Kelly Oram — Cinder & Ella: Happy End — und dann?

13.Oktober 2019

End­lich lie­fert die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Kel­ly Oram, die mit “Cin­der & Ella” einen Wahn­sinn­s­er­folg lan­de­te, Nach­schub! “Cin­der & Ella: Hap­py End — und dann?” ist der zwei­te Teil der nun abge­schlos­se­nen Rei­he des moder­nen Mär­chens über ein Mäd­chen, die sich nach eini­gen Schick­sals­schlä­gen in DEN Prin­zen schlecht­hin ver­liebt hat — einen berühm­ten Hol­ly­wood­schau­spie­ler. Nun sind sie zusam­men und das Hap­py End scheint greif­bar — oder etwa doch nicht? Eine unter­halt­sa­me, berüh­ren­de, bezau­bern­de Lek­tü­re über die Lie­be, über uner­war­te­te Berühmt­heit und das Selbst­wert­ge­fühl. Eine Fort­set­zung, die zwar an den ers­ten Band nicht her­an­kommt, aber trotz­dem schön zu lesen ist! Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und Erwach­se­ne.

Cin­der, ali­as Bri­an, und Ella sind nun ein Paar. Ich konn­te es noch immer nicht fas­sen, dass er aus­ge­rech­net mich zu der­je­ni­gen aus­er­ko­ren hat­te, die er mit die­sem Blick bedach­te. Seit einer Woche waren wir nun offi­zi­ell ein Paar, und die Tat­sa­che, dass ich auf ein­mal mit einem der hei­ßes­ten Film­stars des Lan­des zusam­men war, traf mich noch immer regel­mä­ßig wie ein Schlag.” (Zitat aus “Cin­der & Ella: Hap­py End — und dann?” S.8) Ella kann ihr Glück kaum fas­sen. Alles ist neu und gleich­zei­tig doch ver­traut und schön. Aber dann kommt Bri­an ihr Kasimiraimmer näher und näher… mit ihm intim zu wer­den, dass ist völ­li­ges Neu­land für Ella. Mit ihm zu schla­fen? Dazu fühlt sie sich noch nicht bereit. Zugleich schämt sie sich für ihre Nar­ben. Dann schlägt Bri­an ihr auch noch vor zusam­men­zu­zie­hen! “Mein Berühmt­heits­sta­tus ist extrem, Ella. Und Fans betrach­ten Pro­mi­nen­te nicht als ech­te Men­schen. Sie wer­den weder dei­ne Pri­vat­sphä­re noch dei­ne per­sön­li­chen Gren­zen respek­tie­ren. Ich möch­te nicht, dass du dich mit all­dem allein her­um­schla­gen musst.” (Zitat S.24) Ella ahnt nicht, wie recht er mit die­ser Aus­sa­ge hat und mit wel­chen Metho­den die Pres­se arbei­tet, um ihr näher zu kom­men. Bis sie eines Tages eis­kalt über den Tisch gezo­gen und vor allen vor­ge­führt wird…

Das Cover ist wun­der­schön und im glei­chen Design natür­lich wie der Vor­gän­ger­band. Wie­der auf Ella, ihre Fami­lie und Bri­an zu tref­fen, ist fast ein biss­chen wie nach Hau­se kom­men — schön ver­traut und man merkt kaum, dass es doch schon ein Jahr her ist, dass man zuletzt Kasimiravon ihnen gele­sen hat, so schnell kommt man wie­der her­ein in die Geschich­te, die aus bei­den Sich­ten in der jewei­li­gen Ich-Per­spek­ti­ve erzählt wird. Zwei­te Bän­de sind meist schwä­cher wie die ers­ten, bezie­hungs­wei­se schü­ren gro­ße Erwar­tun­gen, wenn sie so her­aus­ra­gend und über­zeu­gend waren. Für mich schafft es die Fort­set­zung lei­der nicht an den Erfolg von Band 1 anzu­knüp­fen. Ein Hap­py­end, wenn die Cha­rak­te­re bereits zusam­men sind und sich mit pau­sen­lo­sen Lie­bes­be­kun­dun­gen über­schüt­ten, ist ein­fach nicht so fes­selnd zu lesen, wie das Auf und Ab der Gefüh­le, bevor sie ein Paar wer­den. Viel­leicht hät­te die Autorin noch mehr Span­nung in die Geschich­te brin­gen kön­nen, wenn es auf ein­mal zwi­schen Ella und Bri­an zu einer Tren­nung gekom­men wäre, aber so weit geht sie nicht. Den­noch gibt es wich­ti­ge The­men in “Cin­der & Ella: Hap­py­end — und dann?” wie der Umgang mit der plötz­li­chen Berühmt­heit und auch das The­ma Selbst­be­wusst­sein und Annah­me von kör­per­li­chen Makeln. Ella hat Schwie­rig­kei­ten Kasimirasich selbst zu mögen, lehnt ihren Kör­per auf­grund ihrer Ver­nar­bung ab und fühlt sich dem­nach unwohl, wenn sie mit Bri­an inti­mer wird. “Mein Hals war wie zuge­schnürt, und mei­ne Augen begannen zu bren­nen. Ich hass­te es, dass mir all das der­art zusetz­te. So hät­te es nicht sein sol­len. Ich wuss­te, dass er sich nicht an mei­nen Nar­ben stör­te. Ich wuss­te es. Aber ich stör­te mich dar­an. Sein Kör­per war makel­los und wun­der­schön. Mei­ner dage­gen… nicht.” (Zitat S.12) Die­ses The­ma wird sehr behut­sam auf­ge­grif­fen und authen­tisch dar­ge­stellt. Trotz allem habe ich die Fort­set­zung wirk­lich sehr ger­ne gele­sen, sie ist wie­der mit viel Charme, Esprit, Humor und Herz, aber auch ein paar kit­schi­gen Momen­ten gespickt. Für alle Fans ein Muss!

Hin­sicht­lich der Brand­ver­let­zun­gen hat mich der Roman ein wenig an “Nächs­tes Jahr am sel­ben Tag” von Col­le­en Hoo­ver erin­nert. Zwei Neu­erschei­nung zum The­ma Umgang mit Nar­ben sind “Der Zufall, das Schick­sal und ich” von Moriah McStay und “Sieh mich an” von Erin Ste­wart. Sehr berüh­rend fand ich zudem “Faceless” von Alys­sa Shein­mel. Eine sehr gute Lese­al­ter­na­ti­ve ist “Skin Deep: Nichts geht tie­fer als die ers­te Lie­be” von LauLesealternativenra Jar­ratt. Hier hat die Prot­ago­nis­tin durch einen Auto­un­fall eben­falls schwe­re Ver­bren­nun­gen im Gesicht erlit­ten und erfährt erst durch die Lie­be wie­der Hei­lung. Ähn­lich geht es auch der Prot­ago­nis­tin in “Sieh mich an” von Nata­sha Fri­end und “In mei­ner Haut” von Debo­rah Froese. Mehr Mär­chen­cha­rak­ter noch haben aller­dings die­se Bücher: “Sei­fen­bla­sen küsst man nicht” von Eli­sa­beth Herr­mann (auch sehr amü­sant!), “Cin­de­rel­la Under­co­ver” von Gabri­el­la Engel­mann und “Fin­ding Cin­de­rel­la” von Col­le­en Hoo­ver. Sehr gut könn­te ich mir auch die belieb­te “Selec­tion”-Rei­he von Kie­ra Cass vor­stel­len oder “Die Luna-Chro­ni­ken” von Maris­sa Mey­er. Inhalt­lich stark an “Cin­der & Ella” erin­nert hat mich die Neurschei­nung “Fol­low me back” von A.V.Geiger. Oder lies “Der Geschmack von Glück” von Jen­ni­fer E.Smith, der auch ein paar Par­al­le­len hat. Schön roman­tisch ist zudem “Kiss me once” von Stel­la Tack oder lies die Roma­ne von Sarah Alder­son, die loh­nen sich wirk­lich, wie zum Bei­spiel “Lass mich nicht los”Col­le­en Hoo­ver ist auch eine sehr gute Alter­na­ti­ve für außer­ge­wöhn­lich star­ke Prot­ago­nis­ten und authen­ti­sche Wand­lun­gen.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: ONE (Lübbe)
ISBN: 978-3-8466-0089-4
Erscheinungsdatum: 30. September 2019
Einbandart: Broschur
Preis: 12,90€ 
Seitenzahl: 528
Übersetzer: Fabienne Pfeiffer
Originaltitel: "Cinder & Ella: Happily ever after"
Originalverlag: Bluefields 

Amerikanisches Originalcover:

Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Kelly Oram

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