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Isabell Beer — Bis einer stirbt: Drogenszene Internet — Die Geschichte von Leyla und Josh


Kasimira8.Januar 2022

Die aus­ge­zeich­ne­te, deut­sche Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­lis­tin Isa­bell Beer, die sich auf Online-Recher­chen spe­zia­li­siert hat, hat ein Jahr lang recher­chiert, um zunächst eine Repor­ta­ge über den Teen­ager Josh zu schrei­ben (erschie­nen in der ZEIT) und schließ­lich das Sach­buch “Bis einer stirbt: Dro­gen­sze­ne Inter­net — Die Geschich­te von Ley­la und Josh” zu ver­öf­fent­li­chen. Sie stellt zwei Jugend­li­che in den Mit­tel­punkt, die regel­mä­ßig Dro­gen kon­su­mie­ren und erzählt deren Lebens­ge­schich­ten. “Wir Kin­der vom Bahn­hof Zoo” in der heu­ti­gen Zeit. Hef­tig. Erschre­ckend. Bewe­gend. Ein Buch, das nichts aus­blen­det und wich­ti­ge Auf­klä­rungs­ar­beit leis­tet, ohne zu bewer­ten. Buch­stäb­lich “har­ter (Lese-)Stoff” für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Josh wächst in länd­li­cher Idyl­le auf. Er ist “ruhig und sen­si­bel, ein Träu­mer” (Zitat aus “Bis einer stirbt” S.14) und lässt sich für kaum etwas begeis­tern. Für kei­ne der Sport­ar­ten, die sei­ne Eltern ihn aus­pro­bie­ren las­sen. Am liebs­ten ist er in sei­nen eige­nen vier Wän­den. Anstren­gun­gen ver­mei­det er. In der Schu­le eben­so wie im Pri­va­ten. Trotz­dem ist er ein guter Schü­ler, kommt aufs Gym­na­si­um. “Als er in die Puber­tät kommt, zieht er sich wei­ter zurück. Nachts, wenn sei­ne Eltern schla­fen, schleicht er in den Kel­ler, wo der Com­pu­ter steht, und trifft sich in der Online-Welt mit gleich­ge­sinn­ten Zockern.” (Zitat S.19) Freun­de trifft er im ech­ten Leben nicht mehr. Bald wird er in der Schu­le schlech­ter, lässt sich kaum mehr von sei­nem PC weg­lo­cken. Weil sei­ne Eltern sich nicht anders zu hel­fen wis­sen, schi­cken sie Josh… Weiterlesen!