Lucy Keating — Zwei in einem Traum

Lucy Keating Zwei in einem Traum5.Mai 2016

Zwei in einem Traum” ist das Debüt der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Lucy Kea­ting. Ein Roman über eine Traum­welt, die plötz­lich zur Rea­li­tät wird und über die Lie­be. Unter­halt­sam. Roman­tisch. Ein schö­ner Schmö­ker für Mäd­chen ab 12 Jah­ren.

Mit Max erlebt Ali­ce die wun­der­bars­ten Din­ge. Sie gehen in ele­gan­ter Klei­dung ins Muse­um, lie­fern sich Tor­ten­schlach­ten oder sur­fen Trep­pen hin­un­ter, die mit Kis­sen aus­ge­legt sind. Roman­tik ohne Ende. Küs­se unterm Ster­nen­him­mel. Doch eine Schwie­rig­keit gibt es: “Egal was ich für Max emp­fin­de, da gibt es immer noch ein Pro­blem. […] Solan­ge ich mich erin­nern kann, ist jede Nacht mit Max ein Traum gewe­sen. Weil Max der Jun­ge mei­ner Träu­me ist… und nur mei­ner Träu­me. Denn er ist nicht real.(Zitat aus “Zwei in einem Traum” S.20) Nur Ali­ces bes­te Freun­din Sophie weiß von ihren wun­der­ba­ren nächt­li­chen Erleb­nis­sen. Und die­se rät ihr, doch end­lich auch mal in der Rea­li­tät jeman­den ken­nen­zu­ler­nen. Vor allem jetzt, als sie mit ihrem Vater — einem Neu­ro­wis­sen­schaft­ler — von New York nach Bos­ton zieht, soll sie die­se Chan­ce auf einen Neu­an­fang nut­zen. “Ich bin mir voll­kom­men bewusst, dass es sich total ver­rückt anhört, in jeman­den ver­liebt zu sein, den man noch nie getrof­fen hat. […] Doch da ich mich nicht dar­an erin­nern kann, jemals nicht von Max geträumt zu haben, ist es schwer, den Unter­schied zu erken­nen. Die Schau­plät­ze wech­seln und die Erleb­nis­se unter­schei­den sich, doch Max ist immer da, begrüßt mich in jedem Traum mit sei­nem schie­fen Grin­sen und sei­nem gro­ßen Her­zen.” (Zitat S.21) In der neu­en Schu­le trifft Ali­ce auf Oli­ver, den Unru­he­stif­ter der Schu­le, mit dem sie sich anfreun­det. Und sie trifft auf noch jeman­den: “Denn im Tür­rah­men des Klas­sen­zim­mers steht Max und schautLucy Keating Zwei in einem Traum mich an. Der Max. Der Max aus mei­nen Träu­men. Der Max, der nicht exis­tiert. Jetzt bist du end­gül­tig durch­ge­dreht, den­ke ich.” (Zitat S.29) Aber Max ist real. Doch er scheint sie nicht zu erken­nen. Er behan­delt sie wie Luft und ist sogar mit einem ande­ren Mäd­chen zusam­men! Bis ihr gemein­sa­mer Leh­rer eines Tages selbst­ge­ba­cke­ne Kek­se mit­bringt und an sei­ne Schü­ler ver­teilt. Ehe Ali­ce hin­ein­bei­ßen kann, reißt Max ihn ihr aus der Hand und ent­sorgt ihn im Müll­ei­mer. “Er ist mit Man­del­mehl geba­cken”, sagt Max schließ­lich mit nor­ma­ler Stim­me, wobei er den Blick nicht vom Müll­ei­mer abwen­det. “Levy hat sie letz­tes Jahr schon mal mit­ge­bracht.” (Zitat S.79) Denn Ali­ce hat eine Nuss­all­er­gie. Doch das kann Max eigent­lich gar nicht wis­sen, es sei denn, er ist wirk­lich der Max aus ihren Träu­men…

Zwei in einem Traum” offen­bart bereits durch das schön kit­schi­ge Cover, was sich zwi­schen den Buch­de­ckeln ver­birgt: eine roman­ti­sche Lie­bes­ge­schich­te. Die Grund­idee ist gelun­gen und lässt Träu­me­rei­en jun­ger Mäd­chen im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes Rea­li­tät wer­den: den Traum­mann plötz­lich in Echt erle­ben! Lucy Kea­ting begeg­net die­ser Tat­sa­che mit fan­tas­ti­schen und wis­sen­schaft­li­chen Ansät­zen: Ali­ces Vater ist Neu­ro­wis­sen­schaft­ler und lie­fert immer wie­der inter­es­san­te Erklä­run­gen, wie zum Bei­spiel über Hirn­ak­ti­vi­tä­ten wäh­rend des Träu­mens. Durch Ali­ce wie­der­um (die in der Ich-Per­spek­ti­ve berich­tet) erhält der Leser Anteil an iLucy Keating Zwei in einem Traumhren Traum­wel­ten, die in kur­si­ver Schrift gedruckt und ganz schön tur­bu­lent und fan­ta­sie­voll sind. Span­nend wird es vor allem, als Ali­ce von ihrem Vater erfährt, dass sie als sechs­jäh­ri­ges Kind eini­ge Zeit unter schlim­men Alp­träu­men gelit­ten hat und ihr Vater ihr von einem Zen­trum der Traum­for­schung erzählt, in das er sie dar­auf­hin gebracht hat: “Wie dem auch sei”, fährt mein Vater fort, “nach­dem du ein paar Mona­te lang die Sams­ta­ge im ZfT ver­bracht hat­test, schliefst du plötz­lich wie ein Baby. Und du warst wie­der fröh­li­cher. Die Leu­te dort sind ein biss­chen eigen­ar­tig, aber sie haben sich sehr viel Mühe mit euch gege­ben.” “Mit euch?”, fra­ge ich. “Es waren noch ande­re dort?” […] “Natür­lich”, sagt Dad. “Du weißt doch, wie eine For­schungs­stu­die abläuft, Ali­ce.” (Zitat S.48) Was ist in die­sem Zen­trum für Traum­for­schung damals gesche­hen? War Max auch dort? Dies darf der Leser bald auf unter­halt­sa­me Wei­se her­aus­fin­den…

Fazit: Net­te Unter­hal­tung für Roman­ti­ker.

LesealternativenEs gibt inter­es­san­ter­wei­se momen­tan eine wei­te­re Neu­erschei­nung, die ein ähn­li­ches The­ma hat wie in “Zwei in einem Traum”: Wenn wir fal­len” von Jen­ni­fer Ben­kau. Hier träumt die Haupt­per­son eben­so von einem ihr unbe­kann­ten Jun­gen, den sie dann in der Rea­li­tät wie­der trifft. So etwas ähn­li­ches pas­siert eben­so der Prot­ago­nis­tin in “Wir für alle Zeit” von Lisa Cach. Träu­me spie­len auch eine beson­de­re Rol­le in der bekann­ten “Sil­ber”-Tri­lo­gie von Kers­tin Gier (Teil 1: Das ers­te Buch der Träu­me”, Teil 2: “Das zwei­te Buch der Träu­me”, Teil 3: “Das drit­te Buch der Träu­me”) und in der “Wake”-Tri­lo­gie von Lisa McMann (Teil 1: Wake: Ich weiß, was du letz­te Nacht geträumt hast”, Teil 2: “Dream: Ich weiß, was du letz­te Nacht geträumt hast”, Teil 3: “Sleep: Ich weiß, was du letz­te Nacht geträumt hast”).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: ONE
ISBN: 978-3-8466-0022-1
Erscheinungsdatum: 15.April 2016
Einbandart: Broschur
Preis: 14,99€ 
Seitenzahl: 352 
Übersetzer: Susanne Klein
Originaltitel: "Dreamology"
Originalverlag: HarperTeen

Amerikanisches Originalcover:
Lucy Keating Zwei in einem Traum











Interessante Fakten über die Autorin (auf Englisch):
 

Kasimiras Bewertung:

110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw 110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw110_F_27090275_P62H5g5rleoKRt9aFRaJyhqsJOmrgqsw

(4 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 
Amerikanisches Cover: Homepage von Lucy Keating

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.