Lynn Painter — Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden

3.Juli 2026

Die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Lynn Pain­ter hat neben vie­len Rom-Coms (Young Adult & New Adult) nun auch ein ers­tes Kin­der­buch geschrie­ben: “Der Som­mer, in dem mir mei­ne Wün­sche weg­ge­schnappt wur­den”. Sie erzählt die Geschich­te von Emma, die ver­sucht, die Legen­de wahr wer­den zu las­sen, von der ihr ihre ver­stor­be­ne Groß­mutter einst erzählt hat. Denn der Über­lie­fe­rung nach sol­len unter einem alten Baum geäu­ßer­te Wün­sche durch ein magi­sches Por­tal vier Mona­te spä­ter in Erfül­lung gehen. Doch dann funkt ihr der bes­te Freund ihres Bru­ders, der ner­vi­ge Jack­son, dazwi­schen und schmeißt einen Stein mit dazu in das Erd­loch. Zunächst denkt sich Emma noch nichts dabei, aber dann — vier Mona­te spä­ter — erfül­len sich die Wün­sche ihrer Freun­din­nen und Emmas nicht! Dafür hat Jack­son plötz­lich blon­de Haa­re, über­aus defi­ni­tier­te Brust­mus­keln und wird zum Schü­ler­rat gewählt, obwohl er sich dort nie bewor­ben hat. Wohl oder übel muss Emma sich mit Jack­son zusam­men­tun, um einen Weg zu fin­den, die Wün­sche wie­der rück­gän­gig zu machen… Eine char­man­te, magi­sche und tur­bu­len­te Geschich­te über die Sehn­sucht der Wün­sche, über Freund­schaft und ers­te Schmet­ter­lings­ge­füh­le. Unter­halt­sam. Für Jugend­li­che ab 10 Jahren.

