Nora Price — Heute will ich leben

Nora Price Heute will ich leben15.Februar 2014

Die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Nora Pri­ce hat mit “Heu­te will ich leben” ein Jugend­buch über eine aku­tel­le und wich­ti­ge Pro­ble­ma­tik geschrie­ben. Sie beschäf­tigt sich mit dem The­ma Ess­stö­run­gen. Die­ser sehr bewe­gend erzähl­te Roman ist für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren geeig­net und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Die 16-jäh­ri­ge Zoe kann nicht ver­ste­hen, was sie hier soll. Hier — in Twin Birch — einer Art Anstalt, in der sich fünf wei­te­re Mäd­chen auf­hal­ten. “Pati­en­tin­nen” wer­den sie genannt. War­um hat ihre Mut­ter sie hier her­ge­bracht? Und gan­ze sechs Wochen soll sie hier blei­ben? Mit ihrem sehr kri­ti­schen und auf­merk­sa­men Blick notiert sie jedes wich­ti­ge Detail in ihr Notiz­buch, um sich über ihre Situa­tio­nen einen Über­blick zu ver­schaf­fen. All­mäh­lich fin­det sie her­aus, dass die ande­ren Mäd­chen an einer Ess­stö­rung lei­den. Aber Zoe doch nicht! Dum­mer­wei­se hat man ihr das Han­dy abge­nom­men und sie kann kei­nen Kon­takt zu ihrer Mut­ter her­stel­len. Schließ­lich kann es sich hier ja nur um ein gro­ßes Miss­ver­ständ­nis han­deln…

Der Roman, der bereits durch ein sehr schö­nes Cover besticht, wird kom­plett aus Zoes Sicht erzählt. Dazwi­schen gesel­len sich ein­zel­ne Brie­fe von ihr, die sie an Eli­se — ihre bes­te Freun­din — schreibt. Nora Price Heute will ich lebenErin­ne­run­gen an ihre gemein­sa­me Zeit tre­ten dar­in zuta­ge. Dann wird wie­der detail­liert von ihrem Kli­nik­all­tag berich­tet, den ein­zel­nen Mahl­zei­ten, die unter inze­nier­tem Grup­pen­druck statt­fin­den. Sie sind nur sechs Mäd­chen und drei Betreue­rin­nen. Stän­dig fühlt Zoe sich über­wacht. Die ande­ren Mäd­chen wol­len auch ihre Geschich­te hören. Und irgend­wann muss auch sie sich der Wahr­heit stel­len. Denn es gibt einen beson­de­ren Grund, aus dem Zoe in der Kli­nik ist. Einen Grund, der sie von allen ande­ren Mäd­chen unter­schei­det! Das alles liest sich sehr span­nend und unter­halt­sam. Man fie­bert mit und will wis­sen, wel­che Geheim­nis­se sie ver­birgt, was sie alles ver­drängt hat, das nun — unauf­halt­sam — an die Ober­flä­che tritt. “Heu­te will ich leben” ist ein Buch der begin­nen­den Aus­ein­an­der­set­zung mit einer schwie­ri­gen Krank­heit, der Ver­söh­nung mit sich selbst und dem Ein­ge­ständ­nis einer schmerz­haf­ten Ver­gan­gen­heit. Berüh­rend! Das Ende fand ich per­sön­lich jedoch etwas abrupt und hät­te mir noch mehr Infor­ma­tio­nen gewünscht bezie­hungs­wei­se einen aus­führ­li­che­ren Aus­blick auf das, was jetzt kommt. Aber: sel­ber lesen, selbst ein Urteil bil­den! Eine Lek­tü­re, die sich trotz des LesealternativenSchlus­ses lohnt!

Dich inter­es­sie­ren Roma­ne über Ess­stö­run­gen? Ein etwas intel­lek­tu­el­le­res Buch ist Hel­lo Paris” von Catha­ri­na Gei­sel­hart. Sprach­lich sehr schön erzählt ist Win­ter­mäd­chen” von Lau­rie Hal­se Ander­son, das eine ähn­li­che The­ma­tik behan­delt wie in “Heu­te will ich leben”. Bewe­gend geschrie­ben fand ich auch Stone Girl” von Alys­sa B. Shein­mel. Ein Roman, der die Geschich­te einer Hei­lung beschreibt, ist Das Lächeln der Lee­re” von Anna Sofia Höpf­ner — mit auto­bio­gra­fi­schen Zügen.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: cbt
ISBN: 978-3-570-30892-9
Erscheinungsdatum: 10. Februar 2014
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 352 
Übersetzer: Kathrin Wolf
Originaltitel: "Zoe letting go" 
Originalverlag: Razorbill

Amerikanisches Originalcover:
Nora Price Heute will ich leben









Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Penguin

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