Stella Tack — Night of Crowns: Spiel um dein Schicksal

Kasimira17.Februar 2020

Die deut­sche Autorin Stel­la Tack star­tet mit “Night of Crowns: Spiel um dein Schick­sal” den Auf­takt für eine zwei­tei­li­ge Fan­ta­sy­rei­he, die in den Leser auf zwei ent­le­ge­ne Inter­na­te führt, auf denen ein Fluch las­tet. Ein jun­ges Mäd­chen, das mit­ten im Spiel­feld lan­det — in einen Kampf zwi­schen Gut und Böse, Schwarz und Weiß und all den Nuan­cen dazwi­schen, Lie­be inklu­si­ve. Span­nend, mit­rei­ßend und gefühl­voll. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Sie blei­ben eher unter sich und las­sen sich äußerst sel­ten in dem klei­nen Städt­chen Fox­croft bli­cken. Die Inter­nats­schü­ler von den benach­bar­ten Pri­vat­schu­len St.Burrington und Ches­ter­field. Doch wenn sie mal eine ihre legen­dä­ren Par­tys im Wald schmei­ßen, dann sind auch vie­le der städ­ti­schen Schü­ler mit dabei. “Geheim­nis­voll, reich und heiß” (Zitat aus “Night of Crowns” S.18), das sind sie ja schließ­lich doch irgend­wie. Des­halb beglei­tet die 17-jäh­ri­ge Ali­ce, die erst seit zwei Jah­ren in Fox­croft wohnt, auch ihre bes­te Freun­din Cody zu eben jener legen­dä­ren Par­ty, die mal wie­der heim­lich im Wald gefei­ert wird. Als sie jedoch einen Inter­nats­schü­ler zum Inter­nat beglei­tetKasimira, um ihm beim Tra­gen von Geträn­ken zu hel­fen, pas­siert etwas völ­lig Ver­stö­ren­des, des­sen sie Zeu­ge wird. “Was an die­sem Tag pas­siert war, hat­te ich nie­man­dem erzählt. Nur lei­der lie­ßen sich die Gerüch­te nicht ersti­cken, die kur­sier­ten, seit ich schrei­end und um mich schla­gend aus dem Wald gestürzt war. Cody hat­te schon so oft ver­sucht, mit mir zu reden, aber was soll­te ich ihr sagen, ohne voll­kom­men durch­ge­knallt zu klin­gen? (Zitat S.49) Seit die­sem Tag ist Ali­ce völ­lig ver­än­dert. Hat Hal­lu­zi­na­tio­nen und kann kein rich­ti­ges Leben mehr füh­ren. Sieht Din­ge, die es nicht geben kann und die nur sie sieht. “Sie ver­folg­ten mich wie ein leben­di­ger Alp­traum, und lang­sam gin­gen mir die Erklä­run­gen aus, die nicht dar­auf hin­aus­lie­fen, dass ich ver­rückt gewor­den war.” (Zitat S.32) In der Schu­le wer­den ihre Noten schlech­ter und schlech­ter. Und Kasimiraauch all ihre Ver­su­che das Pro­blem zu lösen oder mit dem Inter­nats­schü­ler Kon­takt auf­zu­neh­men schei­tern rigo­ros. Bis ihre Leh­re­rin ihr eines Tages einen unge­wöhn­li­chen Vor­schlag macht. “Direk­tor Ches­ter­field ist ein alter Bekann­ter von mir. Ich habe mit ihm gespro­chen, und er ist bereit, dich alle Fächer, in denen du durch­ge­fal­len bist, in den Som­mer­kur­sen des Inter­nats nach­ho­len zu las­sen.” (Zitat S.45) Ali­ce darf auf das Inter­nat Ches­ter­field gehen. Und kann nun viel­leicht sogar end­lich her­aus­fin­den, was mit ihr pas­siert ist. Dabei gelangt sie uner­war­tet in die Fän­ge eines Spiels, das dort seit Jahr­hun­der­ten schon gespielt wird…

KasimiraWas am Anfang in “Night of Crowns: Spiel um dein Schick­sal” pas­siert, damit hät­te ich wirk­lich nicht gerech­net. Eine ordent­li­che Por­ti­on Gru­sel erwar­tet den Leser: “Ich öff­ne­te den Mund und spür­te im nächs­ten Augen­blick, wie mich etwas an den Haa­ren kit­zel­te. Als ich hoch­sah, wur­den mei­ne Augen groß. Über den gezack­ten Spit­zen des Tors wim­mel­te es nur so von Spin­nen. Gro­ße, klei­ne, die mit ihren lan­gen, dün­nen, zit­tern­den Bei­nen über­all umher­kro­chen.” (Zitat S.29) Ein “6 Mona­te spä­ter” führt einen direkt ins zwei­te Kapi­tel. Die­sen Anfang und das, was aus Ali­ce gewor­den ist, fand ich höchst fes­selnd zu lesen. Das Mäd­chen berich­tet in der Ich-Per­spek­ti­ve, in einer ange­neh­men, ein­fa­chen, flüs­si­gen, teils jugend­sprach­li­chen Erzähl­wei­se. Im Mit­tel­teil wird es dann lei­der etwas lang­wie­ri­ger, lie­bes­mä­ßig ein biss­chen weKasimiraich­ge­spül­ter und das Kämp­fe­ri­sche — auch wenn die Grund­idee mit dem Schach­spiel echt toll ist — fand ich etwas unin­ter­es­san­ter zu lesen. Doch als sich dann wie­der eini­ges wen­det, kommt die Span­nung glück­li­cher­wei­se schnell wie­der zurück. Ein paar Rück­blen­den auf längst ver­gan­ge­ne Zei­ten machen zudem neu­gie­rig auf die Hin­ter­grün­de des Fluchs und man fragt sich unwei­ger­lich, wie denn ein Ent­kom­men aus dem Gan­zen mög­lich sein könn­te. Zwi­schen­durch wer­den immer wie­der die Regeln des Spiels in kur­zen Sät­zen ein­ge­blen­det oder die Funk­ti­on der ein­zel­nen Spiel­fi­gu­ren. Raf­fi­niert gemacht und mit einer star­ken Hel­din, die immer wie­der für eine Über­ra­schung gut ist. Am Ende wird es noch mal rich­tig schön dra­ma­tisch!

Dir gefällt Stel­la Tacks Erzähl­stil? Dann lies unbe­dingt “Kiss me once” — eine schön roman­ti­sche Lie­bes­ge­schich­te. Zuvor hat sie noch eini­ge Fan­ta­sy­bü­cher gesLesealternativenchrie­ben: “Luzi­fer: Des Teu­fels Sün­de” (2016), “War­ri­or Peace: Gött­li­ches Blut” (2017) und “War­ri­or Peace: Gött­li­cher Zorn” (2018). Jugend­bü­cher, in denen Schach eine Haupt­rol­le spielt? Hier ist die Aus­wahl eher rar. Lies zum Bei­spiel “Sie­gen kann töd­lich sein” von David Klass oder “Ech­te Freun­de” von Dani­el Zima­koff. Flü­che in Jugend­bü­chern gibt es da schon eher: “Die Raben­kö­ni­gin” von Michel­le Nata­scha Weber oder die “Secret Fire”-Rei­he von C.J.Daugherty. Inter­na­t­ro­ma­ne zudem wie Sand am Meer. Lies hier zum Bei­spiel die “Das Tal”-Rei­he von Kry­sty­na Kuhn, Sali­gia: Spiel der Tod­sün­den” von Swant­je Opper­mann, “Eden Aca­de­my” von Lau­ren Mil­ler. Sehr span­nend zu lesen sind zudem “Bloo­dy Wee­kend” von M.A.Bennett und “Der Schein” von Ella Blix. Gut könn­te ich mir auch fol­gen­de Titel vor­stel­len: “Die Erwähl­ten von Ara­nea Hall” von Susan­ne Ger­dom und die “Cho­sen”-Rei­he von Rena Fischer. Mit­ten in ein Spiel hin gerät zudem die Prot­ago­nis­tin in dem span­nen­den “Secret Game” von Ste­pha­nie Has­se.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-347358567-0
Erscheinungsdatum: 22.Januar 2020
Einbandart: Broschur
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 480
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Hörprobe:

Kasimiras Bewertung:

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