Antonia Michaelis — Scheißglitzertage

2. August 2023

End­lich wie­der ein neu­es Jugend­buch von der deut­schen Autorin Anto­nia Michae­lis. “Scheiß­glit­zert­age” ist ein uner­war­tet poli­ti­scher, höchst aktu­el­ler Roman, der sei­ne Leser*innen auf die Insel Use­dom ent­führt, auf wel­cher sich die Gerüch­te häu­fen, dass ein rus­si­scher Angriffs­krieg auf die Tou­ris­ten­in­sel bevor­steht. Erzählt aus der Per­spek­ti­ve eines Jun­gen, der aus ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen stammt und von einem ande­ren Leben träumt. Als ein ukra­ni­sches Mäd­chen auf­taucht, in das er sich ver­liebt und meh­re­re Men­schen ermor­det auf­ge­fun­den wer­den, wird alles mehr und mehr auf den Kopf gestellt. Ein Som­mer zwi­schen Sorg­lo­sig­keit, Sehn­sucht, ers­ter Lie­be und Bedroh­lich­keit durch einen Krieg. Ein gelun­ge­ner, auf ganz eige­ne Art und Wei­se erzähl­ter Coming-of-Age-Roman, der mit bri­san­ten The­men auf­war­tet und sich Zeit nimmt für die Ent­wick­lung sei­ner Cha­rak­te­re. Sprach­lich über­aus bril­lant geschrie­ben und nach­denk­lich machend. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren, die anspruchs­vol­le­re Geschich­te mögen, und für Erwachsene.

Der 17-jäh­ri­ge Finn­ley arbei­tet als Eis­ver­käu­fer auf Use­dom und träumt von einem bes­se­ren Leben: “Wenn ich konn­te, sah ich aufs Meer hin­aus, zum Hori­zont weit, weit hin­ten: eine blaue Glit­zer­li­nie, hin­ter der die Welt begann. Ich träum­te mich dahin­aus, in die Fer­ne, wo es kei­ne Tou­ris­ten gab und kein Cho­co­la­te-Coo­kie-Eis und auch kei­ne klei­ne Woh­nung, in die du jeden Abend zurück­musst. Eine Fer­ne ohne den Geruch von Küchen­ab­wasch und Enge und Ziga­ret­ten und tro­cke­ner Wäsche. Da drau­ßen, hin­ter der Glit­zer­li­nie, war alles anders.” (Zitat aus “Scheiß­glit­zert­age” S.10) Finn­ley lebt auf Use­dom mit sei­ner Mut­ter und seinen

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Zoran Drvenkar — Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück

22.Februar 2023

“Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück” ist der neu­es­te Roman des kroa­tisch-deut­schen Schrift­stel­lers Zoran Drven­kar. Eine Geschich­te über einen Jun­gen und sei­nen Opa, der unter zuneh­men­der Demenz lei­det. Bevor die Erin­ne­run­gen immer mehr ver­blas­sen, bege­ben sich die bei­den auf eine Rei­se in die Ver­gan­gen­heit und in die Zeit des Krie­ges, den der Opa erlebt hat und der in ihm noch äußerst prä­sent ist. Doch war er tat­säch­lich der Held, für den sein Enkel ihn immer gehal­ten hat? Ein bemer­kens­wer­tes, äußerst beein­dru­ckend und klug erzähl­tes Werk! Über Erin­ne­run­gen, Wahr­hei­ten, den Krieg und eine ganz beson­de­re Opa-Enkel-Bezie­hung. Ein Gene­ra­tio­nen­ro­man, der mit viel Charme, Humor und Ein­füh­lungs­ver­mö­gen geschrie­ben ist. Ein unver­gess­li­ches Lese­er­leb­nis! Für Jugend­li­che ab 10 Jah­ren und alle Erwachsenen.

Vor drei Jah­ren war noch alles nor­mal. Jetzt ist alles anders. Kais Opa lei­det unter Demenz. Der 11-jäh­ri­ge hat es manch­mal nicht leicht mit ihm. “Jun­ge, sieh mich doch mal an”, unter­bricht ihn Opa erneut. “Ich habe kei­ne Ahnung, wer ich bin. Ich habe kei­ne Ahnung, wo ich bin. Und wenn ich ganz ehr­lich bin…” Er lächelt ent­schul­di­gend. “…habe ich auch kei­ne Ahung, wer du bist.” (Zitat aus “Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück” S.17) Oft erkennt sein Opa ihn nicht und weiß auch nicht mehr genau, wo er sich eigent­lich befin­det. “Opa bricht mit­ten im Satz ab und sieht sich um. Die­ser Moment ist wie ein Licht­schal­ter, den man umlegt, und es geht kein Licht an. Der Wan­del erschreckt Kai jedes Mal. Sein Groß­va­ter betrach­tet das Wohn­zim­mer, als wür­de er hier zum ers­ten Mal auf dem Boden sit­zen” (Zitat S.14) Nun hat Kais Mut­ter ihn gebe­ten, ihm beim Kofferpacken

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Morton Rhue — American Hero

Morton Rhue - American Hero29.April 2018

“Ame­ri­can Hero” ist der neu­es­te Genie­streich des ame­ri­ka­ni­schen Autoren Mor­ton Rhue und stellt einen jugend­li­chen Sol­da­ten in den Vor­der­grund, der als Ver­letz­ter und als Held aus dem Krieg heim­kehrt. Ein Blick hin­ter die Kulis­sen und auf die dunk­len Schat­ten, die sich auf die mensch­li­che Psy­che eines Men­schen legen, der Unbe­schreib­li­ches erlebt hat. Ein aktu­el­les, hoch­bri­san­tes The­ma. Fes­selnd, bewe­gend und hef­tig erzählt. Ein idea­ler Titel für eine Buch­vor­stel­lung oder als Klas­sen­lek­tü­re. Lese­tipp! Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Der 18-jäh­ri­ge Jake ist aus dem Krieg zurück­ge­kehrt. An fünf Ope­ra­tio­nen war er betei­ligt. Nun wird er von der Bevöl­ke­rung als Held gefei­ert. “Nur dass ich mich nicht wie ein Held füh­le. In der Situa­ti­on, in der es pas­siert, weißt du nicht, dass du mutig bist. Du tust nur das, was man dir bei­gebracht hat. Was dein Instinkt dir sagt. Du tust es, obwohl du weißt, dass du mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit dabei drauf­ge­hen wirst.” (Zitat aus “Ame­ri­can Hero” S.12) Jake tritt in einer Tour vor der Pres­se und der Bevöl­ke­rung auf. Gibt vie­le Inter­views und besucht auch sei­ne Schu­le. Und er ist schwer ver­wun­det. Sein Bein steckt in einem Gips. Über die vie­len Wun­den und Nar­ben möch­te er lie­ber nicht nach­den­ken. Auch hat er sei­nen klei­nen Fin­ger und die Hälf­te des Ring­fin­gers ver­lo­ren. Dafür ist ihm

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Gavriel Savit — Anna und der Schwalbenmann

13.März 2018

Der ame­ri­ka­ni­sche Autor und Schau­spie­ler Gavri­el Savit hat sein ers­tes Buch geschrie­ben: “Anna und der Schwal­ben­mann”. Ein Roman über den Ver­lust des Vaters, das Über­le­ben eines klei­nen Mäd­chens in Zei­ten des Krie­ges und einen geheim­nis­vol­len Mann an deren Sei­te. Ein Buch, das die Spra­che und deren Kom­ple­xi­tät sehr klug in Wor­te fasst und in eben einer sol­chen sehr sehr schön erzählt ist. Die­ses Buch hat das Zeug zum moder­nen Klas­si­ker! Für alle Fans von “Der Jun­ge im gestreif­ten Pyja­ma” und “Die Bücher­die­bin”. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und vor allem Erwachsene.

