Lisa Desrochers — A little too far

Lisa Desrochers A little too far26.November 2014

Die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Lisa Des­ro­chers beschert ihren Lesern eine Lie­bes­ge­schich­te, die mit sehr viel Ero­tik auf­war­tet: “A litt­le too far” ist die Geschich­te einer jun­gen Kunst­stu­den­tin, die sich selbst und die Lie­be ent­deckt — beson­ders jene, die eigent­lich ver­bo­ten sind. Rei­ße­risch, lei­den­schaft­lich und flott erzählt.Simo­ne Elke­les” für Fort­ge­schrit­te­ne;-) Für Jugend­li­che ab 16 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Lexie ist 20 Jah­re alt. Als sie fünf­zehn war, hat sie ihren Stief­bru­der Trent das ers­te Mal geküsst. Sie und ihn hat schon immer eine inni­ge Bezie­hung ver­bun­den. Sie waren wir bes­te Freun­de und konn­ten sich alles erzäh­len. Seit damals ist nichts mehr zwi­schen ihnen pas­siert, aber eine gewis­se Anzie­hungs­kraft, die von ihrem attrak­ti­ven Stief­bru­der aus­geht, kann Lexie nicht leug­nen. Jetzt fünf Jah­re spä­ter steckt das jun­ge Mäd­chen mit­ten im Lie­bes­kum­mer. Ihr Freund, mit dem sie über drei Jah­re zusam­men war, hat sie mehr­fach betro­gen und das schmerzt. Nach einem erneu­ten Wie­der­se­hen mit ihm, ist Lexie völ­lig am Boden zer­stört, weil sie merkt, dass sie noch immer Gefüh­le für ihn hegt. Trost fin­det sie bei Trent und es kommt erneut zu einer uner­war­te­ten Annä­he­rung zwi­schen ihnen. Sie schla­fen mit­ein­an­der. Wie konn­te es dazu kom­men? War­um ihr Stief­bru­der? Tage spä­ter steht auch schon ihre Abrei­se nach Rom an, wo sie ein Jahr Kunst stu­die­ren wird. Viel­leicht ist die Tren­nung zwi­schen Trent und ihr auch gar nicht schlecht, um sich über alles rich­tig klar zu wer­den. Nicht gerech­net hat Lexie jedoch, dass sie sich auch in Rom ver­lie­ben könn­te. Und zwar aus­ge­rech­net in Ales­san­dro, der vor hat Pries­ter zu wer­den…

Lisa Desrochers A little too farA litt­le too far” ist äußerst rei­ße­risch, kei­ne Fra­ge. Eine ver­bo­te­ne Lie­be zu ihrem Stief­bru­der und dann auch noch ein begin­nen­des Tech­tel­mech­tel zu einem Rever­end, da wur­de tief in die Gefühl­strick­kis­te gegrif­fen! Und gro­ße Gefüh­le, das bie­tet der Roman auf alle Fäl­le. Und jede Men­ge Ero­tik. Sei­ten­lan­ge, äußerst aus­führ­li­che Lie­bes­sze­nen und Gesprä­che, die sich oft um das “Eine” dre­hen, recht­fer­ti­gen die Alters­emp­feh­lung von 16 Jah­ren. Ein inter­es­san­ter Aspekt, der irgend­wie doch ein wenig kli­schee­haft wirkt, ist die Tat­sa­che, dass Lexie, die katho­lisch ist, in Rom erst ein­mal in der Kir­che ihre Sün­den beich­tet und nur des­halb ein Kir­chen­pro­jekt mit dem Rever­end Ales­san­dro star­tet, um Buße zu tun. Dass sie stän­dig flucht und “den Namen des Herrn miss­braucht”, wirft sie sich eben­so vor, wie die unzüch­ti­gen Gedan­ken gegen­über des Rever­ends, der sie anlei­tet, Kin­dern die Kunst im Peters­dom näher zu brin­gen. Alle paar Sei­ten hat Lexie erneut das Gefühl bald in der Höl­le zu schmo­ren;-) Wer sich für römi­sche Loka­li­tä­ten und Kunst im Beson­de­ren inter­es­siert, wird in “A litt­le too far” auf jeden Fall auf sei­ne Kos­ten kom­men. Und alle ande­ren, die eine emo­ti­ons­be­haf­te­te, ero­ti­sche Geschich­te, die schnell süch­tig macht, lesen möch­ten, sowie­so! Es gibt im Eng­li­schen bereits zwei wei­te­re Bän­de, die jedoch alle für sich gele­sen wer­den kön­nen: A litt­le too much” (auf Deutsch erscheint er im Mai 2015) erzählt die Geschich­te zwi­schen Ales­san­dro und einer ehe­ma­li­gen Freun­din und A litt­le too hot” beschreibt aus der Sicht von Saman­tha, die eine von Lexies Freun­din­nen ist.

Das eng­li­sche Cover sieht ein biss­chen eher dem Inhalt ent­spre­chend aus, muss ich sagen. Scha­de, dass dtv kei­ne Alters­an­ga­be auf­ge­druckt hat (wie Are­na z.B. bei Berührt” von Robin Lyall). Ein Hin­weis auf rela­tiv viel Ero­tik wäre nicht schlecht gewe­sen, denn für 12-jäh­ri­ge Mäd­chen, die hier ver­se­hent­lich zugrei­fen könn­ten, ist der Roman nichts!

Wenn dir “A litt­le too far” gefal­len hat, kannst du auf jeden Fall die Roma­ne von Simo­ne Elke­les Lesealternativenlesen, die eben­falls sehr lei­den­schaft­lich geschrie­ben, aber nicht ganz so sehr ins Detail gehen. Mehr Ero­tik bie­tet hin­ge­gen die drei­bän­di­ge Rei­he Berührt”, Begehrt” und “Betört” von Robin Lyall, wel­che in Corn­wall spielt. Rela­tiv viel Ero­tik für ein Jugend­buch fin­det sich auch in den Büchern von Julie Leu­ze: „Der Geschmack von Som­mer­re­gen“ und „Stern­schnup­pen­träu­me“.Oder lies die ero­ti­schen Erzähl­bän­de „Lust.Liebe.Sex“ von Ilo­na Ein­wohlt und „Ver­dammt heiß“ von Asa Ander­berg Strol­lo. Eine sehr gute Alter­na­ti­ve ist auch die zwei­bän­di­ge Rei­he “Weil ich Lay­ken lie­be” und “Weil ich Will lie­be” von Col­le­en Hoo­ver. Oder tes­te mal die Autorin­nen Abbi Gli­nes (“Rush of love”-Rei­he) und Jes­si­ca Soren­sen (“Ella und Micha”-Rei­he). Die Autorin­nen schrei­ben bei­de für jun­ge Erwach­se­ne und wären eine sehr gute Alter­na­ti­ve zu Lisa Des­ro­chers!

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: dtv
ISBN: 978-3-423-71607-9
Erscheinungsdatum: 20.November 2014
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 9,95€
Seitenzahl: 400
Übersetzer: Ilse Rothfuss
Originaltitel: "A little too far" 
Originalverlag: Harper Collins

Amerikanische Originalcover:
Lisa Desrochers A little too far












Amerikanischer Trailer:
 

Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

 

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Amerikanisches Cover: Homepage von Lisa Desrochers

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