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Gabriele Clima — Der Sonne nach

Kasimira22.Mai 2020

Der ita­lie­ni­sche Autor Gabrie­le Cli­ma wur­de für sei­nen Roman “Der Son­ne nach” mit dem Ander­sen Pri­ze für das bes­te Jugend­buch aus­ge­zeich­net. Außer­dem schaff­te er es auf die Aus­wahl­lis­te des IBBY (Inter­na­tio­na­les Kura­to­ri­um für das Jugend­buch) als bes­tes Buch über einen behin­der­ten Jun­gen. Ein Road­mo­vie, eine Freund­schafts­ge­schich­te zwi­schen einem Unru­he­stif­ter und einem Jun­gen, der im Roll­stuhl sitzt. Flott und äußerst unter­halt­sam erzählt. Eine kurz­wei­li­ge, rund­her­um gelun­ge­ne Geschich­te, die im Gedächt­nis bleibt. Der Ver­lag wirbt mit “Ziem­lich bes­te Freun­de” für Jugend­li­che — ich sage “ziem­lich bes­te Unter­hal­tung” für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren;-) Und natür­lich für Erwach­se­ne. Nun neu als Taschen­buch erschie­nen. Ab 2021 übri­gens Prü­fungs­lek­tü­re für Haupt- und Realschulen.

Der 16-jäh­ri­ge Dario hat mal wie­der Mist gebaut. Eine Tür­klin­ke ist ihm in sei­nem Wut­aus­bruch zum Opfer gefal­len, die Leh­re­rin hat ihn sofort zum Direk­tor geschickt, als er ver­är­gert aus dem Klas­sen­zim­mer gestürmt ist und laut die Türe zuknal­len ließ“Du bist eine Nie­te, Dario, aus dir wird nie was”, hat­te sie zu ihm gesagt. “Das weiß doch jeder, oder? Auch dein Vater. Des­we­gen hat er sich ja davon­ge­macht.” Das hat­te sie zu ihm gesagt, vor der gan­zen Klas­se, ein­fach so, als ob nichts dabei wäre.” (Zitat aus “Der Son­ne nach” S.7) Dass sei­ne ver­hass­te Leh­re­rin ihn Nie­te nann­te, dar­an war er schon gewöhnt. Aber nun ver­don­nert ihn der Direktor … Weiterlesen!

Sharon M. Draper — Out of my mind: Mit Worten kann ich fliegen

Sharon M. Draper - Out of my mind Mit Worten kann ich fliegen

23.Februar 2016

Nor­ma­ler­wei­se begin­ne ich eine Rezen­si­on ganz anders, aber bei “Out of my mind: Mit Wor­ten kann ich flie­gen” von der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Sharon M. Dra­per muss ich eine Aus­nah­me machen. Ich lese in der Woche im Durch­schnitt zwei bis drei Bücher, im Jahr unge­fähr 120 Titel. Davon bekom­men nur maxi­mal 1–3 Bücher im Jahr einen Ehren­platz im Regal. “Mit Wor­ten kann ich flie­gen” wird die­ses Jahr (bezieht sich auf die Hard­co­ver­aus­ga­be, März 2014) einen davon erhal­ten! Ein aus­ge­spro­chen berüh­ren­der Roman. Eine Geschich­te, die — und das ist mir wirk­lich noch nie pas­siert — mir sogar beim Lesen die Freu­den­trä­nen in die Augen getrie­ben hat — und mir auch nach dem Ende der Lek­tü­re so schnell nicht aus dem Kopf gegan­gen ist. Ich schrei­be dies sel­ten, aber die­ses Buch ist defi­ni­tiv eines, das gele­sen wer­den soll­te ! Für Jugend­li­che allen Alters (frü­hes­tens ab 11 Jah­ren) und beson­ders für Erwachsene.

Melo­dy ist elf Jah­re alt. Sie kann nicht allei­ne essen, nicht auf Toi­let­te gehen, nicht lau­fen und vor allem nicht spre­chen. Sie lei­det schon seit frü­hers­ter Kind­heit an einer zere­bra­len Kin­der­läh­mung und muss in einem Roll­stuhl fest­ge­schnallt wer­den. Das Leben für sie und ihre Eltern ist nicht immer ein­fach. Doch Melo­dy ist ein erstaun­li­ches Kind. Sie ist super intel­li­gent, hat ein foto­gra­phi­sches Gedächt­nis und liebt die Magie der Wör­ter, auch wenn sie selbst nur ein­zel­ne Lau­te von sich geben kann. Von vie­len wird sie schlicht­weg unter­schätzt und für dumm gehal­ten. Vor­ur­tei­le und Ableh­nung prägen… Weiterlesen!

Kathy Stinson — Die Wahrheit über Ivy

Kathy Stinson - Die Wahrheit über Ivy - cbt27.Juli 2014

Die Wahr­heit über Ivy” von der kana­di­schen Autorin Kathy Stin­son ist ein kurz­wei­li­ges Buch über Behin­de­rung, den Wert eines Men­schen­le­bens und dem Schmerz eines Ver­lus­tes. Eine wirk­lich betrof­fen machen­de Geschich­te, die noch lan­ge nach­wir­ken wird. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

David liebt sei­ne klei­ne Schwes­ter Ivy. Aber er lei­det zuwei­len auch unter ihr. Denn Ivy ist kein ein­fa­ches Kind. Ivy ist behin­dert. Schon seit Geburt an. Sie hat kann nicht lau­fen, spricht nur wenig und undeut­lich und benimmt sich wie ein klei­nes Baby, obwohl sie 11 Jah­re alt ist. Freun­de besu­chen David nicht mehr zu Hau­se, seit sie zum Bei­spiel gese­hen haben, wie Ivy in ihre Hand schnäuzt und die­se dann ableckt. Han­nah aus dem Nach­bar­haus ist da glück­li­cher­wei­se anders. Sie ist dort mit ihrer Fami­lie neu hin­ge­zo­gen und ihre Müt­ter kann­ten sich bereits von frü­her. Des­halb darf Han­nah, die Ivy wirk­lich zu mögen scheint, David und sei­ner Fami­lie auch beglei­ten, als sie für ein paar Tage in ein Feri­en­haus ans Meer fah­ren. Die Zeit dort ist schön, auch wenn David sich manch­mal etwas unsicht­bar fühlt und mit Han­nah, in die er sich ver­liebt hat, ger­ne Zeit allei­ne ver­brin­gen möch­te. Als ihm Letz­te­res end­lich gelingt, ist der Schreck groß, als sie von ihrem Spa­zier­gang zu Zweit zurück­keh­ren und auf ein­mal der Kran­ken­wa­gen vor dem Feri­en­haus hält. Ivy. Beim Plät­schern im Was­ser mit ihrem Vater hat sie wie­der einen Anfall bekom­men, wie so häu­fig in letz­ter Zeit und ist dabei ertrun­ken! Der Schock und die Trauer … Weiterlesen!