June Perry — LifeHack: Dein Leben gehört mir

19.Oktober 2019

Life­Hack: Dein Leben gehört mir” von der deut­schen Autorin June Per­ry alias Mari­on Meis­ter ist ein Near-Future-Thril­ler der Extra­klas­se. Er ent­führt in eine hoch­tech­ni­sier­te Welt, in der eine künst­li­che Intel­li­genz sich in das Leben eines jun­gen Mäd­chens ein­schleicht und es kom­plett über­neh­men will. “Siri” und “Ale­xa” auf die Spit­ze getrie­ben! Eine unheim­lich packen­de Geschich­te über ein wich­ti­ges The­ma. Gna­den­los span­nend geschrie­ben!! Lese­tipp. Für Jugend­li­che ab 13 Jah­ren und Erwach­se­ne.

In Ellies Leben ist nichts mehr wie es ein­mal war, seit ihre Mut­ter vor zwei Jah­ren einen töd­li­chen Unfall hat­te und Ellie eini­ge Zeit im Koma lag. Danach hat­te sie immer wie­der Black­outs, wird von ihren Mit­schü­lern manch­mal etwas schief ange­se­hen und nun eher aus­ge­grenzt. Nur Ellies bes­te Freun­din Mai­sy hält noch zu ihr. Zuflucht fin­det sie auch in dem Adven­ture-Game “Wis­dom of the Dwarf”, in dem sie sich selbst als Ava­tar namens Ada erschaf­fen hat und die Figur einer Die­bin dar­stellt. “Mit ihr konn­te ich gehen, wohin ich woll­te. Und sie war schlag­fer­tig und wit­zig. Etwas, das mir in mei­ner ech­ten Welt nie gelang. Zumin­dest nicht mehr.” (Zitat S.31) Dort trifft sie auch regel­mä­ßig auf Rit­ter Per­cy, der im wirk­li­chen Leben ihr Mit­schü­ler Par­ker ist. Schon seit eini­ger Zeit ist Ellie heim­lichKasimira in ihn ver­liebt und er ahnt nicht, wer sich hin­ter Ada ver­birgt. Aber sich ihm zu offen­ba­ren, das traut sich Ellie noch nicht. Doch dann taucht auf ein­mal an ihrer Schu­le ein Mäd­chen auf, das aus­ge­rech­net Ada heißt und Ellie auch noch zum Ver­wech­seln ähn­lich sieht! Und sie flir­tet offen­siv mit Par­ker, wohnt bald sogar in dem ehe­ma­li­gen Zim­mer von Ellies Mut­ter, das ihr Vater nun ver­mie­ten woll­te. Immer mehr scheint sie sich von Ellies Leben zu neh­men. Auch Mai­sy. Aber wer ist Ada wirk­lich? Bald fin­det Ellie Schreck­li­ches her­aus: Denn ihre neue Mit­schü­le­rin ist kein Mensch, son­dern eine künst­li­che Intel­li­genz…

“Life­Hack: Dein Leben gehört mir” bril­liert mit einem wun­der­schö­nen Cover und macht schon von außen bereits neu­gie­rig auf die­se außer­ge­wöhn­li­che Geschich­te! Der Thril­ler ist aus wech­seln­den Sicht­wei­sen geschrie­ben, wobei der Schwer­punkt haupt­säch­lich auf Ellie liegt, die in der Ich-Per­spek­ti­ve schreibt. Dadurch ist man umso näher an ihrem Schick­sal dran, denn alle ande­ren Figu­ren berich­ten in der per­so­na­len Erzähl­per­spek­ti­ve. Schon der Anfang des Thril­lers beginnt höchst span­nend, wäh­rend man einen gewis­sen Ed beglei­tet, der ein beson­de­res Assis­tenz-Pro­gramm in einer Fami­lie tes­tet, von denen nun der Vater plötz­lich von eben jenem ermor­det wur­de! Und nun ist das Pro­gramm, das in der Haus­tech­nik instal­liert war auf ein­mal eigen­stän­dig ver­schwun­den. Es war weg! Das war unmög­lich. Pro­gram­me haben kei­nen KasimiraWil­len. Was hat­te er nur getan? Er hat­te ein Mons­ter erschaf­fen! […] Aus sei­nen Nul­len und Ein­sen hat­te sich ein Psy­cho­path erho­ben. Aus Wut hat­te es getö­tet… Und es war noch immer wütend.” (Zitat S.15) In “Life­Hack: Dein Leben gehört mir” wird schnell klar, das man sich in einer nahen Zukunft befin­det, in er alles anders ist. Es gibt Unmen­gen an Robo­tern, die die Arbeit den Men­schen bereits abneh­men. Prak­ti­sche, nach Maschi­nen aus­se­hen­de Putz­ro­bo­ter. Aber auch men­schen­ähn­li­che Androi­de, die mitt­ler­wei­le im Ver­kauf oder in Ämtern arbei­ten und die Men­schen kom­plett erset­zen. Sogar Robo­ter-Haus­tie­re! Wäh­rend Ellies Vater sol­che Androi­de mit­ent­wi­ckelt hat und die­se nun nur noch repa­riert, ist Ellie äußerst skep­tisch gegen­über man­chen Ver­än­de­run­gen: Kei­ner hat was gegen Putz­ro­bo­ter. Aber die­se Androi­den — Dad, das ist gru­se­lig. War­um muss mir ein Robo, der einem Men­schen zum Ver­wech­seln ähn­lich sieht, Milch­shakes ver­kau­fen?” (Zitat S.72) Doch man­chen tech­ni­schen Fort­schrit­ten kann auch sie aus ihrem All­tag kaum mehr weg­den­ken. Wie zum Bei­spiel ihr “PAP”, ein Per­sön­li­che-Assis­tenz-Pro­gramm, ein klei­nes Gerät, das sie mit sich her­um­trägt — für sie eine der bes­ten Erfin­dun­gen seit der des Inter­nets: Mit der Zeit wur­den die PAPs immer bes­ser in Gesprächs­füh­rung. Jetzt war das PAP das ein­zi­ge Pro­gramm, das man benö­tig­te. Es war Gedächt­nis, Arzt, Freund, Shop­pin­gas­sis­tent, Haus­häl­ter, Frei­zeit­ko­or­di­na­tor, Ani­ma­teur, Tage­buch..” (Zitat S.27) Was wenn Maschi­nen Men­schen eines Tages Kasimiraerset­zen? Was wenn Maschi­nen sich der­art wei­ter­ent­wi­ckeln, dass sie nahe­zu “mensch­lich” erschei­nen? Und was defi­niert über­haupt einen Men­schen im Ver­gleich zu einer Maschi­ne? Dies zu beschrei­ben gelingt June Per­ry auf äußerst erschre­cken­de Art und Wei­se, in dem sie “Ada” geschaf­fen hat. Ein Andro­id, der gelernt hat emo­tio­na­le und sozia­le Intel­li­genz zu simu­lie­ren und unter den Men­schen nicht mehr auf­fällt. Wenn jedoch die­ser Andro­id teuf­li­sche Plä­ne hat und plötz­lich auch lie­ben, geliebt wer­den und frei sein möch­te und dies nicht genau­so funk­tio­niert, wie Ada es sich vor­ge­stellt hat… dann steckt man bereits mit­ten in der über­aus fes­seln­den Hand­lung des Thril­lers, den man so schnell nicht mehr aus der Hand legen wird! Beson­ders gegen Ende war­tet das Buch mit einer beson­de­ren Über­ra­schung auf den Leser und lässt alles noch ein­mal in einem ganz ande­ren Blick­win­kel erschei­nen.

Eine sehr gute Alter­na­ti­ve ist der schon etwas älte­re, aber sehr gelun­ge­ne Roman “Zwei­und­die­sel­be” von Mary E.Pearson. Oder lies das ers­te Buch von June Per­ry “White Maze: Du bist längst mit­ten­drin”, das eben­falls in die nahe Zukunft ent­führt. Unter ihrem rich­ti­gen Namen Mari­on Meis­ter hat sie außer­dem die Julie Jewels”-Rei­he geschrieLesealternativenben für Jugend­li­che ab 12 Jah­ren. Dich inter­es­siert das The­ma künst­li­che Intel­li­genz? Vie­le Autoren haben sich mit damit aus­ein­an­der­ge­setzt. Sehr früh zum Bei­spiel Micha­el Grant & Kathe­ri­ne Apple­ga­te mit “Eve & Adam” (2004), Robin Was­ser­man mit sei­ner Tri­lo­gie “Skin­ned” (2008) oder Kevin Brooks mit “Being” (2009). In eini­gen ihrer Bücher beschäf­ti­gen sich auch Rein­hold Zieg­ler (z.B. GRID ali­ve”) und Karl Ols­berg (z.B “Rafa­el 2.0” oder “Boy in a white room”) mit künst­li­chen Intel­li­gen­zen. Oder lies “Cloud” von Clau­dia Piet­sch­mann oder “God’s Kit­chen” von Mar­git Rui­le. Sehr mit­rei­ßend erzählt fand ich zudem “Dark­world: Der gehei­me Code” von Tobi­as Rafa­el Jun­ge und das neue­re “I can see u” von Mat­thi­as Mor­gen­roth. Eine äußerst gelun­ge­ne Neu­erschei­nung ist zudem “The King­dom: Das Erwa­chen der See­le” von Jess Rothen­berg, das sich vor allem mit den Fra­gen nach der Mensch­lich­keit beschäf­tigt. Eine neue Mit­schü­le­rin, die alles durch­ein­an­der­bringt und das Leben der Prot­ago­nis­tin an sich reißt? Das erlebst du sehr gelun­gen in “Die Beses­se­ne” von S.B.Hayes oder in “Du denkst, du weißt, wer ich bin” von Em Bai­ley.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Arena
ISBN: 978-3-401-60497-8
Erscheinungsdatum: 23.September 2019
Einbandart: Broschur
Preis: 15,00€
Seitenzahl: 368
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Kasimiras Bewertung:

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