Kelly Oram — Das Avery Shaw Experiment

Kasimira29.August 2021

Neu­es Lese­fut­ter von der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Kel­ly Oram! “Das Avery Shaw Expe­ri­ment” ist der ers­te Teil einer zwei­bän­di­gen Rei­he, wel­ches aber auch kom­plett eigen­stän­dig gele­sen wer­den kann. Die Geschich­te eines Mäd­chens, das mit­tels eines sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Expe­ri­ments zu bewei­sen ver­sucht, dass Lie­bes­kum­mer inner­halb von sie­ben Pha­sen über­wun­den wer­den kann. Unter­stüt­zen lässt sie sich hier­bei aus­ge­rech­net von dem Jun­gen, des­sen Bru­der sie erst in die­sen Zustand ver­setz­te. Kli­schee­haft — ja. Kit­schig — ja. Will man trotz­dem irgend­wie lesen, weil ein­fach was fürs Herz — JA!!! Schö­ne Unter­hal­tung zum Abtau­chen. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwachsene.

Die 16-jäh­ri­ge Avery ist völ­lig geschockt. Ihr bes­ter Freund Aiden, mit dem sie seit frü­hes­ter Kind­heit zusam­men auf­ge­wach­sen ist, und mit dem sie immer alles zusam­men gemacht hat, will Abstand von ihr! “Ich bin schon seit Jah­ren hoff­nungs­los in Aiden ver­liebt, aber trotz mei­ner gehei­men unsterb­li­chen Zunei­gung, waren wir nie etwas ande­res als bes­te Freun­de. Da mir klar war, dass sich Jungs in Sachen Lie­be und Roman­tik lang­sa­mer ent­wi­ckeln, habe ich gedul­dig dar­auf gewar­tet, dass mich Aiden gefühls­tech­nisch ein­ho­len wür­de.” (Zitat S.10) Doch nun hat Aiden wohl nicht nur eine Freun­din, son­dern ist eben­falls aus dem Wis­sen­schaft­s­club aus­ge­tre­ten, den sie bei­de besu­chen. Er möch­te auch ihren Geburts­tagKasimira, der am sel­ben Tag ist, nicht mehr mit ihr zusam­men­fei­ern, son­dern mal sein eige­nes Ding machen. Avery, die es in die­ser Situa­ti­on auch noch wagt, ihm ihre Lie­be zu geste­hen, bekommt einen ordent­li­chen Dämp­fer. Denn Aiden emp­fin­det nicht das glei­che für sie. Und so beschließt sie für den Wis­sen­schaft­s­club, ihren Lie­bes­kum­mer als Basis für ein Expe­ri­ment zu neh­men. Sie will alle Pha­sen der Trau­er durch­le­ben und dann gestärkt wie­der ins Leben zurück­star­ten und sich neu ver­lie­ben. Nicht gerech­net hat sie jedoch mit dem 18-jäh­ri­gen Gray­son, Aidens älte­rer Bru­der, einem Bas­ket­ball­star, Sun­ny­boy und Her­zens­bre­cher. “Gray­son konn­te jedes Mäd­chen um den klei­nen Fin­ger wickeln. Und das tat er auch, wenn man dem, was in der Schu­le über ihn erzählt wur­de, Glau­ben schen­ken konn­te. Und das konn­te man.” (Zitat S.12) Denn er droht in KasimiraPhy­sik durch­zu­fal­len und darf erst wei­ter Bas­ket­ball spie­len, wenn sei­ne Noten bes­ser wer­den. Um Bonus­punk­te zu sam­meln, nimmt er als Pro­jekt­part­ner an dem Wett­be­werb für die Utah Sta­te Sci­ence Fair teil. Er soll Avery dabei unter­stüt­zen die­se Pha­sen zu durch­le­ben und all dies doku­men­tie­ren. Gray­son glaubt nicht wirk­lich an Averys Theo­rie, er hat einen ganz ande­ren Plan: “Wenn ich mit ihr fer­tig bin, wird Avery Shaw eine wun­der­vol­le, selbst­be­wuss­te, emo­tio­nal sta­bi­le jun­ge Frau sein, die bereit ist, ech­te Lie­be zu erfah­ren, mit oder ohne ihre ach so kost­ba­ren sie­ben Trau­er­pha­sen. Außer­dem wird mein klei­ner Bru­der es für immer bereu­en, den dümms­ten Feh­ler sei­nes Lebens gemacht zu haben — da bin ich mir sicher.” (Zitat S.26ff) Aber dann ver­liebt er sich uner­war­te­te in Avery…

