“Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte” der amerikanischen Autorin Mandy Hubbard ist eine Zeitreise‑, Liebes- und Selbstfindungsgeschichte zugleich. Mit einer liebeswerten Protagonistin, die in das Abenteuer ihres Lebens gerät und dabei nebenbei noch unerwartetes Selbstbewusstsein findet. Frech, zuckersüß, romantisch und turbulent. Ein kurzweiliges, recht unterhaltsames Lesevergnügen für Mädchen ab 12 Jahren.
Die 15-jährige Amerikanerin Callie (der erste Satz des Buches legt nahe, sie sei 16, sie ist aber 15! Übersetzungsfehler?) ist auf Klassenfahrt in London. Vor einem Jahr wäre das noch alles richtig toll gewesen, doch ihre beste Freundin ist weggezogen und sie sitzt nun freundinnenlos in der Hotelbar. Um die It-Girls ihrer Klasse zu beeindrucken versucht das unscheinbare und etwas tollpatschige Mädchen durch ein besonderes Partyoutfit zu glänzen, das sie sich in London mit der Kreditkarte ihrer Mutter (ein “Notfall!”) besorgt. Dazu gehören natürlich auch die passenden Schuhe. Ein paar 400-Pfund-teure High Heels in knallrot zieren ihre Füße, als sie den Rückweg zum Hotel antritt. Doch sie bleibt im mit dem Absatz am Straßenboden hängen und segelt ziemlich ungalant zu Boden. Nachdem ihr Kopf auf unliebsame Weise Bekanntschaft mit dem Londoner Straßenpflaster gemacht hat, wird es schwarz um Callie. Sie erwacht
…in einem Stückchen Wald. Wie ist sie dorthin gekommen? Wie, wer, wo, was? Da die Dunkelheit schon einsetzt, ist sie froh auf ein äußerst prachtvolles Anwesen zu stoßen, in dem man sie seltsamerweise zu erkennen glaubt: “Rebecca?”, ruft eine Mädchenstimme in diesem typischen, melodischen britischen Akzent. […] “Du bist es!”, quiekt das Mädchen. “Ich wusste, dass das nur dein amerikanischer Akzent sein konnte! Wir haben dich erst in einem Monat erwartet. Ich habe gerade deinen Brief erhalten, in dem du schreibst, du würdest bald das Billett für deine Seereise erwerben.” (Zitat aus “Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte”, Seite 37). Man hält sie für die beste Freundin von Emily, die diese zuletzt im Alter von sieben Jahren gesehen hat. Emily, die auch nur zu Besuch ist bei ihrem Cousin Alex, dem Herzog von Harksbury, der mit “Eure Durchlaucht” angesprochen wird und äußerst attraktiv ist. Um möglichst schnell zurück nach London zu ihrer Klasse zu gelangen, nimmt Callie tatsächlich die Identität von Rebecca an, schließlich braucht sie Hilfe. In dem Haus, in dem sich seltsamerweise alle so verhalten, als würden sie in einem anderen Jahrhundert leben, gibt es jedoch nicht einmal ein Telefon. Und so muss Callie den nächsten Morgen abwarten, um mit einer Kutsche und in Emilys Begleitung in die Stadt zu fahren. Doch London ist nicht gleich London. Zumindest nicht so wie sie es kennt. Callie ist tatsächlich in einem anderen Jahrhundert gelandet! Im Jahr 1815. Als Emily sie dann auch noch bittet, ihr zu helfen, nicht zwangsverheiratet zu werden und sie hinter ein dunkles Geheimnis des Herzogs kommt, ist das Chaos perfekt…
“Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte” ist durchgehend aus Callies Sicht geschrieben. Immer mit ein wenig Selbstironie begleitet man eine sympathische Hauptfigur auf ihren Turbulenzen im 19. Jahrhundert. Der Erzählstil ist leicht und der Text sehr flüssig zu lesen. Angenehme Unterhaltungslektüre für Zwischendurch. Gegen Ende wird es besonders dramatisch und wunderschön romantisch. Besonders drängt sich während des Lesens die Frage auf: Wie wird Callie wohl zurück in die heutige Zeit gelangen? Was muss sie tun? Schön fand ich die Erkenntnisse, die das sich sonst ein wenig unsichtbar fühlende Mädchen am Ende zieht: “Wir stehen einfach da und werfen uns weg vor Lachen. Das verstößt garantiert gegen Victorias “Regeln für sittsame junge Mädchen”. Aber auch das ist mir egal. Ich bin ich selbst. Entweder mögen sie mich so oder sie verachten mich. Ich bin ich selbst, und nur das zählt” (Zitat S. 275) Auch versteht sie, dass sie die Anerkennung von anderen nicht unbedingt braucht und sich wegen Urteilen anderer Menschen nicht mehr schlecht fühlen muss. “Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte” macht auf unaufdringliche Weise klar, dass es am besten ist, einfach zu sich selbst zu stehen. Genau so, wie man ist. Das gefällt mir an Mandy Hubbards Büchern. Leicht und locker geschrieben, aber immer mit eine Prise Erkenntnis gewürzt!
Wenn dir “Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte” gefallen hat, kannst du auch noch die andern Bücher von Mandy Hubbard lesen: “Der Kuss der Sirene” und “Verwünscht und zugenäht” — das liest sich sehr humorvoll und ist ideal für Mädchen ab 12 Jahren. Witzig und turbulent ist ebenfalls “Lasst uns schweigen wie ein Grab” von Julie Berry, welches ebenso im 19.Jahrhundert spielt. Ein neueres Buch, in dem das Thema Zeitreise eine Rolle spielt, ist “Der Sommer, in dem die Zeit stehen blieb” von Tanya Stewner. Eine der bekanntesten Zeitreisen-Romane im Jugendbuch ist die “Rubinrot”-Reihe von Kerstin Gier.
Bibliografische Angaben:Verlag: Ravensburger ISBN: 978-3-473-40129-1 Erscheinungsdatum: 24.Mai 2015 Einbandart: Hardcover Preis: 12,99€ Seitenzahl: 320 Übersetzer: Franziska Jaekel Originaltitel: "Prada and prejudice" Originalverlag: Razorbill Amerikanisches Originalcover:
Amerikanischer Trailer:
Kasimiras Bewertung:
(5 von 5 möglichen Punkten)
--------------------------------------------------------------------------------- Amerikanisches Cover: Homepage von Mandy Hubbard

Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-40129-1
Erscheinungsdatum: 24.Mai 2015
Einbandart: Hardcover
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 320
Übersetzer: Franziska Jaekel
Originaltitel: "Prada and prejudice"
Originalverlag: Razorbill
Amerikanisches Originalcover:
Amerikanischer Trailer: