Kaat Vrancken — Meine wahre erfundene Welt

Kaat Vrancken Meine wahre erfundene Welt8.Dezember 2012

Die nie­der­län­di­sche Autorin Kaat Vrancken hat mit “Mei­ne wah­re erfun­de­ne Welt” einen Roman über die ers­te gro­ße Lie­be mit Alters­un­ter­schied und Eifer­sucht; über Depres­sio­nen und einen ganz beson­de­ren Schreib­ma­ra­thon geschrie­ben. Für Jugend­li­che ab 12.

Aus Mit­leid für ihre Leh­re­rin, die soeben ihr Baby ver­lo­ren hat, nimmt die 16-jäh­ri­ge Char­lie an einem Schreib­ma­ra­thon teil. Jeden Tag 1000 Wör­ter schrei­ben und das einen gan­zen Monat lang. Dabei hat sie doch gar kei­ne Fan­ta­sie, so wie ihre bes­te Freun­din, die sich sofort eine Geschich­te aus­denkt. Aber war­um nicht über das ech­te Leben schrei­ben? Denn genau in die­sem pas­siert gera­de sehr sehr viel: Char­lie hat sich näm­lich das ers­te Mal so rich­tig ver­liebt. Doch der Cou­sin ihrer bes­ten, tür­ki­schen Freun­din ist schon 26 und Besit­zer eines klei­nen Döner-Imbiss­stands. Kann die­se Bezie­hung funk­tio­nie­ren? Sie tut es, bis Char­lie all­mäh­lich klar wird, dass Orhan über­trie­ben eifer­süch­tig ist. Und dann ist da auch noch ihre Mut­ter, die an einer Depres­si­on zu lei­den scheint…

Kaat Vrancken Meine wahre erfundene WeltDer unter­halt­sam geschrie­be­ne Roman ist in Tage­buch­form erzählt und beginnt stets mit einem Schreib­tipp der Leh­re­rin. Am Ende zählt Char­lie stets ihre Wör­ter, wobei sie teil­wei­se auch dar­über schreibt, wie vie­le Wör­ter ihr nun noch feh­len, weil es ihr nicht jeden Tag so leicht fällt über sich zu schrei­ben. So flie­ßen in die Geschich­te auch Tage­buch­aus­zü­ge des Depres­si­ons­ta­ge­buch ihrer Mut­ter ein, das sie heim­lich liest. Zuerst nimmt Char­lie die­se Krank­heit gar nicht rich­tig ernst, fin­det es eher toll, dass die Mut­ter sich kaum mehr um sie küm­mert und ihr so viel Frei­raum lässt. Erst die geschrie­be­ne Wor­te der Mut­ter öff­nen ihr ein wenig die Augen und hel­fen ihr damit umzu­ge­hen. Das Ende ist posi­tiv, die Mut­ter über­win­det ihre Krank­heit und Mut­ter und Toch­ter fin­den auch neu zuein­an­der.

Das Buch ist ide­al für alle Leser, die ger­ne schrei­ben und — ein­ge­bun­den in eine Geschich­te — ein paar Anre­gun­gen zum Schrei­ben möch­ten.

LesealternativenMei­ne wah­re erfun­de­ne Welt” ist auch sehr hilf­reich für Leser, die sich mit dem The­ma Depres­si­on aus­ein­an­der­set­zen möch­ten, bezie­hungs­wei­se per­sön­lich (in der Fami­lie) davon betrof­fen sind. Ande­re Roma­ne für Jugend­li­che zu die­sem The­ma sind: Das Gegen­teil von fröh­lich” von Kath­rin Steh­le“Easy” von Chris­toph Wort­berg und “Schwar­ze Zeit” von Jana Frey. Auch das The­ma Eifer­sucht und wie man in einer Bezie­hung damit umgeht, was man sich gefal­len las­sen darf und was nicht, ist sehr gut getrof­fen. Ein ande­res Buch zum sel­ben The­ma ist: “Bit­ter Love” von Jen­ni­fer Brown. Sehr span­nend zu lesen ist auch der Roman “Dor­nen­lie­be” von Chris­ti­ne Fehér.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Oetinger Taschenbuch
ISBN: 978-38415-0163-9
Erscheinungsdatum: 1.Dezember 2012
Einbandart: Broschur
Preis: 12,00€
Seitenzahl: 160
Übersetzer: Kristina Kreuzer
Originaltitel: "30.000 woorden van Charlie"
Originalverlag: Querido

Niederländisches Originalcover:
Kaat Vrancken Meine wahre erfundene Welt









Kasimiras Bewertung:

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