Endlich liefert die amerikanische Autorin Kelly Oram, die mit “Cinder & Ella” einen Wahnsinnserfolg landete, Nachschub! “Cinder & Ella: Happy End — und dann?” ist der zweite Teil der nun abgeschlossenen Reihe des modernen Märchens über ein Mädchen, die sich nach einigen Schicksalsschlägen in DEN Prinzen schlechthin verliebt hat — einen berühmten Hollywoodschauspieler. Nun sind sie zusammen und das Happy End scheint greifbar — oder etwa doch nicht? Eine unterhaltsame, berührende, bezaubernde Lektüre über die Liebe, über unerwartete Berühmtheit und das Selbstwertgefühl. Eine Fortsetzung, die zwar an den ersten Band nicht herankommt, aber trotzdem schön zu lesen ist! Für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene.
Cinder, alias Brian, und Ella sind nun ein Paar. “Ich konnte es noch immer nicht fassen, dass er ausgerechnet mich zu derjenigen auserkoren hatte, die er mit diesem Blick bedachte. Seit einer Woche waren wir nun offiziell ein Paar, und die Tatsache, dass ich auf einmal mit einem der heißesten Filmstars des Landes zusammen war, traf mich noch immer regelmäßig wie ein Schlag.” (Zitat aus “Cinder & Ella: Happy End — und dann?” S.8) Ella kann ihr Glück kaum fassen. Alles ist neu und gleichzeitig doch vertraut und schön. Aber dann kommt Brian ihr
immer näher und näher… mit ihm intim zu werden, dass ist völliges Neuland für Ella. Mit ihm zu schlafen? Dazu fühlt sie sich noch nicht bereit. Zugleich schämt sie sich für ihre Narben. Dann schlägt Brian ihr auch noch vor zusammenzuziehen! “Mein Berühmtheitsstatus ist extrem, Ella. Und Fans betrachten Prominente nicht als echte Menschen. Sie werden weder deine Privatsphäre noch deine persönlichen Grenzen respektieren. Ich möchte nicht, dass du dich mit alldem allein herumschlagen musst.” (Zitat S.24) Ella ahnt nicht, wie recht er mit dieser Aussage hat und mit welchen Methoden die Presse arbeitet, um ihr näher zu kommen. Bis sie eines Tages eiskalt über den Tisch gezogen und vor allen vorgeführt wird…
Das Cover ist wunderschön und im gleichen Design natürlich wie der Vorgängerband. Wieder auf Ella, ihre Familie und Brian zu treffen, ist fast ein bisschen wie nach Hause kommen — schön vertraut und man merkt kaum, dass es doch schon ein Jahr her ist, dass man zuletzt
von ihnen gelesen hat, so schnell kommt man wieder herein in die Geschichte, die aus beiden Sichten in der jeweiligen Ich-Perspektive erzählt wird. Zweite Bände sind meist schwächer wie die ersten, beziehungsweise schüren große Erwartungen, wenn sie so herausragend und überzeugend waren. Für mich schafft es die Fortsetzung leider nicht an den Erfolg von Band 1 anzuknüpfen. Ein Happyend, wenn die Charaktere bereits zusammen sind und sich mit pausenlosen Liebesbekundungen überschütten, ist einfach nicht so fesselnd zu lesen, wie das Auf und Ab der Gefühle, bevor sie ein Paar werden. Vielleicht hätte die Autorin noch mehr Spannung in die Geschichte bringen können, wenn es auf einmal zwischen Ella und Brian zu einer Trennung gekommen wäre, aber so weit geht sie nicht. Dennoch gibt es wichtige Themen in “Cinder & Ella: Happyend — und dann?” wie der Umgang mit der plötzlichen Berühmtheit und auch das Thema Selbstbewusstsein und Annahme von körperlichen Makeln. Ella hat Schwierigkeiten
sich selbst zu mögen, lehnt ihren Körper aufgrund ihrer Vernarbung ab und fühlt sich demnach unwohl, wenn sie mit Brian intimer wird. “Mein Hals war wie zugeschnürt, und meine Augen begannen zu brennen. Ich hasste es, dass mir all das derart zusetzte. So hätte es nicht sein sollen. Ich wusste, dass er sich nicht an meinen Narben störte. Ich wusste es. Aber ich störte mich daran. Sein Körper war makellos und wunderschön. Meiner dagegen… nicht.” (Zitat S.12) Dieses Thema wird sehr behutsam aufgegriffen und authentisch dargestellt. Trotz allem habe ich die Fortsetzung wirklich sehr gerne gelesen, sie ist wieder mit viel Charme, Esprit, Humor und Herz, aber auch ein paar kitschigen Momenten gespickt. Für alle Fans ein Muss!
Hinsichtlich der Brandverletzungen hat mich der Roman ein wenig an “Nächstes Jahr am selben Tag” von Colleen Hoover erinnert. Zwei Neuerscheinung zum Thema Umgang mit Narben sind “Der Zufall, das Schicksal und ich” von Moriah McStay und “Sieh mich an” von Erin Stewart. Sehr berührend fand ich zudem “Faceless” von Alyssa Sheinmel. Eine sehr gute Lesealternative ist “Skin Deep: Nichts geht tiefer als die erste Liebe” von Lau
ra Jarratt. Hier hat die Protagonistin durch einen Autounfall ebenfalls schwere Verbrennungen im Gesicht erlitten und erfährt erst durch die Liebe wieder Heilung. Ähnlich geht es auch der Protagonistin in “Sieh mich an” von Natasha Friend und “In meiner Haut” von Deborah Froese. Mehr Märchencharakter noch haben allerdings diese Bücher: “Seifenblasen küsst man nicht” von Elisabeth Herrmann (auch sehr amüsant!), “Cinderella Undercover” von Gabriella Engelmann und “Finding Cinderella” von Colleen Hoover. Sehr gut könnte ich mir auch die beliebte “Selection”-Reihe von Kiera Cass vorstellen oder “Die Luna-Chroniken” von Marissa Meyer. Inhaltlich stark an “Cinder & Ella” erinnert hat mich die Neurscheinung “Follow me back” von A.V.Geiger. Oder lies “Der Geschmack von Glück” von Jennifer E.Smith, der auch ein paar Parallelen hat. Schön romantisch ist zudem “Kiss me once” von Stella Tack oder lies die Romane von Sarah Alderson, die lohnen sich wirklich, wie zum Beispiel “Lass mich nicht los”. Colleen Hoover ist auch eine sehr gute Alternative für außergewöhnlich starke Protagonisten und authentische Wandlungen.
Bibliografische Angaben:Verlag: ONE (Lübbe) ISBN: 978-3-8466-0089-4 Erscheinungsdatum: 30. September 2019 Einbandart: Broschur Preis: 12,90€ Seitenzahl: 528 Übersetzer: Fabienne Pfeiffer Originaltitel: "Cinder & Ella: Happily ever after" Originalverlag: Bluefields Amerikanisches Originalcover:
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Kasimiras Bewertung:
(4 von 5 möglichen Punkten)
----------------------------- Amerikanisches Cover: Homepage von Kelly Oram


Verlag: ONE (Lübbe)
ISBN: 978-3-8466-0089-4
Erscheinungsdatum: 30. September 2019
Einbandart: Broschur
Preis: 12,90€
Seitenzahl: 528
Übersetzer: Fabienne Pfeiffer
Originaltitel: "Cinder & Ella: Happily ever after"
Originalverlag: Bluefields
Amerikanisches Originalcover: