Das Cover von “Sommer am Abgrund” der irischen Krimiautorin Jane Casey weckt schnell die Neugierde und ist interessant gemacht. Dahinter verbirgt sich ein Roman (siehe Coveraufdruck), den man wohl eher als Psychothriller einordnen würde und den ungeklärten Tod eines jungen Mädchens zum Thema macht. Mit einer echt taffen Protagonistin, jeder Menge Spannung und ein wenig Romantik. Ein echter Pageturner und die ideale Ferienlektüre! Für Mädchen ab 14 Jahren und Erwachsene.
Die 16-jährige Jess wurde von ihrem Freund betrogen und ihre Mutter hat gerade eine Scheidung hinter sich. Zeit für ein bisschen Abstand. Das schien sich zumindest Jess’ Mutter gedacht zu haben, die auf einmal die Sommerferien in ihrem Heimatort verbringen möchte, den sie zuvor jahrelang gemieden hat. Warum auf einmal jetzt nach Port Sentinel, ein kleines (fiktives) Kaff am Meer? Nie zuvor hat Jess die Familie ihrer Mutter kennenlernen dürfen. Doch die Geheimnisse scheinen nicht abzureißen. Denn Freya, Jess unbekannte Cousine, ist vor einem Jahr gestorben. Sie ist von einer Klippe gestürzt. Selbstmord? Ein Unfall? Mord? Die Umstände ihres Todes wurden nie
aufgeklärt. Und gerade Jess sieht Freya zum Verwechseln ähnlich. Das bekommt sie auf ihrem ersten Ausflug in die Kleinstadt auch sofort zu spüren, als sie von den Leuten unverhohlen angestarrt wird. Bald möchte Jess unbedingt herausfinden, was mit ihrer Cousine damals geschehen ist. “Willst du dich in Schwierigkeiten bringen, Jess?” “Ich will nur herausfinden, was mit meiner Cousine passiert ist. Warum sollte ich mich damit in Schwierigkeiten bringen? “Weil es Leute geben könnte, denen es nicht gefällt, wenn du Fragen stellst.” […] “Ich habe keine Angst davor, Schwierigkeiten zu kriegen.” “Solltest du vielleicht”. (Zitat aus “Sommer am Abgrund”, S.36). Nicht nur der Außenseiter Will, der mit Freya sehr gut befreundet war, auch sein Vater, der örtliche Polizist und Jess Mutter warnen sie davor, weiterzusuchen. Doch Jess wäre nicht Jess, wenn sie nicht genau das tun würde…
“Sommer am Abgrund” wird durchgehend aus Jess’ Perspektive erzählt. Nur der Prolog berichtet aus Freyas Sicht und deutet die Ereignisse, die in der Todesnacht geschehen sind, an. Der Einstieg in den Thriller ist somit gut gemacht und auch sprachlich ansprechend geschrieben. So gut wie jeder in dieser Kleinstadt scheint ein Geheimnis zu haben, überall gibt es Lügen, Gerüchte und Halbwahrheiten zu entdecken. Besonders die Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und unheimlich schlagfertig. Ihre wortgewandten Dialoge mit Zicke Natasha oder mit Will zu verfolgen, ist eine wahre Freude! Auch ihre Kombinationsgabe und ihre Intelligenz beeindrucken. Sie durchschaut die Zusammenhänge sehr schnell und wagt es auch die richtigen Fragen zu stellen. Dass sie sich dadurch ungewollt in Gefahr gibt, ist naheliegend, aber für den Leser natürlich umso spannender;-)
Im Deutschen gibt es übrigens bald eine Fortsetzung mit Jess als Hauptfigur zu lesen: “Sturz ins Bodenlose” (erscheint im November). Im Englischen gibt es bald einen dritten Teil namens “Hide and seek”. Jedoch kann “Sommer am Abgrund” auch völlig eigenständig gelesen werden, da Jess in jedem Buch ein neues Rätsel aufzuklären versucht. Eine sehr gute Alternative ist “Die Bucht” von Sarah Alderson, welches ebenfalls Spannung und Romantik vereint und einige Parallelen zu “Sommer am Abgrund” hat. Passend wären auch die Reihen “Sweet lies” (Band 1) von Lili Peloquin oder “Shadowlands” (Band 1) von Kate Brian.
Bibliografische Angaben:Verlag: dtv ISBN: 978-3-423-71629-1 Erscheinungsdatum: 1. Juni 2015 Einbandart: Taschenbuch Preis: 9,95€ Seitenzahl: 368 Übersetzer: Friederike Zeininger Originaltitel: "How to fall" Originalverlag: MacMillan Publishers Englisches Originalcover:
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Kasimiras Bewertung:
(5 von 5 möglichen Punkten)
--------------------------------------------------------------------------------- Englisches Cover: Homepage von MacMillan Publishers

Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-71629-1
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2015
Einbandart: Taschenbuch
Preis: 9,95€
Seitenzahl: 368
Übersetzer: Friederike Zeininger
Originaltitel: "How to fall"
Originalverlag: MacMillan Publishers
Englisches Originalcover: