Lana Rotaru — All these broken strings

Kasimira15.Mai 2022

All the­se bro­ken strings” ist ein Roman der deut­schen Autorin Lana Rotaru, die ihre Leser in die Welt eines Som­mer-Musik-Camps ent­führt, das kurz vor dem Aus steht. Um das Lebens­werk ihres Groß­va­ters zu ret­ten, muss sich die Prot­ago­nis­tin den Schat­ten ihrer Ver­gan­gen­heit stel­len und aus­ge­rech­net den Jun­gen, um Hil­fe bit­ten, den sie eigent­lich nie wie­der sehen woll­te und der mitt­ler­wei­le ein berühm­ter Sän­ger gewor­den ist. Ein tol­les Set­ting, eine Lie­bes­ge­schich­te, die ganz zart und zöger­lich daher­kommt, und ein Som­mer vol­ler Träu­me und Musik. Hier gibt es jede Men­ge Mit­fie­ber-Momen­te, wenn auch mit­un­ter etwas kit­schi­ge. Für alle “Camp Rock”-Fans und Jugend­li­che ab 14 Jahren.

Der größ­te Wunsch der 15-jäh­ri­gen MacKen­zi­es ist es eines Tages Sän­ge­rin zu wer­den. Ihre Groß­el­tern, die vor fünf­und­zwan­zig Jah­ren ein Musik-Som­mer­camp gegrün­det haben, unter­stüt­zen sie dabei sehr, allen vor­an ihr Groß­va­ter. “Der Mann, der von jedem lie­be­voll “Pops” genannt wur­de, hat­te mich und mei­nen Traum, eine berühm­te Sän­ge­rin zu wer­den, von mei­ner ers­ten schief gesun­ge­nen Note an in einem Maß unter­stützt, für das es kei­ne Wor­te gab. Ich ver­dank­te ihm so viel mehr als nur mei­ne ers­te Gitar­re.” (Zitat aus “All the­se bro­ken strings” S.11) Auch Vin­cent ist einer der Cam­per und schon seit eini­ger Zeit
Kasimira mit dabei.Obwohl ich Vin­cent inzwi­schen seit drei Camp­som­mern kann­te und wir uns von Beginn an super ver­stan­den hat­ten, war mir das Fun­keln in sei­nen oze­an­blau­en Augen in die­sem Jahr zum ers­ten Mal so rich­tig auf­ge­fal­len.” (Zitat S.10) MacKen­zie hat sich in ihn ver­liebt, traut sich aber nicht ihm ihre Gefüh­le zu geste­hen. “Für Vin­cent war ich nicht mehr als eine Camp-Kum­peline. Wäre es anders gewe­sen, hät­te er beim Kom­po­nie­ren am See, bei den gemein­sa­men Aben­den am Lager­feu­er oder bei einer der vie­len ande­ren Camp-Aktio­nen die Gele­gen­heit gehabt mir das zu zei­gen. Aber das hat­te er nicht getan und ich muss­te es schwe­ren Her­zens akzep­tie­ren.” (Zitat S.12) Sie haben einen gemein­sa­men Song kom­po­niert, den sie am letz­ten Abend des Camps zusam­men sin­gen wol­len. An dem Abend, an dem auch vie­le Talents­couts im Publi­kum sit­zen. Doch am Ende ist es Vin­cent, der die­sen mit Dako­ta, einem ande­ren Camp-Mit­glied singt. MacKen­zie, deren Groß­va­ter zudem auch noch stirbt, fühlt sich ver­ra­ten. Vor allem als es jener Song Kasimiraist, der Vin­cent uner­war­tet zu einem Star wer­den lässt. Sechs Jah­re spä­ter hat sie ihren Traum Sän­ge­rin zu wer­den längst ad acta gelegt und stu­diert BWL, als sie mit­be­kommt, wie ihre Groß­mutter das Camp wegen finan­zi­el­ler Schwie­rig­kei­ten auf­ge­ben möch­te. Seit ihr Groß­va­ter gestor­ben ist, hat MacKen­zie kei­ne Musik mehr gemacht und das Camp auch nicht mehr besucht. Doch es wäre scha­de, wenn das Lebens­werk ihres Groß­va­ters Geschich­te wer­den wür­de. “Wir brau­chen etwas, das schnell und mög­lichst kos­ten­los sehr viel Auf­merk­sam­keit auf das Camp lenkt.” (Zitat S.28) Sie ver­sucht mit ihrer bes­ten Freun­din Sadie einen Ret­tungs­plan für das Camp zu erstel­len, sieht aber schließ­lich ein, dass sie dafür aus­ge­rech­net von Vin­cent Hil­fe braucht. Seit Jah­ren haben sie kei­nen Kon­takt mehr zuein­an­der gehabt. Doch Vin­cent sagt zu, eini­ge Zeit in dem Som­mer­camp zu ver­brin­gen: “Ihren Namen zu lesen hat­te zwar eine Qual ans Tages­licht beför­dert, die ich längst über­wun­den hat­te, aber es war unser gemein­sam kom­po­nier­ter Song, der mir die­ses Leben ermög­licht Kasimirahat­te. Dafür schul­de­te ich MacKen­zie etwas.” (Zitat S.51) Uner­war­tet kom­men die bei­den sich wie­der näher. Aber kön­nen sie sich auch den Schat­ten ihrer Ver­gan­gen­heit stellen?

Das Cover von “All the­se bro­ken strings” ist wirk­lich wun­der­schön gestal­tet und ein ech­ter Hin­gu­cker. Der Roman wird aus zwei Sicht­wei­sen in sich abwech­seln­den Kapi­teln, die mit einem Musik­ti­tel ver­se­hen sind, in der jewei­li­gen Ich-Per­spek­ti­ve von MacKen­zie und Vin­cent erzählt. Das Buch star­tet mit einem kur­zen Pro­log, in dem MacKen­zie andeu­tet nun ihre Geschich­te zu erzäh­len und dann mit einem “Camp Melo­dy, Mon­ta­na, USA, sechs Jah­re zuvor”. Fas­zi­nie­rend gemacht sind in dem Buch vor allem die Über­lei­tun­gen von der einen Per­spek­ti­ve zur ande­ren. So endet MacKen­zi­es Kapi­tel mit den Wor­ten: “Ver­flix­ter Kuh­mist! Wie kann man nur so unfass­bar fei­ge sein?” (Zitat S.13), weil sie sich nicht traut Vin­cent ihre Lie­be zu geste­hen und Vin­cents Sicht­wei­se, die direkt danach anschließt, beginnt mit: “Ver­dammt! Wie kann man nur so unfass­bar fei­ge sein?” (Zitat S.13), weil er das glei­che Pro­blem hat. KasimiraDie­se Über­lei­tun­gen ähn­lich gedach­ter Din­ge gibt es in der Geschich­te immer wie­der zwi­schen den bei­den, um ihre beson­de­re Ver­bin­dung zuein­an­der zu ver­deut­li­chen. Dass die­se auf­grund gewis­ser Ereig­nis­se zer­bro­chen ist, wird zu Beginn nur ange­deu­tet. Denn eigent­lich erfährt man ledig­lich, dass Vin­cent auf MacKen­zie an jenem schick­sals­haf­ten Abend gewar­tet hat, um gemein­sam mit ihr auf­zu­tre­ten und sie nicht kam. Dann bekommt er auch noch von Dako­ta gesagt, dass die­se MacKen­zie vor weni­gen Minu­ten mit einem ande­ren Jun­gen hin­ter einer Hüt­te her­um­knut­schen gese­hen hat. Sie über­zeugt ihn, statt­des­sen mit ihr, die den Song eben­falls beherrscht, auf­zu­tre­ten. Ein Auf­tritt, der ihn zu einem Star macht. Der Beginn sei­nes Erfolgs und einer Bezie­hung mit Dako­ta, von der er sich aber schließ­lich getrennt hat. MacKen­zie hat sich nie­mals mehr auf sei­ne Kon­takt­ver­su­che gemel­det. Was tat­säch­lich an dem Abend pas­siert ist, war­um MacKen­zie nicht zu dem Auf­tritt gekom­men ist, dies bleibt lan­ge Zeit in “All the­se bro­ken strings” ein gro­ßes Geheim­nis, dem man erst all­mäh­lich näher­kommt. Das Hin- und Her der Prot­ago­nis­ten ist manch­mal ein wenig anstren­gend, möch­te man sie doch am liebs­ten schüt­teln, dass sie sich end­lich aus­spre­chen und das offen­sicht­li­che Miss­ver­ständ­nis klä­ren;-) Lei­der ist die Annä­he­rung der bei­den — hin­sicht­lich der Dia­lo­ge — manch­mal etwas höl­zern und kit­schig. Da fehl­te mir zuwei­len ein biss­chen die Authen­ti­zi­tät. Das Ende lässt wie­der schön mitfiebern.

Du möch­test noch mehr von Lana Rotaru lesen? Dann greif zu ihrer roman­ti­schen “Crus­hed Trust”-Rei­he: “Kiss me never” (Band 1), “Hold me tonight” (Band 2), “Save me now” (Band 3) und “Love me fore­ver” (Band 4). Oder lies ihre “Seven Sin”-Fan­ta­sy-Rei­he: “Hoch­mü­ti­ges Herz” (Band 1), “Stol­ze See­le” (BaLesealternativennd 2), “Bit­ter­sü­ßes Begeh­ren” (Band 3), “Neid­vol­le Nähe” (Band 4), “Zer­stö­re­ri­scher Zorn” (Band 5) und “Maß­lo­se Macht” (Band 6). Die Vor­ge­schich­te dazu ist “Teuf­li­scher Auf­trag”. Ver­liebt in einen Rock­star? Das gibt es sehr häu­fig im Jugend­buch: “Rhythm and Love”-Rei­he von Sophie Fawn, “Rock­star”-Rei­he von Tere­sa Spor­rer, “Per­fect Match: Wie ich aus Ver­se­hen einen Pop­star küss­te” von Beth Ellyn Sum­mer, “No return”-Rei­he von Jen­ni­fer Wolf (The­ma Homo­se­xua­li­tät in einer Boy­band), “Love Song: Wo auch immer du bist” von Tine Kör­ner, “Girl Online”-Rei­he von Zoe Sugg ali­as Zoel­la, “No going back” von Ste­pha­nie Mona­han und “Flower” von Eliza­beth Craft. Rich­tig gut fand ich auch das etwas älte­re “Grou­pies blei­ben nicht zum Früh­stück” von Mark Stich­ler und “Fol­low me back” von A.V.Geiger (Rei­he) und natür­lich das her­vor­ra­gen­de “Cin­der & Ella” von Kel­ly Oram (Rei­he). Sehr gut pas­sen zudem “Weil du mich liebst” von Shan­non Green­land, “Abso­lut (k)ein Fan­girl” von Emma Grey, “Tues­day Love Song” von Elea­nor Wood. Emp­feh­len kann ich außer­dem “Mid­ni­ght­song: Es begann in New York” von Nica Ste­vens und “V is for Vir­gin” von Kel­ly Oram (Rei­he).

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58479-3
Erscheinungsdatum: 28.April 2022
Einbandart: Broschur
Preis: 14,00€
Seitenzahl: 352
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

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Kasimiras Bewertung:

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(3,5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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