Der Roman “God Game” des dänischen Autoren Søren Jessen wagt ein interessantes Gedankenexperiment: Was wäre, wenn ein Teenager mittels eines Computerspiels plötzlich “Gott spielen” könnte? Faszinierend und flott erzählt. Für Jugendliche ab 13 Jahren.
Es gab mal eine Zeit, in der der junge Mads richtig gerne gelesen hat. Nun sind Bücher für ihn völlig uninteressant geworden und er sitzt lieber stundenlang am PC und spielt Computerspiele. Seine Eltern, die beide als Ärzte Karriere machen, haben ohnehin wenig Zeit für ihn und so kann er ohnehin meistens tun, was er möchte. In der Schule hat er auch etwas nachgelassen, er hat einfach keinen Bock mehr. Dummerweise zitiert ihn seine Dänischlehrerin deswegen gleich zum Direktor, der ihm einen blauen Brief an seine Eltern mitgibt. Anstatt ihnen diesen zu zeigen, setzt Mads sich jedoch lieber an den Rechner. Denn in einem Computerladen hat er vor kurzem ein neues Spiel entdeckt namens “ALLES”. Dies hat eine ausgezeichnete Grafik, braucht zwar etwas lange zum Hochladen, aber die Welt, die sich vor Mads aufbaut, ist das exakte Spiegelbild der realen Welt. Wahllos pickt er sich unter anderem die Figur eines Rockers heraus, den er eine Bushaltestelle demolieren, eine Schießerei anzetteln und dann zu guter Letzt versehentlich einen Motorradunfall bauen lässt: “Game over!”
Doch als der Junge dann zufällig mit seinem Vater die Nachrichten sieht — der große Schock: genau das, was er am Bildschirm “gespielt” hat, ist WIRKLICH passiert!!! Damit eröffnen sich für Mads völlig neue Möglichkeiten…
Auch Sigrid Engeler, die Übersetzerin von Janne Tellers Bestseller “Nichts: Was im Leben wichtig ist”, in dem es um das Fehlen jeglicher Bedeutung geht, hätte dieses Buch gerne übersetzt (wenn ihre Zeit es zugelassen hätte), denn hier hat ALLES eine Bedeutung. Das merkt auch Mads, die Hauptfigur des Buches, recht bald. Denn, was in seinen Augen eine prima Sache ist, hat für andere Menschen oft ganz andere, unerwartete Auswirkungen. Ein gefährliches Spiel mit der Macht, untkalkulierbare Risiken und die Erkenntnis, welche große Verantwortung auf einem lasten kann — all das macht “God Games” aus und sorgt für äußerst spannende Unterhaltung. Eine prima Lektüre übrigens für alle Jungs, die Computerspiele lieben und eigentlich nicht so gerne lesen — dieses Buch wird mitreißen und fesseln! Und: das Buch hat ein gutes Ende!
Für alle Fans von “Erebos” (Ursula Poznanski). Andere Jugendbücher, in denen Computerspiele eine Hauptrolle spielen, sind: “dead.end.com” von Alice Gabathuler und “Allgames” von Christian Waluszek. “Wie viele Level hat dein Leben” von Werner Färber. “Angriff aus dem Netz” von Brian Falkner ist auch noch eine gute Alternative für ältere Jugendliche (bis 16 Jahren). Noch ein anderes interessantes Gedankenexperiment gefällig? Dann lies “Lost Girl: Im Schatten der Anderen” von Sangu Mandanna (eher für Mädchen) oder “Vollendet” von Neal Shusterman (für Jungs und Mädchen).
Bibliografische Angaben:Verlag: Gabriel ISBN: 978-3-522-30317-0 Erscheinungsdatum: 10.Dezember 2012 Einbandart: Taschenbuch Preis: 12,95€ Seitenzahl: 240 Übersetzer: Marieke Heimburger Originaltitel: "Liv på spil" Originalverlag: Gyldendal Dänisches Originalcover:
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Kasimiras Bewertung:
(4,5 von 5 möglichen Punkten)

Verlag: Gabriel
ISBN: 978-3-522-30317-0
Erscheinungsdatum: 10.Dezember 2012
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 240
Übersetzer: Marieke Heimburger
Originaltitel: "Liv på spil"
Originalverlag: Gyldendal
Dänisches Originalcover: