Kelly Oram — Cinder & Ella

Kelly Oram - Cinder & Ella28.Oktober 2018

Die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Kel­ly Oram hat mit “Cin­der & Ella” ein moder­nes Mär­chen geschrie­ben, das nach dem gro­ßen Erfolg in Ame­ri­ka nun end­lich ins Deut­sche über­setzt wur­de. Eine Lie­bes­ge­schich­te in Zei­ten vir­tu­el­ler Netz­wer­ke. Kom­bi­niert mit Schick­sals­schlä­gen und einem Touch Hol­ly­wood. Ein wun­der­schö­ner, gefühl­vol­ler, roman­ti­scher Schmö­ker — ide­al für kal­te, ver­reg­ne­te Herbst­ta­ge. Ein her­aus­ra­gen­des Lese­er­leb­nis, das man defi­ni­tiv nicht ver­pas­sen soll­te! Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und inter­es­sier­te Erwach­se­ne.

Die 17-jäh­ri­ge Ella lebt mit ihrer Mut­ter in Mas­sa­chu­setts. “Mein Leben war nie beson­ders mär­chen­haft ver­lau­fen. Kei­ne magi­schen Wün­sche, die in Erfül­lung gegan­gen wären, aber auch kei­ne ech­ten Tra­gö­di­en. Mein Dad hat­te eine Affä­re und hat­te Mom und mich ver­las­sen, als ich acht war, aber ansons­ten habe ich es ziem­lich gut getrof­fen.” (Zitat aus “Cin­der & Ella” S.7) Ella sieht gut aus, schreibt her­vor­ra­gen­de Noten in der Schu­le, ist beliebt und ihre Mut­ter ist wie ihre bes­te Freun­din. Und sie hat Cin­der. “Cinder458 — oder nur Cin­der, wie ich ihn nen­ne — ist neben Mom mein bes­ter Freund auf der gan­zen Welt, obwohl ich ihn noch nie getrof­fen habe. Ich habe noch nicht ein­mal mit ihm tele­fo­niert. Wir schrei­ben pau­sen­los Mails, seit er vor zwei Jah­ren über mei­nen Blog Ell­ama­ras Wor­te der Weis­heit, gestol­pert ist.” (Zitat S.9) In dem Blog rezen­siert Ella Fil­me und Bücher und hat schon eine klei­ne Fan­le­ser­schaft. Beson­ders ange­tan haben es ihr Kelly Oram - Cinder & Ella“Die Aschen­chro­ni­ken” — eine erfolg­rei­che Fan­ta­sy­rei­he aus den Sieb­zi­gern, die jetzt auch von Hol­ly­wood ver­filmt wer­den soll. Ellas Mut­ter hat sie sogar damals nach Ell­ama­ra, der Drui­den­pries­te­rin benannt, und auch Cin­der — ein Fan der Rei­he — hat sei­nen Nick­na­me in Anleh­nung an Prinz Cin­der gewählt. Nicht dass ich in mei­nen bes­ten Inter­net­freund ver­liebt wäre oder so. Das wäre ja total albern. Der Kerl war stur und rotz­frech und wider­sprach allem, was ich schrieb, nur um mich zu ärgern. Außer­dem hat­te er jede Men­ge Geld, ging mit Models aus — was bedeu­te­te, dass er heiß sein muss­te — und las gern heim­lich im stil­len Käm­mer­lein. Witz, reich, heiß, selbst­be­wusst, Buch­lieb­ha­ber. Ein­deu­tig nicht mein Typ. Nope. Ganz und gar nicht.” (Zitat S.10ff) Doch dann — gera­de an ihrem 18.Geburtstag — geschieht ein schreck­li­cher Auto­un­fall, der Ellas gesam­tes Leben für immer ver­än­dern wird. Sie hat schwers­te Ver­let­zun­gen und lan­det auf der Inten­siv­sta­ti­on des Kran­ken­hau­ses: “Wie­der zu mir kam ich drei Wochen spä­ter in einer Ver­bren­nungs­kli­nik in Bos­ton, als die Ärz­te mich aus dem künst­li­chen Koma hol­ten. Ich hat­te Ver­bren­nun­gen zwei­ten und drit­ten Gra­des, die sieb­zig Pro­zent mei­ner Kör­per­flä­che bedeck­ten. Mei­ne Mut­ter war tot.” (Zitat S.13ff) Nun — nach unzäh­li­gen Ope­ra­tio­nen und mona­te­lan­gen Kli­nik- und Reha-Auf­ent­hal­ten muss Ella zu ihrem Vater nach Los Ange­les zie­hen. Dem Vater, der sie vor zehn Jah­ren ver­las­sen hat­te und der nun eine neue Fami­lie hat: Jen­ni­fer, bild­hübsch wie ein Modell und deren zwei Töch­ter Juli­et­te und Ana­sta­sia, die Ella gleich von Anfang an zu has­sen begin­nen und ihr das Leben zur Höl­le machen. Kelly Oram - Cinder & EllaAuch das Ver­hält­nis zu ihrem Vater ist nicht gera­de ein­fach. Am liebs­ten wür­de Ella gleich wie­der aus­zie­hen. Doch obwohl sie voll­jäh­rig ist, hat ihr Vater die gesetz­li­che Obhut über sie erhal­ten, denn in der Kli­nik — vom Leid ihrer Unfall­fol­gen und dem Tod ihrer Mut­ter beein­träch­tigt - hat sie sich das Leben neh­men wol­len. Des­halb hat sie in ihrem Betreu­ungs­team von Pfle­gern, Phy­sio­the­ra­peu­ten auch eine The­ra­peu­tin, die ihr Rat­schlä­ge gibt: “Schließ Freund­schaf­ten. Geh zu einer Selbst­hil­fe­grup­pe. […] Wenn es dir gelingt, dich mit Men­schen zu umge­ben, die dir eine ech­te Stüt­ze und ein Sicher­heits­netz für dich sein kön­nen, Ella, dann gehe ich per­sön­lich mit dir auf Woh­nungs­su­che.” Dr. Parishs Ver­spre­chen ging mir für den Rest des Tages nicht mehr aus dem Kopf. Ich brauch­te ein Sicher­heits­netz, und mir fiel nur ein ein­zi­ger Punkt ein, an dem ich anknüp­fen konn­te.” (Zitat S.64) Und so mel­det sich Ella wie­der bei Cin­der, dem sie seit dem Unfall nicht mehr geschrie­ben hat. Nichts ahnend, dass die­ser doch tat­säch­lich einer der talen­tier­tes­ten, belieb­tes­ten Schau­spie­lers ganz Hol­ly­woods ist. Der eben­falls Gefüh­le für sie hat und gera­de die männ­li­che Haupt­rol­le Kelly Oram - Cinder & Ellaim ers­ten Teil der “Aschen­chro­ni­ken”- ergat­tert hat…

Cin­der & Ella”, das mit die­sem über­aus raf­fi­nier­ten Titel bereits das mär­chen­haf­te Ele­ment der Geschich­te ver­deut­licht, wird aus zwei Per­spek­ti­ven in der jewei­li­gen Ich-Per­spek­ti­ve erzählt. Sowohl Ella, als auch Cin­der, der eigent­lich Bri­an heißt, kom­men zu Wort. Schön an dem Buch fand ich, dass es total flüs­sig geschrie­ben ist und man — auch wenn man erst wenig gele­sen hat — sich bereits mit­ten in der Geschich­te fühlt. In einem Pro­log nimmt man Anteil an Ellas 18.Geburtstag und dem gleich­zei­ti­gen Unfall­tod der Mut­ter. Das “Aschen­put­tel­fe­e­ling” ent­steht rasch, nach­dem die Aus­ma­ße der Unfall­fol­gen klar wer­den und Ella in der neu­en Fami­lie ihres Vaters samt unlieb­sa­mer Stief­mut­ter und den zwei schreck­li­chen Stief­schwes­tern lan­det. “Manch­mal kam ich aus mei­nem Zim­mer, und Jen­ni­fer brauch­te eine Sekun­de zu lang, um ein erzwun­ge­nes Lächeln auf­zu­set­zen. […] Ich war ein Stör­fak­tor in ihrer per­fek­ten, wun­der­schö­nen Welt, und ich brach­te jede Men­ge Pro­ble­me mit. Sie ertrug mich, und Kelly Oram - Cinder & Ellaich glaub­te nicht, dass sie mich hass­te, aber sie moch­te mich auch nicht.” (Zitat S.87) Man fühlt mit Ella mit, lei­det mit ihr, und schüt­telt ent­setzt den Kopf, wenn jene neu­en Fami­li­en­mit­glie­der ihr plötz­lich die fie­ses­ten Din­ge an den Kopf wer­fen: “Für sie war ich so scheuß­lich, dass ich Schön­heits­ope­ra­tio­nen nötig hat­te und nie­mals Freun­de fin­den wür­de. […] “Viel­leicht könn­ten wir eine Son­der­schu­le für sie suchen, an der noch ande­re wie sie sind”, schlug Jen­ni­fer vor. “Es gibt Schu­len für Kin­der mit Behin­de­rung. Viel­leicht wäre sie unter ihres­glei­chen glück­li­cher.” (Zitat S.99) Als sogar Ellas Vater über­legt, ob dies viel­leicht eine Opti­on wäre, da sie an der neu­en Schu­le aus­ge­grenzt und schi­ka­niert wird, befin­det man sich als Leser bereits mit­ten im Wech­sel­bad der Gefüh­le. Denn genau das ist es, was “Cin­der & Ella” pau­sen­los bie­tet: ein stän­di­ges Auf und Ab der Gefüh­le. Dafür sorgt auch Cin­der, der den Part des moder­nen (Hollywood-)Prinzen über­nimmt und für jede Men­ge roman­ti­sche, über­aus humor­vol­le und ergrei­fen­de Momen­te sorgt. Und auch wenn Ella an man­chen Stel­len etwas impul­siv han­delt (als sie Cin­der zum Bei­spiel das ers­te Mal anruft),muss ich geste­hen, dass ich teil­wei­se über vie­le Sei­ten hin­weg wirk­lich Kelly Oram - Cinder & Ellaein fet­tes Grin­sen im Gesicht hat­te, weil — die­ses Buch zu lesen — ein­fach unglaub­lich viel Spaß macht! Es zeigt eine beein­dru­cken­de Ent­wick­lung der Haupt­cha­rak­te­re, es greift wich­ti­ge The­men auf und lie­fert posi­ti­ve Bot­schaf­ten. Es ist über alle Maße herz­er­wär­mend und man will die gan­ze Zeit ein­fach nur wei­ter­le­sen! ACHTUNG: Sucht­ge­fahr! Bei Risi­ken und Neben­wir­kun­gen fra­gen Sie bit­te Ihren Buch­händ­ler oder Biblio­the­kar;-)

Fazit: Ich lie­be die­ses Buch! Eine Geschich­te, die einen ein­fach ver­zau­bert. Schon jetzt eines mei­ner Jah­res­high­lights! Ich benei­de jeden, der es noch nicht gele­sen hat;-)

Dir hat “Cin­der & Ella” gefal­lenLesealternativen? Im Eng­li­schen gibt es übri­gens bereits eine Fort­set­zung! “Hap­pi­ly ever after” erzählt wie es nach dem Hap­py­end wei­ter­geht mit Cin­der & Ella. Hin­sicht­lich der Brand­ver­let­zun­gen hat mich der Roman auch ein wenig an “Nächs­tes Jahr am sel­ben Tag” von Col­le­en Hoo­ver erin­nert. Mehr Mär­chen­cha­rak­ter noch haben aller­dings die­se Bücher: “Sei­fen­bla­sen küsst man nicht” von Eli­sa­beth Herr­mann (auch sehr amü­sant!), “Cin­de­rel­la Under­co­ver” von Gabri­el­la Engel­mann und “Fin­ding Cin­de­rel­la” von Col­le­en Hoo­ver. Sehr gut könn­te ich mir auch die belieb­te “Selec­tion”-Rei­he von Kie­ra Cass vor­stel­len oder “Die Luna-Chro­ni­ken” von Maris­sa Mey­er.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: ONE (Lübbe)
ISBN: 978-3-8466-0070-2
Erscheinungsdatum: 28.September 2018
Einbandart: Broschur
Preis: 12,90€ 
Seitenzahl: 448 
Übersetzer: Fabienne Pfeiffer
Originaltitel: "Cinder & Ella"
Originalverlag: Bluefields 

Amerikanisches Originalcover:
Kelly Oram - Cinder & Ella

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

Die­ser Titel hat es in fol­gen­de Kate­go­rie geschafft: **Kasi­mi­ras Lieb­lings­bü­cher**

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