Die britische Buchhändlerin und Autorin Nicki Thornton stellte sich — als sie ihren Debütroman “Hotel der Magier” schrieb, folgende Frage: “Was würde passieren, wenn Magier der Mittelpunkt einer Detektivgeschichte wären?”. Mit dem Resultat gewann sie nicht nur einen Schreibwettbewerb, sondern ihr Buch wurde auch zum Überraschungserfolg in England. Eine turbulente Geschichte, die in ein abgelegenes, kleines Hotel entführt und bei einem Treffen von Magiern einen Mord passieren lässt. Fantasievoll, mysteriös und recht unterhaltsam. Neu als Taschenbuch erschienen. Der erste Teil einer Trilogie. Für Jugendliche ab 10 Jahren.
Seth lebt im Hotel “Zur letzten Chance”. Er ist dort Küchenjunge. Seine Mutter ist bei der Geburt gestorben und sein Vater, ehemals der Chefkoch des Hotels, hat sich aus dem Staub gemacht. Laut Tiffany, der Tochter des griesgrämigen und geizigen Inhaberpaars, soll er sich wertvolles Eigentum unter den Nagel gerissen haben und ist deshalb in Ungnade gefallen. Deshalb erhält Seth auch keinerlei Lohn und muss hart schuften. Und wird von Tiffany in jedem erdenklichen Moment schikaniert. Doch nun steht
eine Delegation an Gästen und ein ganz besonderes Festmahl vor der Türe. Ein paar Magier treffen sich in dem Hotel zu einem geheimen Treffen: “Die Tür wird nun verschlossen, als Teil des strengen Prozederes. Wir treffen damit Vorsorge, dass nicht noch in letzter Minute getrickst oder gar sabotiert wird. Das Festmahl wird sich neugierigen Blicken entziehen und im Geheimen stattfinden.” (Zitat aus “Hotel der Magier” S.50) Irgendetwas soll vorgeführt werden? Niemand darf hinein. Auch das Dessert, das Seth zubereiten soll, muss zuvor in den Saal hineingestellt werden. Der Küchenjunge ist höchst überrascht über die Gäste und deren Fähigkeiten: “Magie gab es wirklich. Es war ein bisschen, wie wenn man durch eine Tür tritt und an einem unerwarteten, aber schönen Ort landet und dann gesagt bekommt, dass da etwas Dunkles, Gefährliches und Unbekanntes lauert.” (Zitat S.112) Vor allem der Chef der Magier, Dr. Thallomius, ist besonders freundlich zu Seth, während alle anderen
ihn eher übersehen. Doch dann gibt es einen Toten. Gestorben, nachdem er Seth’s Dessert gegessen hat. Ausgerechnet Dr.Thallomius! Alle verdächtigen sofort den Küchenjungen. Klar, dass Seth unbedingt versuchen muss seine Unschuld zu beweisen. Aber wer von der Anwesenden könnte es gewesen sein? Bald merkt Seth, dass viele der Gäste etwas zu verbergen haben…
Was ich nachts tatsächlich erst durch Zufall herausgefunden habe und vorher nicht wusste — Teile des Covers leuchten im Dunkeln (bezieht sich auf die Hardcoverausgabe)! Ein schöner Effekt und passend zum Buch. Seth ist eine sympathische Hauptfigur und berichtet in dem Roman durchgehend in personaler Erzählweise: “Seth sehnlichster Wunsch war es, mithilfe seiner Kochkünste eines Tages hier wegzukommen. Er wollte so gut kochen können, dass die Menschen jeden Weg auf sich nahmen. Genau wie sein Vater.” (Zitat S.20) Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt und ist innerhalb dieser Teile jeweils in Kapitel eingeteilt, die eine Überschrift tragen und vor dem Hintergrund eines Mondes stehen. Auf der ersten Seite kann man als Leser auch einen Blick in das Gästebuch des Hotels werfen und entdeckt dort eine Übersicht über sämtliche sieben Gäste und ihre Sonderwünsche für ihre jeweiligen Zimmer. Die Charaktere in “Hotel der Magier” sind schrullig und anders und jede Figur hat so ihre (magischen) Eigenarten. Wer
der Täter ist? Da darf man gespannt mit rätseln. Während mich die Geschichte zu Beginn noch nicht wirklich stark gefesselt hat und sich sehr auf manche Figuren oder Besonderheiten konzentriert, wird es zum Ende hin dann glücklicherweise doch mitreißender. Für die Zielgruppe dürfte der Roman dennoch funktionieren, denn er offenbart eine interessantes Zusammenstellung aus klassischer Detektivgeschichte und Fantasyroman mit einer magischen Welt, in die der Protagonist immer mehr eintaucht. Ein Aspekt hat mir jedoch — für ein Kinderbuch zumindest — nicht besonders gut gefallen: der Aspekt der Gewalt. So erfährt man zu Beginn bereits, dass Seth — wenn Tiffany ihn ärgert — er “ihr am liebsten mit der Faust in ihre perfekten Zähne geschlagen hätte” (Zitat S.22) und am Ende des Buches taucht auch noch einmal folgender Satz auf, den ich persönlich eher unpassend finde: “Es fiel ihm viel leichter als gedacht, sie zu schlagen, vielleicht weil er es sich schon so oft vorgestellt hatte. Tiffany schrie auf, als seine Faust ihre Nase traf, so hart, dass Blut heraussickerte.” (Zitat S.267) Ungeachtet der Umstände ist diese “gewalttätige Lösung” pädagogisch nicht unbedingt sinnvoll.
Fazit: Für Jungs (und Mädchen), die mal eine besondere Mischung aus Fantasy und Krimi lesen möchten, ideal.
Es gibt von “Hotel der Magier“
zwei Fortsetzungen: “Der Leuchtturm der Geister” (Band 2) und “Das Café der Lehrlinge” (Band 3). Eine Alternative, an die ich sofort denken musste, hinsichtlich des Krimis, ist “Eine Leiche zum Tee” von Alexandra Fischer-Hunold, einem schönen Lesespaß für angehende Detektive. Ein mysteriöses Anwesen findest du auch in “Dana Mallory und das Haus der lebenden Schatten” von Claudia Romes. Vielleicht wäre auch das spannende, fantastische “Die Nacht der gefangenen Träume” von Antonia Michaelis etwas für dich! Eine richtig gute Lesealternative ist zudem “Pandora und der phänomenale Mr Philby” von Sabine Ludwig. Hier gibt es einem Hotel in Cornwall ebenfalls einen Mord. Gut könnte ich mir auch “Percy Pumpkin: Mord im Schloss” von Christian Loeffelbein vorstellen.
Bibliografische Angaben:Verlag: Carlsen ISBN: 978-3-551-31987-6 Erscheinungsdatum: 29.November 2021 Einbandart: Taschenbuch Preis: 7,99€ Seitenzahl: 288 Übersetzer: Barbara König Originaltitel: "The last chance hotel" Originalverlag: Chicken House Britisches Originalcover:
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(3,5 von 5 möglichen Punkten)
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Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-31987-6
Erscheinungsdatum: 29.November 2021
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 7,99€
Seitenzahl: 288
Übersetzer: Barbara König
Originaltitel: "The last chance hotel"
Originalverlag: Chicken House
Britisches Originalcover:

Dieses Buch ist super spannend und man kann es nicht aus der Hand legen.
Ich würde 5 Punkte geben.