“To all the boys I’ve loved before” von der amerikanischen Autorin Jenny Han ist der erste Teil einer dreibändigen Reihe. Ein Roman über das Erwachsenwerden, die Liebe und die Turbulenzen, die es erzeugt, als ein paar Liebesbriefe, die nur privat bleiben sollten, unverhofft an ihre Adressaten geschickt werden. Bewegend und unterhaltsam. Eine wunderschöne Lektüre von einer Erzählkünstlerin. Jetzt neu als Broschurausgabe erschienen. Für Jugendliche ab 13 Jahren und interessierte Erwachsene.
Die 16-jährige Lara Jean Song, das Mädchen mit den halb koreanische, halb amerikanischen Wurzeln, hat ihre Mutter verloren, da war sie noch ein Kind. Es war ein Haushaltsunfall. Ein Ausrutschen auf dem gewischten Boden. Ein kurzer Schlag auf den Kopf. Eine winzige Ohnmacht. Dann schien wieder alles in Ordnung zu sein. Doch die Kopfschmerzen, die danach kamen, die sie dazu gebracht haben, sich kurz hinzulegen, haben die Mutter nie wieder aufstehen lassen. Es war Lara Jeans ältere Schwester, die ihren Tod feststellte: “Margot hat sie gefunden. Sie war damals zwölf und kümmerte sich um alles. Sie alarmierte den Rettungswagen, sie rief Daddy an, sie sagte mir, ich solle auf Kitty aufpassen, die erst drei war. Ich habe im Spielzimmer den Fernseher für Kitty angemacht und mich zu ihr gesetzt. Mehr habe ich nicht gemacht. Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn Margot nicht da gewesen wäre. Margot ist zwar nur zwei Jahre älter als ich, aber ich schaue mehr zu ihr auf als zu irgendein
em anderen Menschen.” (Zitat S.17ff) Jetzt geht Margot nach Schottland, um zu studieren. Und Lara Jean wird diejenige sein, die sich in der Familie um alles kümmern darf. Die dem alleinerziehenden Vater den Kaffee kochen und die kleine Schwester zu ihren Terminen fahren wird. “Mit einem Mal kriege ich Panik. […] Ein Thanksgiving ohne Margot kann ich mir einfach nicht vorstellen. Nicht mal den kommenden Montag kann ich mir ohne sie vorstellen. Ich weiß, die meisten Schwestern kommen nicht gut miteinander aus, aber Margot ist mir näher als jeder andere Mensch auf der Welt. Ohne Margot, wie können wir da weiter die Song-Mädels sein?” (Zitat S.22) Noch schlimmer wird es für Lara Jean jedoch, als sie feststellt, dass ihre Hutschachtel verschwunden ist. In dieser hat sie “Abschiedsliebesbriefe” an Jungen geschrieben, für die sie geschwärmt hat, mit denen sie aber nie zusammen war. Auch ein Brief an Josh ist darin enthalten, ihren Nachbarn. Josh, der zugleich der Freund von Margot ist. Mit dem diese kurz vor der Reise Schluss gemacht hat. Auf keinen Fall darf er erfahren, dass Lara Jean noch Gefühle für ihn hat. Und so täuscht sie vor — als er sie auf den Brief anspricht — bereits einen Freund zu haben. Peter. Ebenfalls einer der Jungen, dem sie einen Brief geschrieben hatte. Doch seltsamerweise spielt Peter mit. Denn auch er will ein anderes Mädchen, von dem er gerade getrennt ist, eifersüchtig machen…
Was ich an Romanen von Jenny Han so mag, ist ihr Erzählstil. Sie schreibt auf eine Art, die total angenehm zu lesen ist. Man kann sich unheimlich gut in die Charaktere hineinfühlen und die Geschichte bleibt selbst dann interessant, wenn eigentlich gar nichts Besonderes passiert (abgesehen von ein paar kleinen Längen im Mittelteil des Buches). In “To all the boys I’ve loved before” vermag die Autorin es außerdem das Familiengefüge der drei Song-Schwestern äußerst gut zu schildern. Hier erlebt man eine ganz besondere Verbundenheit, vor allem zwischen Lara Jean und Margot: “Ich dachte, ich sei darüber hinweg. Als ich meinem Brief schrieb, Abschied nahm, da meinte ich es ernst, ich schwöre. Eigentlich fiel es mir nicht einmal so schwer, jedenfalls nicht, wenn ich daran dachte, wie gern Margot ihn hatte, wie viel er ihr bedeutete. Wie könnte ich ihr ihre erste Liebe nicht gönnen? Wo sie so viel für uns alle geopfert hat. Immer, wirklich immer hat sie Kitty und mich an die erste Stelle gesetzt. Josh aufzugeben war meine Art, meinerseits einmal Margot an die erste Stelle zu setzen.” (Zitat S.65) Die Kapitel sind teilweise recht kurz gehalten, die Erzählperspektive liegt durchgängig bei Lara Jean. Neben dem interessant gestalteten Cover hat mir auch der letzte Teil des Buches sehr gut gefallen. Hier wird es sehr sehr emotional und ergreifend!! Aber auch romantisch und man darf ein wenig in eine sehr heimelige Familien-Weihnachtsatmosphäre eintauchen;-)
Hier kannst du noch die Fortsetzungen der Reihe entdecken: “P.S. I still love you” (Band 2) und “Always and forever, Lara Jean” (Band 3). Ein Mädchen zwischen zwei Jungen (in diesem Falle Brüder), das schildert Jenny Han ebens
o in der dreibändigen “Sommer”- Reihe, mit der sie in Deutschland erst so richtig erfolgreich wurde: “Der Sommer, als ich schön wurde” (Band 1), “Ohne dich kein Sommer” (Band 2) und “Der Sommer, der nur uns gehörte” (Band 3). Eine herausragende, genial sensibel erzählte Reihe, die absolut zu empfehlen ist! Eine weitere Reihe von ihr hat sie gemeinsam mit Schulfreundin und Autorin Siobhan Vivian geschrieben: “Auge um Auge” (Band 1), “Feuer und Flamme” (Band 2) und “Asche zu Asche” (Band 3). Ein Einzeltitel von Jenny Han ist “Zitronensüß”. Eine Liebesbeziehung, die nur vorgespielt wird, findest du ebenso in dem tollen “Almost” von Anne Eliot und “Liebe ist die schönste Naturkatastrophe der Welt” von Kasie West. Private Gedanken, die plötzlich in die falschen Hände geraten, das passiert der Protagonistin in “Die verrückteste Nacht meines Lebens” von Lauren Barnholdt.
Bibliografische Angaben:Verlag: dtv ISBN: 978-3-423-62680-4 Erscheinungsdatum: 20.Juli 2018 Einbandart: Broschur Preis: 10,95€ Seitenzahl: 352 Übersetzer: Birgitt Kollmann Originaltitel: "To all the Boys I've loved before" Originalverlag: Simon & Schuster Amerikanisches Originalcover:
Deutscher Trailer zum Film auf Netflix:
Ein Trailer ganz ohne Worte:
Kasimiras Bewertung:
(4,5 von 5 möglichen Punkten)
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Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-62680-4
Erscheinungsdatum: 20.Juli 2018
Einbandart: Broschur
Preis: 10,95€
Seitenzahl: 352
Übersetzer: Birgitt Kollmann
Originaltitel: "To all the Boys I've loved before"
Originalverlag: Simon & Schuster
Amerikanisches Originalcover:
Deutscher Trailer zum Film auf Netflix: