Kyra Dittmann — Wild Horse Valley

Kyra Dittmann - Wild Horse Valley15.April 2018

Die deut­sche Autorin Kyra Ditt­mann legt mit “Wild Hor­se Val­ley” einen neu­en Pfer­de­ro­man vor. Gestrickt nach dem bewähr­ten Mus­ter ihres ver­gan­ge­nen Buches (“Dark Hor­se Moun­tain”) kom­bi­niert sie Pfer­de, Lie­bes­ge­schich­te und ein düs­te­res Geheim­nis mit­ein­an­der und legt ein unter­halt­sa­mes Buch vor, das die Her­zen von Pfer­de­freun­den und Roman­tik­fans höher schla­gen las­sen wird. Für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Liver­pool. Hier lebt die jun­ge Abby mit ihrer Mut­ter, seit ihr Vater ver­stor­ben ist. Sie liebt das Ska­ten mit ihrem bes­ten Freund Dan­ny und den Auf­ent­halt in Biblio­the­ken über alle Maße. Doch jetzt hat ihre Mut­ter einen neu­en Mann ken­nen­ge­lernt: “Er lebt auf einem, nun ja… Anwe­sen, einem rich­ti­gen Schloss genau­er gesagt. Er besitzt nicht nur Land, son­dern hat dort auch einen eige­nen Pfer­de­stall. […] In Chil­gro­ve, einem klei­nen Ort süd­lich von Lon­don.” (Zitat S.21) Er heißt Ambro­se und ist ein rich­ti­ger Lord. Bei einem Abend­essen lernt auch Abby ihn ken­nen und erfährt, dass sie in den Feri­en zwei Wochen auf sei­nem Schloss ver­brin­gen wer­den. Eigent­lich hat sie dar­auf nicht beson­ders viel Lust, reißt sich ihrer Mut­ter zulie­be aber zusam­men. Das Schloss ist wirk­lich sehr beein­dru­ckeKyra Dittmann - Wild Horse Valleynd: Das uralte Gemäu­er erstreck­te sich min­des­tens über die Län­ge eines Sport­plat­zes. Das impo­san­te Gebäu­de rag­te meh­re­re Stock­wer­ke hoch in den blau­en Him­mel, hier und da mit einem Türm­chen ver­se­hen. […] Das Haus glich einer Fes­tung, die kei­ne Ein­dring­lin­ge moch­te. Ich fühl­te mich uner­wünscht. Von der ers­ten Sekun­de an.” (Zitat S.25) Irgend­wie eckt Abby über­all an, die Bediens­te­ten schei­nen sie nicht zu mögen und der Sohn des Lords — der gut aus­se­hen­de Grey­son — ver­hält sich eben­so abwei­send ihr gegen­über. Zudem gesche­hen merk­wür­di­ge Ereig­nis­se auf dem Schloss: Abby sieht Fuß­spu­ren, die vor ihrem Zim­mer enden und für die sie ver­ant­wort­lich gemacht wird. Die Tür­klin­ke zu ihrem Zim­mer wird nachts her­un­ter­ge­drückt und wie­der los­ge­las­sen und im Gar­ten sieht sie jeman­den her­um­schlei­chen. Dann erkran­ken plötz­lich sämt­li­che Pfer­de außer jenes, das Abby im Wald gefun­den hat, und sie hat das Gefühl, dass ihr jemand all das absicht­lich in die Schu­he schie­ben will. Zusam­men mit Grey­son, dem sie doch all­mäh­lich näher kommt, ver­sucht sie dem Gan­zen auf den Grund zu gehen…

Das Cover von “Wild Hor­se Val­ley” ist ein ech­ter Hin­gu­cker! Die gol­den glän­zen­de Schrift auf dem düs­ter wir­ken­den Buch — klas­se gemacht. Ein Pfer­de­buch, das nicht Kin­der, son­dern Jugend­li­che anspre­chen wird. Und auch wenn die Prot­ago­nis­tin tat­säch­lich nur ein ein­zi­ges Mal in der Geschich­te rei­tet — so etwas kommt sel­ten vor — hat sie den­noch eine Men­ge mit Pfer­den zu tun. Ret­tet ein her­ren­lo­ses Pony, das sich in einem Gestrüpp ver­fan­gen hat, versKyra Dittmann - Wild Horse Valleyorgt es regel­mä­ßig und liest sich als Unwis­sen­de mit­tels Rat­ge­bern sogar in die The­ma­tik “Pferd” ein. Abby berich­tet aus der Ich-Per­spek­ti­ve und lässt den Leser teil­ha­ben an ihren Emp­fin­dun­gen. Sie wirkt sehr sym­pa­thisch und ver­hält sich jen­seits aller Kli­schees. Bei­spiels­wei­se benimmt sie sich kei­nes­wegs wie eine typi­sche Zicke, die den neu­en Freund der Mut­ter kri­tisch beäugt, son­dern freut sich sogar, dass ihre Mut­ter end­lich nicht mehr allein ist und bemüht sich, sich den Umstän­de anzu­pas­sen. Außer­dem absol­viert sie heim­li­che “Angst­trai­nings”, wäh­rend ihr bes­ter Freund Dan­ny sie für völ­lig angst­frei hält: “…weil er nur die muti­ge Abby kann­te, die ihn schon im Kin­der­gar­ten ver­tei­digt hat­te. Dad war der Ein­zi­ge gewe­sen, dem ich anver­traut hat­te, dass es so vie­le Din­ge gab, die mir Angst mach­ten.” (Zitat S.100) Die Span­nung ver­läuft manch­mal auch eher wel­len­för­mig, aber die Geschich­te ist soli­de und ange­nehm erzählt und — abge­se­hen von ein paar etwas höl­zern wir­ken­den Anfangs­dia­lo­gen — wirk­lich sehr unter­halt­sam geschrie­ben. Ide­al für die Ziel­grup­pe und schö­nes Lese­fut­ter für ent­spann­te Nach­mit­ta­ge. Das Ende war lei­der etwas flach zuwei­len und durch­aus vor­her­seh­bar.

Fazit: Eine schö­ne Unter­hal­tungs­lek­tü­re für Pfer­de­fans.

Wenn dir “Wild Hor­se Val­ley” gefal­len hat,Lesealternativen dann kannst du noch die ande­ren Bücher von Kyra Ditt­mann lesen. Ein wei­te­res Pfer­de­buch ist das bereits erwähn­te “Dark Hor­se Moun­tain”. Oder ihre Tri­lo­gie“Pech­schwar­ze Hoff­nung” (Band 1), “Blü­ten­wei­ßer Hass” (Band 2) und “Sil­ber­graue Frei­heit” (Band 3.) Du magst Pfer­de­ge­schich­ten? Eine, in der eben­falls ein Geheim­nis auf­klärt wird, ist “Nur die­ser eine Som­mer…” von Becky Cit­ras (gefiel mir sehr gut). Sehr unter­halt­sam fand ich auch “Ein Schim­mer von Glück von Bet­ti­na Belitz. Viel Span­nung mit schö­ner Lie­bes­ge­schich­te und einem Touch Mys­te­ry kannst du eben­so in der “Death­li­ne”-Rei­he von Janet Clark ent­de­cken. Stars der aktu­el­len Pfer­de­li­te­ra­tur sind natür­lich neben der “Ost­wind”-Rei­he immer noch die zwei Rei­hen von Nele Neu­haus“Ele­na” und “Char­lot­tes Traum­pferd”

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-62774-6
Erscheinungsdatum: 16.März 2018
Einbandart: Hardcover
Preis: 12,99€ 
Seitenzahl: 320
Übersetzer: -
Originaltitel: - 
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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(3,5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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