“Nächte im Tunnel” ist ein Roman der niederländischen Autorin Anna Woltz (mit britischen Wurzeln). Eine Geschichte, die während des zweiten Weltkriegs in London spielt und ein Mädchen in den Vordergrund stellt, die mit ihrem kleinen Bruder und dem Rest ihrer Familie regelmäßig nachts Unterschlupf in einer U‑Bahnstation sucht und die Bekanntschaft mit zwei anderen Jugendlichen macht. Vor dem Hintergrund des Krieges teilen sie ihre Sehnsüchte, Sorgen und Ängste miteinander. Mit einer sehr bildhaften und eindringlichen Sprache erzählt. Von einer vielfach ausgezeichneten Autorin, die ein hervorragendes Gespür für Zwischentöne hat. Erschreckend aktuell. Für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene.
1940. Die 14-jährige Ella lebt mit ihrem kleinen Bruder und ihren Eltern in London. Sie war lange Zeit schwer krank und hat ein steifes Bein, das sie stark hinken lässt. Nun ist seit einem Jahr auch noch Krieg. “Jede Nacht fallen Bomben. Überall in London sieht man riesige Brände und zerstörte Häuser und vielleicht auch Tote. Und was machen wir? Wir stehen schon seit über vier Stunden in der Schlange mit einem Karren voller Decken voller Kissen und Decken.” (Zitat aus “Nächte im Tunnel” S.8) Jeden Tag steht sie bereits frühzeitig mit ihrer Mutter oder mit ihrem kleinen Bruder Robbie an der U‑Bahnstation an, um sich einen guten Schlafplatz für die Nacht zu sichern. Im eigenen Haus zu schlafen, ist momentan viel zu riskant. Beim Warten lernt sie über ihren Bruder Robbie Jay kennen, einen kleinen Gauner, der
