Stella Tack — Kiss me twice

Kasimira16.Juli 2020

Die deut­sche Autorin Stel­la Tack legt mit “Kiss me twice” einen neu­en Lie­bes­ro­man vor. Die Geschich­te, die ein Spin-Off zu “Kiss me once”, aber auch kom­plett unab­hän­gig davon zu lesen ist, ent­führt wie­der in die Welt der Body­guards. Dies­mal ist es eine jun­ge Frau, die als Per­so­nen­schüt­ze­rin aus­ge­bil­det wur­de und nun für den Prin­zen eines kana­di­schen Königs­reichs arbei­ten soll. Gro­ße Gefüh­le inklu­si­ve. Eine wun­der­bar leich­te, unter­halt­sa­me, roman­ti­sche Som­mer­lek­tü­re! Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Die jun­ge Dai­sy Sil­ver, die von allen nur Sil­ver genannt wer­den möch­te, hat es im Leben bis­her nicht leicht gehabt. Als sie vier Jah­re alt war, starb ihre Mut­ter an Krebs. “Mein Dad war damals schon viel fort gewe­sen, doch seit­dem kam er fast gar nicht mehr nach Hau­se. Er war schlicht­weg über­for­dert mit sich selbst, dem Ver­lust sei­ner Frau, der Welt und einer wei­nen­den Vier­jäh­ri­gen gewe­sen. Er hat­te mich zu Tan­te Mer­ryl gebracht.” (Zitat aus “Kiss me twice” S.17) Eine Tan­te, die selbst mit der Welt nicht klar­kommt. Die stän­dig ihre Jobs ver­liert und die fal­schen Män­ner mit nach Hau­se bringt. Bereits mit 16 zieht Sil­ver von Zuhau­se aus. Lan­det in einer Abstei­ge. “Im Grun­de war mei­ne Woh­nung eine ein­zi­ge Bruch­bu­de. Aber es war

 mei­ne Bruch­bu­de. Ich finan­zier­te die­se vier dün­nen Wän­de, seit ich mit sechs­zehn end­lich bei mei­ner Tan­te aus­ge­zo­gen Kasimirawar. Seit­dem hat­te ich mich neben der High­school und mei­ner Aus­bil­dung mit Kell­ne­rin­nen- und Baby­sit­ter­jobs bei Sher­ly und Josh über Was­ser gehal­ten.” (Zitat S.15) Bei Har­ry, einem Freund ihres Vaters, hat sie eine Aus­bil­dung als Body­guard absol­viert. Aber Sil­ver hat Schwie­rig­kei­ten einen Job zu fin­den. “Frau­en sind in die­sem Job schwer zu ver­mit­teln, beson­ders wenn sie noch so jung sind wie du, Sil­ver” (Zitat S.10) Als sie jedoch am Flug­ha­fen zufäl­lig dem Prin­zen des kana­di­schen Pro­vinz-König­reichs Nova Sco­tia in einer Not­la­ge zur Hil­fe eilt, zeigt die­ser auf ein­mal Inter­es­se — Prinz Pres­cot braucht drin­gend einen Body­guard, dem er ver­trau­en kann. Denn seit sein Vater und sein intri­gan­ter Onkel Oscar um den Titel des Königs kämp­fen, herrscht auf ein­mal ein ganz ande­rer Wind. “Doch ich ver­trau­te den Body­guards mei­nes Onkels ein­fach nicht. […] Und wenn Oscar mich kei­nen Body­guard ein­stel­len ließ, dem ich ver­trau­te, dann muss­te ich mir eben einen suchen, der under­co­ver für mich arbei­te­te. Qua­si Kasimiraeinen heim­li­chen Body­guard, der mei­nen offi­zi­el­len Body­guard im Blick behielt. Einen Secret Body­guard, sozu­sa­gen.” (Zitat S.44) Um den Schein zu wah­ren, gibt Prinz Pres­cot Sil­ver ein­fach als sei­ne Freun­din aus. Doch bald sprü­hen die Fun­ken zwi­schen den bei­den…

Die Auf­ma­chung von “Kiss me twice” ist genau­so glit­zernd schön wie das ers­te Buch aus der Rei­he “Kiss me once”. Nur die Far­be ist eine ande­re. Wie­der­erken­nungs­wert gelun­gen. Der Roman wird sowohl aus Sil­vers, als auch aus Pres­cots Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve erzählt. Vor allem Sil­ver als Cha­rak­ter hat mir sehr gut gefal­len. Eine star­ke, taf­fe Per­sön­lich­keit, die weiß was sie will und gelernt hat sich durch­zu­set­zen: “Tan­te Mer­ryl war kein schlech­ter Mensch, aber sie war unglaub­lich schwach. Zu schwach, um sich selbst oder gar ihre Nich­te vor der Welt beschüt­zen zu kön­nen. Also war ich eben stark gewor­den. Stär­ker als sie, stär­ker als mein Vater.” (Zitat S.17) Pres­cot ist der Prinz, der sich nach Frei­heit sehnt, der auch mal aus Tra­di­tio­nen und Ver­pflich­tun­gen aus­bre­chen Kasimiramöch­te, aber auch gleich­zei­tig ahnt, dass am Königs­hof nicht alle mit offe­nen Kar­ten spie­len. Der Erzähl­stil von Stel­la Tack ist sehr ange­nehm. Sie hat eine sehr locke­re, flüs­si­ge, pfif­fi­ge und sogar manch­mal recht fre­che und humor­vol­le Art zu schrei­ben: “Jupp, die Gegend hier war wirk­lich Zucker. Aber zumin­dest muss­te ich mir um mei­ne Sicher­heit kei­ne Sor­gen machen. Mit den weni­gen Ker­len, die sich tat­säch­lich getraut hat­ten, mir blöd zu kom­men, hat­te ich den Asphalt auf­ge­wischt.” (Zitat S.19) Inter­es­san­ter­wei­se tau­chen in dem Roman auch wie­der Figu­ren aus dem ers­ten Buch auf (Ivy, Ryan und Alex). Ryan, des­sen Vater Har­ry ist, ist der bes­te Freund von Sil­ver. Wobei “Kiss me twice” wirk­lich auch unab­hän­gig von “Kiss me once” gele­sen wer­den kann. Die Geschich­te ist roman­tisch (mit ganz wenig Kitsch), aber auch span­nend — hin­sicht­lich der Intri­gen, die am Königs­hof geschmie­det wer­den und erst noch auf­ge­deckt wer­den müs­sen. Mir hat es tat­säch­lich fast noch etwas bes­ser gefal­len als das ers­te Buch. Aber am bes­ten sel­ber lesen und eine eige­ne Mei­nung bil­den;-)

Dir gefällt “Kiss me twice”? Dann lies noch das ers­te Buch der Rei­he “Kiss me once”. Und wer weiß, viel­leicht dür­fen wir ja noch mit einem “Kiss me thri­ce” irgend­wann rechnen*g*. Span­nend, mit­rei­ßend und gefühl­voll ist auch der ers­te Teil ihres FantLesealternativenasy-Zwei­tei­lers “Night of Crowns: Spiel um dein Schick­sal”, das Ende des Jah­res mit “Kämpf um dein Herz” fort­ge­setzt wer­den wird. Ande­re Fan­ta­sy­ti­tel von Stel­la Tack sind “Luzi­fer: Des Teu­fels Sün­de”“War­ri­or Peace: Gött­li­ches Blut”  und “War­ri­or Peace: Gött­li­cher Zorn”Du suchst eine inhalt­li­che Alter­na­ti­ve zu “Kiss me twice”? Sich in sei­nen Per­so­nen­schüt­zer ver­lie­ben — das pas­siert den Prot­ago­nis­ten in “Mein Leben für dich” von Annet­te Moser (sehr unter­halt­sam!), in “Kiss & Crime: Zeu­gen­kuss­pro­gramm” von Eva Völ­ler (Rei­he) und in “Keep me safe” von Sarah Alder­son (Geheim­tipp, Span­nung & Roman­tik). Eine gefak­te Bezie­hung spie­len auch die Figu­ren in die­sen Büchern nur vor: “Almost” von Anne Eli­ot (bril­lant!) und “Lie­be ist die schöns­te Natur­ka­ta­stro­phe der Welt” von Kasie West. Eine Geschich­te, die am Königs­hof spielt, gefällt dir? Dann lies das gelun­ge­ne “Roy­al Hor­ses: Kro­nen­herz” von Jana Hoch (Rei­he).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-58581-6
Erscheinungsdatum: 17.Juni 2020
Einbandart: Broschur
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 448
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Hörprobe:

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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