Laura Silverman — Empfehlung für dich

Kasimira6.Oktober 2021

Emp­feh­lung für dich” von der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Lau­ra Sil­ver­man ist ein Roman, der ein jun­ges Mäd­chen in den Mit­tel­punkt stellt, die in einer Buch­hand­lung jobbt und bei einem Wett­be­werb ihrer Che­fin, wer bis Weih­nach­ten die meis­ten Bücher ver­kauft, uner­war­tet auf Kon­kur­renz stößt. Eine Lie­bes­ge­schich­te vor dem Set­ting eines Ein­kaufs­zen­trums und der einer Buch­hand­lung, das auf unter­halt­sa­me Wei­se bereits auf die Winter/Weihnachtszeit ein­zu­stim­men ver­mag. Eine locker-leich­te, zucker­sü­ße Tee­nie­ro­man­ze für Zwi­schen­durch. Für Jugend­li­che ab 12 Jahren.

Shos­han­na arbei­tet in der Buch­hand­lung ES WAR EINMAL”. Schon seit eini­ger Zeit hat sie die­sen Job und sie ist rich­tig gut dar­in, ande­ren Men­schen Bücher zu emp­feh­len. Sie liebt ihre Arbeit dort über alles: “Drin­nen wer­de ich vom Geruch der Bücher und dem lei­sen Rascheln der Kun­den begrüßt, die früh­mor­gens schon in den Rega­len stö­bern. Zufrie­den­heit durch­strömt mei­nen Kör­per. Ich bin zu Hau­se.” (Zitat aus “Emp­feh­lung für dich” S.15) Auch ihre bes­te Freun­din arbei­tet in dem sel­ben Ein­kaufs­zen­trum wie sie. Darf jeden Tag Kla­mot­ten zusam­men­le­gen. Als das Weih­nachts­ge­schäft näher rückt, stellt Shos­han­nas Che­fin einen neu­en Mit­ar­bei­ter ein: “Ich unter­bre­che mei­ne Begrü­ßung jäh, als ich den Neu­en erbli­cke. Den hei­ßen Neu­en. Den Du bist doch bestimmt Haupt­dar­stel­ler in einer Tee­nie-Serie auf Net­flix-hei­ßen Neu­en. Er ist weiß, hat dun­kel­brau­ne Augen und dun­kel­brau­nes Haar, und sei­ne Kie­fer­par­tie ist scharf­kan­ti­ger als die Ecke unse­res Aus­la­gen­ti­sches, an der ich mir jedes Mal das Bein ansto­ße.” (Zitat S.18) Doch Shos­han­na, die auch in ihrer Fami­lie Kasimira gera­de rela­tiv viel Stress hat, weil ihre zwei Müt­ter stän­dig am Strei­ten sind, kommt mit Jake über­haupt nicht klar“Er liest nicht. Er ist kei­ner von uns. Und dann redet er so von oben her­ab mit mir, behan­delt mich, als wäre ich total dumm und naiv, wahr­schein­lich weil ich Kin­der­bü­cher mag und ein Strei­fen­hörn­chen-Kleid tra­ge.” (Zitat S.26) Dabei war die Buch­hand­lung doch immer so etwas wie ihr zwei­tes Zuhau­se. Nun fühlt sie sich nir­gend­wo mehr wohl. Nicht auf der Arbeit und nicht mehr zu Hau­se: “Es ist der ewi­ge Streit. Andau­ernd. Um den Abwasch, um den Ein­kauf, und um kaput­te Autos. Irgend­was ist nicht in Ord­nung, ist kaputt. Mein gan­zes Leben konn­te ich mich auf unse­re Fami­lie ver­las­sen, aber jetzt fühlt es sich so an, als wür­de das, was immer so sicher war, vor mei­nen Augen zusam­men­bre­chen.” (Zitat S.56) Außer­dem ist ihr KasimiraAuto, das sie Bar­bra Strei­sand getauft hat, hin­über und das Ersatz­teil, das sie braucht, kos­tet 950 Dol­lar. Ihre Fami­lie hat nicht wirk­lich viel, daher muss sie sich das Geld erar­bei­ten. Da kommt Shos­han­na der Wett­be­werb, den ihre Che­fin in der Buch­hand­lung aus­ruft, gera­de Recht: es winkt ein groß­zü­gi­ger Bonus für den Mit­ar­bei­ter oder die Mit­ar­bei­te­rin, die bis Weih­nach­ten die meis­ten Bücher ver­kauft. Aber auch Jake scheint es auf den Gewinn abge­se­hen zu haben. Die bei­den gera­ten erneut anein­an­der und kom­men sich dann doch uner­war­tet näher…

Das Cover ver­spricht bereits roman­ti­sche Unter­hal­tung für kal­te Win­ter­aben­de und auch der Innen­teil sorgt für die per­fek­te vor­weih­nacht­li­che Atmo­sphä­re. Hier­zu trägt vor allem das Set­ting des Ein­kaufs­zen­trums und der Buch­hand­lung bei: “Wir bli­cken uns im chao­ti­schen Ein­kaufs­zen­trum um, Kasimirawo der Ren­tier-Song nun schon zum fünf­ten Mal gespielt wird, und dann nicken wir uns in gegen­sei­ti­ger Anteil­nah­me zu. Wir sind Fei­er­tags­sol­da­tin­nen, bereit, dem Sturm auf den Ein­zel­han­del ent­ge­gen­zu­tre­ten.” (Zitat S.38) Man erfährt eini­ges aus dem All­tag einer Buch­händ­le­rin, beglei­tet Shos­han­na bei ihrer Arbeit mit den Büchern und den Gesprä­chen mit ihren Kun­den, was sehr inter­es­sant ist: “Ein paar Stun­den spä­ter ist der Laden gerap­pelt voll mit Weih­nachts­kund­schaft und ich ren­ne von hier nach da, fül­le Aus­la­gen auf, kas­sie­re Kun­den ab und ord­ne Bücher zurück an den rich­ti­gen Platz im Regal, denn es wäre ein wah­res Wun­der, wenn die Leu­te es schaf­fen wür­den, ein Buch dort­hin zurück­zu­stel­len, von wo sie es genom­men haben” (Zitat S.15) Dass sie sich ihren Kun­den stets mit Vor­na­men vor­stellt und ihnen die Hand gibt, wirkt im Ver­gleich zu deut­schen Ver­hält­nis­sen zwar etwas befremd­lich, mag aber auf den ame­ri­ka­ni­schen Markt so zutref­fen. Eben­falls etwas merk­wür­dig fand ich aller­dings fol­gen­de AKasimiraussa­ge, die ich als Buch­händ­le­rin so gar nicht bestä­ti­gen kann: “Sie liebt Taschen­bü­cher und ich kann bestä­ti­gen, dass das Kna­cken, das ent­steht, wenn der Rücken eines Taschen­buchs bricht, eines der schöns­ten Geräu­sche der Welt ist.” (Zitat S.47) Mit Kli­schees spielt Lau­ra Sil­ver­man nicht wirk­lich, hat sie doch sehr unter­schied­li­che Cha­rak­te­re gewählt: Sho­han­na ist Jüdin, hat zwei ver­hei­ra­te­te Müt­ter und eine Freun­din, die eben­falls les­bisch ist. Bezüg­lich des Juden­tums hät­te ich mir gewünscht, dass hier ein paar Begriff­lich­kei­ten erklärt wer­den, was lei­der nicht der Fall ist: “Die Lat­ke-Par­ty ist unse­re Fami­li­en­tra­di­ti­on für den letz­ten Cha­nuk­ka-Abend. Wir gehö­ren nicht zu den Juden, die an jedem der acht Lich­ter­fest-Tage eine Ker­ze anzün­den, aber zumin­dest an einem Abend fei­ern wir mit Lat­kes und Drei­del.” (Zitat S.8) Jedoch wer­den in dem — lei­der mit ein paar gele­gent­li­chen Recht­schreib­feh­lern gespick­ten — Roman auch diKasimirae The­men Strei­tig­keit unter Freun­den und Tren­nungs­ängs­te der Eltern ange­schnit­ten. Die Roman­tik ist in dem Buch unter­schwel­lig immer da, aber doch sehr “tee­nie­ge­recht” ver­teilt. Den lang ersehn­ten Kuss gibt es tat­säch­lich erst rela­tiv spät. “Ich bin nicht kin­disch.” “Und ob du das bist”, ant­wor­tet er. “Bin ich nicht!”, schreie ich. Jake zieht eine Augen­braue hoch. Mei­ne Wan­gen wer­den feu­er­rot. “Hör mal, bloß weil du -” “Shos­han­na”, sagt Jake und mein Herz beginnt zu klop­fen, weil er mei­nen Namen so sanft und lang­sam aus­spricht, wie jemand in einem Film, bevor es zum ers­ten per­fek­ten, spek­ta­ku­lä­ren Kuss kommt. Ich klim­pe­re mit den Wim­pern. “Ja?” (Zitat S.44) Wäh­rend es am Ende fast etwas pathe­tisch und hol­ly­wood-mäßig wird, wird dann doch zum Glück nicht alles 100%ig ins Posi­ti­ve aufgelöst.

Du magst RomLesealternativenane, in denen eine Buch­hand­lung eine wich­ti­ge Rol­le spielt? Dann lies unbe­dingt “Wie­der­se­hen mit Lucky” von Jenn Ben­nett oder “A new chap­ter: My Lon­don Book­shop” von Mar­nie Schae­fers. Sehr gelun­gen fand ich außer­dem “Das tie­fe Blau der Wor­te” von Cath Crow­ley und “Nichts ist gut. Ohne dich.” von Lea Coplin, bei­de inklu­si­ve Lie­bes­ge­schich­te. Noch mehr Weih­nachts­stim­mung gefäl­lig? Dann greif zu die­sen Neu­erschei­nun­gen, eben­falls aus dem Carl­sen Ver­lag: “Win­ter­zau­ber in New York” von Julia K.Stein und “Geheim­re­zep­te für die Lie­be” von Mascha Maty­si­ak. Gut könn­te ich mir auch die Lie­bes­ge­schich­te “What I like about you: Mit­ten ins Herz” von Mari­sa Kan­ter vorstellen.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Carlsen
ISBN: 978-3551-132027-8
Erscheinungsdatum: 23.September 2021
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 8,99€
Seitenzahl: 336
Übersetzer: Katharina Meyer
Originaltitel: "Recommended for you"
Originalverlag: Margaret K. McElderry Books

Amerikanisches Originalcover: 
Kasimira

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Kasimiras Bewertung:

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(3,5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Laura Silverman

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