Die amerikanische Autorin Lynn Painter hat neben vielen Rom-Coms (Young Adult & New Adult) nun auch ein erstes Kinderbuch geschrieben: “Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden”. Sie erzählt die Geschichte von Emma, die versucht, die Legende wahr werden zu lassen, von der ihr ihre verstorbene Großmutter einst erzählt hat. Denn der Überlieferung nach sollen unter einem alten Baum geäußerte Wünsche durch ein magisches Portal vier Monate später in Erfüllung gehen. Doch dann funkt ihr der beste Freund ihres Bruders, der nervige Jackson, dazwischen und schmeißt einen Stein mit dazu in das Erdloch. Zunächst denkt sich Emma noch nichts dabei, aber dann — vier Monate später — erfüllen sich die Wünsche ihrer Freundinnen und Emmas nicht! Dafür hat Jackson plötzlich blonde Haare, überaus definitierte Brustmuskeln und wird zum Schülerrat gewählt, obwohl er sich dort nie beworben hat. Wohl oder übel muss Emma sich mit Jackson zusammentun, um einen Weg zu finden, die Wünsche wieder rückgängig zu machen… Eine charmante, magische und turbulente Geschichte über die Sehnsucht der Wünsche, über Freundschaft und erste Schmetterlingsgefühle. Unterhaltsam. Für Jugendliche ab 10 Jahren.
Nebraska. Emma hat ihre Großmutter verloren. Doch diese hat ihr eine Legende hinterlassen, von der sie ihr und ihrem Bruder Noah stets erzählte. Eine Legende, nach der sich ihre geheimsten Wünsche
erfüllen könnten. “So kam es, dass die Feenherrscher vierhundertvierundvierzig Feenjahre lang jedes Jahr am vierten Tag des vierten Monats vier Einwohnern Flinkos vier Wünsche erfüllten. Nana war absolut besessen von dieser Legende gewesen.” (Zitat aus “Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden” S.21) Während Noah nicht daran zu glauben scheint, ist Emma überzeugt davon, dass ihre Großmutter die Wahrheit sagt. Dass es wirklich die Möglichkeit geben könnte, sich ihre Wünsch erfüllen zu lassen. “Nach Nanas Tod haben wir Notizbücher voll nahezu unleserlichen Aufzeichnungen gefunden (die ich allerdings lesen konnte, denn wir hatten jahrelang Notizen ausgestauscht). Meine Mum und mein Bruder haben nur über Nanas Albernheiten gelacht, doch mir haben diese zusammenhanglosen Worte Hinweise und Koordinaten geliefert, mit denen ich arbeiten konnte.” (Zitat S.22) Und schließlich hat Emma den Ort identifizieren können, an welchem die Magie stattfinden könnte. Ein alter Baum, darunter muss ein tiefes Loch sein. Dort hinein sollen
sie ihre Wünsche werfen. “Ich sah zu der riesigen Pappel auf. Sie musste Hunderte Jahre alt sein, denn sie überragte die restlichen Bäume weit. “Hier ist es!”, quietschte ich und ließ mich auf die Knie fallen. Allie und Kennedy folgten meinem Beispiel, Allie jedoch auf der anderen Seite des Baumstamms. Das geheime Loch sollte sich irgendwo am Fuß dieses Baums befinden, doch der Boden war von jeder Menge Laub und Pflanzen bedeckt.” (Zitat S.18) Emma hat ihren beiden besten Freundinnen Ally und Kennedy von der Legende erzählt. Denn es ist das letzte der 444 Jahre, in dem am vierten Tag des vierten Monats ihre Wünsche in einem Ritual vor dem geheimen Portal geäußert werden können. “Sie fanden die ganze Sache witzig und die Vorstellung, ihre Wünsche erfüllt zu bekommen, auch ziemlich aufregend. Aber sie waren nicht wie ich. Ich war mir nicht sicher, ob sie wirklich an die Legende glaubten.” (Zitat S.24) Also werfen sie nacheinander ihre Zettel mit ihren vier geheimen Wünschen in das Loch hinein. Doch als Emma an der Reihe ist, werden sie gestört. Von Noah, der mit seinem neuen Kumpel Jackson, ebenfalls dort auftaucht. Jackson, der scheinbar einen Stein in das Loch wirft, als Emma gerade ihr Papier
hineinfallen lässt. Unmöglich von ihm! Emma kann den neuen Jungen in ihrer Straße ohnehin nicht ausstehen. Nun müssen die Mädchen vier Monate warten. “Nana zufolge würden die Wünsche in vier Monaten in Erfüllung gehen, also am vierten August. Sie hatte auch erwähnt, dass vier Wochen lang jede Woche ein Wunsch wahr werden würde, hatte aber nie erklärt, wie es genau funktionierte.” (Zitat S.36) Aber dann vier Monate später erfüllen sich die Wünsche ihrer Freundinnen nach und nach und bei Emma passiert gar nichts! Wie kann da sein? Plötzlich hat sie einen Verdacht. Denn wie kann es sein, dass Jackson in den Schülerrat gewählt wurde, obwohl er sich nie beworben hat? Warum ist er den Sommer über auf einmal 15 Zentimeter in die Höhe geschossen und hat so überaus definierte Brustmuskeln? Und was verbirgt er eigentlich unter der Mütze, die er mittlerweile ständig trägt? Kann es sein, dass all ihre Wünsche auf ihn übertragen wurden? Und wie um Himmels Willen kann man das wieder rückgängig machen? Bald müssen Emma und Jackson wohl oder übel zusammenarbeiten. Denn wenn Emmas vierter und letzter Wunsch
in Erfüllung gehen sollte, könnte das die Ehe von Jacksons Eltern zerstören. Sie hatte sich nämlich gewünscht, dass ihre Mutter (einsam und ohne Mann) sich unsterblich in einen neuen Mann verliebt…
Das Cover ist schön bunt, der Titel passend zum Inhalt gewählt. Der Roman ist in Kapitel eingeteilt und wird durchgängig aus Emmas Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Ein sehr sympathisches Mädchen mit Ecken und Kanten. Der Anfang ist ein wenig wirr, bis man alle Zusammenhänge dann begreift. “Dieser langweilige Schulausflug brachte uns bis auf eine Meile an DEN magischen Ort heran, und das auch noch GENAU AN DEM TAG, an dem er magische Wünsche ausspuckte.” (Zitat S.11ff) Die Grundidee mit den Wünschen ist gelungen. Das Thema für die Zielgruppe — wer träumt in dem Alter nicht davon, dass sich eines Tages all seine geheimen Sehnsüchte schlagartig erfüllen könnten? “Also, ich bin heute Morgen um sechs aufgewacht, ins Bad gegangen, und als ich beim Händewaschen einen Blick in den Spiegel geworfen habe, hat das hier zurückgeguckt!” Unmöglich, unmöglich, unmöglich. Ich konnte nicht a
ufhören, sie anzustarren. Das alles war einfach absurd. Sie sah genauso aus wie immer und gleichzeitig wie eine vollkommen andere Person. Es war beinahe, als würde sie eine Art Filter benutzen oder so. Sie war eine KI-optimierte Version ihrer selbst.” (Zitat S.57) Selbstverständlich darf man niemandem verraten, was man sich gewünscht hat, sonst könnte man den Wunsch wieder verlieren. Die Wunschregeln sind nicht immer ganz so konsequent zu Ende gedacht, weil natürlich irgendwie unter den Freundinnen doch darüber geredet wird, aber das verzeiht man der Geschichte. Für Emma ist es nicht ganz so einfach zu sehen, wie die Wünsche ihrer Freundinnen in Erfüllung gehen und ihre nicht. Dennoch hält sie das Gefühl von Eifersucht zurück und versucht sich für Ally und Kennedy zu freuen. “Und Kennedy schien sogar noch beliebter zu sein als Allie, falls das überhaupt möglich war. Offenbar verfolgte jeder einzelne Junge der Schule ihren Gaming-Kanal. Egal wo sie auftauchte, immer rief irgendjemand ihren Namen.” (Zitat S.110)
Emmas letzter Wunsch ist ohnehin eher uneigennützig, sondern richtet sich an das Liebesglück ihrer Mutter, die sich als Einsiedlerin zurückgezogen hatte und die es ihrer Meinung nach dringend verdient wieder glücklich zu werden. Auch ein kleiner Romantikanteil ist in “Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden” enthalten. Emma schwärmt für einen Mitschüler. “Evan Winters war umwerfend und beliebt. Ich tagträumte schon seit der dritten Klasse davon, dass er sich in mich verliebte.” (Zitat S.71) Und kommt dann doch unerwartet Jackson näher. Dies ist allerdings alles noch sehr altersgerecht dezent beschrieben. Das Ende zeigt, manchmal kommt alles anders als man denkt.
Du möchtest noch meh
r von Lynn Painter lesen? Dann greif doch zu ihren Jugendbüchern (ab 14 Jahren): “Better Than the Movies” und die Fortsetzung “Nothing Like the Movies”, “Betting on You” und “Fake Skating” (die letzten beiden Titel sind Einzeltitel und eigenständige Geschichten). Dich interessiert das Thema Wünsche? Dann lies zum Beispiel “Neun Wünsche für Archie” von Helen Rutter, “Das Buch der seltsamen Wünsche” von Angie Westhoff oder “Baum der Wünsche” von Katherine Applegate. Sehr empfehlen kann ich dir außerdem “Wünsche an die Wellen” von Katya Balen (hier müssen zwei gegensätzliche Charaktere ebenfalls zusammenarbeiten) und “Mein größter Wunsch” von Barbara O’Connor.
Bibliografische Angaben:Verlag: Penguin Junior ISBN: 978-3-328-30429-6 Erscheinungsdatum: 25.März 2026 Einbandart: Hardcover Preis: 15,00€ Seitenzahl: 320 Übersetzer*in: Michelle Landau Originaltitel: "The Wish Switch" Originalverlag: Little, Brown Books for Young Readers Amerikanisches Originalcover:
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Verlag: Penguin Junior
ISBN: 978-3-328-30429-6
Erscheinungsdatum: 25.März 2026
Einbandart: Hardcover
Preis: 15,00€
Seitenzahl: 320
Übersetzer*in: Michelle Landau
Originaltitel: "The Wish Switch"
Originalverlag: Little, Brown Books for Young Readers
Amerikanisches Originalcover:
