Søren Jessen — God Game

Søren Jessen God Game6.Dezember 2012

Der Roman “God Game” des däni­schen Autoren Søren Jes­sen wagt ein inter­es­san­tes Gedan­ken­ex­pe­ri­ment: Was wäre, wenn ein Teen­ager mit­tels eines Com­pu­ter­spiels plötz­lich “Gott spie­len” könn­te? Fas­zi­nie­rend und flott erzählt. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren.

Es gab mal eine Zeit, in der der jun­ge Mads rich­tig ger­ne gele­sen hat. Nun sind Bücher für ihn völ­lig unin­ter­es­sant gewor­den und er sitzt lie­ber stun­den­lang am PC und spielt Com­pu­ter­spie­le. Sei­ne Eltern, die bei­de als Ärz­te Kar­rie­re machen, haben ohne­hin wenig Zeit für ihn und so kann er ohne­hin meis­tens tun, was er möch­te. In der Schu­le hat er auch etwas nach­ge­las­sen, er hat ein­fach kei­nen Bock mehr. Dum­mer­wei­se zitiert ihn sei­ne Dänisch­leh­re­rin des­we­gen gleich zum Direk­tor, der ihm einen blau­en Brief an sei­ne Eltern mit­gibt. Anstatt ihnen die­sen zu zei­gen, setzt Mads sich jedoch lie­ber an den Rech­ner. Denn in einem Com­pu­ter­la­den hat er vor kur­zem ein neu­es Spiel ent­deckt namens “ALLES”. Dies hat eine aus­ge­zeich­ne­te Gra­fik, braucht zwar etwas lan­ge zum Hoch­la­den, aber die Welt, die sich vor Mads auf­baut, ist das exak­te Spie­gel­bild der rea­len Welt. Wahl­los pickt er sich unter ande­rem die Figur eines Rockers her­aus, den er eine Bus­hal­te­stel­le demo­lie­ren, eine Schie­ße­rei anzet­teln und dann zu guter Letzt ver­se­hent­lich einen Motor­rad­un­fall bau­en lässt: “Game over!” Søren Jessen God GameDoch als der Jun­ge dann zufäl­lig mit sei­nem Vater die Nach­rich­ten sieht — der gro­ße Schock: genau das, was er am Bild­schirm “gespielt” hat, ist WIRKLICH pas­siert!!! Damit eröff­nen sich für Mads völ­lig neue Mög­lich­kei­ten…

Auch Sig­rid Enge­ler, die Über­set­ze­rin von Jan­ne Tel­lers Best­sel­ler “Nichts: Was im Leben wich­tig ist”, in dem es um das Feh­len jeg­li­cher Bedeu­tung geht, hät­te die­ses Buch ger­ne über­setzt (wenn ihre Zeit es zuge­las­sen hät­te), denn hier hat ALLES eine Bedeu­tung. Das merkt auch Mads, die Haupt­fi­gur des Buches, recht bald. Denn, was in sei­nen Augen eine pri­ma Sache ist, hat für ande­re Men­schen oft ganz ande­re, uner­war­te­te Aus­wir­kun­gen. Ein gefähr­li­ches Spiel mit der Macht, unt­kal­ku­lier­ba­re Risi­ken und die Erkennt­nis, wel­che gro­ße Ver­ant­wor­tung auf einem las­ten kann — all das macht “God Games” aus und sorgt für äußerst span­nen­de Unter­hal­tung. Eine pri­ma Lek­tü­re übri­gens für alle Jungs, die Com­pu­ter­spie­le lie­ben und eigent­lich nicht so ger­ne lesen — die­ses Buch wird mit­rei­ßen und fes­seln! Und: das Buch hat ein gutes Ende!

LesealternativenFür alle Fans von Ere­bos” (Ursu­la Pozn­an­ski). Ande­re Jugend­bü­cher, in denen Com­pu­ter­spie­le eine Haupt­rol­le spie­len, sind: dead.end.com” von Ali­ce Gaba­thuler und “All­ga­mes” von Chris­ti­an Walus­zek. “Wie vie­le Level hat dein Leben” von Wer­ner Fär­ber. Angriff aus dem Netz” von Bri­an Falk­ner ist auch noch eine gute Alter­na­ti­ve für älte­re Jugend­li­che (bis 16 Jah­ren). Noch ein ande­res inter­es­san­tes Gedan­ken­ex­pe­ri­ment gefäl­lig? Dann lies Lost Girl: Im Schat­ten der Ande­ren” von San­gu Man­dan­na (eher für Mäd­chen) oder Voll­endet” von Neal Shus­ter­man (für Jungs und Mäd­chen).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Gabriel
ISBN: 978-3-522-30317-0
Erscheinungsdatum: 10.Dezember 2012
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 240
Übersetzer: Marieke Heimburger
Originaltitel: "Liv på spil"
Originalverlag: Gyldendal

Dänisches Originalcover:
Søren Jessen God Game











Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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