Stella Tack — Kiss me now

Kasimira6.Mai 2022

Kiss me now” ist der drit­te Teil der “Kiss the Body­guard”-Rei­he von der deut­schen Autorin Stel­la Tack, kann aller­dings auch kom­plett unab­hän­gig von “Kiss me once” und “Kiss me twice” gele­sen wer­den. In der Welt der Body­guards und Royals begeg­net der Leser dies­mal Prin­zes­sin Eve (der Cou­si­ne von Prinz Pres­cot aus Band 2), die auf King­s­ley, den Sohn ihres Body­guards, trifft. Ein Flirt, der gefähr­li­che, töd­li­che Fol­gen hat und einen tie­fen Keil zwi­schen die bei­den treibt. Den­noch über­nimmt King­s­ley die Auf­ga­be die Prin­zes­sin zu beschüt­zen, als ein Mord auf ihrem Inter­nat geschieht. Unter­halt­sam, roman­tisch und äußerst umfang­reich (stol­ze 614 Buch­sei­ten, inklu­si­ve Bonus­ge­schich­te). Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

King­s­ley hat Mist gebaut. Und er ist von der Poli­zei erwischt wor­den. “Ein Abschluss­streich war kein Grund für den Knast. Ein­bruch lei­der schon. Genau­so wie das zer­stör­te Büro. Was mei­nen Arsch jetzt noch ret­te­te, war mei­ne Min­der­jäh­rig­keit. Vor­aus­ge­setzt, mei­ne Mom ließ mich am Leben.” (Zitat aus “Kiss me now” S.32) King­s­ley ist mit zwei Kum­pels in eine Schu­le ein­ge­bro­chen. Eigent­lich woll­te er nur sei­nem Kum­pel Dex­ter bei sei­nem Rache­feld­zug gegen sei­nen Vater hel­fen, der der Direk­tor dort ist, doch das Gan­ze eska­liert, als sein Kum­pel auch nochKasimiradas Schul­bü­ro zer­stört und sie schließ­lich vor der Poli­zei flüch­ten müs­sen. Aus­ge­rech­net King­s­ley wird als Ein­zi­ger ertappt, aber dann von sei­ner Mut­ter von der Poli­zei abge­holt. “Kommt jetzt der Punkt, an dem du mir den Haus­ar­rest mei­nes Lebens ver­passt?” “Nein, das ist der Punkt, an dem ich dich nach Kana­da zu dei­nem Vater schi­cke.” “Du… Was?” (Zitat S.46) King­s­ley hat sei­nen Vater, der die Fami­lie vor vie­len Jah­ren ver­las­sen hat, weil er lie­ber in sei­ne Hei­mat zurück­woll­te, schon seit Ewig­kei­ten nicht mehr gese­hen und kein beson­ders gutes Ver­hält­nis zu ihm. Sein Vater arbei­tet am Königs­pa­last in Nova Sco­tia, wo er seit vie­len Jah­ren schon für die Sicher­heit der 15-jäh­ri­gen Evan­ge­li­ne, genannt Eve, sorgt. Das Mäd­chen, das sich oft in Tag­träu­men ver­liert und von ihrem ers­ten Kuss träumt: “Ich darf weder in die Stadt noch sonst den Palast ver­las­sen, ohne dabei min­des­tens ein hal­bes Dut­zend Men­schen hin­ter mir her­zu­zie­hen wie bei einer Para­de.” (Zitat S.68) Doch kaum dass King­s­ley bei sei­nem Vater ange­kom­men ist, und eigent­lich schon wie­der die Flucht ergrei­fen will, stößt er mit der Prin­zes­sin zusam­men und sie schlei­chen sich bei­de aus dem Palast. “Ich gehe zu der Par­ty.” […] “Allein?”, hak­te er nach. “Ich habe mein Ego und mei­nen bestechen­den Charme dabei. Inso­fern sind wir qua­si zu dritt. Das schaf­fen wir schon.” “Du bist echt die selt­sams­te Prin­zes­sin, die mir jemals begeg­net ist”, gab King­s­ley zurück. “Bist du denn schon vie­len Prin­zes­sin­nen begeg­net?” “Zählt Prin­zes­sin Peach von Super Mario?” (Zitat S.100) Als King­s­ley erfährt, dass aus­ge­rech­net sie die­je­ni­ge ist, die sein KasimiraVater eigent­lich beschüt­zen soll, will er ver­mei­den, dass die­ser infol­ge von Eves heim­li­chen Aus­bruch Ärger bekommt und beglei­tet sie auf die Par­ty. Etwas ist zwi­schen den bei­den. Aber dann gera­ten sie plötz­lich in gro­ße Gefahr, als eine rebel­li­sche Grup­pie­rung namens Eat the Rich die Par­ty und spä­ter auch ihr ers­tes Date crasht. Dabei kommt King­s­leys Vater ums Leben, als er Eve vor den Rebel­len schützt. Dies treibt eine tie­fen Keil zwi­schen Eve und King­s­ley. Doch zwei Jah­re spä­ter, als er eine Aus­bil­dung als Body­guard gemacht hat und in die Fuß­stap­fen sei­nes Vaters tre­ten will, soll er aus­ge­rech­net Eve inko­gni­to auf ihrem Inter­nat als Body­guard beschüt­zen. Denn dort ist ein Mord pas­siert und sie könn­te in größ­te Gefahr gera­ten. Nur, dass das hoch eli­tä­re Inter­nat kei­nen Begleit­schutz für Schü­ler erlaubt. Also wird King­s­ley ohne Eves Wis­sen dort als neu­er Schü­ler eingeschleust…

KasimiraDas Cover sieht schön frisch und far­ben­froh aus, reiht sich wun­der­bar ein in die knal­li­gen Far­ben der Vor­gän­ger­wer­ke ein. Man kann “Kiss me now” auch kom­plett unab­hän­gig von den ande­ren Roman zu lesen. Aber natür­lich ist es schö­ner, wenn man “Kiss me once” und “Kiss me twice” kennt, weil das Wie­der­se­hen mit den alten Cha­rak­te­ren dann umso schö­ner ist. Haupt­au­gen­merkt liegt in dem aktu­el­len Werk auf King­s­ley und Eve, die meist abwech­selnd in Ich-Per­spek­ti­ve berich­ten, aber es tau­chen auch Pres­cot (Cou­sin) und Sil­ver auf und spä­ter sogar noch noch Ivy und Ryan und Alex. Letz­te­rer erhält am Ende des Buches sogar noch eine Bonus­ge­schich­te, die sich “Kiss me Alex” nennt. Der Roman lässt sich in zwei Tei­le tei­len. Teil eins spielt haupt­säch­lich am Königs­hof in Nova Sco­tia und Teil zwei dann in dem bri­ti­schen Inter­nat, das Eve besucht. Wäh­rend mich der Teil nun noch nicht gänz­lich fes­seln konn­te, wirkt der zwei­te mit dem völ­lig ande­ren Set­ting des Inter­nats irgend­wie etwas fas­zi­nie­ren­der und der Kon­flikt zwi­schen den Prot­ago­nis­ten noch etwas aus­ge­ar­bei­te­ter. Auch das The­ma Eman­zi­pa­ti­on wird auf unter­halt­sa­me Wei­se mit in die Geschich­te ein­ge­floch­ten, als Eve es schafft als ers­tes Mäd­chen in das Schü­ler­ko­mi­teKasimirae hin­ein­zu­kom­men und sich an ihrer Schu­le, die frü­her eine rei­ne Jun­gen­schu­le war, dafür ein­setzt, dass zum Bei­spiel mehr Mäd­chen­toi­let­ten gebaut wer­den. Die Schreib­art von Stel­la Tack ist sehr ange­nehm und flüs­sig. Sie hat einen eher flot­ten Erzähl­stil und einen mit­un­ter schön tro­cke­nen Humor: “Wir hät­ten den heu­ti­gen Abend ein­fach zu Hau­se blei­ben sol­len. Auf Net­flix gab es ein paar neue Seri­en. Irgend­was mit spre­chen­den Hun­den. Die hät­ten wir uns rein­zie­hen kön­nen. Statt­des­sen war ich jetzt mit einer Hand an einen Stuhl geket­tet, an der ande­ren kleb­te Mayon­nai­se und ich tat so, als wür­de ich Bra­dy zuhö­ren, der mich ohne Unter­lass zutex­te­te. Moment. Viel­leicht soll­te ich mal wie­der nicken. Ich hob den Kopf und nick­te.” (Zitat S.34) Auch die Cha­rak­te­re sind sehr facet­ten­reich. Wie zum Bei­spiel King­s­leys spa­nisch flu­chen­de Mut­ter, deren Sät­ze in Ori­gi­nal­spra­che und mit deut­schen Über­set­zun­gen an der Fuß­leis­te ange­ge­ben sind. “Ich wuss­te, dass es uncool war, sei­ne Mut­ter zu mögen, doch ich tat es. Sie war wie ein pein­li­cher, fröh­li­cher, wild auf Spa­nisch schimp­fen­der Anker. Sonn­tags mach­ten wir uns Quesadil­las, don­ners­tags sahen wir uns zKasimirausam­men den Bache­lor an, und zu mei­nem vier­zehn­ten Geburts­tag hat­te sie mir eine Packung Kon­do­me und einen Joint geschenkt. Wobei sie den Joint selbst rauch­te, wäh­rend sie mich auf­klär­te.” (Zitat S.39) Nur man­che Details waren für mich eher zu gegen­sätz­lich gestal­tet: Einer­seits wird Eve zu Beginn als Tag­träu­me­rin dar­ge­stellt, die ihren ers­ten Kuss sogar ver­stei­gern möch­te und dar­un­ter lei­det nie ohne Beglei­tung her­aus­zu­dür­fen. Dann aber wird sie wie­der alles ande­re als ver­träumt dar­ge­stellt, trinkt Alko­hol und schleicht sich regel­mä­ßig heim­lich auf Par­tys: Eve war ein­deu­tig viel, aber nicht schüch­tern. Sie begann zu tan­zen. Ihre Hüf­ten kreis­ten und zogen mich mit sich. Ihr Atem schlug heiß gegen mei­nen, und ich fühl­te mich davon in kür­zes­ter Zeit bene­bel­ter als vom Alko­hol.” (Zitat S.120) Auch dass King­s­ley sich ihr nach der Par­ty nicht mehr nähern soll, obwohl er sie dort doch beschützt hat, erschien mir nicht ganz schlüs­sig. Dann aber wird ihm sogar die Stel­le sei­nes Vaters ange­bo­ten. Der zwei­te Teil des Buches mit dem Inter­nat-Set­ting hat mir hin­ge­gen rich­tig gut gefal­len, Inter­nats­ge­schich­ten schrei­ben, das kann die Autorin ein­fach (sie­he “Night of crowns”). Die Hand­lung istKasimira ziem­lich span­nend und lässt ein mühe­los die Sei­ten über­flie­gen. Das Ende lässt noch ein paar Fra­gen offen und die­se wer­den lei­der auch in der Zusatz­ge­schich­te “Kiss me Alex”  (die die Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen Alex und Jeff erzählt) nicht beant­wor­tet, dafür gibt es aber eine Über­ra­schung für alle Leser der vor­he­ri­gen Bücher, als tat­säch­lich ein paar Hoch­zeits­glo­cken zu läu­ten dro­hen. In einem Nach­wort gibt Stel­la Tack an, selbst noch nicht so genau zu wis­sen, wie sie die Rei­he fort­set­zen wird und mit wel­chen Per­so­nen. Aber dass sie fort­ge­setzt wird, das ist doch schon mal eine schö­ne Aussicht! :-)

Dir gefällt “Kiss me now” und du kennst die ers­ten bei­den Tei­le noch nicht? Dann hol das unbe­dingt nach und lies “Kiss me once” (Band 1, Geschich­te von Ivy & Ryan) und “Kiss me twice” (Band 2, Geschich­te von Pres­cot & Sil­ver). Span­nend, mit­rei­ßend und gefühl­voll ist auch der ers­te Teil ihres FantLesealternativenasy-Zwei­tei­lers “Night of Crowns: Spiel um dein Schick­sal”, das mit “Kämpf um dein Herz” fort­ge­setzt wird. Ande­re Fan­ta­sy­ti­tel von Stel­la Tack sind “Luzi­fer: Des Teu­fels Sün­de”“War­ri­or Peace: Gött­li­ches Blut”  und “War­ri­or Peace: Gött­li­cher Zorn”. Außer­dem schrieb sie noch die “Stars and Lovers”-Rei­he: “Beat it up” (Band 1), “Light it up” (Band 2) und “Love it up” (Band 3, Erschei­nungs­da­tum August 2022). Du suchst eine inhalt­li­che Alter­na­ti­ve zur “Kiss me…”-Rei­he? Sich in sei­nen Per­so­nen­schüt­zer ver­lie­ben — das pas­siert den Prot­ago­nis­ten in “Mein Leben für dich” von Annet­te Moser (sehr unter­halt­sam!), in “Kiss & Crime: Zeu­gen­kuss­pro­gramm” von Eva Völ­ler (Rei­he) und in “Keep me safe” von Sarah Alder­son (Geheim­tipp, Span­nung & Romantik).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-58617-2
Erscheinungsdatum: 2.Mai 2022
Einbandart: Broschur
Preis: 15,99€
Seitenzahl: 640
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

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Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punkten)

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