Jana Schäfer — The hope we find

Kasimira17.Juli 2022

The hope we find” ist der zwei­te Roman aus der “Edin­burgh”-Rei­he von der deut­schen Autorin Jana Schä­fer, wel­cher jedoch auch eigen­stän­dig gele­sen wer­den kann. Dies­mal ist es die klei­ne Schwes­ter Mai­sie, die in den Mit­tel­punkt der Geschich­te rückt. Ein Mäd­chen, das immer noch Schwie­rig­kei­ten hat, ihre Stim­me zu fin­den und auf einen jun­gen Stu­den­ten trifft, der sie gehö­rig durch­ein­an­der­bringt, aber auch sein eige­nes Päck­chen zu tra­gen hat. Ein Buch, das sich Zeit nimmt für die Ent­wick­lung der Cha­rak­te­re. Sehr gefühl­voll und bewe­gend geschrie­ben. Für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren und Erwachsene.

Die 20-jäh­ri­ge Mai­sie arbei­tet bereits seit zwei Jah­ren in einem Kin­der­gar­ten. Sie hat viel Freu­de am täg­li­chen Umgang mit den Kin­dern. Kommt auch mit ihrer Arbeits­kol­le­gin Bree sehr gut aus. “Sie wuss­te, dass ich vor allem frü­her Schwie­rig­kei­ten hat­te, die Sät­ze her­aus­zu­brin­gen, die mir auf der Zun­ge lagen. Dass ich zwar schon immer unglaub­lich vie­le Gedan­ken in mei­nem Kopf her­um­trug, doch wenn es dar­um ging, sie laut aus­zu­spre­chen, jah­re­lang gegen unsicht­ba­re Bar­rie­ren ange­kämpft hat­te. Und wenn ich dage­gen ver­lo­ren hat­te, war ich still geblie­ben.” (Zitat aus “The hope we find” S.16ff) Lan­ge Zeit hat Mai­sie nicht viel spre­chen kön­nen, war nach dem Unfall­tod Kasimiraihrer Eltern, ohne Wor­te geblie­ben. Vor allem ihre Schwes­ter Ame­lia hat sich neben ihrer Tan­te, bei der sie lebt, viel um sie geküm­mert. Doch Mai­sie hat stark an sich gear­bei­tet und ist auch jetzt noch in The­ra­pie. Ihr Leben ein wenig auf den Kopf stellt jedoch ein 22-jäh­ri­ger Mann namens West­on, den sie schla­fend auf einer Park­bank vor­fin­det, als sie mit den Kin­dern auf den Spiel­platz gehen will und den sie wohl oder übel wecken muss. “Er trug Jeans und Leder­ja­cke. Mar­ken­kla­mot­ten, wie ich bei nähe­rem Hin­se­hen erkann­te. Der Kerl war höchs­tens Mit­te zwan­zig und unver­schämt attrak­tiv. Auch das noch. Mein Blick ver­harr­te eine Spur zu lan­ge auf sei­nen dunk­len Haa­ren und den mar­kan­ten Gesichts­zü­gen.” (Zitat S.13) Nach einem klei­nen Schlag­ab­tausch, bei dem es ihr selt­sa­mer­wei­se gar nicht schwer fällt, die pas­sen­den Wor­te zu fin­den, tref­fen die bei­den fort­an öfters auf­ein­an­der. Denn Ted­dy, ein Jun­ge aus ihrer Kin­der­gar­ten­grup­pe, ist West­ons Nef­fe. “Als spür­te West­on meinKasimirae Anwe­sen­heit, hob er den Kopf. Unse­re Bli­cke tra­fen sich quer durch den Raum, und spä­tes­tens jetzt war es amt­lich. Der Tag war gelau­fen. Nie­mals wür­de ich mich irgend­wo dazu­set­zen und schrei­ben kön­nen, wenn die­se Augen mich ver­folg­ten.” (Zitat S.52) Irgend­et­was an West­on fas­zi­niert Mai­sie. Und auch wenn sie ihm zunächst eine Korb gibt und sich nicht mit ihm tref­fen will, als er sie zu einem Kaf­fee ein­lädt, lässt sie sich schließ­lich dar­auf ein ihn näher ken­nen­zu­ler­nen. “West­on war attrak­tiv, strahl­te Selbst­be­wusst­sein und Läs­sig­keit aus. Eigen­schaf­ten, um die ich nor­ma­ler­wei­se einen gro­ßen Bogen mach­te, weil sol­che Men­schen beliebt und cool waren — und belieb­te und coo­le Men­schen fan­den eine schweig­sa­me Frau mit zu vie­len Gedan­ken meist nicht beson­ders inter­es­sant. Den­noch konn­te ich nicht leug­nen, dass ein Teil von mir sich frag­te, was sich hin­ter sei­nem Lächeln ver­barg, denn kein Mensch konn­te immer fröh­lich und gut gelaunt sein.” (Zitat S.70) All­mählKasimiraich kommt sie dahin­ter, dass auch er etwas vor ihr verbirgt…

Das Cover von “The hope we find” ist wun­der­schön gestal­tet, das hel­le Blau und der Gold­glit­ter pas­sen sehr gut zusam­men. Im Hin­ter­grund ist wie­der ein Stadt­plan (wahr­schein­lich Edin­burgh) zu sehen. Der Roman wird sowohl aus Mai­sies, als auch aus West­ons Sicht in der Ich-Per­spek­ti­ve erzählt. Man ist schnell wie­der drin in der Geschich­te, begeg­net auch den “alten Bekann­ten” aus dem ers­ten Teil wie­der, wenn auch nur eher am Ran­de, wie zum Bei­spiel Jasper: “Inzwi­schen hat­te ich mich an sei­nen Anblick und die Tat­sa­che, dass mei­ne Schwes­ter mit einem mei­ner abso­lu­ten Lieb­lings­schrift­stel­ler zusam­men war, gewöhnt. Es hat­te zwar eine Wei­le gebraucht, und ein Teil von mir flipp­te immer noch heim­lich aus, wenn wir über sei­ne Ideen und Bücher rede­ten, aber zumin­dest äußer­lich hat­te ich mich im Griff.” (Zitat S.27) DennKasimiraoch lässt sich “The hope we find” auch völ­lig unab­hän­gig von “The way we fall” lesen. Eine Kern­the­ma­tik der Autorin ist auf jeden Fall das Ver­fol­gen eige­ner Träu­me abseits von Erwar­tungs­hal­tun­gen ande­rer, was für die Prot­ago­nis­ten jedoch nicht immer ein ein­fa­cher Schritt ist. Hier­bei geht Jana Schä­fer auf sehr sen­si­ble Wei­se auf ihre Prot­ago­nis­ten ein. Wäh­rend sich zu Beginn noch sehr auf all­täg­li­che Situa­tio­nen kon­zen­triert wird, baut sich der Span­nungs­fa­den erst all­mäh­lich auf. Die Autorin ver­wen­det hier­bei eine sehr ange­neh­me, schö­ne Spra­che: “Über mir spann­te sich ein kla­rer Ster­nen­him­mel, und es krib­bel­te in mei­nen Fin­gern, die Nacht mit mei­nen Wor­ten ein­zu­fan­gen. Aben­de wie der heu­ti­ge mach­ten mein Leben leicht. Sie konn­ten mich zwar nicht ver­ges­sen las­sen, was ich ver­lo­ren hat­te, oder die Sehn­sucht nach mei­nen Eltern min­dern, aber sie zeig­ten, dass es sich lohn­te, nicht auf­zu­ge­ben. Dass ich trotz­dem Leich­tig­keit spü­ren und aus tiefs­tem Her­zen lacheKasimiran konn­te.” (Zitat S.71) Eine inter­es­san­te Wen­dung im hin­te­ren Teil des Buches lässt noch mehr in die Vor­ge­schich­te der Haupt­fi­gur ein­tau­chen. Vor allem Unsi­cher­hei­ten und Ängs­te wer­den sehr behut­sam geschil­dert, man nimmt zu dem als Leser auch Anteil an der The­ra­pie, die Mai­sie durch­läuft, um bei­spiels­wei­se in der Öffent­lich­keit leich­ter vor ande­ren spre­chen zu kön­nen. “Hier im Erd­ge­schoss befand sich die Schreib­werk­statt. Ich atme­te tief durch und wie­der­hol­te in Gedan­ken noch mal Dr.Raes Fra­ge: Was ist das Schlimms­te, was dir pas­sie­ren kann? Rich­tig, nicht viel. Ich wür­de die­se Stun­de ganz sicher lebend über­ste­hen.” (Zitat S.41) Der Roman ent­hält eine Trig­ger­war­nung, die jedoch spoi­lern kann und fin­det sich daher am Ende des Buches. Sie bezieht sich auf West­ons Geschich­te und ist in der Aus­ar­bei­tung sehr tref­fend umge­setzt wor­den. Das Ende ist pas­send und gemäch­lich ausklingend.

Du kennst den ers­ten Teil der Eding­burgh-Rei­he noch nicht? Dann lies “The way we fall”, in dem Mai­sies Schwes­ter Ame­lia eine Haupt­rol­le spielt, wel­ches mir fast noch ein wenig bes­ser gefiel. LesealternativenDu magst Jana Schä­fers Erzähl­stil? Greif am bes­ten noch zu ihren ande­ren New-Adult-Büchern: die “Beau­ti­ful bro­ken”-Rei­he: “Soul: Avery & Caden” und “Dream: June & Tre­vor”Davor schrieb sie noch “Com­ple­te me: Tara & Maxim”“Reve­al me: Ella & Jonah” und “Pro­mi­se me: Han­na & Finn”. Außer­dem erschien noch das roman­ti­sche “Make my wish come true”, das ein eher win­ter­li­ches Set­ting hat. Dir gefal­len Roma­ne, die in Irland spie­len? Eine roman­ti­sche Geschich­te, an die ich sofort den­ken muss­te, ist “By your side” von Beth Ann Mil­ler. Toll sind auch “Nichts zu ver­lie­ren. Außer uns.” von Lea Coplin und “Som­mer der blau­en Wün­sche” von Ant­je Baben­der­er­de, die bei­de sehr roman­tisch zu lesen sind. Ande­re Roma­ne mit glei­cher Loka­li­tät wären “Für immer dein Prinz” von Ste­pha­nie Kate Strohm, “If only” von A.J. Pine oder die “Royals”-Rei­he von Rachel Haw­kins.

Bibliografische Angaben:
Schilder was wo wer wannVerlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-58612-7
Erscheinungsdatum: 1.Juni 2022
Einbandart: Broschur
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 512
Übersetzer: -
Originaltitel: -
Originalverlag: -
Originalcover: -

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Kasimiras Bewertung:

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(4 von 5 mög­li­chen Punkten)

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