Sarah Ann Juckes — An meiner Wand ein leuchtend blauer Ozean

14.Juli 2023

Die bri­ti­sche Autorin Sarah Ann Juckes hat einen Roman geschrie­ben über ein abso­lu­tes Tabu­the­ma im Jugend­buch! “An mei­ner Wand ein leuch­tend blau­er Oze­an”  ist das ers­te Jugend­buch über­haupt über ME/CFS, dem Chro­ni­schen Fatique Syn­drom, unter wel­chem Mil­lio­nen Men­schen welt­weit lei­den. Aus­ge­löst durch eine Virus­er­kran­kung — auch mög­lich in Fol­ge einer Coro­na-Infek­ti­on — bekommt die­se Erkran­kung aktu­ell einen völ­lig neu­en Stel­len­wert in For­schung und Medi­zin. Die Autorin stellt ein jun­ges Mäd­chen in den Mit­tel­punkt, das seit Jah­ren unter ME/CFS lei­det und ihr Haus nicht mehr ver­las­sen kann. Bett­ge­bun­den sehnt Ali­ce sich nach einem Leben, das sie nicht haben kann und beob­ach­tet durch ein Strea­ming­por­tal die Außen­welt. Bis sie auf den jun­gen Rowan trifft, der sei­nen All­tag für sie streamt und ihr völ­lig neue Mög­lich­kei­ten eröff­net. Doch er weiß nicht, wer sie wirk­lich ist. Und auch Rowan ver­birgt ein Geheim­nis. Wird ihre lang­sam auf­kei­men­de Lie­be allen Wid­rig­kei­ten stand­hal­ten? Bei den bes­ten Büchern möch­te man am liebs­ten unend­lich vie­le Stel­len zitie­ren — dies ist so ein Buch! Unheim­lich ergrei­fend, ein­fühl­sam und mit­rei­ßend geschrie­ben mit einer bild­rei­chen, atmo­sphä­ri­schen Spra­che und einer Ein­dring­lich­keit, die ans Herz geht. Eine Geschich­te, die demü­tig und dank­bar für die klei­nen Din­ge des All­tags wer­den lässt, die das Leid einer Schwerst­kran­ken zeigt, aber gleich­zei­tig auch unvor­stell­ba­re Lust aufs LEBEN macht! Eine authen­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit einem wich­ti­gen The­ma und mit einer Erkran­kung, über die noch so viel Unwis­sen­heit herrscht. Ein wert­vol­les, bedeut­sa­mes Buch — und ein abso­lu­tes Lese­high­light! Für alle Fans von “Drei Schrit­te zu dir” und “Du neben mir und zwi­schen uns die gan­ze Welt”. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und für Erwachsene.

Ali­ce ist 17 Jah­re alt. Als sie 10 Jah­re alt war, hat sie sich in der Schu­le einen Virus ein­ge­fan­gen, der dort gera­de her­um­ging. Ihre Mitschüler*innen wur­den wie­der gesund, sie selbst kam ein­fach nicht mehr auf die Bei­ne. Konn­te nicht ein­mal mehr zur Schu­le gehen. Kleins­te Din­ge stren­gen sie bereits an. “Er wür­de kein Wort über die KRANKHEIT ver­lie­ren und dass nie­mand wirk­lich wuss­te, was das eigent­lich für eine KRANKHEIT war, selbst nach all den Jah­ren nicht, nach all den Tests, nach all den Recher­chen zu Sym­pto­men auf Goog­le. Ich wür­de es ihm ehr­lich gesagt nicht übel neh­men. Wer will schon etwas über ein Mäd­chen hören, das schon völ­lig erschöpft ist, wenn es sich bloß gewa­schen hat?” (Zitat aus “An mei­ner Wand ein leuch­tend blau­er Oze­an” S.18) Jedes kleins­te biss­chen kos­tet Ali­ce Ener­gie. Ener­gie, von der sie ein­fach viel zu wenig hat. Die meis­te Zeit liegt sie nur im Bett. An man­chen Tagen ist sogar nur das Auf­sit­zen zu anstren­gend. Um ihren All­tag bes­ser zu struk­tu­rie­ren, tei­len sie und ihre Eltern alles in “Spoons” ein: “Spoons, also Löf­fel, ste­hen für Kraft- und Ener­gie­ein­hei­ten. Wenn man wie ich wegen einer chro­ni­schen KRANKHEIT im Bett lie­gen muss, dann sind die Ein­hei­ten, die man zur Ver­fü­gung hat, sehr begrenzt. Ihr habt ver­mut­lich end­los vie­le Löf­fel in Kasimirader Besteck­schub­la­de, aber ich habe zur­zeit nur einen wacki­gen Kera­mik­be­cher voll.” (Zitat S.12) Meist hat Ali­ce zwölf Spoons am Tag zur Ver­fü­gung. Manch­mal etwas mehr, an schlech­ten Tagen weni­ger. 1 Spoon = Sich im Bett aufsetzen/ ihren Gold­fisch füt­tern. 2 Spoons: Frühstücken/aus dem Bett auf­ste­hen. 5 Spoons: sich anzie­hen und waschen/ für die Schu­le ler­nen. 12 Spoons: Migrä­ne. “Es ist noch nicht mal zehn und ich bin schon bei acht Spoons, also hilft Dad mir in mein Zim­mer zurück […] Dann klet­te­re ich wie­der ins Bett und keu­che, als wäre ich mit dem Fahr­rad einen Berg hoch­ge­fah­ren.” (Zitat S.15) Es gibt nur noch eine ein­zi­ge Freun­din, die Ali­ce ab und zu besu­chen kommt: Cece­lia. Alle ande­ren haben sich nach und nach von ihr zurück­ge­zo­gen. Wie schlecht es Ali­ce wirk­lich geht, ver­sucht sie auch vor Cece­lia wei­tes­ge­hend zurück­zu­hal­ten, um sie nicht auch noch zu ver­lie­ren. Doch seit eini­ger Zeit hat sie noch eine wei­te­re Ver­bin­dung zur Außen­welt — überKasimira eine Kame­ra! “Dad hat sie mir besorgt, weil ich anfing, die Wän­de zu sehen, und er mir ein Fens­ter schen­ken woll­te. Am Anfang hat er sie, vor die Brust geschnallt, auf Streif­zü­ge mit­ge­nom­men und mir die Auf­nah­men spä­ter gezeigt. Aber dann hat er Stream Cast ent­deckt — eine pri­va­te Strea­ming-Sei­te, in die ich mich zu jeder Tages- und Nacht­zeit mit einem eige­nen Zugang ein­log­gen und das LEBEN da drau­ßen in der Welt live mit­ver­fol­gen konn­te. Und das hat­te etwas abso­lut Magi­sches.” (Zitat S.16) Der ers­ter Strea­mer, den Ali­ce beob­ach­tet, ist Wes­ley, ein Arbeits­kol­le­ge von ihrer Mut­ter. Mit ihm ist sie am liebs­ten unter­wegs. Er filmt jeden Mor­gen sei­ne Stre­cke, die er mit dem Fahr­rad zur Schu­le fährt. Danach haben ihre Eltern noch ihren Cou­sin Roy akqui­riert, dem sie bei sei­nen Gaming­ses­si­ons zuguckt. Einen Freund von Ali­ces Dad, dem sie beim Tae­kwon­do-Trai­ning über die Schul­ter sieht und ihre ehe­ma­li­ge Baby­sit­te­rin Hana, die mitt­ler­wei­le in Tokio lebt. “All die Jah­reKasimira, in denen ich den ande­ren Strea­mern beim LEBEN zuge­se­hen habe, habe ich kein ein­zi­ges Mal eine Ent­schei­dung getrof­fen. Ich bin nicht dort gewe­sen, um mein eige­nes Leben zu LEBEN — ich bin nur mit­ge­kom­men und habe zuge­schaut, wie sie ihres LEBTEN.” (Zitat S.72) Doch dann wird Wes­ley bei einer Fahr­rad­strea­ming­tour töd­lich ver­letzt und Ali­ce bekommt einen neu­en Strea­mer zuge­teilt. Den 17-jäh­ri­gen Schü­ler Rowan, den Ali­ces Mut­ter, die als Schul­be­ra­te­rin tätig ist, im Auge behal­ten soll. Er weiß nicht wirk­lich, wer Ali­ce ist und war­um sie per Strea­ming das Leben ande­rer Men­schen beob­ach­tet. Er nimmt sie mit in sei­nem All­tag, der aus künst­le­ri­schen Graf­fi­tis, Arbeit auf dem Mini­golf­platz, Baby­sit­ten sei­nes klei­nen Bru­ders und Strand­be­su­chen besteht. Durch Rowan bekommt Ali­ce ganz neue Mög­lich­kei­ten am Leben teil­zu­ha­ben, denn wäh­rend die ande­ren Strea­mer nur eine Kame­ra besa­ßen, ver­bin­det er sich mit sei­nem Han­dy und kann mit ihr spre­chen! Sie kann aktiv ihre Wün­sche äußern, wohin er gehen und was er machen soll. “Ich wür­de LEBEN”, spru­de­le ich her­aus. “LEBEN, was das Zeug hält. Ich wür­de die Welt in einem Stück ver­schlin­gen. Ich wür­de bis ganz nach unten tau­chen und bis ganz nach oben klet­tern. Ich wür­de die Erde mit bei­den Hän­den packen und mich in sie hin­ein­pflan­zen und mei­ne Wur­zeln nach allem grei­fen las­sen, egal ob es all­täg­lich oer außer­ge­wöhn­lich ist.” (Zitat S.111) Und so stürzt sich Rowan für sie in die Flu­ten des Mee­res oder geht ein Aqua­ri­um besu­chen. Ali­ce ist über­glück­lich. Aber auch Rowan hat ein Geheim­nis, dem sie bald unwei­ger­lich näher kommt…

