Rainer Wekwerth — Camp 21: Grenzenlos gefangen

Rainer Wekwerth Camp 21 Grenzenlos gefangen26.Januar 2017

Mit “Camp 21: Gren­zen­los gefan­gen” hat der deut­sche Autor Rai­ner Wekwerth einen in sich abge­schlos­se­nen Thril­ler geschrie­ben. Ein mys­te­riö­ses Erzie­hungs­camp, zwei Jugend­li­che, die mit elek­tro­ni­schen Arm­bän­dern anein­an­der gebun­den sind und sich eigent­lich nicht aus­ste­hen kön­nen — das sind unter ande­rem die Zuta­ten für die­se hoch­span­nen­de, ereig­nis­rei­che Geschich­te. Ein Buch, das sei­ne Leser im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes gefan­gen neh­men und fes­seln wird! Für Jungs und Mäd­chen glei­cher­ma­ßen geeig­net. Ab 14 Jah­ren. Für Jugend­li­che und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Der 17-jäh­ri­ge Mike und sein jün­ge­rer Bru­der Ricky haben Mist gebaut: Sie haben sich uner­laubt den teu­ren Wagen des Vaters “gelie­hen”, Mike ist zu schnell gefah­ren und Ricky hat einen Joint geraucht. Bei all die­sen Ver­ge­hen wur­den sie zu guter Letzt noch von der Poli­zei erwischt, gegen die sich Ricky auch noch kör­per­lich zur Wehr setz­te. Ihr Vater, der sie auf der Poli­zei­wa­che besucht, ist stink­sauer: “Es gab zwei Mög­lich­kei­ten für euch”, fuhr er fort, “Ent­we­der eine Ankla­ge und eine Ver­hand­lung vor einem Jugend­rich­ter oder die frei­wil­li­ge Teil­nah­me an einem Erzie­hungs­pro­gramm. Staats­an­walt McCor­mick hat mit dem zustän­di­gen Rich­ter tele­fo­niert, der sein Ein­ver­ständ­nis gege­ben hat. Ihr wer­det an einem Erzie­hungs­pro­gramm teil­neh­men.” (Zitat S.29) Eben­so Kay­la wird von ihren Eltern in eben jenes Erzie­hungs­camp geschickt, in wel­ches Mike und Ricky nun ver­frach­tet wer­den. Der Plan der Eltern war sie vor dem Umgang mit einem Rainer Wekwerth Camp 21 Grenzenlos gefangen, kri­mi­nell und dro­gen­süch­tig gewor­de­nen Freund zu schüt­zen: “Das Camp wird auch dir hel­fen zu erken­nen, was wich­tig im Leben ist.” “Ich will aber nicht weg.” “Das ent­schei­dest du nicht.” Plötz­lich klang die Stim­me ihrer Mut­ter hart wie zer­bre­chen­des Glas. “Ihr könnt mich doch nicht ein­fach weg­schi­cken! Für wie lan­ge über­haupt?” “Sechs Mona­te.” “Sechs Mona­te? Seid ihr ver­rückt gewor­den?(Zitat S.53) Im Camp erwar­tet sie ein har­ter All­tag. Noch vor dem Früh­stück müs­sen sie mit einen Zehn­mei­len­lauf star­ten, haben The­ra­pie­ge­sprä­che und Unter­richt in Sozi­al­ver­hal­ten. Und es wird jede Men­ge Sport gemacht. Schlimm ist für Mike nur, dass sein jün­ge­rer Bru­der Wider­stand gegen die Wär­ter leis­tet und nach einem Auf­ent­halt in der Iso­la­ti­ons­zel­le angeb­lich im “Camp 21” lan­det, dem für die ganz har­ten Erzie­hungs­fäl­le. Um dort eben­falls hin­zu­kom­men und sei­nen Bru­der zu beschüt­zen, wen­det Mike einen Trick an, bei dem Kay­la ver­se­hent­lich zum Opfer wird. Jetzt müs­sen sie bei­de in das “Camp 21” und zudem noch ein elek­tro­ni­sches Arm­band tra­gen, das sie anein­an­der­fes­selt. Wenn sie sich zu weit von­ein­an­der ent­fer­nen, wer­den ihnen unsag­ba­re Schmer­zen zuge­fügt. Dumm, dass die Zwei sich über­haupt nicht aus­ste­hen kön­nen…

Rainer Wekwerth Camp 21 Grenzenlos gefangenCamp 21: Gren­zen­los gefan­gen” bie­tet Erzähl­per­spek­ti­ven sowohl von Kay­la als auch von Mike (in der per­so­na­len Sicht­wei­se). Der Wech­sel geschieht auch mehr­mals inner­halb eines Kapi­tels, ist aller­dings durch Absät­ze klar gekenn­zeich­net. Rai­ner Wekwerth hat mit den Hand­fes­seln einen inter­es­san­ten Plot geschaf­fen und viel Raf­fi­nes­se in die­se aus­ge­klü­gel­te Erfin­dung gelegt: “Der Clou an der Sache ist nicht der Umstand, dass jemand, der ver­sucht, von hier zu flie­hen, Schmer­zen erlei­den muss, […] nein der ande­re, der mit ihm ver­bun­den ist, erlei­det den glei­chen Schmerz. […] Das ist das bes­te Sys­tem der Welt, denn nicht nur, das damit ein Ent­kom­men nahe­zu unmög­lich ist, ihr selbst wer­det dafür sor­gen, dass es erst gar nicht dazu kommt. Und wenn ihr glaubt, gemein­sam abhau­en zu kön­nen, dann denkt dar­an: […] irgend­wo unter­zu­tau­chen, dürf­te schwie­rig sein, wenn man den Rest sei­nes Lebens mit jeman­dem ver­bun­den ist.” (Zitat S.109) Kön­nen Mike und Kay­la wirk­lich nichts unter­neh­men? Müs­sen sie jeden Schmerz erdul­den? Und wie wird das Zusam­men­le­ben mit den ande­ren ver­hal­tens­auf­fäl­li­gen Rainer Wekwerth Camp 21 Grenzenlos gefangenJugend­li­chen im Camp? Abge­se­hen von ein paar etwas kit­schi­gen Momen­ten (als die bei­den sich näher kom­men) hat mir “Camp 21: Gren­zen­los gefan­gen” wirk­lich rich­tig gut gefal­len. Vor allem weil stän­dig irgend­et­was pas­siert! Jede Men­ge Action, ner­ven­auf­rei­ben­de Momen­te und eine sehr flüs­si­ge Spra­che, die einen ein­fach mit sich reißt. Und das auch gleich von Anfang an, ohne sei­ten­lan­ges Vor­ge­plän­kel. Am Kapi­te­len­de fin­det sich oft­mals ein Cliff­han­ger und die Span­nung zieht sich wirk­lich durch das gan­ze Buch, ohne dem Leser die Mög­lich­keit zu geben, kurz mal Luft zu holen. Beson­ders am Ende gibt es einen wah­ren Show­down!

Wenn dir “Camp 21: Gren­zen­los gefan­gen” gefal­len hat, dann lies noch die ande­ren Bücher von Rai­ner Wekwerth: Dami­an: Die Stadt der gefal­le­nen Engel” (BandLesealternativen 1), “Dami­an: Die Wie­der­kehr des gefal­le­nen Engels” (Band 2); die Laby­rinth-Tri­lo­gie: “Das Laby­rinth erwacht” (Band 1), Das Laby­rinth jagt dich” (Band 2), “Das Laby­rinth ist ohne Gna­de” (Band 3) und “Blink of time”. Ande­re Bücher, die in Boot­camps spie­len, sind “Das Camp” von Harald Ton­dern, “Brea­k­out” von April Hen­ry (rich­tig span­nend!) und der Klas­si­ker “Boot­camp” von Mor­ton Rhue. Roma­ne, in denen die Prot­ago­nis­ten eben­falls in einer Art Anstalt lan­den und dort aus­bre­chen, sind “Wir waren hier” von Nana Rade­ma­cher und Arti­kel 5″ von Kris­ten Sim­mons. Eine eben­so action­rei­che, sehr pas­sen­de Alter­na­ti­ve ist auch “Du kannst kei­nem trau­en” und “Ihr seid nicht allein” von Robi­son Wells. Super­span­nend!

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Arena
ISBN: 978-3-401-60177-9
Erscheinungsdatum: 2.Januar 2017
Einbandart: Hardcover
Preis: 16,99€ 
Seitenzahl: 352 
Übersetzer: -
Originaltitel: - 
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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2 Kommentare

  1. madeleine

    Hi ‚ich lie­be das Buch .Ich schrei­be ein Lese­ta­ge­buch für die Schu­le über Camp 21 . Ich hof­fe es kommt noch ein zwei­ter Teil raus . Lg Made­lei­ne

    Antworten
    1. Kasimira (Beitrag Autor)

      Hal­lo Made­lei­ne,

      schön, dass dir das Buch auch so gut gefällt. Eine Fort­set­zung wäre nicht schlecht, ich glau­be aber fast, dass es ein “Stand-Alo­ne”, also ein in sich abge­schlos­se­nes Buch, blei­ben wird…auf jeden Fall dir noch viel Spaß bei dei­nem Lese­ta­ge­buch;-)

      LG Kasi­mi­ra

      Antworten

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