“Die Jaguargöttin” ist der neueste, in sich abgeschlossene Fantasyroman der deutschen Bestsellerautorin Katja Brandis, die man vor allem durch ihre “Woodwalkers/Seawalkers”-Reihen kennt. Ganz im Stile dieser Erfolgsserien bietet sie nun neuen Lesestoff für die schon etwas älteren Gestaltenwandler-Fans. Die in sich abgeschlossene Geschichte spielt im Dschungelkönigreich Elámon, in dem Menschen, sich nicht nur in Tiere verwandeln können, sondern auch bestimmte Fähigkeiten haben und wie Gottheiten verehrt werden, so wie auch das Mädchen Kitana. Doch ihrer Familie der Jaguar wird übelst mitgespielt und nach einer Intrige muss sie in die Wildnis flüchten, um nach Verbündeten zu suchen und trifft dort auf den Pantherjungen namens Ecco. Ein faszinierend Setting, ein aufregendes, spannendes Abenteuer, dazu eine Kulisse voller Exotik — was will man mehr? Allerbestes Lesefutter — das man so schnell nicht mehr beiseite legen möchte! — für Jugendliche ab 12 und interessierte Erwachsene.
Yucatán. Ungefähr 1000 nach Christus. Hier lebt die 17-jährige Kitana mit ihrer Familie. Im Dschungelkönigreich Elámon. Kitana ist eine Gestaltwandlerin, so wie alle aus ihrer Familie und wird angebetet wie eine Göttin. Sie kann sich in einen Jaguar verwandeln und sie hat die Fähigkeit andere Menschen über sich hinauswachsen zu lassen. “Jeder Tier-Mensch-Gott verfügte aus Gründen, die niemand kannte, nur über eine einzige magische Fähigkeit außer der, sich zu verwandeln. Meist zeigte sie sich in der Kindheit und verschwand dann nicht mehr, sobald sie erst einmal geweckt war.” (Zitat aus “Die Jaguargöttin” S.13ff) Als Kitana zehn Jahre alt war, war auch ihre Kindheit zu Ende und sie dufte
das Leben einer Göttin führen. “Seither regierten Regeln ihr Leben. Göttinnen rennen nicht. Göttinnen weinen nicht. Göttinnen begeben sich nur makellos gekleidet in die Öffentlichkeit. Doch als Göttin konnte sie den Menschen auch helfen, ihnen Kraft und Zuversicht geben oder ihre Probleme lösen.” (Zitat S.16) Bei Audienzen kommen viele Menschen zu ihr, um sich von ihr helfen zu lassen und legen ihr dafür eine Opfergabe dar. Doch nun hat sie ein Orakelpriester gewarnt. Ihrer Familie drohe ein Unheil. Aber Kitana ist abgelenkt, um zu sehr achtzugeben. Vor allem von Axar. “Ihre Gedanken wanderten zurück zu Axar. Er war ihr Kindheitsfreund gewesen, sie waren praktisch zusammen aufgewachsen.” (Zitat S.19) Er hat eine Ausbildung zum Sternenpriester gemacht, war einige Zeit auf Reise gewesen. Und nun ist er wieder zurü
ck. Sie trifft sich mit ihm. Heimlich. Obwohl sie als Göttin mit Axar eigentlich keinen großen Umgang pflegen darf. Aber dann wird ihr Vater Kem plötzlich tot aufgefunden. Nach einem schwierigen Gespräch mit dem König floh er in den Dschungel und wurde er von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Kitana macht sich große Vorwürfe. “Ich hätte nach Papa suchen müssen, stattdessen hatte ich nur mein Vergnügen im Kopf! Warum habe ich nicht ernster genommen, was Ilu gesagt hat? Wir hätten uns im Haus verschwanzen müssen, gleich nach seiner Vorhersage!” (Zitat S.43) Aber dann findet sie heraus, dass ihr Vater ermordet wurde! Der König und der Erste Priester scheinen dahinterzustecken, wollen die Macht von Kitanas Familie schwächen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Kitana flüchtet in den Dschungel, um Verbündete zu finden. Denn dort wohn
en die Jaguare, ganz zurückgezogen. “Kem hat hin und wieder einen von ihnen im Dschungel getroffen, aber sie waren jedes Mal misstrauisch und abweisend.” (Zitat S.93) Eigentlich wollen sie mit den Stadtstaaten nichts zu tun haben und für sich bleiben. Werden sie Kitana und ihrer Familie dennoch helfen? Bald trifft sie auf den ungestümen Jaguarjungen Ecco…
Ein wirklich traumhaftes Cover ziert den Einband von “Die Jaguargöttin” - ein absoluter Hingucker und mehr als gelungen! Die Aufmachung erinnert natürlich stark an die “Woodwalker/Seawalker”-Reihen, ist auch für dieselbe Zielgruppe geschrieben, jedoch für ein etwas älteres Publikum. Erzählt wird der fantastische Roman zu großen Teilen aus Kitanas Sicht in der Ich-Perspektive. Jedoch gesellen sich noch zwe
i weitere Perspektiven hinzu. Die von Ecco, dem Pantherjungen, dessen Erlebnisse bereits im Prolog auftauchen, als er auf Jagd geht und dabei von einem Kaiman verletzt wird, und die von einer Echse namens Yaddi, die eine Art Beobachterrolle einnimmt, weil er vieles, das passiert, einfach mitbekommt: “…ich bin kein Gott, weil ich nicht verehrt werden will und mir das, was ihr macht, zu anstrengend ist. Ein Wandler zu sein, reicht mir.” (Zitat S.34) Und auch wenn man am Anfang ein wenig Zeit braucht, um sich in die neue, von Katja Brandis geschaffene Welt einzufinden, die definitiv äußerst faszinierend ist und sogar von Kartenmaterial mit den Örtlichkeiten im Anhang begleitet wird, so schafft es ihr spannender, mitreißender Erzählstil, einen fortwährend einfach immer weiterlesen zu lassen! Ständig passie
rt irgendetwas, wechseln die Perspektiven oder durchziehen geheimnisvolle Andeutungen den Text: “Trotzdem, ob er wollte oder nicht… das Mädchen tat ihm leid. Sie wusste noch nicht, was er wusste.” (Zitat S.36) Ein dramatischer Moment jagt den nächsten und man möchte das Buch eigentlich kaum aus den Händen legen. “Wieso atmeten sie alle weiter? Wieso war der Mond aufgegangen, als wäre nichts geschehen? Wieso sangen die Zikaden im Regenwald? Die Welt war doch dabei unterzugehen. Nein, sie war schon untergegangen.” (Zitat S.41) Dazwischen immer wieder Situationen, in denen die besondere Magie spürbar ist, die Kitana und ihre Familie verströmen und die sie anderen zuteil werden lassen können: “Dann legte sie beide Hände — inzwischen wieder menschlich — auf die Schulter der Frau, blickte ihr in die Augen und ließ die Kraft hinüberfließen, die sie in sich fand. Diese besondere Kraft, die manche Magie nannten
und über die nur Götter verfügten.” (Zitat S.29) Allein schon die Namen der Figuren — Kitana, Ximena, Karali Mo — strahlen eine besondere Eleganz aus, aber auch die Sprache, die Katja Brandis mit ihren Wortneuschöpfungen verwendet: “Meine Tana, dunkelschön wie die Nacht!” (Zitat S.41). Es ist auch eine Liebesgeschichte in “Die Jaguargöttin” enthalten, die sich zunächst zwischen Axar und Kitana andeutet und dann aber zwischen Ecco und Kitana weiterentwickelt, jedoch nimmt diese keinen allzu zentralen Schwerpunkt ein, daher ist das Buch für Jungs und Mädchen gleichermaßen geeignet und verliert sich nicht in allzu viel Romantik. Sehr toll ist auch, dass die Autorin das Thema Umweltschutz in ihre Bücher immer wieder einbaut. Denn in Elámon herrscht schon seit längerer Zeit eine Dür
re. Und dennoch planen der König und der Erste Priester den Dschungel weiter abzuholzen, um noch mehr Bauwerke zu errichten, etwas, das vor allem Ecco äußerst widerstrebt: “Es ist eine verdammte Schande, wie ihr den Wald behandelt! Ihr hackt uralte Bäume ab, weil ihr immer mehr Holz braucht, und brennt alles nieder, wenn ihr etwas pflanzen wollt. Ihr jagt immer im gleichen Gebiet, bis es dort keine Beutetiere mehr gibt, und fürchtet die Raubtiere, statt sie zu respektieren. Erst wenn ihr lernt, den Dschungel zu achten, wird diese Dürre enden!” (Zitat S.162) Am Ende des Buches geht Katja Brandis in einem Nachwort genauer auf die Hintergründe in ihrem Buch ein und gibt 10 Tipps, wie man selbst aktiv werden kann, um den Wald zu schützen. Der Ausgang des Buches ist noch einmal richtig schön dramatisch. Es ist zwar eigentlich ein Einzelband, jedoch sehe ich inhaltlich noch jede Menge Potential diesen Band auszubauen, vor allem, was die Entwicklung zwischen Ecco und Kitana betrifft und die einer gewissen flüchtenden Person am Ende. Also bitte weiterschreiben, liebe Katja Brandis;-)
Dir gefällt Katja Brandis Erzählstil? Dann hast du noch jede Menge Leseauswahl, denn sie hat bereits eine Menge geschrieben: Ihre momentan erfolgreichste Reihen sind die “Woodwalker”/“Seawalkers”, in denen die Gestaltwandler eine große Rolle spielen. Das Thema Umweltschutz stellt sie vor all
em in diesen Büchern in den Vordergrund: “Ruf der Tiefe” und “Schatten des Dschungels”, die sie beide zusammen mit dem Wissenschaftler Hans-Peter Ziemek geschrieben hat und die beide äußerst spannend sind. Dann gibt es noch “Vulkanjäger” (das mir ebenso gut gefallen hat) und “Floaters”. Andere Near-Future-Romane von ihr sind “Freestyler” (Thema: Olympia, ebenfalls sehr zu empfehlen!) und “White Zone”. Unabhängig von Umweltschutz ist “Und keiner wird dich kennen”, das eine Familie beschreibt, die von einem Stalker verfolgt wird — äußerst fesselnd und der Thriller “Libellenfänger”. Außerdem hat sie noch weitere Fantasyromane ab 12 geschrieben, wie zum Beispiel die “Khyona” oder die “Feuerblüte”-Reihen. Abenteuerlicher und realistischer sind ihre Romane “Gepardensommer”, “Koalaträume”, “Der Elefantentempel” und die “DelfinTeam”-Reihe. Du magst Geschichten über Gestaltwandler? Dann lies zum Beispiel “Touch of Ink: Die Sage der Wandler” von Stefanie Lasthaus und die Fortsetzung “Touch of Ink: Im Bann der Verbotenen”. Eine bekannte Reihe ist außerdem “Animox” von Aimée Carter. Etwas älter, aber auch sehr passend ist die “Arkadien”-Reihe von Kai Meyer, ebenfalls mit Liebesgeschichte. Ein Panther spielt zudem in diesen beiden Büchern eine besondere Rolle: “Panther” von Carl Hiaasen und “Panthersommernächte” von Bettina Belitz. Vielleicht wären auch “Die Abenteuer von Aguila und Jaguar” von Isabel Allende und “Im Bannkreis des Grünen Jaguars” von Werner J.Egli etwas für dich.
Bibliografische Angaben:Verlag: Arena ISBN: 978-3-401-60585-2 Erscheinungsdatum: 17.Februar 2022 Einbandart: Hardcover Preis: 18,00€ Seitenzahl: 480 Übersetzer: - Originaltitel: - Originalverlag: - Originalcover: - Trailer zum Buch:
Kasimira auf Instagram:
Kasimiras Bewertung:
(5 von 5 möglichen Punkten)

Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-60585-2
Erscheinungsdatum: 17.Februar 2022
Einbandart: Hardcover
Preis: 18,00€
Seitenzahl: 480
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -
Trailer zum Buch:

Oh, ich habe es auch schon gelesen und mochte es auch, obwohl es für mich nicht ganz an Wood- /Seawalkers rankommt. Aber richtig schöner Beitrag!! :-)
Liebe Grüße,
Neele vom Buchblog Lesopard
Hallo liebe Neele,
das habe ich jetzt schon öfters gehört, dass es wohl nicht an die Wood-/Sealwalkers herankommt. Tatsächlich kenne ich diese Reihen noch nicht, von daher habe ich noch keinen Vergleich;-) Aber andere Bücher der Autorin. Sie kann einfach richtig gut unterhalten!
Liebe Grüße
Kasimira
Ich findedas Buch super!
Hallo Dienlin,
schön, dass es dir gefallen hat:-) Es kommt übrigens bald eine Fortsetzung dazu raus — heißt “Der Panthergott” und erscheint im Mai 2023!
Liebe Grüße
Kasimira
Ich finde „die Jaguargöttin“ ein sehr tolles Buch! Ich finde es sogar genauso gut wie die Wood/sea-und Windwalkers Reihen. Bin jetzt an „der Panthergott“.
Hallo Romy,
schön, dass dir “Die Jaguargöttin” auch so gut gefällt:-) Und wie ist der “Panthergott”? Lohnt sich die Fortsetzung?
Viele Grüße
Kasimira