Jana Schäfer — The way we fall

Kasimira18.April 2022

The way we fall” von der deut­schen Autorin Jana Schä­fer ist der ers­te Teil der zwei­bän­di­gen “Eding­burgh”-Rei­he. Die Autorin, die nach der Schu­le selbst ein Jahr in Schott­land ver­bracht hat, ent­führt ihre Leser in sel­bi­ges Land und stellt eine jun­ge Frau in den Mit­tel­punkt, die in einem Café arbei­tet, sich nach dem Tod der Eltern auf­op­fe­rungs­voll um ihre klei­ne Schwes­ter küm­mert und auf einen jun­gen Best­sel­ler­au­toren trifft, der ihr Leben gehö­rig durch­ein­an­der­bringt. Eine zar­te, roman­ti­sche Geschich­te mit Tief­gang und gro­ßen Gefüh­len. Ein Buch, das auch eigen­stän­dig gele­sen wer­den kann. Per­fek­tes Lese­fut­ter für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Die 22-jäh­ri­ge Ame­lia lebt mit ihrer klei­nen Schwes­ter Mai­sie in Eding­burgh bei ihrer Tan­te Char­lot­te. Sie arbei­tet in einem klei­nen Café namens “Daydream”: “Das Daydream war mei­ne eige­ne klei­ne Oase, in der mich der Geruch von frisch gemah­le­nen Kaf­fee­boh­nen und geba­cke­nen Sco­nes ver­ges­sen ließ, war­um ich mit mei­nen zwei­und­zwan­zig Jah­ren nicht stu­dier­te, son­dern bei mei­ner Tan­te leb­te und jobb­te.” (Zitat aus “The way we fall” S.18) Denn seit ihre Eltern vor zwölf Jah­ren bei einem Auto­un­fall gestor­ben sind, küm­mert sich Ame­lia um ihre klei­ne Schwes­ter Mai­sie. Stu­die­ren oder Rei­sen, das kann sie nicht. “Mum hat­te mir seit Mai­sies Geburt immer wie­der gesagt, dass ich die Gro­ße von uns bei­den war und auf sie auf­pas­sen soll­te. Und seit dem Tod mei­ner Eltern mach­te ich genau das. Ich pass­te auf Mai­sie auf, die seit dem Unfall nicht mehr die­sel­be war.” (Zitat S.14) Mai­sie hat den UnfallKasimiramit­er­lebt. Sie saß im Auto, in dem auch ihre Eltern saßen, als sie ein­kau­fen fah­ren woll­ten. Sie hat über­lebt. Ihre Eltern nicht. Seit­dem spricht sie nicht mehr und wenn, dann nur ganz weni­ge Wor­te zu Men­schen, die ihr ver­traut sind. Ame­lia ver­bringt viel Zeit mit ihr. Oft schau­en sie Fil­me zusam­men abends an. Als sie an einem Abend nur noch einen ein­zi­gen Gast hat und am liebs­ten zuma­chen wür­de, um zu ihrer Schwes­ter zu gehen, gerät sie jedoch mit jenem jun­gen Mann, der nur auf sei­nen Lap­top ein­tippt und sie nicht beach­tet, anein­an­der: “Ich den­ke nur, dass es ja wohl nicht zu viel ver­langt ist, die Kell­ne­rin, die kurz vor Ende der Öff­nungs­zei­ten fragt, ob man noch etwas möch­te, zumin­dest anzu­schau­en. Ver­mut­lich kommt er wegen sei­nes Aus­se­hens zu oft mit sei­nem Ver­hal­ten durch. Er ist näm­lich nicht der ers­te attrak­ti­ve Kerl, der sich als arro­gan­ter Idi­ot her­aus­stellt.” (Zitat S.15) Am Tele­fon läs­tert sie über ihn ab und wird über­ra­schen­der­wei­se dabei von ihm gehört: “Der gut aus­se­hen­de, arro­gan­te Idi­ot wür­de dann ger­ne zah­len.” (Zitat S.16) Als sie dem Mann ein zwei­tes Mal begeg­net und buch­stäb­lich mit ihm zusaKasimirammen­stößt, dann die Ernüch­te­rung. Er ist aus­ge­rech­net der Best­sel­ler­au­tor Jasper Haven, der Mann, für den ihr Café am sel­bi­gen Abend eine Lesung orga­ni­siert. “Irri­tiert starr­te ich ihn an. Die­ser Typ ver­wirr­te mich. Im einen Moment war er distan­ziert und kühl, dann las er aus einem Buch vor, des­sen Wor­te mich in eine ande­re Welt lock­ten, und kur­ze Zeit spä­ter muss­te ich fest­stel­len, dass er für sei­ne weib­li­chen Fans nicht viel mehr als ein auf­ge­setz­tes Grin­sen übrig hat­te. Wer soll­te dar­aus schlau wer­den?” (Zitat S.55) Und kur­ze Zeit spä­ter sitzt er fast jeden Tag in dem Café und schreibt dort. Unmög­lich ihm aus dem Weg zu gehen. Aber irgend­et­was fas­zi­niert Ame­lia auch an ihm. Auch wenn sie eigent­lich nicht vor hat, sie auf irgend­je­man­den ein­zu­las­sen: “Ich hat­te in den letz­ten Jah­ren mein Bes­tes gege­ben, um Mai­sie und mich selbst zu schüt­zen. Davor, zu schnell Leu­te in unser Leben zu las­sen, die wir ver­lie­ren könn­ten. Denn ich wuss­te, dass weder mei­ne Schwes­ter noch ich einen wei­te­ren schwe­ren Ver­lust ertra­gen konn­te. Es war siche­rer so.Kasimira Aber auch ein­sa­mer.” (Zitat S.127) All­mäh­lich kom­men sich Jasper und Ame­lia immer näher. Doch auch Jasper hat etwas Dunk­les zu ver­ber­gen und will sich eigent­lich auf nie­man­den einlassen…

Bezüg­lich des Covers muss ich geste­hen, dass mir per­sön­lich die Farb­kom­bi­na­ti­on von Rosa-Gold nicht ganz so gut gefällt, auch wenn der Gold­schim­mer schön ein­ge­ar­bei­tet ist (der Kon­trast beim zwei­ten Band der Rei­he ist mit dem Tür­kis stär­ker und schö­ner). Im Hin­ter­grund erkennt man die Skiz­zie­rung eines Stadt­plans, bei dem es sich wohl um Eding­burgh han­delt. Und auch wenn von der Stadt lei­der selbst nicht all­zu viel berich­tet wird (spä­ter von der Isle of Skye dann etwas mehr), ist vor allem das Set­ting mit dem Best­sel­ler­au­toren, auf den die jun­ge Prot­ago­nis­tin trifft, äußerst fas­zi­nie­rend: “Jasper Haven war viel­leicht ein unhöf­li­cher Idi­ot, aber er war ein ver­flucht guter Schrift­stel­ler. Ich wünsch­te, die Lesung wür­de mich kalt­las­sen und sei­ne war­me Stim­me mich nicht in ihren Bann zie­hen. Ich wehr­te Kasimiramich gegen die Bil­der, die sei­ne Wor­te her­auf­be­schwo­ren, und leug­ne­te die Gän­se­haut, die über mei­ne Arme kroch als sei­ne Stim­me lau­ter wur­de.” (Zitat S.39) Ein berühm­ter Schrift­stel­ler und eine Kell­ne­rin, die nur in den Tag hin­ein­lebt und ihre eige­nen Wün­sche zurück­stellt, das ist ein inter­es­san­ter Aus­gangs­punkt. Haupt­säch­lich erzählt wird “The way we fall”  aus Ame­li­as Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve. Nur gele­gent­lich gesel­len sich Kapi­tel von Jasper und sei­ne Sicht­wei­se hin­zu. Die­se sind eine pas­sen­de Ergän­zung und las­sen so man­che geheim­nis­vol­le Andeu­tung zu: “Ich erschuf Wel­ten, weil ich mei­ne Welt nicht aus­hielt. Ich schrieb, um nicht wahn­sin­nig zu wer­den. Um der Ver­gan­gen­heit zu ent­kom­men, die mich immer wie­der ein­hol­te, ganz egal, wie vie­le Näch­te ich am Lap­top saß und Wor­te tipp­te. Ich schrieb, um zu über­le­ben. Die­se Geschich­te war nicht ihre Flucht. Sie war mei­ne.” (Zitat S.38) Was ver­birgt er? War­um will er sich auf nie­man­den ein­las­sen? Die­sen Fra­gen darf der Leser gespannt nach­ge­hen (auch wenn man­ches von ihm viel­leicht zu schnell ver­ra­tenKasimira wird). Jana Schä­fers hat — wie auch in ihrem vor­he­ri­gen Roman “Make my wish come true” — eine sehr fein­füh­li­ge und berüh­ren­de Art zu schrei­ben. Bei­spiels­wei­se die Ach­ter­bahn der Gefüh­le ihrer Prot­ago­nis­ten per­fekt in Wor­te zu fas­sen: “Wäh­rend ich den Cap­puc­ci­no zube­rei­te­te und einen Brow­nie aus der Vitri­ne hol­te, atme­te ich tief durch. So schnell wür­de ich mich nicht durch­ein­an­der­brin­gen las­sen. Ganz gleich, wie inter­es­siert er mich mus­ter­te oder wie char­mant er lächel­te. Ker­le wie Jasper waren nicht gut für mich. Den­noch konn­te ich nicht leug­nen, dass er eine Fas­zi­na­ti­on auf mich aus­üb­te, die ich mir nicht erklä­ren konn­te.” (Zitat S.57) Mit­rei­ßend, flüs­sig und sprach­lich auf dem Punkt, hier ist kein Wort zu viel oder zu wenig. Vor allem die Dia­lo­ge ste­chen posi­tiv her­vor, die äußerst authen­tisch und gera­de­zu erfri­schend sind, einen auch mal zum Schmun­zeln oder Auf­la­chen und erneut Lesen brin­gen. Eben­so eine Men­ge Ero­tik ist in “The way we fall” mit ein­ge­ar­bei­tet. Das Ende ist pas­send und stim­mig und macht mit einer Lese­pro­be bereits auf den zwei­ten Band neu­gie­rig. Jedoch ist die Geschich­te an sich, in sich abgeschlossen.

Du willst wis­sen, was noch so pas­siert in Eding­burgh? Dann lies den zwei­ten und letz­ten Teil Rei­he, in dem Ame­li­as Schwes­ter Mai­sie eine Haupt­rol­le spielt: “The way we hope” (erscheint im Juni 2022). LesealternativenDir gefällt Jana Schä­fers Erzähl­stil? Dann lies noch ihre ande­ren New-Adult-Bücher: die “Beau­ti­ful bro­ken”-Rei­he: “Soul: Avery & Caden” und “Dream: June & Tre­vor”Davor schrieb sie noch “Com­ple­te me: Tara & Maxim”“Reve­al me: Ella & Jonah” und “Pro­mi­se me: Han­na & Finn”. Letz­tes Jahr erschien noch das roman­ti­sche “Make my wish come true”, das ein eher win­ter­li­ches Set­ting hat. Dir gefal­len Roma­ne, die in Irland spie­len? Eine roman­ti­sche Geschich­te, an die ich sofort den­ken muss­te, ist “By your side” von Beth Ann Mil­ler, wel­ches eben­so auf der Isle of Skye spielt. Toll sind auch “Nichts zu ver­lie­ren. Außer uns.” von Lea Coplin und “Som­mer der blau­en Wün­sche” von Ant­je Baben­der­er­de, die bei­de sehr roman­tisch zu lesen sind. Ande­re Roma­ne mit glei­cher Loka­li­tät wären “Für immer dein Prinz” von Ste­pha­nie Kate Strohm, “If only” von A.J. Pine oder die “Royals”-Rei­he von Rachel Haw­kins.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-58611-0
Erscheinungsdatum: 1.Februar 2022
Einbandart: Broschur
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 416
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

Jana Schäfer zeigt dem Leser Edingburgh:

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Kasimiras Bewertung:

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(4,5 von 5 mög­li­chen Punkten)

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