KasimiraDas Cover ist etwas unschein­ba­rer, im Gegen­satz zu ihrem Best­sel­ler “Cin­der & Ella”, wirkt fast etwas blass, der Titel passt aber sehr gut zum wis­sen­schaft­li­chen Kon­text und macht bereits neu­gie­rig. Gewis­ser­ma­ßen stell­te das Buch die Doku­men­ta­ti­on des sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Pro­jekts dar, an dem Avery und Gray­son teil­neh­men. In der jewei­li­gen Ich-Per­spek­ti­ve berich­ten bei­de abwech­selnd und in Tage­buch­ar­ti­gem Stil aus ihrem Leben, was der ein­lei­ten­de Pro­log bereits ver­lau­ten lässt: “Das fol­gen­de Tage­buch ist eine wis­sen­schaft­li­che Stu­die zur Über­win­dung eines gebro­che­nen Her­zens und mein offi­zi­el­ler Bei­trag für die Utah Sta­te Sci­ence Fair. Mei­ne Theo­rie lau­tet, dass Lie­bes­kum­mer dem Tod eines gelieb­ten Men­schen sehr ähnelt. Daher liegt es nahe, dass man die ver­hee­ren­den Aus­wir­kun­gen eines gebro­che­nen Her­zens durch Anwen­dung der all­ge­mein akzep­tier­ten sie­ben Trau­er­pha­sen […] über­win­den kann.” Zitat S.7) Der Plot und die Prä­mis­se des Buches sind fas­zi­nierKasimiraend. Den­noch schreibt Kel­ly Oram nach alt bewähr­tem Sche­ma F: man neh­me eine weib­li­che Haupt­fi­gur mit einem Makel, die ihre eige­ne (inne­re) Schönheit/Stärke nicht erkennt und las­se sie auf einen männ­li­chen Prot­ago­nis­ten tref­fen, der genau das in ihr sieht und durch den sie aus sich her­aus­kommt: “..mir wur­de zum ers­ten Mal klar, dass Avery Shaw das Poten­ti­al hat­te, so viel mehr zu sein, als sie im Moment war. Alles, was sie brauch­te, war ein biss­chen Hil­fe von jeman­dem, der ent­spannt und cool war und ihr zei­gen konn­te, wie das Leben eigent­lich gelebt wer­den soll­te.” (Zitat S.30) Doch für die Ziel­grup­pe funk­tio­niert das “Häss­li­che Ent­lein wird zum schö­nen Schwan”-Prinzip per­fekt und lie­fert ein­fach ein biss­chen was zum Mit­schmach­ten und Mit­fie­bern. Zudem lesen sich man­che Dia­lo­ge schön amü­sant: “Ich las­se dich ver­ges­sen, dass mein Bru­der jemals exis­tiert hat, indem ich dich auf tol­le Dates aus­füh­re, und ich bekomKasimirame auch noch Leis­tungs­punk­te dafür? […] Und das ist dann Wis­sen­schaft?” “Ich nick­te. Sozi­al­wis­sen­schaft. Damit unter­sucht man Phä­no­me­ne des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­le­bens.” Gray­son klapp­te der Mund auf. Er blin­zel­te ein paar Mal und stieß dann ein ungläu­bi­ges Lachen aus. “Du ver­arscht mich doch!” (Zitat S.84) Gegen Mit­te und Endes des Buches wirkt man­ches lei­der doch ein wenig sehr kit­schig und über­zo­gen. Kel­ly Oram schafft es für mich aber­mals nicht an ihren Erfolgs­ti­tel “Cin­der & Ella” anzu­knüp­fen. Den­noch liest sich der Roman flott her­un­ter. Das Ende mit der Lese­pro­be von Teil 2, der nächs­tes Früh­jahr erschei­nen wird, macht bereits neu­gie­rig auf die Fort­set­zung. “Das Avery Shaw Expe­ri­ment” ist in sich abge­schlos­sen zu lesen. Der zwei­te Teil greift die Neben­fi­gu­ren Lib­by (Averys bes­te Freun­din) und Gray­sons Bas­ket­ball­freund Owen her­aus, die ihre eige­ne Geschich­te zu erzäh­len haben.

Dir gefällt Kel­ly Orams Erzähl­stil? Dann greif unbe­dingt zu dem Buch, das sie in Deutsch­land so erfolg­reich mach­te: “Cin­der & Ella”. Eine wahn­sin­nig toll erzähl­te, für alle Genera­tio­nen geeig­ne­te, mär­chen­haf­te Lie­bes­gescLesealternativenhich­te mit der rich­ti­gen Mischung Humor und ganz viel Herz! Die Fort­set­zung dazu ist “Cin­der & Ella: Hap­py-end und dann?”. Außer­dem schrieb sie noch die zwei­bän­di­ge Rei­he “V is vor Vir­gin” (Band 1) und “A is for Absti­nence” (Band 2). Danach folg­te der Ein­zel­ti­tel “Girl at heart”, der inhalt­lich auch Par­al­le­len zu dem hier rezen­sier­ten Buch hat. Wenn du “Das Avery Shaw Expe­ri­ment” ger­ne gele­sen hast, könn­test du auch mit “Das Lib­by Gar­rett Pro­jekt” fort­set­zen, das Ende Janu­ar 2022 erschei­nen wird. Du magst Lie­bes­ge­schich­ten mit wis­sen­schaft­li­chem Hin­ter­grund? Dann könn­ten die­se Bücher etwas für dich sein: “Wol­ke 7 ist auch nur Nebel” von Mara Andeck und “36 Fra­gen an dich” von Vicki Grant. Ein beson­de­res Expe­ri­ment star­tet auch die Prot­ago­nis­ten in “Mein Leben vol­ler Fra­ge­zei­chen” von Jes­si­ca Bro­dy. Even­tu­ell wäre auch die “The Kis­sing Booth”-Rei­he von Beth Ree­kles etwas für dich.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: One (Lübbe)
ISBN: 978-3-8466-0129-7
Erscheinungsdatum: 30.Juli 2021
Einbandart: Broschur
Preis: 12,90€
Seitenzahl: 272
Übersetzer: Stephanie Pannen
Originaltitel: "The Avery Shaw Experiment"
Originalverlag: Bluefields

Amerikanisches Originalcover:
Kasimira












Eine Hörprobe aus dem Buch:

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Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punkten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Kelly Oram

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