Mirjam Pressler — Wer morgens lacht

 Mirjam Pressler Wer morgens lacht18.August 2014

Die Bezie­hung zwi­schen zwei Schwes­tern macht die deut­sche Autorin Mir­jam Press­ler in ihrem neu als Taschen­buch erschie­ne­nen “Wer mor­gens lacht” zum The­ma. Eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit der Ver­gan­gen­heit. Eine Geschich­te über Neid, Eifer­sucht, Tod und das Ver­schwin­den. Eine Geschich­te wie ein Kalei­do­skop vol­ler Erin­ne­run­gen. Für Jugend­li­che ab 14 und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Anne ist jetzt 22 Jah­re alt. Und es ist nun sie­ben Jah­re her, dass ihre älte­re Schwes­ter Marie von einem Tag auf den ande­ren ver­schwun­den ist. Anne stu­diert nun weit weg von zu Hau­se, doch die Erin­ne­run­gen an ihre Ver­gan­gen­heit las­sen sie nicht los. Sie beschließt ihre Geschich­te auf­zu­schrei­ben. Doch das Erin­nern ist nicht immer ein­fach…

Wer mor­gens lacht” ist durch­weg aus Annes Sicht erzählt. Jedoch bezie­hen sich ihre eige­nen Erin­ne­run­gen oft auf ande­re Per­so­nen, deren Erleb­nis­se sie nach­zu­er­zäh­len ver­sucht. Beson­ders der Tod ihrer Oma hat das Mäd­chen sehr geprägt und auch die Bezie­hung zwi­schen den Schwes­tern ver­än­dert. Teil­wei­se geht Mir­jam Press­ler fast zu genauMirjam Pressler Wer morgens lachtauf ver­gan­ge­ne Gescheh­nis­se ein, indem sie äußerst detail­liert aus dem All­tag der Fami­lie berich­tet: bei­spiels­wei­se, was die Oma ange­pflanzt hat, wie die Haus­halts­ar­bei­ten ablie­fen. Das macht die Geschich­te zwi­schen­durch etwas lang­at­mig und als Leser hat man das Gefühl, dass die Autorin (sie ist mitt­ler­wei­le 73) den Nerv der Jugend ein­fach nicht immer tref­fen kann. Das Ende ist zwar ver­söh­nend, aber die wich­tigs­te Fra­ge, wo Marie ist bezie­hungs­wei­se ob sie wirk­lich noch lebt, bleibt lei­der unbe­ant­wor­tet. Das Cover ist mir per­sön­lich auch etwas unver­ständ­lich geblie­ben. Dar­auf ist das Gesicht eines Jun­gen abge­bil­det. Es spielt in der Geschich­te aber kein Jun­ge eine Haupt­rol­le. Natür­lich haben die Haupt­per­so­nen — die Schwes­tern — sich bei­de die Haa­re rot gefärbt und sehr kurz abge­schnit­ten, aber wenn das Foto nun wirk­lich ein Mäd­chen dar­stel­len soll, war­um dann so andro­gyn wir­kend?
Sprach­lich ist “Wer mor­gens lacht” — bis auf die Tat­sa­che, dass Mir­jam Press­ler kei­ne Anfüh­rungs­zei­chen für direk­te Rede, son­dern nur Kom­mas ver­wen­det (was teil­wei­se etwas ver­wir­rend ist) — ange­nehm erzählt und ver­fügt über ein geho­be­ne­res Niveau. Der Titel ist sehr gut gewählt, er bezieht sich auf ein Zitat, das wäh­rend des Buches häu­fi­ger auf­taucht und in gewis­ser Wei­se stell­ver­tre­tend für die Unter­schied­lich­keit der Schwes­tern ist. Am bes­ten lesen — und sich eine eige­ne Mei­nung bil­den!Lesealternativen

Möch­test du mehr Bücher über die Bezie­hung zwei­er Schwes­tern lesen? Eine sehr ein­fühl­sa­me Geschich­te hat zum Bei­spiel Eliza­beth Scott geschrie­ben: “Bet­ween love and fore­ver”. Eine Neuer­schei­nung wäre Soul Beach — Fros­ti­ges Para­dies” von Kim Har­ri­son. Toll ist auch auch Ich lebe, lebe, lebe” von Ali­son McGhee. In Nichts ist so per­fekt wie das Leben” von Chris­ti­ne H. Der­i­so lei­det die Haupt­per­son eben­falls dar­un­ter im Schat­ten ihrer Schwes­ter zu leben.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Beltz & Gelberg
ISBN: 978-3-407-74486-9
Erscheinungsdatum: 18.August 2014
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 8,95€
Seitenzahl: 264
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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(3 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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2.Bild v.oben: © Maren Beßler/pixelio.de

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