Ein traum­haf­tes Cover und ein abso­lut pas­sen­der Titel. Die durch­gän­gi­ge Ich-Erzäh­le­rin Ali­ce liebt das Was­ser und ist eine abso­lut sym­pa­thi­sche, auf­ge­weck­te Prot­ago­nis­tin, die ihre Sehn­suchte wun­der­bar in Wor­te fas­sen kann: “Wenn ich im Was­ser war, hat es sich immer ange­fühlt, als wür­de ich nach Hau­se kom­men […] Und ich träum­te davon, eines Tages an einen fer­nen Ort zu ver­schwin­den, wo das Was­ser eine Fens­ter­schei­be ist, durch die man sei­ne Hän­de hin­durch­glei­ten las­sen kann.” (Zitat S.27) Die beson­de­re Sym­bo­lik des Was­sers kommt in dem Roman immer wie­der zum Tra­gen. Oft träumt Ali­ce vom Was­ser, wel­ches ihre Anders­ar­tig­keit im Ver­gleich zu gesun­den Men­schen, ihre Sor­gen und Ängs­te auf tra­gi­sche, ergrei­fen­de und zugleich beson­de­re Art und Wei­se ver­deut­licht: “Ich schlu­cke Was­ser und die Strö­mung wir­belt mich her­um, und ich weiß nicht mehr, wo oben und wo unten ist. Und plötz­lich ist der Mee­res­bo­den der Him­mel und über mir ist mei­ne Mut­ter. Dad. Cece­lia. Die alle an der Was­ser­ober­flä­che pad­deln, mit Bei­nen wie Son­nen­strah­len, die mich in der Dun­kel­heit hier unten nicht errei­chen. Ich stre­cke die Arme nach ihnen aus. Ich tre­te so kräf­tig aus, wie ich nur kann. Aber es nützt nichts. Ich sin­ke trotz­dem.” (Zitat S.30) Die Autorin ver­wen­det eine sehr bild­ge­wal­ti­ge Spra­che, vie­le Meta­phern und spielt zuwei­len auch mit dem Schrift­bild. Ein­ge­rück­te Zei­len, die eine KasimiraBewe­gung oder ein Sich-Ver­lie­ren bedeu­ten und per­fekt zur Dra­ma­tik der Geschich­te pas­sen. Ali­ces Krank­heit, die im Anhang ganz deut­lich mit ME/CFS gekenn­zeich­net wird, wird von ihr selbst tat­säch­lich immer nur als “KRANKHEIT” bezeich­net und nie näher erläu­tert. Den­noch kann man sich sehr gut ein Bild von ihren Ein­schrän­kun­gen und kör­per­li­chen Sym­pto­men machen. Ihren All­tag mit­zu­er­le­ben, ihren Kampf um Klei­nig­kei­ten, liest sich sehr bewe­gend: “Ich ver­su­che zu schla­fen, aber ich bin nicht müde. Ich bin am Ende mei­ner Kräf­te. Das ist so viel mehr, als nur müde zu sein. Dass die­se bei­den Din­ge tat­säch­lich so ver­schie­den sein kön­nen, weiß ich erst, seit die KRANKHEIT zuge­schla­gen hat.” (Zitat S.94) Auch typi­sche Krank­heits­sym­pto­me wie Bra­in­fog zu beschrei­ben gelingt Sarah Ann Juckes auf sehr authen­ti­sche Wei­se: “Ich kann mitt­ler­wei­le ganz gut damit umge­hen, wenn mei­ne Glie­der auf­hö­ren zu funk­tio­nie­ren, als wür­den sie von einer bil­li­gen Bat­te­rie betrie­ben, die nur eine KasimiraStun­de hält. Aber wenn mir die KRANKHEIT den Ver­stand raubt, weiß ich nicht mehr, wer ich bin. Ich ver­lie­re mein ICH. Dann brau­che ich eine vol­le Stun­de, nur um ein kur­ze Nach­richt zu schrei­ben oder mich an den Namen von mei­nem Gold­fisch zu erin­nern. Bra­in­fog. Das fühlt sich an, als wür­de ich auf einem Floß inmit­ten eines Oze­ans aus undurch­dring­li­chem Nebel ins Nichts trei­ben.” (Zitat S.31) “An mei­ner Wand ein leuch­tend blau­er Oze­an” zeigt aller­dings auch sehr deut­lich, was chro­ni­sche Erkran­kun­gen bewir­ken, wie sie das Umfeld ver­än­dern und wie sie Ange­hö­ri­ge beein­flus­sen. Ali­ces Mut­ter zum Bei­spiel, die ihre Gesangs­kar­rie­re auf­ge­ge­ben hat, um für ihre Toch­ter da zu sein. Es ist unglaub­lich emo­tio­nal zu lesen, was sich ihre Eltern alles ein­fal­len las­sen, um ihrer Toch­ter zu hel­fen. Wie sie sie abends nach drau­ßen tra­gen, damit sie den Ster­nen­him­mel sehen kann. Wie Ali­ces Vater sich Wel­pen vom Nach­barn aus­leiht, um sie ihr für einen kur­zen Moment vol­ler Glück­se­lig­keit aufs Bett zu set­zen. Sogar einen Papa­gei und Kasimiraeine Python “leiht” er sich aus (und ris­kiert dabei