Die preisgekrönte, amerikanische Autorin Meg Rosoff hat einen neuen Roman geschrieben: „Was ich von dir weiß“ erzählt von Freundschaft, vom Finden und Verlorengehen. Ein Roadmovie. Eine Familiengeschichte. Und gleichzeitig noch viel mehr als das. In stillen, ruhigen Tönen geschrieben, mit viel Tiefe und Klugheit erzählt. Für Jugendliche ab 12 Jahren. Und besonders für Erwachsene.
Mila ist 12 Jahre alt. Sie ist ein sehr kluges und gewitztes Mädchen, hat eine Spürnase fast wie ein Hund. Nach solch einem wurde sie sogar benennt. Es war der Hund ihres Großvaters, der einst Mila hieß, an dessen Namen der Vater sich damals erinnerte. Jetzt ist das Mädchen mit ihrem Vater — einem etwas zerstreuten Mann, der als Übersetzer arbeitet — auf Reise gegangen. Sie wollen seinen besten Freund Matthew in Amerika besuchen. Und obwohl dieser – wie sie kurz zuvor von seiner Frau telefonisch erfahren — spurlos verschwunden ist, machen sich die beiden dennoch von London aus auf den Weg. Susanna, die Frau von Matthew, scheint ihren Mann jedoch nicht wirklich zu vermissen. Sie hat erst ein Baby bekommen. Manchmal telefoniert sie heimlich mit jemandem. Den Hund von Matthew, den er zurückgelassen hat, lässt sie links liegen. Wo könnte der beste Freund ihres Vaters sein? Mila beschließt es herauszufinden. Gemeinsam mit ihrem Vater starten sie die Fahrt bis hoch zur kanadischen Grenze, wo sie Matthew in einer Hütte vermuten…
„Was ich von dir weiß“ wird durchgehend aus Milas Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Sie ist auffallend intelligent, hat ein wunderbares Gespür für die Befindlichkeit anderer Menschen. Anhand winziger Details erkennt sie große Zusammenhänge. Das liest sich sehr interessant, auch wenn man ihre Kombinationsgabe manchmal nicht so ganz nachvollziehen kann. Beispielsweise beobachtet sie auf der Reise mit ihrem Vater eine Kellnerin, von der sie sofort merkt, dass diese schwanger sein muss. Leider wird nicht genau erklärt, wie sie darauf kommt? Insgesamt gesehen ist „Was ich von dir weiß“ eine Spurensuche, ein Roadmovie, eine Vater-Tochter-Geschichte, eine Reflektion über das Erwachsenwerden, der Versuch einen anderen Menschen zu verstehen und die Erzählung einer Freundschaft. Denn nicht nur Matthew und Milas Vater verbindet eine Freundschaft, sondern auch Mila und Caitlin, ein Mädchen aus ihrer Schule. Zwischendurch widmet Mila ihr einige Kapitel. Sie haben sich ein wenig auseinandergelebt, starten jedoch den Versuch einer neuen Annäherung. In fettgedruckter Schrift erscheinen SMS von ihnen, die sie sich vereinzelt zuschicken. Ebenfalls auffällig ist das Fehlen der Anführungszeichen der wörtlichen Rede, was teilweise für ein wenig Verwirrung sorgt, woran man sich aber schnell gewöhnt. Ganzheitlich betrachtet hat mir der Roman sehr gut gefallen. Er ist anders, zarter, behutsamer erzählt als manch andere Titel. Ein Kleinod, das gegen Ende noch Raum lässt für eigene Gedanken.
Von der Stimmung her hat mich „Was ich von dir weiß“ ein wenig an „Das nachtblaue Kleid“ von Karen Foxlee erinnert. A
uch hier ist der Leser von Anfang an auf Spurensuche und Freundschaft spielt ebenfalls eine große Rolle. Der Versuch einen anderen Menschen verstehen lernen zu wollen, findest du in „Killing Butterflies“ von M. Anjelais. Ein lesenswertes Roadmovie, das ebenso viel Tiefgang bietet, ist „Perfect Escape“ von Jennifer Brown. Anführungszeichen für wörtliche Rede fehlen auch in “Wer morgens lacht” von Mirjam Pressler. Ansonsten kannst du natürlich auch noch andere Bücher von Meg Rosoff lesen: „So lebe ich jetzt“ ist das wohl bekannteste von ihr, für das sie auch zahlreiche Preise erhalten hat. Sehr gut gefallen hat mir auch „Davon, frei zu sein“, die Geschichte eines Mädchens, dem viele Stolpersteine in den Weg gelegt werden und das dennoch sein Glück findet. Weitere Titel von ihr sind “Damals, das Meer”, “Oh. Mein. Gott” (für Erwachsene) und “Was wäre wenn” (schräg!).
Bibliografische Angaben:Verlag: Fischer KJB ISBN: 978-3-596-85625-1 Erscheinungsdatum: 23.Oktober 2014 Einbandart: Hardcover Preis: 14,99€ Seitenzahl: 272 Übersetzer: Brigitte Jakobeit Originaltitel: "Picture me gone" Originalverlag: Penguin Amerikanische Originalcover:
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Amerikanischer Trailer zum Buch:
Kasimiras Bewertung:
(5 von 5 möglichen Punkten)
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Verlag: Fischer KJB
ISBN: 978-3-596-85625-1
Erscheinungsdatum: 23.Oktober 2014
Einbandart: Hardcover
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 272
Übersetzer: Brigitte Jakobeit
Originaltitel: "Picture me gone"
Originalverlag: Penguin
Amerikanische Originalcover: