Sabine Both — Ein Sommer ohne uns

Sabine Both Ein Sommer ohne uns12.Februar 2016

Die deut­sche Autorin Sabi­ne Both, die vor allem durch ihre “Fre­che Mäd­chen — Fre­che Bücher”-Roma­ne bekannt gewor­den ist, hat ein neu­es Buch geschrie­ben: “Ein Som­mer ohne uns”. Eine flott erzähl­te Geschich­te über die eine gro­ße Lie­be, das Erwach­sen­wer­den, Sexua­li­tät und eine beson­de­re Aus­zeit. Sehr unter­halt­sam und nah an der Ziel­grup­pe. Für Jugend­li­che ab 14 Jahren.

Sie ken­nen sich von klein auf. Die 18-jäh­ri­ge Vere­na, die jetzt kurz vor dem Abitur steht, und der zwei Mona­te älte­re Tom. “Vere­na weiß noch, wie sie Tom das ers­te Mal gese­hen hat. Sie muss drei gewe­sen sein, als Han­nes und Sig­rid die Dop­pel­haus­hälf­te gekauft haben. Tom auf sei­nem roten Fahr­rad mit der Pira­ten­flag­ge ist die ers­te Erin­ne­rung, die Vere­na aus ihrem Leben vor Augen hat. […] Tom, der auf sie zuras­te, vor ihr brems­te und lächel­te. Tom, von dem Vere­na sofort wuss­te, dass sie ihn mögen wür­de.(Zitat aus “Ein Som­mer ohne uns” S.8) Sie sind Nach­barn. Sie ver­brin­gen jede freie Minu­te mit­ein­an­der. Ihre Eltern sind eng mit­ein­an­der befreun­det. Doch als sie 13 sind, ver­än­dert sich ihre Bezie­hung zuein­an­der. Sie sehen sich auf ein­mal mit ande­ren Bli­cken. Wer­den buch­stäb­lich von­ein­an­der ange­zo­gen. Vere­na und Tom wer­den ein Paar. Das gefällt vor allem ihren Eltern: “Ich will ja nicht ange­ben und behaup­ten, ich hät­te das schon immer gewusst, aber… Sabine Both Ein Sommer ohne unsich hab schon immer gewusst, dass bei euch mal der Fun­ke über­sprin­gen wird.” “Ihr passt so toll zuein­an­der”, sagt Sig­rid. “Wie für­ein­an­der geba­cken”, stimmt Inge zu. (Zitat S.25) Doch nun nach fünf Jah­ren Bezie­hung träumt Vere­na plötz­lich selt­sa­me Träu­me. Von einem Mann, der nicht Tom ist. Und dann ist da auch noch die neue Freun­din von ihrem Zwil­lings­bru­der Rol­lo, die mit den unter­schied­lichs­ten Män­nern schläft und Vere­na einen uner­war­te­ten Rat für ihre Zeit zwi­schen Abitur und Stu­di­um gibt: “Jeder Mann ist schließ­lich anders”, sagt sie, als wäre der Faden nie ver­lo­ren gegan­gen. “Es ist doch so. Ich will auch nicht jeden Tag Pom­mes essen, wenn es noch Piz­za, Pas­ta, Steak, Kuchen und exo­ti­sche Gerich­te gibt.” […] Viel­leicht nutzt du dei­ne Aus­zeit dazu, auch mal naschen zu gehen, bevor du die Pom­mes­di­ät auf Leb­zei­ten antrittst.” (Zitat S.62) Soll sie das wirk­lich machen? Und was wird Tom dazu sagen? Über­ra­schen­der­wei­se ist er mit die­sem unge­wöhn­li­chen Vor­schlag ein­ver­stan­den: eine offe­ne Bezie­hung für drei Mona­te. Danach wer­den sie wie­der ein Paar sein. Doch klappt das wirk­lich? Die drei Mona­te ver­än­dern alles…

Ein Som­mer ohne uns” ist in drei Tei­le ein­ge­teilt: In “Fünf Jah­re zuvor” wird erzählt, wie Vere­na und Tom mit 13 Jah­ren zusam­men gekom­men sind. Dann folgt der Haupt­teil mit “Jetzt” und das Gan­ze endet in “Ein Jahr spä­ter”. Das Cover ist sehr pas­send zum Inhalt, betrach­tet man Vor­der- und Rück­sei­te gemein­sam. Es ist nicht nur der Buch­rü­cken, der sie von­ein­an­der trennt, son­dern auch die Aus­zeit, die sie sich neh­men. Die Ver­bin­dung über die Hän­de ist da, Sabine Both Ein Sommer ohne unsdie Ver­bin­dung ihrer gemein­sa­men Kind­heit und ihrer Lie­be eben­falls, aber ob die­se auch rei­chen wird, dar­auf darf der Leser gespannt sein. Der Roman wird durch­ge­hend aus Tom und Vere­nas sich abwech­seln­den Per­spek­ti­ven erzählt. Das unter­schied­li­che Schrift­bild grenzt die bei­den gut erkenn­bar von­ein­an­der ab und führt zu kei­ner­lei Ver­wir­run­gen. Gera­de bei­de Sicht­wei­sen mit ver­fol­gen zu kön­nen, macht einen beson­de­ren Reiz der Geschich­te aus. Die­se wech­seln inner­halb der Kapi­tel mit­un­ter ziem­lich oft und erzeu­gen ein sehr inter­es­san­tes Gesamt­bild. Über Sexua­li­tät wird frei­zü­gig gespro­chen. Die Spra­che ist teil­wei­se recht salopp und direkt. Die Sät­ze manch­mal sehr kurz, was das Erzähl­tem­po erhöht: “Er küsst sie. Sei­ne Lip­pen öff­nen sich. Ihre Zun­ge fin­det Ein­lass. Kennt jeden Win­kel. Den Geschmack am Mor­gen. Am Abend. Wenn er krank ist. Den Schweiß auf der Ober­lip­pe nach dem Sport. Das Raue der Lip­pen im Win­ter. Die Bart­stop­peln. Von Jahr zu Jahr här­ter. Die Lücke zwi­schen den Schnei­de­zäh­nen.” (Zitat S.36) Die Geschich­te ist durch­weg unter­halt­sam geschrie­ben und liest sich nahe­zu in einem Rutsch. Und sie regt zum Nach­den­ken an. Für immer mit dem einen/der einen? Oder sich doch lie­ber “aus­pro­bie­ren” wol­len, bis man sich fest­legt? Die­se Ant­wort müs­sen nicht nur Tom und Vere­na, son­dern auch ein jeder für sich selbst finden…

LesealternativenEin ande­rer Roman über eine “offe­ne Bezie­hung” ist mir im Jugend­buch nicht bekannt, hier scheint Sabi­ne Both Neu­land zu betre­ten. Wenn dir ihr Schreib­stil gefällt, kannst du auch noch ande­re Bücher von ihr lesen: “Ver­hEXt noch mal” oder Roma­ne aus der Mäd­chen-Rei­he “Fre­che Mäd­chen — Fre­che Bücher” wie zum Bei­spiel “Herz­klop­fen auf Rezept”, Fra­ge nicht — küss mich” oder Klei­ne Zie­ge — gro­ße Lie­be”. Unter dem Pseud­onym Fran­zis­ka Moll hat sie noch zwei ande­re Roma­ne geschrie­ben: “Was ich dich träu­men las­se” und “Egal wohin”. Sich seit Kind­heit ken­nen, das tun auch die Haupt­fi­gu­ren in fol­gen­den Büchern: “Zwil­lings­ster­ne” von Cris­ti­na Mor­a­cho , “Lie­bes­kin­der” von Jana Frey (toll!) und “Kil­ling But­ter­flies” von M.Anjelais (fas­zi­nie­rend).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-8222-0
Erscheinungsdatum: 15.Februar 2016
Einbandart: Broschur
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 240
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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