Kra­kau. Es ist der 6. Novem­ber 1939. Anna ist erst 7 Jah­re alt. Und sie ahnt noch nicht, dass heu­te der Tag ist, an dem sie ihren Vater ver­lie­ren und nie wie­der sehen wird. Polen ist von den Deut­schen besetzt wor­den. Jene haben die “Son­der­ak­ti­on Kra­kau” ins Leben geru­fen, um Intel­lek­tu­el­le und Aka­de­mi­ker zu besei­ti­gen und ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger zu ver­frach­ten. Annas Vater ist Aka­de­mi­ker. Er ist Spra­chen-Pro­fes­sor und spricht neun Spra­chen. Eben­so wie Anna, die viel von ihm ler­nen durf­te. “Alle Men­schen waren an eine Spra­che gefes­selt, im bes­ten Fall an zwei oder drei, nur Annas Vater schien voll­kom­men frei zu sein von die­sen Gren­zen, die jeden sonst in der wei­ten, bun­ten Land­schaft von Kra­kau ein­ge­schlos­sen. Er war auf kei­ne Art zu spre­chen beschränkt. Er konn­te sein, was er woll­te. […] Statt eine Spra­che an sei­ne Toch­ter wei­ter­zu­ge­ben, die sie bestimm­te, schenk­te Annas Vater ihr die gan­ze Viel­falt der Spra­chen, die er kann­te…” (Zitat S.14) An jedem Tag der Woche sprach er mit ihr

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Dolf Verroen — Krieg und Freundschaft

Dolf Verroen Krieg und Freundschaft8.Oktober 2016

“Krieg und Freund­schaft” ist das neu­es­te Kin­der­buch von dem bekann­ten, nie­der­län­di­schen Autoren Dolf Ver­ro­en, der in sei­nem Land zahl­rei­che Prei­se gewann und eben­so den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis 2006 sein eigen nen­nen darf (für sei­nen Roman “Wie schön weiß ich bin”). Sein aktu­el­les Werk erzählt die Geschich­te eines Jun­gen in den Nie­der­lan­den wäh­rend der Zeit der Besat­zung durch die Deut­schen, und die einer Freund­schaft. Bewe­gend und mit kla­ren Wor­ten erzählt. Für Kin­der ab 10 Jah­ren, die einen authen­ti­schen Ein­blick in jene Zeit bekom­men möchten.

1940. In den Nie­der­lan­den. Seit der Krieg begon­nen und das Land besetzt ist, hat sich für den jun­gen Joop vie­les ver­än­dert. Ein Mäd­chen aus sei­ner Klas­se, die offen­sicht­lich Jüdin ist, darf nicht mehr in den Unter­richt kom­men. Es gibt nicht mehr von allen Lebens­mit­teln genug. Manch­mal muss man sich lan­ge anstel­len, um etwas zu bekom­men. Tee bei sei­ner Oma? Jetzt gibt es nur noch ekli­gen Ersatz­tee. Dafür hat Joop einen neu­en Freund gefun­den: “Ich weiß nicht, ob es an mir lag oder an mei­ner Bril­le, aber eigent­lich habe ich mich immer als Außen­sei­ter gefühlt. Egal, wie viel Mühe ich mir gab. Kees war auch ein Außen­sei­ter. […] Er war erst ein hal­bes Jahr bei uns auf der Schu­le. Ich ver­stand nicht, wie es sein konn­te, aber als er mich zum ers­ten Mal ansah, wuss­te ich, wir wür­den Freun­de wer­den.” (Zitat S.10ff) Kees wohnt in der Stadt und Joops Mut­ter mag ihn irgend­wie nicht, aber die bei­den ver­ste­hen sich gut und unter­neh­men öfters etwas zusam­men. Und sie ste­hen einander 

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Linda Sue Park — Der lange Weg zum Wasser

Linda Sue Park Der lange Weg zum Wasser3.Februar 2016

Die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Lin­da Sue Park hat mit “Der lan­ge Weg zum Was­ser” einen Roman geschrie­ben, der auf einer wah­ren Geschich­te beruht. Ein­fühl­sam und sehr ergrei­fend erzählt sie die Geschich­te zwei­er Men­schen, die zu unter­schied­li­chen Zei­ten im süd­li­chen Sudan ums Über­le­ben kämp­fen. Ein Buch über die Grund­be­dürf­nis­se des Men­schen, über Flucht, Hoff­nungs­lo­sig­keit, Ängs­te, Nöte und Sor­gen. Und über die Sehn­sucht nach einem bes­se­ren Leben. Ein lesens­wer­tes Buch! Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren und Erwachsene.

Afri­ka. Süd­li­cher Sudan. 1985. Der 11-jäh­ri­ge Sal­va sitzt gera­de im Schul­un­ter­richt, als die Schüs­se ertö­nen. “Die meis­ten Men­schen, die im Nor­den leb­ten, waren Mos­lems, und die Regie­rung woll­te, dass der gesam­te Sudan zu einem mus­li­mi­schen Land wur­de — zu einem Land, in dem die Regeln des Islam befolgt wür­den. Aber die Men­schen im Süden hat­te ande­re Reli­gio­nen und woll­ten nicht gezwun­gen wer­den, sich zum Islam zu beken­nen. Sie began­nen damit, um die Unab­hän­gig­keit vom Nor­den zu kämp­fen. Die Kämp­fe fan­den über­all im süd­li­chen Sudan statt, und nun war er Krieg auch dort ange­kom­men, wo Sal­va leb­te.” (Zitat aus “Der lan­ge Weg zum Was­ser” S.12) Der Leh­rer ruft den Schü­lern zu, dass sie kei­nes­wegs in ihre Dör­fer zurück, son­dern in den Busch hin­ein­lau­fen sol­len. Weg von sei­ner Fami­lie? Das gefällt Sal­va gar nicht, doch es ist 

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Nana Rademacher — Wir waren hier

Nana Rademacher Wir waren hier26.Januar 2016

“Wir waren hier” von der deut­schen Autorin Nana Rade­ma­cher ist ein dys­to­pi­scher Roman über ein zer­stör­tes Ber­lin im Jah­re 2039. Eine Geschich­te übers Über­le­ben, über die Sehn­sucht nach einer bes­se­ren Welt und die einer Lie­be mit­ten in den Zei­ten eines end­lo­sen Krie­ges. Schwer­mü­tig und bewe­gend. Zum Nach­den­ken anre­gend. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und Erwachsene.

Ber­lin. 2039. Eine Mili­tär­re­gie­rung hat die Stadt über­nom­men. Die 15-jäh­ri­ge Anna und ihre Eltern leben in stän­di­ger Angst und Sor­ge. Es herrscht Krieg. Vor Jah­ren hat er begon­nen, Anna weiß nicht ein­mal mehr genau, wer ange­fan­gen hat. Es war irgend­ei­ne Wirt­schafts­kri­se, es waren Natur­ka­ta­stro­phen, es waren Krie­ge um Res­sour­cen. Jetzt ist es von einem Krieg von Staa­ten zu einem Bür­ger­krieg gewor­den. Nir­gend­wo kann man sich mehr sicher füh­len. “Vor einer Woche oder so ging es auf ein­mal wie­der los. Wie ein Vul­kan unter Druck, der plötz­lich aus­bricht. Aber nie ändert sich was. Alles wird nur schlim­mer. Wir ren­nen von Ecke zu Ecke. Sprin­gen, so schnell es geht, über die Schutt­ber­ge. Immer wie­der wird geschos­sen…”(Zitat S.16) Mal gibt es Strom, mal nicht. Mit Nah­rungs­mit­teln wer­den sie nur not­dürf­tig von den Sol­da­ten ver­sorgt. Hun­ger zu haben, das ist an der Tages­ord­nung. Annas Mut­ter ist nur noch

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