Saskia Louis — Die Lügenkönigin

Kasimira13.August 2022

Die Lügen­kö­ni­gin” von der deut­schen Autorin Saskia Lou­is ist der zwei­te und letz­te Teil einer Fan­ta­sy­rei­he. Hand­lungs­ort: das von einer magi­schen Wand umschlos­se­ne König­reich Men­ta­no. Haupt­dar­stel­le­rin: eine jun­ge Frau, die als Lügen­die­bin arbei­tet und der wohl größ­ten Lüge des Lan­des auf der Spur ist, die unwei­ger­lich alles zu ver­än­dern droht. Eine Geschich­te über Ver­rat, Wis­sen und Macht, über die Suche nach der Wahr­heit in einem Geflecht vol­ler Lügen. Wem kannst du ver­trau­en? Wer ist Freund und wer ist Feind? Was, wenn eigent­lich alles ganz anders ist? Span­nungs­ge­la­den, mit tol­len Dia­lo­gen und einer schö­nen Pri­se Roman­tik. Der Abschluss­band setzt sämt­li­chen unge­lüf­te­ten Geheim­nis­sen buch­stäb­lich die Kro­ne auf. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Fawn ist nie­der­ge­schla­gen wor­den und nun erwacht. “Wich­tig war ein­zig und allein das Gesicht des Man­nes, der neben der Lie­ge auf einem Stuhl saß. Es war ein Gesicht, das nie­mand ger­ne sehen wür­de, der das ers­te Mal auf­wach­te, nach­dem er von sei­nem eige­nen Bru­der sowie sei­nem Schein­ver­lob­ten ver­ra­ten, von zig Holz­split­tern auf­ge­spießt und schließ­lich nie­der­ge­schla­gen wor­den war.” (Zitat aus “Die Lügen­kö­ni­gin” S.9). Es ist Nut­hatch. Einer der Dun­kel­die­be. Sie befin­det sich in den Minen. Dort ist das Ver­steck der Wis­sens­jä­ger und es stellt sich her­aus, dass KasimiraNut­hatch einer von ihnen ist. “Denn die Wis­sens­jä­ger waren der größ­te Feind des Königs­hau­ses — und die Fein­de des Königs­hau­ses büß­ten ihre Gedan­ken und Wor­te mit dem Tod.” (Zitat S.15) Nut­hatch und sei­ne Trup­pe wol­len das Königs­haus stür­zen und ver­su­chen Fawn zu über­zeu­gen sich ihnen anzu­schlie­ßen. Auch sie ist mit dem, wie es im König­reich Men­ta­no abläuft nicht zufrie­den. Doch den König und sei­nen Sohn dafür ermor­den? Das will Fawn eigent­lich nicht. Den­noch will sie rebel­lie­ren. “Zuvor hat­te noch die Mög­lich­keit bestan­den, das ich für mei­ne Taten ledig­lich in die Minen wan­dern wür­de. Jetzt jedoch war das kei­ne Opti­on mehr. Jetzt war ich eine Rebel­lin. Eine Lügen­die­bin, die gewalt­sam eine Hand­voll Magi­er über­wäl­tig­te hat­te und zusam­men mit ein paar Wis­sens­jä­gern geflo­hen war.” (Zitat S.19) Unter den Wis­sens­jä­gern ist uner­war­tet auch Cae­den. Cae­den, der sie ver­ra­ten hat. Den sie so schnell eigent­lich nicht Kasimirawie­der­se­hen woll­te. “Jeder hat­te es mir gesagt. Mei­ne Mut­ter, Finch, Crow, Red Dove, Cae­den selbst — alle hat­ten mich gewarnt. Und ich Dumm­kopf hat­te trotz­dem geglaubt, dass Cae­den mich mögen wür­de. Dass er mich schüt­zen wür­de, wenn es drauf ankä­me.” (Zitat S.12) Aus­ge­rech­net er ist es, der sie dabei unter­stüt­zen soll, in roter Magie wei­ter aus­ge­bil­det zu wer­den. Also muss sie wohl oder übel mit ihm zusam­men­ar­bei­ten. Um zu ver­hin­dern, dass der König und sein Sohn ster­ben, will Fawn jedoch einen ande­ren Weg gehen. Sie will die Lüge fin­den, die ihrer Mut­ter das Leben kos­te­te. Mit die­ser Wahr­heit glaubt sie ihre ganz eige­ne Rebel­li­on star­ten zu kön­nen. Doch die­se Lüge befin­det sich in der Biblio­thek des Schlos­ses. Und dort ein­zu­bre­chen, das schafft sie nicht alleine…

KasimiraDas Cover ist wie­der ein Traum. Passt in Ergän­zung per­fekt zu dem ers­ten Band. In der Erst­auf­la­ge ist zudem noch eine — der momen­tan über­all ange­sag­ten — Cha­rak­ter­kar­ten ent­hal­ten. Der Roman wird wie­der durch­gän­gig aus Fawns Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve erzählt. Am Anfang brauch­te ich tat­säch­lich wie­der etwas, um in die Geschich­te her­ein­zu­kom­men, die Erin­ne­rung an die Gescheh­nis­se am Ende des ers­ten Teils ver­blas­sen immer viel zu schnell, da war der Ein­stieg etwas schwie­rig (Ich wün­sche mir immer noch, dass ein Ver­lag mal ein kur­zes “Das geschah zuvor” mit einer klei­nen Rück­blen­de in eine Fort­set­zungs­rei­he vor den Haupt­text ein­baut, das wür­de eini­ges erleich­tern). Vie­les kann man sich dann all­mäh­lich wie­der zusam­men­rei­men. “Die Lügen­die­bin” und “Die Lügen­kö­ni­gin” soll­ten aber unbe­dingt nach­ein­an­der gele­sen wer­den, um alles zu ver­ste­hen. Die Hel­din der Geschich­te hebt sich durch ihre beson­de­re und taf­fe Art erneut posi­tiv her­vor, wie schon in Band eins: “Weißt du, war­um ich dich nicht mag, Fawn?”, frag­te er lei­se. “Weil mei­ne Haa­re so viel sei­di­ger sind als dei­ne?”, bot ich freund­lich an. “Nein. Weil du ein vor­lau­tes Gör bist, das davon über­zeugt ist, alles bes­ser zu wis­sen. Du sprichst, bevor du nach­denkst. Du bist gedul­di­ger und undank­bar — und wenn ich die Wahl hät­te, wärst du gar nicht hier.” (Zitat S.13) Fawn hat Biss, sagt, was sie denkt und teilt ver­bal auch ordent­lich aus. Erfri­schen­de, fKasimiraeuri­ge Dia­lo­ge mit man­cher Por­ti­on Humor, da macht das Lesen Spaß. Dazu das Hin- und Her zwi­schen Cae­den und Fawn (lei­der nicht ganz so viel wie in Band 1). Als sie ihn bei­spiels­wei­se direkt fragt, ob das etwas zwi­schen ihnen sei und er ver­neint. “Es war, als habe er ver­sucht, eine Lüge dazu zu zwin­gen, zur Wahr­heit zu wer­den. Als wünsch­te er, sie wäre wahr… auch wenn er sich selbst nicht glaub­te. Ich sah auf und starr­te Cae­den ver­wirrt in die Augen. […]  Er woll­te nicht, dass wir… mehr waren? Woll­te nichts für mich emp­fin­den? Kämpf­te so stark dage­gen an, dass er eine Lüge fast hat­te zur Wahr­heit wer­den las­sen kön­nen?” (Zitat S.118) In “Die Lügen­kö­ni­gin” wer­den auf jeden Fall Men­ge Wahr­hei­ten ent­hüllt und es gibt eini­ge inter­es­san­te Wen­dun­gen — Saskia Lou­is spielt geschickt mit dem Leser und über­rascht immer wie­der, auch wenn einem zwi­schen­durch dann doch ein wenig der Kopf raucht. Das Ende ist schön span­nend und dra­ma­tisch.

LesealternativenDir gefällt “Die Lügen­kö­ni­gin?” Und du hast Teil eins ver­passt? Dann star­te am bes­ten direkt mit “Die Lügen­die­bin”Lese­al­ter­na­ti­ven hin­sicht­lich der Stadt, die unter einer Kup­pel liegt, sind zum Bei­spiel die dys­to­pi­schen Roma­ne “Die Ver­ra­te­nen” (Tri­lo­gie) von Ursu­la Pozn­an­ski und “Brea­the: Gefan­gen unter Glas” (Dilo­gie) von Sarah Crossan erin­nert. Die Gabe, die Wahr­heit von der Lüge zu unter­schei­den, das the­ma­ti­siert auch die Rei­he “Ein Augen­blick für immer: Das erste/zweite/dritte Buch der Lügen­wahr­heit” von Rose Snow. Gut könn­te ich mir auch die “Fal­ling Sky”-Rei­he von Lina Frisch vor­stel­len, mit einer ähn­lich rebel­li­schen Heldin.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ueberreuter
ISBN: 978-3-7641-7129-2
Erscheinungsdatum: 19.Juli 2022
Einbandart: Hardcover
Preis: 20,00€
Seitenzahl: 416
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Soundtrack zum Buch (gesungen von der Autorin):

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Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punkten)

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