Nebras­ka. Emma hat ihre Groß­mutter ver­lo­ren. Doch die­se hat ihr eine Legen­de hin­ter­las­sen, von der sie ihr und ihrem Bru­der Noah stets erzähl­te. Eine Legen­de, nach der sich ihre geheims­ten Wün­sche erfül­len könn­ten. “So kam es, dass die Feen­herr­scher vier­hun­dert­vier­und­vier­zig Feen­jah­re lang jedes Jahr am vier­ten Tag des vier­ten Monats vier Ein­woh­nern Flin­kos vier Wün­sche erfüll­ten. Nana war abso­lut beses­sen von die­ser Legen­de gewe­sen. (Zitat aus “Der Som­mer, in dem mir mei­ne Wün­sche weg­ge­schnappt wur­den”  S.21) Wäh­rend Noah nicht dar­an zu glau­ben scheint, ist Emma über­zeugt davon, dass ihre Groß­mutter die Wahr­heit sagt. Dass es wirk­lich die Mög­lich­keit geben könn­te, sich ihre Wünsch erfül­len zu las­sen. “Nach Nanas Tod haben wir Notiz­bü­cher voll nahe­zu unle­ser­li­chen Auf­zeich­nun­gen gefun­den (die ich aller­dings lesen konn­te, denn wir hat­ten jah­re­lang Noti­zen aus­ges­tauscht). Mei­ne Mum und mein Bru­der haben nur über Nanas Albern­hei­ten gelacht, doch mir haben die­se zusam­men­hang­lo­sen Wor­te Hin­wei­se und Koor­di­na­ten gelie­fert, mit denen ich arbei­ten konn­te.” (Zitat S.22) Und schließ­lich hat Emma den Ort iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, an wel­chem die Magie statt­fin­den könn­te. Ein alter Baum, dar­un­ter muss ein tie­fes Loch sein. Dort hin­ein sol­len sie ihre Wün­sche wer­fen. “Ich sah zu der rie­si­gen Pap­pel auf. Sie muss­te Hun­der­te Jah­re alt sein, denn sie über­rag­te die rest­li­chen Bäu­me weit. “Hier ist es!”, quietsch­te ich und ließ mich auf die Knie fal­len. Allie und Ken­ne­dy folg­ten mei­nem Bei­spiel, Allie jedoch auf der ande­ren Sei­te des Baum­stamms. Das gehei­me Loch soll­te sich irgend­wo am Fuß die­ses Baums befin­den, doch der Boden war von jeder Men­ge Laub und Pflan­zen bedeckt.” (Zitat S.18) Emma hat ihren bei­den bes­ten Freun­din­nen Ally und Ken­ne­dy von der Legen­de erzählt. Denn es ist das letz­te der 444 Jah­re, in dem am vier­ten Tag des vier­ten Monats ihre Wün­sche in einem Ritu­al vor dem gehei­men Por­tal geäu­ßert wer­den kön­nen. “Sie fan­den die gan­ze Sache wit­zig und die Vor­stel­lung, ihre Wün­sche erfüllt zu bekom­men, auch ziem­lich auf­re­gend. Aber sie waren nicht wie ich. Ich war mir nicht sicher, ob sie wirk­lich an die Legen­de glaub­ten.” (Zitat S.24) Also wer­fen sie nach­ein­an­der ihre Zet­tel mit ihren vier gehei­men Wün­schen in das Loch hin­ein. Doch als Emma an der Rei­he ist, wer­den sie gestört. Von Noah, der mit sei­nem neu­en Kum­pel Jack­son, eben­falls dort auf­taucht. Jack­son, der schein­bar einen Stein in das Loch wirft, als Emma gera­de ihr Papier hin­ein­fal­len lässt. Unmög­lich von ihm! Emma kann den neu­en Jun­gen in ihrer Stra­ße ohne­hin nicht aus­ste­hen. Nun müs­sen die Mäd­chen vier Mona­te war­ten. “Nana zufol­ge wür­den die Wün­sche in vier Mona­ten in Erfül­lung gehen, also am vier­ten August. Sie hat­te auch erwähnt, dass vier Wochen lang jede Woche ein Wunsch wahr wer­den wür­de, hat­te aber nie erklärt, wie es genau funk­tio­nier­te.” (Zitat S.36) Aber dann vier Mona­te spä­ter erfül­len sich die Wün­sche ihrer Freun­din­nen nach und nach und bei Emma pas­siert gar nichts! Wie kann da sein? Plötz­lich hat sie einen Ver­dacht. Denn wie kann es sein, dass Jack­son in den Schü­ler­rat gewählt wur­de, obwohl er sich nie bewor­ben hat? War­um ist er den Som­mer über auf ein­mal 15 Zen­ti­me­ter in die Höhe geschos­sen und hat so über­aus defi­nier­te Brust­mus­keln? Und was ver­birgt er eigent­lich unter der Müt­ze, die er mitt­ler­wei­le stän­dig trägt? Kann es sein, dass all ihre Wün­sche auf ihn über­tra­gen wur­den? Und wie um Him­mels Wil­len kann man das wie­der rück­gän­gig machen? Bald müs­sen Emma und Jack­son wohl oder übel zusam­men­ar­bei­ten. Denn wenn Emmas vier­ter und letz­ter Wunsch in Erfül­lung gehen soll­te, könn­te das die Ehe von Jack­sons Eltern zer­stö­ren. Sie hat­te sich näm­lich gewünscht, dass ihre Mut­ter (ein­sam und ohne Mann) sich unsterb­lich in einen neu­en Mann verliebt…

