen und Ängs­te mit­ein­an­der. Mit einer sehr bild­haf­ten und ein­dring­li­chen Spra­che erzählt. Von einer viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten Autorin, die ein her­vor­ra­gen­des Gespür für Zwi­schen­tö­ne hat. Erschre­ckend aktu­ell. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

1940. Die 14-jäh­ri­ge Ella lebt mit ihrem klei­nen Bru­der und ihren Eltern in Lon­don. Sie war lan­ge Zeit schwer krank und hat ein stei­fes Bein, das sie stark hin­ken lässt. Nun ist seit einem Jahr auch noch Krieg. “Jede Nacht fal­len Bom­ben. Über­all in Lon­don sieht man rie­si­ge Brän­de und zer­stör­te Häu­ser und viel­leicht auch Tote. Und was machen wir? Wir ste­hen schon seit über vier Stun­den in der Schlan­ge mit einem Kar­ren vol­ler Decken vol­ler Kis­sen und Decken.” (Zitat aus “Näch­te im Tun­nel” S.8) Jeden Tag steht sie bereits früh­zei­tig mit ihrer Mut­ter oder mit ihrem klei­nen Bru­der Rob­bie an der U‑Bahnstation an, um sich einen guten Schlaf­platz für die Nacht zu sichern. Im eige­nen Haus zu schla­fen, ist momen­tan viel zu ris­kant. Beim War­ten lernt sie über ihren Bru­der Rob­bie Jay ken­nen, einen klei­nen Gau­ner, der

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