Marit Kaldhol — Allein unter Schildkröten

Marit Kaldhol Allein unter Schildkröten3.Mai 2012

Allein unter Schild­krö­ten” von der nor­we­gi­schen Auto­rin Marit Kald­hol befasst sich mit dem The­ma Sui­zid und erzählt die sehr ergrei­fen­de Geschich­te eines Jun­gen, der sich das Leben nimmt. Sei­ne Schil­de­run­gen sind im ers­ten Teil des Buches allein in Tage­buch­auf­zeich­nun­gen zu erle­ben. Der Roman wur­de 2013 für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis von der Jugend­ju­ry nomi­niert. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Mikke steht kurz vor dem Abitur. Er hat eine Freun­din, die Siri heißt. Er betreut einen behin­der­ten Jun­gen namens Sver­re. Er hat noch ande­re Freun­de. Doch er fühlt sich ein­sam. Trotz allem. Zu sei­nem Vater hat er kein gutes Ver­hält­nis. Er liebt Bio­lo­gie. Über Tie­re und die Natur weiß er alles. Beson­ders die Mee­res­schild­krö­ten haben es ihm ange­tan. Doch da ist die­se Dun­kel­heit in ihm, die­se merk­wür­di­gen Gefüh­le, die er tag­täg­lich meist zu spä­ter Stun­de in sein Tage­buch notiert. Es sind meist kur­ze Abschnit­te, die ohne dem Leser die Hin­ter­grün­de erklä­ren zu wol­len, von sei­nem Leben erzäh­len. Oft berich­tet er über Din­ge, die er über man­che Tie­re, im Beson­de­ren die Mee­res­schild­krö­ten her­aus­ge­fun­den hat. Man puz­zelt sein Leben, sei­ne Umstän­de all­mäh­lich zusam­men. Und plötz­lich hat er kei­ne Lust mehr zu schrei­ben. Das Tage­buch bricht ab. Die Per­spek­ti­ve wech­selt plötz­lich. Sei­ne Mut­ter erzählt wei­ter: Denn Mikke hat sich das Leben genom­men…

Marit Kaldhol Allein unter SchildkrötenIm Anschluss erschei­nen Brie­fe. Von Mikkes Vater an sei­nen Sohn. Von Siri an ihren Freund, der noch vor sei­nem Tod mit ihr Schluss gemacht hat. Von Sver­re und von ande­ren Freun­den. War­um? Das ist die gro­ße Fra­ge. Doch Wei­ter­le­ben ist nötig und die Erin­ne­run­gen sind immer da. Äußerst bewe­gend erzählt, ver­ar­bei­ten die Ange­hö­ri­gen die­ses Weg­ge­hen, die­se plötz­lich Ver­schwin­den eines Men­schen aus ihrem nahen Umfeld. Man kann viel zwi­schen den Zei­len lesen, jede Men­ge Inter­pre­ta­ti­ons­mög­lich­kei­ten zei­gen sich auf. Viel Tie­fe. Viel Raum. Kur­ze kla­re Wor­te, sprach­lich sehr schön geschrie­ben, teil­wei­se in kur­zen Abschnit­ten erzählt. “Allein unter Schild­krö­ten” ist ein Buch, das noch lan­ge nach­wir­ken wird.

LesealternativenWenn dich das The­ma Sui­zid inter­es­siert, kannst du noch Dann mach ich eben Schluss” von Chris­ti­ne Fehér, die wohl bes­te Alter­na­ti­ve zu “Allein unter Schild­krö­ten”. Die­ses setzt sich eben­falls wie ein Puz­zle zusam­men und lässt alle Ange­hö­ri­gen zu Wort kom­men und auf Spu­ren­su­che gehen. Das bekann­tes­te (und erfolg­reichs­te) Jugend­buch über Sui­zid ist “Tote Mäd­chen lügen nicht” von Jay Asher, das eben­falls den Grün­den des selbst gewoll­ten Todes nach­geht. Oder lies am Ende fol­gen­den Arti­kels noch mehr über Lite­ra­tur­emp­feh­lun­gen zum The­ma Sui­zid: “Das The­ma Tod in der Jugend­li­te­ra­tur”.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: mixtvision
ISBN: 978-3939435-47-1
Erscheinungsdatum: 2.Februar 2012
Einbandart: Broschur
Preis: 12,90€
Seitenzahl: 136
Übersetzer: Maike Dörries
Originaltitel: "sokeord: ayotzintli"
Originalverlag: Samlaget

Norwegisches Originalcover:
Marit Kaldhol Allein unter Schildkröten












Trailer zum Buch:
 

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Norwegisches Cover: Homepage von Samlaget

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