Der deutsche Autor Rüdiger Bertram hat mit “Die Liga der Guten” ein richtig tolles Jugendbuch geschrieben. Über Mobbing, Mut und dem Aufruf, sich für das Gute zu entscheiden. Doch was ist gut und was ist böse? Eine schnell entstehende Gruppendynamik treibt diese ethische Auseinandersetzung rasch an ihre Grenzen. Ein spektakuläres, spannungsreiches Buch, das es sich in jedem Falle zu lesen lohnt! Eine Mischung aus “Die Welle” und “Nichts: Was im Leben wichtig ist”. Für Jugendliche ab 14 Jahren und interessierte Erwachsene.
Jan, Andy und Mats sind befreundet. Allerdings nicht aus echtem Interesse aneinander, sondern deswegen, weil mit ihnen sonst keiner befreundet sein will. An ihrer Schule sind sie täglichem Mobbing und gewaltätigen Angriffen ausgeliefert. Bis Jan der Kragen platzt und er nach einer Ohrfeige auf eine Bank steigt und eine euphorische Rede hält: dass jeder sich für das Gute entscheiden müsse, gegen das Böse und dass er ab sofort keinerlei Kompromisse mehr eingehen werde. Die Rede beeindruckt. Plötzlich sehen die Mitschüler Jan mit ganz anderen Augen. Auch als er sein Handy wegschmeißt,
nur noch umweltfreundliche Kleidung trägt und in eine alte Gerberei zieht, sind viele von seiner Entschlossenheit fasziniert. Sie wollen ebenfalls zur “Liga der Guten” gehören, schließlich sogar jene, die ihn anfangs noch gemobbt haben. Jan wird zum Idol einer Bewegung, die Jugendliche, selbst Kinder antreibt, sich ihm anzuschließen. Doch dann eskaliert die Sache…
“Die Liga der Guten” wird durchweg aus Mats Sicht erzählt. Er berichtet im Nachhinein, wie sich das Ganze abgespielt hat und ist daher in der Lage verstreute Andeutungen über den Ausgang der Geschichte zu machen, was beim Lesen jede Menge Spannung erzeugt. Man kann sich sehr gut in ihn hineinversetzen und auch nachvollziehen, wie sich alles entwickelt hat. Der Roman liefert auf jeden Fall ordentlich Gesprächsstoff und regt auch an sich selbst darüber Gedanken zu machen, inwiefern man sich für das “Gute” entscheiden möchte. Oder eben was das “Gute” überhaupt beinhaltet und welche Mittel man einsetzen darf, um es zu erreichen.
Für alle Fans dieses wirklich starken Titels, empfehle ich folgende Bücher, die ähnlich aufrütteln: “Die Welle” von Morton Rhue, “Nichts: Was im Leben wichtig ist” von Janne Teller (oder ihre Kurzgeschichtensammlung: “Alles — worum es geht”) und “33Cent — um ein Leben zu retten” von Louis Jensen. Eine Anleitung, Gutes zu tun, bieten zum Beispiel: “Jetzt tu ich was — Von der Lust, die Welt zu verändern” oder “Jetzt retten wir Kinder die Welt”. Etwas Gutes tut auch die Hauptperson in “Paradies für alle” von Antonia Michaelis (ab 16 Jahren).
Bibliografische Angaben:Verlag: Rowohlt ISBN: 978-3-499-21506-3 Erscheinungsdatum: 2.September 2013 Einbandart: Broschur Preis: 9,99€ Seitenzahl: 208 Übersetzer: - Originaltitel: - Originalverlag: - Originalcover: -
Kasimiras Bewertung:
(5 von 5 möglichen Punkten)

Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-21506-3
Erscheinungsdatum: 2.September 2013
Einbandart: Broschur
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 208
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -