Megan Miranda — Splitterlicht

Megan Miranda Splitterlicht1. Okto­ber 2015

Die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Megan Miran­da hat mit “Split­ter­licht” einen Thril­ler mit einem Hauch Mys­te­ry geschrie­ben. Das Buch, das sogleich durch sein schö­nes, glit­zern­des Cover her­vor­sticht, erzählt die Geschich­te eines Mäd­chens, das nach einem Nah­tod­erleb­nis eine über­na­tür­li­che Fähig­keit ent­wi­ckelt hat. Sie kann den bevor­ste­hen­den Tod eines Men­schen erah­nen… unter­halt­sam, span­nend und auch ein wenig roman­tisch! Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren.

Die 17-jäh­ri­ge Dela­ney ist ihrem bes­ten Freund Decker über das Eis eines zuge­fro­re­nen Sees gefolgt. Nach­dem er schon längst das ande­re Ufer erreicht hat, ist sie noch immer auf dem See, stol­pert und bricht ein. “Ich schlug um mich, immer und immer wie­der, aber das Was­ser war zäh wir Sirup und das Eis dick und hart wie Stahl. In mei­ner Panik schluck­te ich Unmen­gen eis­kal­tes Was­ser. Ich hus­te­te und schluck­te und hus­tet und schluck­te, bis sich der Druck auf mei­ner Brust blei­schwer anfühl­te und mei­ne Arme und Bei­ne nicht mehr in der Lage waren, sich zu bewe­gen.” (Zitat aus “Split­ter­licht” S.15) Decker und die ande­ren aus ihrer gemein­sa­men Cli­que ret­ten sie. Jedoch sind es ins­ge­samt elf Minu­ten, die sie unter Was­ser blieb. Elf Minu­ten! Eigent­lich ist es unmög­lichMegan Miranda Splitterlicht, dass Dela­ney über­lebt. Dass sie aus dem Koma erwacht, in das sie eine Woche lang gefal­len ist. Dass sie kei­ner­lei blei­ben­de Schä­den davon getra­gen hat. Und doch ist es genau so. Aber auch wenn sie äußer­lich unver­sehrt scheint, hat sich für Dela­ney jede Men­ge geän­dert. Ihre Eltern beob­ach­ten sie äußerst wach­sam. Das Ver­hält­nis zu Decker hat sich irgend­wie ver­än­dert. Und dann spürt Dela­ney auch noch die­ses selt­sa­me Rei­ßen und Zie­hen in ihrem Kör­per: “Unter all dem Schmerz spür­te ich aber noch etwas ande­res. Etwas Unna­tür­li­ches. Mein Kör­per schien in alle Rich­tun­gen aus­ein­an­der­ge­ris­sen zu wer­den, nach oben, unten, links, rechts, vor, zurück. Als wären die Fasern, die mei­nen Kör­per zusam­men­hiel­ten, durch­trennt wor­den.” (Zitat S.26). All­mäh­lich fin­det sie her­aus, dass die­ses Zie­hen in ihren Glied­ma­ßen und das Jucken tief in ihrem Kopf sie immer zu etwas hin­zie­hen will. Zu einem Men­schen, der gera­de dabei ist zu ster­ben…

Split­ter­licht” wird durch­ge­hend aus der Sicht von Dela­ney in der Ich-Per­spek­ti­ve erzählt. Die Spra­che ist ein­fach und der Erzähl­ton sehr ange­nehm zu lesen. Die Span­nung stei­gert sich erst all­mäh­lich, vor allem auf Zwi­schen­mensch­li­ches und die Gefühls­welt der Prot­ago­nis­tin wird sich zu Beginn kon­zen­triert. Sen­si­bel und authen­tisch wir­ken die­se Schil­de­run­gen und brin­gen das Megan Miranda Splitterlichtbuch­stäb­li­che “Sich zer­ris­sen”- Füh­len der Haupt­fi­gur sehr gut zum Aus­druck. Denn da ist nicht nur Dela­neys neue Fähig­keit, mit der sie erst zurecht­kom­men muss, son­dern auch noch ihre wider­sprüch­li­chen Gefüh­le für Decker, der auf ein­mal ein ande­res Mäd­chen küsst. “Er dreh­te sich zu mir und starr­te mich an. “Was willst du, Dela­ney?” Ich woll­te, dass mir nicht übel wur­de, wenn ich ihn eine ande­re küs­sen sah. Ich woll­te, dass es mir egal ist. Es soll­te mir egal sein.” (Zitat S.127). Denn Dela­ney hat zuvor einen ande­ren geküsst. Vor ihrem Unfall. Deckers bes­ten Freund. Bedeu­tungs­los. Auf einer Par­ty. Und doch bangt und hofft man als Leser, dass sowohl Decker, als auch Dela­ney den­noch mehr für sich emp­fin­den. Das Lie­bes­cha­os wird per­fekt, als auch noch Troy auf­taucht, der über Dela­neys Fähig­keit Bescheid weiß. Die­ses Hin und Her, die­ses Unkla­re, Ahnungs­vol­le, Hoff­nungs­vol­le macht den Reiz der Geschich­te aus und bie­tet jede Men­ge Roman­tik. Von der Span­nung her muss ich jedoch sagen, dass mich das Buch lei­der nicht immer mit­ge­ris­sen hat. Aber: am bes­ten selbst lesen und eine eige­ne Mei­nung bil­den!;-)

LesealternativenWenn dir “Split­ter­licht” gefal­len hat, dann lies auf jeden Fall die “Body­fin­der”- Rei­he (Teil eins:“Body­fin­der: Das Echo der Toten” und Teil zwei “Ruf der ver­lo­re­nen See­len”) von Kim­ber­ly Der­ting, die wohl bes­te Alter­na­ti­ve. Die Prot­ago­nis­tin hat eben­falls die Fähig­keit Tote auf­zu­spü­ren. Die­se Rei­he — vor allem der ers­te Band — bie­tet auch eine Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen der Haupt­fi­gur und ihrem bes­ten Freund, aller­dings um eini­ges auf­re­gen­der und roman­ti­scher (wie ich per­sön­lich fin­de; vor allem an den ers­ten Teil kommt “Split­ter­licht” ein­fach nicht her­an). Eine über­na­tür­li­che Bega­bung hat eben­so die Prot­ago­nis­tin in “Ein Herz­schlag danach” und “Kein Augen­blick zu früh” von Sarah Alder­son, wel­ches Roman­tik und Thril­ler per­fekt ver­eint. Oder lies die Num­bers”-Rei­he von Rachel Ward, in der die Haupt­fi­gur in den Augen ande­rer Men­schen deren Todes­da­tum erken­nen kann.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-58481-9
Erscheinungsdatum: 8.September 2015
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 320
Übersetzer: Ingrid Ickler
Originaltitel: "Fracture"
Originalverlag: Bloomsbury

Amerikanisches Originalcover:
Megan Miranda Splitterlicht











Amerikanischer Trailer:
 

Kasimiras Bewertung:

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(3,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

 

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Amerikanisches Cover: Homepage von Megan Miranda

 

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