Das Cover ist schön bunt, der Titel pas­send zum Inhalt gewählt. Der Roman ist in Kapi­tel ein­ge­teilt und wird durch­gän­gig aus Emmas Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve erzählt. Ein sehr sym­pa­thi­sches Mäd­chen mit Ecken und Kan­ten. Der Anfang ist ein wenig wirr, bis man alle Zusam­men­hän­ge dann begreift. “Die­ser lang­wei­li­ge Schul­aus­flug brach­te uns bis auf eine Mei­le an DEN magi­schen Ort her­an, und das auch noch GENAU AN DEM TAG, an dem er magi­sche Wün­sche aus­spuck­te.” (Zitat S.11ff) Die Grund­idee mit den Wün­schen ist gelun­gen. Das The­ma für die Ziel­grup­pe — wer träumt in dem Alter nicht davon, dass sich eines Tages all sei­ne gehei­men Sehn­süch­te schlag­ar­tig erfül­len könn­ten? “Also, ich bin heu­te Mor­gen um sechs auf­ge­wacht, ins Bad gegan­gen, und als ich beim Hän­de­wa­schen einen Blick in den Spie­gel gewor­fen habe, hat das hier zurück­ge­guckt!” Unmög­lich, unmög­lich, unmög­lich. Ich konn­te nicht aufhö­ren, sie anzu­star­ren. Das alles war ein­fach absurd. Sie sah genau­so aus wie immer und gleich­zei­tig wie eine voll­kom­men ande­re Per­son. Es war bei­na­he, als wür­de sie eine Art Fil­ter benut­zen oder so. Sie war eine KI-opti­mier­te Ver­si­on ihrer selbst.” (Zitat S.57) Selbst­ver­ständ­lich darf man nie­man­dem ver­ra­ten, was man sich gewünscht hat, sonst könn­te man den Wunsch wie­der ver­lie­ren. Die Wunsch­re­geln sind nicht immer ganz so kon­se­quent zu Ende gedacht, weil natür­lich irgend­wie unter den Freun­din­nen doch dar­über gere­det wird, aber das ver­zeiht man der Geschich­te. Für Emma ist es nicht ganz so ein­fach zu sehen, wie die Wün­sche ihrer Freun­din­nen in Erfül­lung gehen und ihre nicht. Den­noch hält sie das Gefühl von Eifer­sucht zurück und ver­sucht sich für Ally und Ken­ne­dy zu freu­en. “Und Ken­ne­dy schien sogar noch belieb­ter zu sein als Allie, falls das über­haupt mög­lich war. Offen­bar ver­folg­te jeder ein­zel­ne Jun­ge der Schu­le ihren Gam­ing-Kanal. Egal wo sie auf­tauch­te, immer rief irgend­je­mand ihren Namen.” (Zitat S.110) Emmas letz­ter Wunsch ist ohne­hin eher unei­gen­nüt­zig, son­dern rich­tet sich an das Lie­bes­glück ihrer Mut­ter, die sich als Ein­sied­le­rin zurück­ge­zo­gen hat­te und die es ihrer Mei­nung nach drin­gend ver­dient wie­der glück­lich zu wer­den. Auch ein klei­ner Roman­tik­an­teil ist in “Der Som­mer, in dem mir mei­ne Wün­sche weg­ge­schnappt wur­den” ent­hal­ten. Emma schwärmt für einen Mit­schü­ler. “Evan Win­ters war umwer­fend und beliebt. Ich tag­träum­te schon seit der drit­ten Klas­se davon, dass er sich in mich ver­lieb­te.” (Zitat S.71) Und kommt dann doch uner­war­tet Jack­son näher. Dies ist aller­dings alles noch sehr alters­ge­recht dezent beschrie­ben. Das Ende zeigt, manch­mal kommt alles anders als man denkt.

Du möch­test noch mehLesealternativenr von Lynn Pain­ter lesen? Dann greif doch zu ihren Jugend­bü­chern (ab 14 Jah­ren): “Bet­ter Than the Movies” und die Fort­set­zung “Not­hing Like the Movies”“Bet­ting on You” und “Fake Ska­ting” (die letz­ten bei­den Titel sind Ein­zel­ti­tel und eigen­stän­di­ge Geschich­ten). Dich inter­es­siert das The­ma Wün­sche? Dann lies zum Bei­spiel “Neun Wün­sche für Archie” von Helen Rut­ter, “Das Buch der selt­sa­men Wün­sche” von Angie West­hoff oder “Baum der Wün­sche” von Kathe­ri­ne Apple­ga­te. Sehr emp­feh­len kann ich dir außer­dem “Wün­sche an die Wel­len” von Katya Balen (hier müs­sen zwei gegen­sätz­li­che Cha­rak­te­re eben­falls zusam­men­ar­bei­ten) und “Mein größ­ter Wunsch” von Bar­ba­ra O’Connor.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Penguin Junior
ISBN: 978-3-328-30429-6
Erscheinungsdatum: 25.März 2026
Einbandart: Hardcover
Preis: 15,00€
Seitenzahl: 320
Übersetzer*in: Michelle Landau
Originaltitel: "The Wish Switch"
Originalverlag: Little, Brown Books for Young Readers

Amerikanisches Originalcover:






 

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Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Hachette Book Group

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