Jennifer Brown — Bitter love

Jennifer Brown Bitter love27.August 2012

Nach ihrem Erfolgs­ti­tel “Die Hass­lis­te” (über einen Amok­lauf) hat die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Jen­ni­fer Brown nun mit “Bit­ter love” einen eben so radi­ka­len wie bewe­gen­den Roman geschrie­ben über eine gestör­te Lie­bes­be­zie­hung, in der Eifer­sucht und Gewalt regie­ren. Toll und sehr packend erzählt! Für Erwach­se­ne und Jugend­li­che ab 14.

Ein­mal nach Colo­ra­da fah­ren, das war schon immer Alex­an­dras Traum. Ihre ver­stor­be­ne Mut­ter, die ihre Fami­lie damals ver­las­sen woll­te, war auf dem Weg dort­hin, als es zu einem töd­li­chen Unfall kam. Nie hat Alex ver­stan­den, war­um sie ein­fach abhau­en woll­te. Ihre bes­ten Freun­de Betha­ny und Zack pla­nen mit ihr schon seit Ewig­kei­ten die­sen Traum Wirk­lich­keit wer­den zu las­sen und tref­fen sich jeden Sams­tag um Rei­se­pla­nung zu betrei­ben. Die­se regel­mä­ßi­gen Ver­ab­re­dun­gen wer­den bald weni­ger, als Alex sich das ers­te Mal so rich­tig ver­liebt: In Cole, den neu­en Schü­ler, für den sie zugleich Tuto­rin ist und ihm Nach­hil­fe in Eng­lisch gibt. Mit Cole ist alles ganz anders, er scheint die rie­sen­gro­ße Lücke, die­se Lee­re in ihr zu fül­len, die seit dem Tod ihrer Mut­ter in ihr ent­stan­den ist. Er ist so lie­be­voll und zärt­lich und ver­ständ­nis­voll.Jennifer Brown Bitter love Ihm kann sie alles anver­trau­en. Doch Cole scheint auch eine dunk­le Sei­te an sich zu haben: er ist wahn­sin­nig eifer­süch­tig auf Zack, unter­stellt Alex sogar mit ihm eine Affä­re zu haben. Auch zu Betha­ny ist er wirk­lich unfreund­lich. Und auf ein­mal ras­tet er aus und wird sogar hand­greif­lich gegen­über Alex. Sie ver­zeiht ihm schließ­lich, nichts ahnend, dass dies nicht das letz­te Mal blei­ben wird, dass er sei­ne Wut an ihr aus­lässt…

Wow! Dra­ma­tisch, tem­po­reich und äußerst fes­selnd geschrie­ben — die­ses Buch möch­te man gar nicht mehr aus der Hand legen. Zu Anfang noch recht roman­tisch und mit humor­vol­len Dia­lo­gen (vor allem mit ihren Freun­den) gespickt, wen­det sich bald das Blatt und die Bedro­hung wird greif­bar. Hier bleibt nichts an der Ober­flä­che. Man taucht tief ein in Alex’ Erle­ben und kann ihre Gedan­ken durch die gewähl­te Ich-Per­spek­ti­ve umso bes­ser nach­voll­zie­hen. Cole bleibt undurch­schau­bar und gera­de die­se Tat­sa­che lässt unheim­lich viel Span­nung ent­ste­hen. Der Roman ist aller­dings nicht nur das Psy­cho­gramm einer gestör­ten Bezie­hung und einer psy­chi­schen Abhän­gig­keit, son­dern auch die Geschich­te einer Mut­ter-Toch­ter-Bezie­hung, einer Suche nach Gebor­gen­heit und dem Halt in der Fami­lie. Inter­es­sant ist, dass der Titel im Eng­li­schen “Bit­ter end” heißt. Dtv woll­te dies mit “Bit­ter love” wohl etwas posi­ti­ver for­mu­lie­ren und ver­rät somit noch nicht all­zu viel vom Ende.Lesealternativen

Wem die­ses Buch gefal­len hat, der kann auch den Mär­chen­er­zäh­ler” von Anto­nia Michae­lis lesen, das etwas lite­ra­ri­scher, aber wirk­lich gran­di­os ist! Oder the­ma­tisch noch näher wären: Dor­nen­lie­be” von Chris­ti­ne Fehér oder Du gehörst mir allein” von Patri­cia Men­nen. Ein neue­res Buch von Jen­ni­fer Brown ist Per­fect Escape”. Oder lies den wie bereits erwähn­ten Roman Die Hass­lis­te” von ihr. Eine Autorin, die auch eine gute Alter­na­ti­ve zu Jen­ni­fer Brown ist, ist Eliza­beth Scott.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: dtv
ISBN: 978-3-423-76048-5
Erscheinungsdatum: 1.September 2012
Einbandart: Hardcover
Preis: 14,95€
Seitenzahl: 408
Übersetzer: Beate Schäfer
Originaltitel: "Bitter end"
Originalverlag: Little, Brown Books for Young Readers

Amerikanisches Originalcover:
Jennifer Brown Bitter love











Amerikanischer Trailer:

Kasimiras Bewertung:

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(5 von 5 mög­li­chen Punk­ten)

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Amerikanisches Cover: Homepage von Little, Brown Books for Young Readers

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