Ärger mit der ört­li­chen Tier­hand­lung), um sie auf­zu­hei­tern und Abwechs­lung in ihren All­tag zu brin­gen. “Sie haben alles für mich auf­ge­ge­ben. Mei­ne Eltern. Sie könn­ten das tolls­te LEBEN haben und leben statt­des­sen nur für mich. Und ich füh­le mich des­we­gen gleich­zei­tig schreck­lich und wun­der­bar, geliebt und tod­un­glück­lich. Aber mit ihnen hier unten zu sein, fühlt sich viel heil­sa­mer an als jede Pil­le oder jedes Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel oder komi­sche glib­be­ri­ges Zeug, das ich je genom­men habe.” (Zitat S.126) Sehr beein­dru­ckend ist aller­dings auch Ali­ces Opti­mis­mus, wie sie es schafft sich trotz ihrer Krank­heit immer wie­der dem Posi­ti­ven zu zuwen­den: “Also len­ke ich mich damit ab, mich auf all die herr­li­chen Din­ge zu kon­zen­trie­ren, die es auf der Welt gibt, unter ande­rem, dass ich heu­te wie­der bei zwölf Spoons bin. Und das bedeu­tet, dass ich […] lang­sam Kasimiraaus dem Bett auf­ste­hen kann” (Zitat S.25) und “Dass mein Kör­per viel­leicht in die­sem Schlaf­zim­mer-Aqua­ri­um fest­sitzt, ich habe aber die Frei­heit habe, zu leuch­ten, wo immer es mir gefällt. Die Welt ist voll­ge­packt mit wun­der­schö­nen Din­gen, deren vor­bor­ge­nes Gold sicht­bar wird, wenn man sie nur im rich­ti­gen Licht betrach­tet” (Zitat S.28ff) Einen beson­de­ren Raum neh­men in dem Roman die Strea­ming-Tei­le ein. Die meis­ten Kapi­tel wer­den mit “Ali­ce” bezeich­net, aber jene, in denen sie das Strea­ming­por­tal betritt und sich mit einem Nut­zer ver­bin­det, um durch des­sen Kame­ra zu sehen, wer­den mit dem jewei­li­gen Nut­zer­na­men beti­telt. In nor­ma­lem Schrift­bild erzählt Ali­ce aus ihrer Sicht und in kur­si­ver Schrift wird dann (aller­dings nur bei Rowan) sei­ne Per­spek­ti­ve ein­ge­blen­det in kur­zen hin- und her­wech­seln­den Absät­zen. Dies ergibt noch ein­mal ein viel inten­si­ve­res Bild auf das zwi­schen­mensch­li­che Mit­ein­an­der der bei­den, das sich sehr behut­sam ent­wi­ckelt. Wäh­rend Ali­ce sich zunächst ärgert, weil der neue Strea­mer nur durch einen Tun­nel geht und vor einer Wand ste­hen bleibt, sie aber lie­ber ans Ende der Unter­füh­rung gegan­gen wäre, erkennt sie dann, was Rowan ihr eigent­lich zei­gen will. Dass er auch den Blick für die klei­nen Din­ge im Leben hat: “Der neue Strea­mer tritt ein Stück zurück und plötz­lich sehe ich einen gigan­ti­schen Regen­bo­gen­kal­mar aus der Tun­nel­wand her­vor­bre­chen, als hät­te er sei­ne Fang­ar­me in Tau­sen­de Farb­ei­mer getaucht und sich mit einer ein­zi­gen zucken­den Bewe­gung selbst erschaf­fen. Im fla­ckern­den Licht der Neon­röh­ren scheint er zu atmen, sich auf dem Beton zu krüm­men und zu win­den” (Zitat S.40) Als ein Mann im Anzug an ihm und dem Graf­fi­ti vor­bei­läuft, begreift Ali­ce: “Und ich fra­ge mich, was ein Mensch, der ein LEBEN hat, noch alles ver­pas­sen wird, weil er damit beschäf­tigt ist, zu sei­nem nächs­ten Mee­ting zu het­zen, obwohl sich am Weges­rand Wunder aller Art ver­ber­gen, Wun­der wie die­ses hier.” (Zitat S.41) Der Roman setzt einen neu­en Fokus. Lässt die Leser*innen inne­hal­ten und den Moment genie­ßen. In das Leben ein­tau­chen. Genie­ßen. Aber auch Ent­schei­dun­gen tref­fen und Risi­ken ein­ge­hen: “Viel­leicht bedeu­tet LEBEN, nicht am Klip­pen­rand ste­hen zu blei­ben und sich zu fra­gen, ob man flie­gen oder fal­len wird. Viel­leicht bedeu­tet LEBEN — manch­mal — zu sprin­gen.” (Zitat S.306) Das Ende des Buches ist so unglaub­lich ergrei­fend, dra­ma­tisch, herz­zer­rei­ßend, emo­tio­nal, dass man “An mei­ner Wand ein leuch­tend blau­er Oze­an” so schnell nicht mehr aus den Hän­den legen möch­te!! Unver­gess­lich. Ein­ma­lig. Soll­te. DEFINITIV. Gele­sen. Werden!!

Dir gefällt Sarah Ann Juckers Erzähl­stil? Im Eng­li­schen gibt es noch drei wei­te­re Bücher, die lei­der noch nicht über­setzt wur­den: “Out­side”, “The Hunt for the Night­in­gale” und “The Night Ani­mals”. Zwei Lese­al­ter­na­ti­ven, an dich ich bei “An mei­ner Wand ein leuch­tend blau­er Oze­an” sofort den­ken muss­te, sind “Drei Schrit­te zu dir” von Rachel LLesealternativenippin­cott und “Du neben mir und zwi­schen uns die gan­ze Welt” von Nico­la Yoon. Sehr zu emp­feh­len sind auch “Mit Wor­ten kann ich flie­gen” von Sharon M.Draper und “Ein klei­nes Wun­der wür­de rei­chen” von Pen­ny Joel­son über zwei Mäd­chen, die auf­grund einer Krank­heit im Roll­stuhl sit­zen. Eine Behin­de­rung spielt auch eine Rol­le in “Das Schwei­gen in mei­nem Kopf” von Kim Hood, in “Flieg, so hoch du kannst” von Bar­ry Jons­berg und in “Die Wahr­heit über Ivy” von Kathy Stin­son. Eine schwe­re Krank­heit und eine neue Lie­be, die alles noch ein­mal auf den Kopf stellt? Das fin­dest du in “Hel­ler als ein Stern” von Celia Bryce (Krebs), “Das ande­re Herz” von Alf Kje­til Wal­ger­mo (Herz­feh­ler), “Die Unwahr­schein­lich­keit von Lie­be” von A.J.Betts (Krebs), “Wie das Licht von einem erlo­sche­nen Stern” von Nico­le Boyle Rødt­nes (Apha­sie) oder “Mein bes­ter letz­ter Som­mer” von Anne Frey­tag (tod­krank) und in “Mid­night Sun” von Trish Cook (Mond­schein­krank­heit).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16647-5
Erscheinungsdatum: 18.Juli 2022
Einbandart: Broschur
Preis: 15,00€
Seitenzahl: 416
Übersetzer: Anja Galić
Originaltitel: "The world between us"
Originalverlag: Penguin

Britisches Originalcover: 

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Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punkten)

Die­ser Titel hat es in fol­gen­de Kate­go­rie geschafft: **Kasi­mi­ras Lieb­lings­bü­cher**

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Britisches Cover: Homepage von Sarah Ann Juckes

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