Stephenie Meyer — Biss zur Mitternachtssonne

Kasimira26.August 2020

Ein neu­es Buch von der ame­ri­ka­ni­schen Best­sel­ler­au­torin Ste­phe­nie Mey­er: “Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne” zählt offi­zi­ell als Band 5 der erfolg­rei­chen “Twi­light”-Saga — die sich welt­wei­ter über 155 Mil­lio­nen ver­kauft hat — und ist gleich­zei­tig die Geschich­te von Band 1 Biss zum Mor­gen­grau­en”, die nun noch ein­mal erzählt wird, aller­dings aus der Per­spek­ti­ve von Vam­pir Edward. Dar­auf haben vie­le Fans gewar­tet! So hat die Autorin doch mehr als 13 Jah­re dar­an gear­bei­tet. Ein beson­de­rer Blick­win­kel, ein neu­es Auf­le­ben alter Begeis­te­rung, die bei zahl­rei­chen mitt­ler­wei­le erwach­sen gewor­de­nen Lesern doch wie­der auf­taucht. Irgend­wie nost­al­gisch;-) Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Eine neue Schü­le­rin an der Forks High­school. Das bemerkt auch Edward, der seit Jahr­zehn­ten bereits Vam­pir ist und die­ses Geheim­nis bis­her erfolg­reich vor sei­nen Mit­schü­lern ver­ber­gen konn­te. “Immer wie­der sah ich das neue Gesicht aus allen mög­li­chen Blick­win­keln in den Gedan­ken der ande­ren. Nur ein ganz gewöhn­li­ches Mäd­chen. Der Wir­bel um ihre Ankunft war auf ermü­den­de Wei­se vor­her­seh­bar — als hiel­te man einer Grup­pe Klein­kin­der einen glit­zern­den Gegen­stand hin.” (Zitat aus “Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne” S.7) Zusam­men mit sei­nen Adop­tiv­ge­schwis­tern Ali­ce, Emmett, Rosa­lie und Jasper besucht Edward seit zwei Jah­ren die High­scool, um dort sei­nen Abschluss zu machen. Dass er Gedan­ken lesen kann, weiß außerKasimiraihnen und sei­nen Adop­tiv­el­tern Car­lis­le und Esme, die alle eben­falls Vam­pi­re sind, nie­mand. Doch dass die Fami­lie Cul­len etwas anders ist, das scheint offen­sicht­lich — so haben sie doch alle sehr hel­le Haut — und blei­ben lie­ber unter sich. Unbe­wusst schei­nen die ande­ren Schü­ler auch zu ahnen, dass eine gewis­se Gefahr von ihnen aus­geht. Aber die Vam­pir­fa­mi­lie ernährt sich aus­schließ­lich von tie­ri­schem Blut, hat schon seit lan­gem (oder nie) Men­schen getö­tet um sich von deren Blut zu ernäh­ren. Auch Edward ist froh dar­über, die­se Wand­lung voll­zo­gen zu haben und gegen das Mons­ter in sei­nem Kopf ange­kämpft zu haben. Bis er auf Bel­la Swan trifft, die neue Mit­schü­le­rin: “Ihr Geruch traf mich wie ein Ramm­bock, wie eine explo­die­ren­de Gra­na­te. Kein Bild könn­te die Gewalt des­sen beschrei­ben, was in die­sem Augen­blick mit mir geschah. Ich war auf der Stel­le ver­wan­delt. Von einem Moment auf den ande­ren hat­te ich nichts mehr mit dem Men­schen gemein, der ich ein­mal gewe­sen war; von den Über­res­ten der Mensch­lich­keit, in die ich mich all die Jah­re geklei­det Kasimirahat­te, blieb nichts übrig. Ich war ein Raub­tier und sie war mei­ne Beu­te. (Zitat S.18ff) Bel­la sitzt im Bio­lo­gie­un­ter­richt neben ihm und Edward nimmt ihren Geruch wahr. Den süßes­ten und köst­lichs­ten Geruch von Blut, dem er je begeg­net ist. Unter Qua­len und mit aller­lei Tötungs­phan­ta­sien schafft er es nur mit Mühe die Unter­richts­stun­de zu been­den, ohne sich sofort auf sie zu stür­zen. Was soll er nun tun? Soll er tat­säch­lich die Stadt ver­las­sen, um sich und sei­ne Fami­lie zu schüt­zen? “War­um muss­te sie hier­her­kom­men? War­um muss­te es sie geben? War­um muss­te sie das biss­chen Frie­den zer­stö­ren, das ich in die­sem Nicht-Leben hat­te? War­um war die­ses uner­träg­li­che Mäd­chen über­haupt gebo­ren wor­den? Sie war mein Unter­gang. (Zitat S.23) Aber dann stellt Edward fest, dass es gar nicht so ein­fach ist, von Bel­la nicht fas­zi­niert zu sein. Und er ret­tet sie vor einem her­an­fah­ren­den Wagen. Aller­dings unter Ein­set­zung sei­ner über­na­tür­li­chen Kräf­te. Und Bel­la scheint ihm und sei­nem KasimiraGeheim­nis all­mäh­lich auf die Schli­che zu kom­men…

Ein fas­zi­nie­ren­des Cover, das optisch her­vor­sticht. War­um ein Gra­nat­ap­fel? Als Sym­bol für Frucht­bar­keit und Leben, aber auch für Blut und Tod, scheint dies in Bezug auf die Unter­schied­lich­keit der Haupt­fi­gu­ren äußerst pas­send zu sein. Mehr wird im Innen­teil noch dazu erklärt. Inter­es­sant ist, dass Ste­phe­nie Mey­er das ers­te Kapi­tel aus Edwards Sicht als Tea­ser bereits vor Jah­ren auf ihrer Home­page ver­öf­fent­lich­te. Auch aus­ge­wähl­te Buch­hand­lun­gen erhiel­ten 2006 als “Dan­ke­schön” für den uner­war­te­ten Erfolg in Deutsch­land das ers­te Kapi­tel des Buches in gedruck­ter Ver­si­on. Ein klei­nes 46 Sei­ten dün­nes Büch­lein mit dem Titel “Edward: Auf den ers­ten Blick”, das käuf­lich offi­zi­ell nie zu erwer­ben war. Die Autorin gab im August 2008 jedoch auf ihrer Home­page bekannt, dass sieKasimira — die mitt­ler­wei­le schon meh­re­re Kapi­tel geschrie­ben hat­te — das Wei­ter­schrei­ben nun ein­stell­te, da ihre Ent­wür­fe ille­gal im Inter­net ver­brei­tet wur­den. Sie stell­te die bis­he­ri­gen Ent­wür­fe von sich aus auf ihrer Home­page zur Ver­fü­gung. Doch irgend­wann schrieb sie dann doch wei­ter und ver­öf­fent­lich­te den hier rezen­sier­ten Titel nach letzt­end­lich über 13 Jah­ren. “Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne” ist ein rich­tig umfang­rei­cher Schmö­ker gewor­den, 841 Sei­ten stark. Zunächst dach­te ich, dass Edwards Sicht­wei­se sich viel­leicht auf alle vier Bän­de bezie­hen könn­te, aber das vor­lie­gen­de Buch behan­delt tat­säch­lich nur den ers­ten Band aus sei­ner Per­spek­ti­ve und laut der Autorin hat­te sie auch nie vor meh­re­re Bän­de neu aus einem ande­ren Blick­win­kel zu schrei­ben. Den­noch ist das Ergeb­nis sehr unter­halt­sam gewor­den. Man taucht rasch wie­der ein in die “Twi­light”-Welt, erin­nert sich wie­der an die alten Cha­rak­te­re und Bege­ben­hei­ten. Und beson­ders Edwards Fähig­keit Gedan­ken zuKasimira lesen, gibt viel Auf­schluss und neue Erkennt­nis­se über so man­che Figu­ren. “Es fiel in mei­ne Ver­ant­wor­tung, ihre Reak­ti­on zu über­prü­fen. Ich war für mei­ne Fami­lie eine Art Wäch­ter — ein bes­se­res Wort fiel mir nicht ein. Damit soll­te ich uns schüt­zen. Falls ein­mal jemand Ver­dacht schöpf­te, konn­te ich die ande­ren früh­zei­tig war­nen und zum Rück­zug bla­sen.” (Zitat S.13) Dass Edward zum Bei­spiel am Anfang bereits die Flucht vor Bel­la ergreift und die Stadt ver­las­sen will, sind auch so inter­es­san­te Neben­de­tails, die man aus Bel­las Sicht natür­lich bis­her noch nicht erfah­ren konn­te. Man­che Kapi­tel­über­schrif­ten sind tat­säch­lich mit “Biss zum Mor­gen­grau­en” iden­tisch, man­che sind hin­zu­ge­fügt. Bei eini­gen Kapi­teln fällt auf, dass die Dia­lo­ge fast 1:1 aus dem ers­ten (deut­schen) Band über­nom­men wur­den. Die Autorin hat hier wirk­lich exakt gear­bei­tet. Manch­mal macht es tat­säch­lich Spaß bei­de Bücher neben­ein­an­der zu legen und die Sicht­wei­sen aus bei­den mit­ein­an­der zu ver­glei­chen;-) JedocKasimirah muss ich per­sön­lich sagen, dass das, was damals den Reiz beim Lesen aus­mach­te, mit einem Per­spek­tiv­wech­sel nicht mehr zu errei­chen ist. Irgend­wie kennt man die Geschich­te ja schon, es ist nichts Neu­es mehr. An man­chen Stel­len ist es fast etwas zu aus­führ­lich und mit vie­len Neben­ge­schich­ten aus­ge­schmückt. Für Fans natür­lich ein Muss, aber Bel­las Sicht hat mir doch etwas bes­ser gefal­len. Aber am bes­ten selbst lesen und sich eine eige­ne Mei­nung bil­den!

Du kennst die “Twi­ligth”-Rei­he noch nicht? Dann star­te am bes­ten mit dem ers­ten Band “Bis(s) zum Mor­gen­grau­en”. Die nach­fol­gen­den Bän­de sind “Bis(s) zur Mit­tags­stun­de”“Bis(s) zum Abend­rot” und “Bis(s) zum Ende der Nacht”Dann gab es noch ein Spin-Off zur Rei­he, das eine Neben­fi­gur in den Mit­tel­punkt setzt “Bis(s) zum ers­ten Son­nen­strahl: Das kur­ze, zwei­te Leben der Bree Tan­ner”Zum zehn­jäh­ri­gen “Twi­light”-Jubi­lä­um erschien 2015 der Dop­pel­band “Bis(s) in alle Ewig­keit”, der soLesealternativenwohl Band 1 ent­hielt, als auch eine Zusatz­ge­schich­te, in der Bel­la und Edward kur­zer­hand die Rol­len tausch­ten: ein Beau­fort Swan zieht nach Forks und trifft dort auf die Vam­pi­rin Edy­the Cul­len. Ver­öf­fent­licht wur­de 2011 eben­falls ein Hand­buch zur Twi­light-Welt: “Die Welt von Bel­la und Edward: Das Bis(s)-Handbuch”. Band 1 und 2 der Rei­he erschie­nen auch als Gra­phic Novel. Außer­dem schrieb Ste­phe­nie Mey­er noch den Sci­ence-Fic­tion-Roman “See­len”, der eben­falls ver­filmt wur­de. Du suchst Lese­al­ter­na­ti­ve zur “Bis(s)”-Rei­he? Inhalt­lich sehr ähn­lich ist “Der Kuss des Dämon” von Lynn Raven, das mit “Das Herz des Dämons” und “Das Blut des Dämons” fort­ge­setzt wird. Oder lies die “Obsi­di­an”-Rei­he von Jen­ni­fer Arment­rout, die “Gött­lich”-Rei­he von Jose­phi­ne Ange­li­ni, die “Shadow Falls Camp”- Rei­he von C.C.Hunteri, die “Fal­len”-Rei­he von Lau­ren Kate. Bril­lant fand ich auch “Ich fürch­te mich nicht” von Taher­eh Mafi. Ande­re tol­le dys­to­pi­sche Rei­hen sind “Cas­sia & Ky”-Rei­he von Ally Con­die und die “God­sped”-Rei­he von Beth Revis.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58446-5
Erscheinungsdatum: 4.August 2020
Einbandart: Hardcover
Preis: 28,00€
Seitenzahl: 848
Übersetzer: Sylke Hachmeister, Annette von der Weppen, Hennig Ahrens, Alexandra Rak
Originaltitel: "Midnight Sun"
Originalverlag: Little Brown Books Group

Amerikanisches Originalcover:
Kasimira
 










Verlagstrailer:
 

Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Little Brown Book Group

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